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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BANG YOUR HEAD FESTIVAL 2013
Ort Balingen, Messegelnde
Datum 12-13.07.2013
Autor Roland Wohde, Volker Damrath
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Vom 12. bis 13. Juli diesen Jahres heit es einmal mehr "Bang Your Head". Das traditionsreiche Festival im beschaulichen Balingen ldt bei strahlend blauen Himmel und hohen Temperaturen zum Tanz.
Mittlerweile bereits zum 18ten Male veranstaltet ist das Festival "erwachsen" geworden, und so einiges hat sich im Laufe der Jahre verndert. Gerade bei der Organisation wird stndig am Feintuning gearbeitet und man kann sich auf eine einwandfreie Abwicklung des Festivals verlassen. Wie ich finde hat sich aber nicht alles zum Guten verndert. Am belsten stt mir persnlich immer noch auf, das seit nunmehr 4 Jahren zustzlich zur Hauptbhne Bands in der Halle spielen. Ein Punkt, ber dessen Sinn oder Unsinn es sich sicherlich streiten lsst, dem aber in unserem Fall der Berichterstattung die ein oder andere Band zum Opfer gefallen ist. Dazu spter mehr. Geblieben und der nach wie vor grte Pluspunkt des BYH ist aber die entspannte Atmosphre unter den Besuchern wie auch von Seiten der Organisatoren und Helfer hier.
So verluft das Ankommen nach einer nervenaufreibenden Staufahrt vllig entspannt und stressfrei. Im Nu hat man ein gemtliches, ausreichend groes Pltzchen gefunden und kann sich bei einem ersten khlen Bier entspannen.
Obwohl in diesem Jahr das Billing der Warm Up Show mit u.a. Candlemass, Vicious Rumors und Tokyo Blade mehr als verlockend ist, pflegt unsere angereiste Truppe die Tradition des "Familientages" und nutzt den verbleibenden Donnerstag um auf dem Metalcamp gemtlich zu tagen und dabei alte Bekannte wiederzutreffen und neue Nachbarn kennen zu lernen. Auf einen Absacker geht es danach noch ins Partyzelt. Auch hier darf ein wenig Kritik angebracht sein: man sollte nach Jahren dringend mal die "CD" wechseln die jeden Abend luft. Als Stammgast kann man nmlich quasi die Uhr danach stellen wann welcher Song luft. Nichts desto trotz herrscht richtig gute Stimmung und man kann den Partyhunger der Bangerschaft spren. So bekommt man als Gutenachtmusik einen Wechsel aus mitgegrltem "Fear of the dark" (Partyzelt) und Manowar Schlachtengesngen (Nachbarschaft) geboten. Welcome home!
Aus vertraulicher Quelle wird mir am Folgetag zugetragen dass bei der Warmup Show insbesondere Candlemass bei tollem Sound einen grandiosen Gig ablieferten. Aber man kann ja nicht alles haben.
(Roland)

Wanted INC.

WANTED INC.

Wer das "Bang Your Head" kennt wei, dass frhes Aufstehen angesagt ist wenn man die erste Band des Tages nicht verpassen will, denn bereits um 9:45 Uhr in der Frh entern die Gewinner des Opener-Wettbewerbs die Bhne. Wanted Inc. schimpft sich der altersmig bunt gemischte Haufen aus Bayern der, nicht perfekt, aber sympathisch, ordentlichen Powermetal mit Groove und der ein oder anderen Thrashkante bietet um den Schlaf und den Kater aus dem Schdel zu bekommen. Die Rhythmusfraktion arbeitet solide aber statisch, whrend der erst in 2011 zur Band gestoene Snger Frank Stoner grter Aktivposten ist, sichtlich Spa daran hat auf einer solch groen Bhne zu stehen und sie auch schon fast wie ein "Groer" nutzt. Feiner Einstieg in den Tag, dem neben der mitgebrachten Fanbase auch immer mehr eintrudelnde Neugierige Gehr schenken.
(Roland)

ARTILLERY

ARTILLERY

Deutlich gefllter vor der Bhne wird es bereits zum nchsten Act. Kaum verwunderlich, steht doch mit Artillery ein alt gedientes Thrashkommando auf den Brettern. Die vorderste Reihe im Publikum ist nun von Kuttentrgern besetzt und es dauert nicht lange, bis man die ersten Matten fliegen sieht. Mit einer bunt gemischten Setlist, die von alten Schoten wie "Terror Squad" ber Klassiker der Marke "By Inheritance" und "Khomaniac" bis zu neuem Material wie "10.000 Devils" und "Death Is An Illusion" reicht, bieten die Dnen einen soliden Gig und lassen sich ob ihrer langen Erfahrung auch durch kleinere technische Probleme nicht aus der Ruhe bringen. Neusnger Michael Bastholm Dahl senkt nicht nur den Altersdurchschnitt der Truppe um die Gebrder Sttzer, sondern kann auch mit seiner Gesangsleistung trotz ordentlich zurckgelegter Meter auf der Bhne und reichlich Bangerei berzeugen.
(Roland)

CRAZY LIXX

CRAZY LIXX

Zahlenmig ndert sich vor der Bhne zum nchsten Act hin kaum etwas. Aber das Publikum hat quasi komplett gewechselt. Die erste Reihe wird nun vornehmlich von Mdels in Anspruch genommen und berall sieht man Sleazer. Und das zu Recht, denn mit Crazy Lixx treten nun 5 junge Schweden ins Rampenlicht die ordentlich fr Partystimmung sorgen wollen. Und das soll ihnen auch gelingen. Obwohl die Poserbande zunchst noch etwas verhalten wirkt, spielt sie sich im Laufe des Gigs immer mehr selbst in Feierlaune und so springt recht bald der Funke auch auf die Gemeinschaft vor der Bhne ber, und sptestens jetzt bekommt man nicht nur aufgrund der steigenden Temperaturen den ersten Durst des Tages. Neben eigenen Gassenhauern der Marke "Heroes Are Forever", "Road To Babylon" und allen voran "21 Till I Die" dienen dazu auch kleine Einlagen von Klassikern wie "We're Not Gonna Take It" oder " Cum On Feel The Noise", bei denen auch das Publikum immer mehr mitsingt. Mit ordentlich Spa inne Backen rocken und posen die Jungs was das Zeug hlt und intergieren auch technische Pannen wie den mehrmaligen Ausfall der Leadgitarre zum angekndigten Solo von Edd Liam als Gag in die Show. Weitere Sympathiepunkte sammelt der Haufen mit der Aktion, einem angereisten Fan zum Geburtstag zu gratulieren. Man darf der Band also einen gelungenen Gig attestieren, der vom Publikum mit Crazy Lixx Rufen honoriert wird. Mission erfllt!
(Roland/Volker)

DREAM EVIL

DREAM EVIL

Vom Partysleaze geht es nun musikalisch wieder zum Metal. Ebenfalls aus Schweden stammend zelebrieren Dream Evil, angefhrt von ihren Snger Niklas Isfeldt, stampfenden Power Metal der modernen Prgung. Der Musik angepasst schreitet und stapft Isfeldt mit verbissen ernster Miene ber die Bretter und hat dabei, wenn auch eher arrogant als sympathisch, die zumindest in vorderster Front recht junge Anhngerschaft gut im Griff. Basser Peter Stalfors kann sich dagegen das Grinsen oft nicht verkneifen und hat sichtlich Spa. Die Band um Produzentenlegende Fredrik Nordstrm hat im Laufe der Zeit reichlich eingngige Banger geschrieben, die ausgiebig vom Publikum mitgesungen werden und zu denen sich nicht wenige Fuste in den Himmel recken. Auch hier wird ein Querschnitt durch alle Schaffensphasen der Band geboten. Angefangen bei altem Material wie "Heavy Metal In The Night" ber "Made Of Metal" und "United" bis zum dem Festival gewidmeten "Bang Your Head". Und natrlich darf auch "The Book Of Heavy Metal" nicht fehlen! Dem Volk gefllt's, und Dream Evil drfen sich ber den bis heute grten Zuspruch seitens der Zuschauer freuen.
(Roland)

H.E.A.T

H.E.A.T

Und noch einmal eine Band aus Schweden. Von der Musik her jedoch erneut vllig anders gelagert. Denn H.e.a.t pusten eine Reihe sehr melodischer Rockperlen, die wohl jedem Journey Fan gefallen drften, ins Rund und sind damit eine der seichteren Bands des heutigen Tages. Wer nun aber denkt, dass es dadurch auf und vor der Bhne langweilig und gediegen zugeht liegt vllig falsch. Die Band hat einen Mrderspa und versprht eine unbndige sowie ansteckende positive Energie, die mir zunchst die Sprache verschlgt und im Anschluss ein breites Dauergrinsen ins Gesicht zaubert. Hatte die Nachricht, dass der neue Snger der Gewinner der Swedish Idol Casting Show ist, bei mir seinerzeit (2010) groe Skepsis hervorgerufen, kann mich der schlaksige schwedische Schnling heute absolut berzeugen. Als hyperaktives Energiebndel tanzt, springt, post, rennt und kaspert er super sympathisch ber die Bhne, so dass jeder normal Sterbliche dabei keine drei Wrter mehr geradeaus sprechen knnte. Erik Grnwall schafft es bei dieser sportlichen Hchstleistung aber unglaublicher Weise, auch noch eine super Gesangsleistung an den Tag zu legen. Hammer! Der perfekte Soundtrack um bei strahlendstem Sonnenschein mit einem khlen Blonden in der Hand abzuschwofen. Spaeshalber flechten H.ea.t in die eigenen Songs auch noch Kulturgut der Marke Led Zeppelin ein (Rock 'n' Roll). Fr mich die grte berraschung des Festivals und eins der Highlights des Tages. Groes Kino!
(Roland)

MASTERPLAN

MASTERPLAN

Vielleicht liegt es an der zu drei Fnfteln neu besetzten Band die wohl erst noch zueinander finden muss, wohl aber auch an der Hammerperformance kurz zuvor, dass Masterplan im Anschluss hftsteif wirken und der Spa eher erzwungen scheint. Sehr schade, hat man doch gerade mit Neusnger Rick Altzi einen tollen neuen Mann am Start, der stimmlich voll berzeugen kann und ein wrdiger Ersatz fr Jorn Lande ist. Jedoch kann der Gute in punkto Bhnenprsenz seinem Vorgnger nicht das Wasser reichen, und ein mit dem Rcken zum Publikum genuscheltes "Thank you Balingen" macht die Sache auch nicht besser. So lsst die schelmische Ansage von Bandkopf Roland Grapow, dass die Band, nachdem siebei ihrem ersten Besuch in Balingen (2003) schon sehr frh ran musste und heute bereits viel spter im Billing steht, beim nchsten Mal dann wohl als Headliner wiederkommen wird, eher Zweifel aufkommen. Dafr fehlt der Band heute einfach der Biss und der Wille. An der spielerischen Leistung und vor allem den genialen Songs drfte es dagegen kaum liegen. Zumal heute, obwohl mit der Setlist Songs der kompletten Bandgeschichte prsentiert werden (u.a. "Crimson Rider", "Lost And Gone", "Time To Be King") und auch ein brandneuer Track ("Keep Your Dream Alive") zum Zug kommt, vor allem alte Perlen wie "Crystal Night", "Spirit Never Die", "Soulburn", "Crawling From Hell" gespielt werden, was besonders langjhrige Masterplan Fans freuen drfte. Was htte es fr ein Fest werden knnen.
(Roland)

ENTOMBED

ENTOMBED

Um diese kleine Enttuschung zu verarbeiten hat der Besucher des BYH nun zwei Mglichkeiten. Ein kaltes Bier oder ein kaltes Bier und dazu eine ordentliche Death Metal Walze in Form von Entombed. Ohne groen Firlefanz und unntigen Schnickschnack walzen die (Schweden!) mit ordentlichem Groove durch ihr Programm. Whrend Basser Victor Brandt eher einen auf evil macht, schwitzt, growlt und rennt Urgestein L-G Petrov sehr sympathisch in einem alten King Diamond Leibchen ber die Bretter und hlt dabei bestndig sein schtteres Haupthaar wie auch die Zuschauer auf Trap. Obwohl (oder gerade vielleicht weil ?) sie die mit Abstand hrteste Band des Tages sind, knnen sich Entombed ber einen ordentlichen Zuspruch seitens des Publikums freuen.
(Roland)

PRETTY MAIDS

PRETTY MAIDS

Im Anschluss wird es vor der Bhne fast so voll wie zu einem Headliner Auftritt. Vllig zu Recht treten Pretty Maids heute also schon zum vierten Mal in der Geschichte vor das Balinger Publikum und haben nach dem vllig berfllten Hallenauftritt 2011 wieder die Chance, vor allen zu spielen die sie sehen wollen. Dass die altgedienten Dnen (das Debt feiert nchstes Jahr sein 30stes Jubilum) ihren hohen Stellenwert in der Szene nicht von ungefhr haben zeigt auch mal wieder der engagierte und gelungene Auftritt am heutigen Nachmittag. Hochmotiviert kommt die Band hinaus und wird vom Publikum wrmstens empfangen. Dass ihn die Sonne ebenso warm begrt, hat zumindest Snger Ronnie Atkins wohl etwas unterschtzt, denn der Gute strmt in voller Ledermontur (!) auf die Bhne was zur Folge hat, dass er nach nur wenigen Minuten so aussieht als htte er den Gig bereits hinter sich. Trotz der groen Hitze schaffen es die Maids aber problemlos die Menge mitzureien. Dies liegt neben allerlei Klassikern die die Band im Gepck hat auch an Atkins toller Interaktion mit dem Publikum. Weiterer Aktivposten in der Band ist Basser Ren Shades der, erst 2011 zur Band gestoen, neben Mitbegrnder Ken Hammer auch optisch Akzente setzten kann. Dass die Jahre aber nicht spurlos an den Herren vorbeigezogen sind merkt man besonders am Gesang, der im Allgemeinen weniger agressiv als frher ausfllt (besonders auffllig bei "Red Hot And Heavy", und "Future World") manchmal ein wenig dnn ( bei "Yellow Rain") und angestrengt klingt ("Future World"). Nichts desto trotz sorgt die Truppe fr den ein oder anderen Gnsehautmoment und kommt auch mit neuen ruhigeren Tnen der Marke "Little Drops Of Heaven" gut an.
(Roland)



Die finnischen Melodic Metal Helden STRATOVARIUS fielen fr uns, der Hitze und dem Hunger geschuldet, aus. Sorry!
An dieser Stelle erwhnenswert sei das reichhaltige und nach meinem Dafrhalten durch die Bank leckere Angebot an Essen und Trinken auf dem Gelnde, wobei preislich von o.k (dreiviertel Flammkuchen fr 3,60 Euro) bis zu unverschmt (7,40 fr eine Portion gebratene Nudeln mit Huhn) alles vertreten war. Die auf den ersten Blick ebenfalls bertriebenen 3,60 Euro fr eine kleine Portion Ksesptzle relativierten sich ob des Mastfaktors des Gerichtes (brps!). Durch die komplette Zahlung per Bons (1 Bon gleich 1,80 Euro) kam es auch zu der ein oder anderen Stilblte wie am Grillstand, bei dem man fr eine Bratwurst (2,60 Euro) 2 Bons zahlen musste aber logischerweise ein 80 Cent Bon zurckerhielt mit dem man erst einmal berhaupt nichts anfangen konnte. Einfach geht anders sag ich da jetzt mal. Die Getrnkepreise sind wie auf den meisten greren Festivals im grenzwertigen Bereich, aber noch in Ordnung (0,4 Liter Pils fr 3,60, 1Liter Wasser fr 3,60), zumal die recht fixe Versorgung zu quasi jeder Zeit gesichert war. Ganz anders verhielt es sich bei dem von mir besuchten Iron Maiden Konzert in der Woche zuvor, aber das ist ein anderes Thema.
Die Preise im Supermarkt des Metalcamps sind hierbei wirklich zu loben. Mit absolut fairen Preisen wird hier der Banger mit allem Ntigen versorgt. Bier (0,5l Dose) 0,75 Euro, Kakao (0,5l) 0,75 Euro, Flasche Sangria 2,10 Euro, 3er Pack Babyzellen 2,20 Euro, Flasche Jack Daniels 20 Euro etc. etc.
Ein wenig erholt und frisch gestrkt geht es im Anschluss wieder in Richtung Hauptbhne und Lordi. FLESHCRAWL, die zu groen Teilen parallel (!) zu den Finnen in der Halle spielen, fallen der bereits eingangs erwhnten Unsitte zum Opfer. Gleiches gilt fr LAKE OF TEARS, die am Abend ihren Gig zu groen Teilen parallel zum Headliner des Tages in der Halle absolvieren mussten, was fr den Verfasser dieser Zeilen besonders bitter ist.

LORDI

LORDI

Ich hielt es ehrlich gesagt fr gewagt, Lordi als Co-Headliner ins Billing des Tages zu setzen, werde aber durch die verdammt groe Zuschauermenge die sich das Rockspektakel anhren und vor allem wohl auch ansehen will, eines Besseren belehrt. Egal ob so geplant oder nicht, das finnische Monsterpack hat so auch das Glck, die schn gestaltete Bhne bereits im Schatten liegend vorzufinden. Und selbst so drften sich die Herren und die Dame am Keyboard den Allerwertesten unter ihren aufwendigen Kostmen abschwitzen. Die Bewegungsfreude auf der Bhne ist dementsprechend recht gering, bei der Unmenge an Gimmiks die whrend der Show zum Zuge kommen aber auch berhaupt nicht ntig. Da gibt es funkensprhende Kreissgen, Dynamitstangen, Eimer voll mit abgetrennten Krperteilen, rauchende Schdel, xte, Fahnen etc. etc. Da htte selbst ein Tauber keine Langeweile, auch wenn ihm dann Hits wie "Who's Your Daddy", "Blood Red Sandman", "Schizo Doll", "Devil Is A Looser" (bei dem auch Mr. Lordis riesige Fledermausflgel am Kostm zum Einsatz kommen und die Gitarren Funken sprhen) und der allseits gefeierte Eurovision Sieger Song "Hardrock Hallelujah" entgangen wren. Fr "all the motherfucking assholes", die nun jeder in seinem Umfeld kennt, darf zu "Sincerly With Love" obendrein das ganze Publikum der Band den Mittelfinger zeigen. Und das sind eine Menge. Die zwangslufigen Pausen, in denen sich Mr. Lordi umkleidet und verschnauft oder neue Requisiten holt, werden mehr oder weniger gelungen berbrckt. Ist das Abmontieren und Wiederanbringen des Schdels der unter einem "Defekt" leidenden Neukeyboarderin Hella durch einen Roadie noch spaig und unterhaltsam, sind die dafr herhaltenden Drum- und Gitarrensolos vllig fr die Katz. Ohnehin luft die Show fr mich eher unter dem Motto "viel frs Auge, wenig frs Ohr", denn obwohl ich die eingngigen Hymen der Truppe eigentlich mag, ist mir ihr Sound in geballter Ladung etwas zu simpel und gleichfrmig. Aber Schwamm drber, die Menge geht ordentlich mit, der Entertainmentfaktor ist definitiv hoch, und wie bringt Mr. Lordi die Botschaft von "I'm The Best" ,bei dem er mit Schrpe und Krnchen geschmckt wird, so schn auf den Punkt: "Be fucking pround of who you are!"
(Roland/Volker)

SAXON

SAXON

Pnktlich um 21.00 Uhr fllt sich das Gelnde nun endgltig, um dem Headliner Saxon zu lauschen. Bereits zum fnften Mal auf dem BYH vertreten ist die NWoBHM-Legende auch fr das Festival eine feste Institution geworden. "Langweilig" mag der ein oder andere nun denken, und ich muss gestehen dass ich zunchst auch nicht wusste ob ich mir nicht lieber den Gig von Lake Of Tears in der Halle gebe, aber sobald die Briten auf der Bhne stehen kann man sich ihrer Magie nicht mehr entziehen und sie sind und bleiben live eine absolute Bank. Mit "Sacrifice" und "Wheels Of Terror" gibt es als Einstieg direkt ein Doppelpack vom neuesten Studiowerk, bevor mit "Power And The Glory" der erste der zahllosen Klassiker ansteht. Bei sehr gutem Sound kommt inzwischen auch die ausgefeilte Lichtshow und der Nebeleinsatz immer besser zur Geltung, was beim anschlieenden "Heavy Metal Thunder" bereits fr die passende Untermalung sorgt. Der Rest ist Saxon pur. Whrend Nigel und Nibbs (wie immer der Aktivposten schlechthin) in gewohnter Qualitt das Fundament gieen und Doug und Paul gleichermaen entspannt wie souvern ihr Ding durchziehen, ist Biff viel auf der Bhne unterwegs und fhrt im blichen Outfit mal wieder charmant durchs Programm. Zitat gefllig? "This microfon is gefunken, gebroken, ach Scheie Mann!" In der ersten Hlfte des Sets kommen noch mehrere Songs jngeren Datums zum Zuge, wobei "To Hell And Back Again" durch den reichlichen Flammen- und Pyro- Einsatz besonders hervorsticht. Die ungefhre Mitte des Sets bildet das Drum-Solo, bei dem die komplette Plattform unter Einsatz von Pyro-Effekten gute 2-3m hochgefahren und mit ausgefeilter Light-Show untermalt wird. Passend dazu leuchtet zwischen den Marshall-Trmen links und rechts von den Drums immer wieder auf kompletter Bhnenbreite Nigel Glockler in groen Leuchtbuchstaben auf. Cool! Danach reiht sich ein Klassiker an den nchsten. Einzig "Stand Up And Fight" mogelt sich als Frischling dazwischen. "Wheels of Steel", das fr meinen Geschmack mit nervigen Singspielchen (bei denen neben der Menge auch der auf dem Logenplatz am Rand der Bhne sitzende Horst Odermatt mitmachen darf) ein wenig zu sehr in die Lnge gezogen wird, beendet den offiziellen Teil. Hierbei fiegt noch eine Kutte auf die Bhne, die sich Mr. Byford nach kurzer Begutachtung gleich berzieht. Die vom Publikum geforderte Zugabe beginnt mit "Crusader", wobei die Leuchteinheiten zwischen den Marshalls nun dazu passend groe Kreuze darstellen, und zu "Strong Arm of the Law" berreicht Byff die Kutte seinem Besitzer zurck. Abgeschlossen wird der wieder einmal verdammt starke Auftritt mit dem unvermeidlichen "Denim & Leather" sowie "Princess Of The Night".
(Roland/Volker)

DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Nach dem Ende des Saxon Auftritts auf der Open Air Bhne spielen im Anschluss die Apokalyptischen Reiter in der Halle. Trotz des Bandmarathons und der Hitze des 1. Tages knnen die Apos die Halle fllen. Los geht's mit "Komm", dessen Live-Version sich deutlich von der Studiofassung abhebt. Bei "Erwache" ist die Stimmung bereits gut und es deutet sich an, dass die anwesenden Zuschauer tatschlich noch ber gengend Energiereserven verfgen. Zu "Revolution" scheint es die Weimarer Truppe wissen zu wollen. Whrend bei den ruhigen Songparts die Revolutionsfahne geschwenkt wird, schaffen sie es, die Fans in den lauteren und schnelleren Parts bis zur letzten Reihe mitmachen und mitsingen zu lassen. Die weiteren Mitsingnummern "Es wird schlimmer" und "Aaaaaaaaa-drena-liiiiiiin" lassen kaum eine Verschnaufpause zu. Die Frage von Fuchs: "Habt ihr noch Saft in den Knochen?" beantwortet sich aber von ganz allein als bei "Metal never dies" die Fans erneut bis in die letzten Reihen mitgehen. Zur Erholung gibt es zwischendrin einen kleinen interessanten Instrumental-Part. Auch "Friede sei mit dir" wird, ganz anders als vom Silberling gewohnt, in einer eher ruhigeren Version dargeboten. Zu "Wir hoffen" wird wieder fleissig gemosht, whrend zu "Seemann" eine Freiwillige mit einem Schlauchboot ber das Menschenmeer vor der Bhne schippern darf. Nachdem "Die Sonne" der mitsingenden Fangemeinde fleissig aus dem Arsch scheint gibt es im Anschluss eine richtig alte Nummer von... 1948! Die "Ghostriders in the Sky"-Cover Version (im Original von Stan Jones). Nach einigen weiteren Songs, die mal mehr ("Reitermania", "Unter der Asche") mal weniger heftig ins Publikum geblasen werden, folgt mit "Roll my Heart" berraschend der schon letzte Song des Gigs, obwohl laut Plan noch 20 Minuten Spielzeit verbleiben.
(Volker)

ONSLAUGHT

So dauert die Pause bis zum Gig von Onslaught ewig lange 50 Minuten whrend denen sich die Halle, kaum verwunderlich, bis auf knapp 100-150 mehr oder weniger mde Metaller leert. Umso erstaunlicher, dass sich der Bereich vor der Bhne pnktlich um 01:10 morgens wieder ordentlich fllt. Die wiedererstarkten britischen Thrasher rtteln einen Groteil der Anwesenden auch sogleich wach. Mich jedoch, Onslaught mgen es mir verzeihen, zieht es nach dem Band-Marathon des Tages nach dem zweiten Song auf den Zeltplatz zur wohlverdienten Nachtruhe.
(Volker)

Die Freude der Festivaltage wird an diesem Morgen ein wenig getrbt. Erfhrt man doch von zahlreichen, scheinbar organisierten Diebsthlen auf den Campingpltzen. Diese schlichtweg als Sauerei zu bezeichnende Tatsache macht aber in dieser Saison nicht nur den Veranstaltern und Besuchern des BYH die Tage madig, sondern wurde auch schon von vielen anderen Festivals berichtet. Bleibt zu hoffen, dass Organisatoren und Behrden fr nchstes Jahr gute Ideen mitbringen um dem Problem erfolgreich entgegentreten zu knnen und das vor allem der entspannte, freundliche, aufgeschlossene und hilfsbereite Umgang der Besucher untereinander dadurch nicht verloren geht.
In union we stand!

REBELLIOUS SPIRIT

REBELLIOUS SPIRIT

Mit einigen Minuten Versptung treffe ich am Samstagmorgen beim Messegelnde ein und Rebellious Spirit stehen bereits auf der Bhne. Es ist fr die frhe Zeit (gerade mal kurz nach 10.00 Uhr) bereits erstaunlich viel los, und das anwesende Publikum zeigt schon wieder die Bereitschaft fr eine weitere Metalparty unter glhend heiem Himmel. Die extrem jungen Buben aus dem Sden Deutschlands bieten mit ihren geflligen Rocksongs hierzu den passenden Soundtrack. Schn zu sehen, mit wie viel Freude und Energie die Band zu Werke geht und wie viel Spa sie dabei hat, die groe Bhne zu "erkunden". Man kann sich aber ein Schmunzeln nicht verkneifen wenn man beobachtet wie jede Mglichkeit genutzt wird, um einmal kurz auf dem ins Publikum ragenden Ausleger der Bhne zu posen, bevor es ganz schnell wieder zum Mikro fr die Backingvocals geht. Neben eigenem Material der Debtscheibe "Gamble Shot" zollen Rebellious Spirit noch einem ihrer Einflsse Tribut und geben Mtley Cres "Wilde side" zum Besten. Die Qualitt reicht zwar nicht an die des Originals heran, aber nichts desto trotz drften die gestylten sympathischen Jungspunde die Trume der ein oder anderen jungen Rebellin versen.
(Roland)

ALPHA TIGER

ALPHA TIGER

Im Anschluss gibt es eine ordentliche Portion Oldschool Metal von den aus Sachsen stammenden Alpha Tiger. Erkennungsmerkmal und Augenschmaus ist wie gewohnt das typische 80er Outfit inklusive Turnschuhe, kombiniert mit dem Tigerstyle der Band. Man merkt der erst 2 Jahre existierenden Band ihre immer grer werdende Erfahrung an, und sie werden auch auf greren Bhnen stetig besser. Jedoch vermisse ich heute ein wenig die Interaktion der Bandmitglieder untereinander. Die einzelnen Akteure scheinen eher Einzelkmpfer deren Posen manchmal auch etwas verkrampft wirken, und auch das stetig gleiche Anfeuern des Publikums mit einem "hey, hey, hey" ist auch noch nicht das Gelbe vom Ei. Trotzdem ein solider und durchaus gelungener Gig bei dem bereits die ersten Matten des Tages kreisen. Kaum verwunderlich, denn Songs wie "Black Star Periah", "Against The Time" (nach wie vor mein Favorit) oder "Beneath The Surface" annimieren unweigerlich die Nackenmuskeln, auch wenn die hohe Stimme von Stephan Dietrich auf Dauer mit Sicherheit nicht jedermanns Sache sein drfte.
(Roland)

HELL

HELL

So langsam wird es voll vor der Bhne. Denn Hell knnen nicht nur auf eine stattliche Anzahl von Fans bauen, sondern locken mit ihrer sehr theatralischen Show auch zahlreiche Neugierige an. Die von Andy Sneap reanimierte Band aus dem Vereinigten Knigreich zelebriert ihren klassischen Metal in gnzlich anderer Form als die Jungspunde zuvor. Die bleich geschminkten altgedienten Grndungsmitglieder in ihren stilvollen schwarzen Outfits verkrpern perfekt das Konzept der Band, agieren zwar auch grtenteils separat, knnen aber mit einstudierten Gemeinschaftseinlagen a la Priest immer wieder Akzente setzten. Mit den recht schweren Klamotten sind sie bei den heutigen Temperaturen kaum zu beneiden, mssen sich aber krperlich auch nicht allzu sehr verausgaben, denn der Fokus liegt ganz klar auf Zeremonienmeister David Bower. Man merkt dem Mann seine jahrelange Theatererfahrung in all seinen Posen, seiner Mimik und seinem Gesangsstil zu jeder Sekunde an. "It is said that only mad dogs and english men play in the midday sun. Well, we are the english men!". Ergnzt und abgerundet wird die Show durch allerlei Gimmicks (666 Fahne, schwarze Mnchskutte etc.) und Showeinlagen wie die Selbstgeielung. Zweifelsohne groes Entertainment (wenn auch die Magie im strahlenden Sonnenschein etwas verloren geht), das zu Recht gute Publikumsreaktionen erntet und bei dem lediglich der nicht ganz so tolle Sound den Genuss etwas schmlert. Ansonsten aber der von mir bislang beste miterlebte Hell (Open Air) Auftritt.
(Roland)

ANGEL WITCH

ANGEL WITCH

Ganz anders als eben noch Hell prsentieren sich die ebenfalls altgedienten NWOBHM Recken Angel Witch. Ohne jegliches Gepose, ohne Theatralik, ohne ein besonderes Drumherum gibt es "nur" die Band in Jeans und Shirts. Wobei man vielleicht die hin und wieder auftretenden Strgerusche und das Kratzen im nach wie vor nicht optimalen Sound gutwillig unter Spezialeffekt vermerken kann, denn damit kommt hin und wieder fast so etwas wie Vinylfeeling auf. Der Gig der in Undergroundkreisen kultig verehrten, von bsen Zungen aber auch schon Mal als One Hit Wonder abgestempelten Band, zieht weniger Leute vor die Bhne und auch die Reaktionen im Publikum sind recht verhalten. Die Zuhrerschaft auf dem "BYH" wartet eindeutig auf die unvermeidliche und ohne Frage grte Hyme der Band "Angel Witch", bei der dann auch auf einmal alle mitgehen und die Gesnge des Volkes sogar prchtig ohne Banduntersttzung funktionieren. Das "BYH" ist eben kein Undergroundfestival.
(Roland)

MORGANA LEFAY

MORGANA LEFAY

Es ist bewundernswert und ein Genuss zu sehen, dass sich der Chaotenhaufen aus Bollns nach all den Jahren mit vielen Ups und Downs (Split, Besetzungswechsel, anderer Name, Bandpause etc.) die Freude an der Sache bewahrt hat. Mit so viel Spa inne Backen und Feuer im Hintern wie ein Haufen Mittzwanziger besttigen Morgana Lefay auch an diesem Tag dass sie eine der geilsten Powermetal Kapellen unter der Sonne und live eine absolute Macht sind. Die Schweden sind nach wie vor die sympathischen Banger von nebenan und hauen bei nun endlich richtig gutem Sound einen Knaller nach dem anderen aus ihrem mittlerweile ppigen Backkatalog ins Publikum. Dort (und noch mehr auf der Bhne) kreisen die Matten zu Songs wie "Rooms Of Sleep", "Master Of The Masquerade", "Hollow", "Maleficium", "I Roam", "In The Court Of The Crimson King", "Angels Deceit" und sorgen bei mir fr die ersten Gnsehute des Tages. "BYH" Veranstalter Horst Odermatt sitzt whrend des Gigs am Bhnenrand wie ein kleiner Junge den seine Eltern dort abgesetzt haben, schmunzelt ob des Treibens auf der Bhne, begutachtet die Reaktionen im Publikum, reicht zwischenzeitlich hchstselbst Getrnke an die Band und geniet einfach die Show. Aufgrund der Gre der Bhne und des Gelndes zwar nicht so intensiv wie der legendre Gig auf dem "Rock Hard Festival 2006", aber trotzdem eines der Highlights des Tages!
(Roland)

SANCTUARY

SANCTUARY

Sanctuary im Anschluss passen mit ihrem klassischen Powermetal natrlich perfekt, um das vor der Bhne versammelte Publikum bei Laune zu halten. Die seit 2010 reanimierte Truppe hat die Menge trotz sehr weniger Worte recht gut im Griff und im vorderen Bereich ist zumindest zeitweise ordentlich was los. Mit zwei Alben die Geschichte geschrieben haben als Backkatalog ist dies aber auch nicht wirklich verwunderlich. Die zwei neuen vorgestellten Songs dagegen hauen zwar nicht direkt vom Hocker, sind aber ok. Trotzdem knnen mich die Amis nicht wirklich berzeugen. Sie wirken zu distanziert, sind zu wenig agil und verstrmen fr mich nicht die Begeisterung der Kollegen aus Schweden. Der berhmte Funke will also nicht berspringen. Zudem liegt Warrel Dane stimmlich nicht nur einmal daneben und muss ordentlich kmpfen. Schade.
(Roland)

RAGE

RAGE

Rage sind fr mich hnlich wie Saxon ein Live Phnomen. Sie sind, egal wie oft man sie schon gesehen hat, immer wieder gut und bieten auch an diesem schnen Tag einen kurzweiligen Gig. Und jedes Mal aufs Neue ist es beeindruckend, was fr ein fettes Brett das Trio zu erzeugen in der Lage ist. Klasse auch dass Viktor es schafft, immer wieder dezent vom Leder zu ziehen ohne durch unntige Selbstbeweihrucherung zu nerven. Durch die Doppelbelastung der Musiker, aufgrund der Hitze, aber wohl auch nicht zuletzt wegen Peavys Leibesflle ist die gebotene Aktion auf der Bhne zwar arg eingeschrnkt, aber mit seiner ungeknstelten und sympathischen Art ist es dem Trio ein Leichtes, auch das "BYH" Publikum mitzuziehen. Und Songs wie das schon frh eingestreute, allseits bekannte, "Straight To Hell", aber auch Perlen wie "Refuge","Higher Than The Sky" und "Soundchaser", tun ihr briges um fr eine prchtige Stimmung auf und vor der Bhne zu sorgen. So verwundert es kaum dass die ersten Zugabe-Rufe des Tages von Peavy mit den Worten "Da lassen wir uns nicht lumpen" quittiert und prompt erfllt werden.
(Roland / Volker)

THUNDER

Die britischen Hardrocker Thunder schaffen es im Anschluss spielend, die gute Stimmung zu halten und im Laufe ihres Gigs immer weiter zu steigern. Zwischen Nummern wie "Dirty Love", "Backstreet Symphony" und "The Devil Made Me Do It" sorgt das grandios dargebotene "Low Life In High Places" fr wohlige Gnsehaut. Ihre melodischen, mit einem fetten Groove gesegneten Songs verbreiten einfach gute Laune pur, und mhelos bringen sie die (im Vergleich zu Rage etwas kleinere Zuschauermenge) vor der Bhne zum Tanzen, Hpfen, Klatschen und Mitsingen. Gegen Ende des Gigs gibt es kaum jemanden der zu Songs wie "You Can't Keep A Good Man Down" oder "I Love You More Than Rock 'n' Roll" noch still stehen kann. Selbst gestandene Metaller mit DIO oder Candlemass Shirts strahlen wie die Honigkuchenpferde und alle haben gemeinsam mit der Band und dem permanent ber die Bhne schwoofenden Danny Bowes eine gute Zeit, aus dessen Mund selbst Ankndigungen wie "Next song is a song about sex and masturbation. A song for you, wankers!" absolut sympathisch sind. Guter Hardrock bleibt eben guter Hardrock. So einfach und schn kann die Welt sein!
(Roland / Volker)

Heute fallen AT THE GATES und die parallel in der Halle aufspielenden RAVEN unserer dringend bentigten Pause zum Opfer. Sorry.

ICED EARTH

ICED EARTH

Auf den Gig von Iced Earth bin ich an diesem Tag besonders gespannt, habe ich bislang doch noch nicht das Vergngen gehabt die Amis mit neuer Rhythmusfraktion und Barlow Nachfolger Stu Block live zu erleben. Und um es gleich auf den Punkt zu bringen: sie knnen meine Erwartungen leider nicht erfllen. Ohne Frage ist Stu ein sehr sympathischer Kerl mit einer tollen Stimme, die besonders in den mittleren Stimmlagen und neuen Songs wie "V", oder "Anthem" super rberkommt. Jedoch hapert es manchmal in den stimmlichen Spitzenbereichen lterer Songs (z.B. "Pure Evil" oder "Iced Earth"), und besonders in puncto Bhnenprsenz kann er seinem Vorgnger (noch?) nicht das Wasser reichen. So bleiben bei bersongs wie "I Died For You", "Watching Over Me" und besonders "A Question Of Heaven" zumindest bei mir die Gnsehautmomente leider aus. Dies liegt aber mitnichten nur an Stu Block. Denn der unerwartet miese Sound, der teilweise fast die gesamte Gitarrenarbeit verschluckt, trgt nicht gerade zu einem wirklich guten Gelingen der Show bei. Trotzdem ist die Stimmung im Publikum gut, die Menge singt ein ums andere Mal fleiig mit und es gibt, fr das BYH recht ungewhnlich, sogar etliche Crowdsurfer zu beobachten. Aus meiner Sicht allerdings ein zwar ordentlicher, aber fr diese Band etwas enttuschender Auftritt. Besonders dann, wenn man noch das magische Gastspiel auf dem RockHard Festival 2008 im Hinterkopf hat.
(Roland)

ACCEPT

ACCEPT

Seit ihrer famosen Rckkehr mit Neusnger Mark Tornillo sind Accept wieder gern gesehene Gste auf smtlichen Metalfestivals. Und auch als Headliner des diesjhrigen BYH sorgen sie am heutigen Samstagabend fr ein bis weit nach hinten geflltes Gelnde. Und das zu Recht. Mit immer noch ungebrochenem Spa an der Sache spielt die deutsche Metal Institution auch an diesem Abend auf und zeigt, wie klassischer deutscher Metal auch im Jahre 2013 klingen kann und klingen sollte. Der Sound ist jetzt glcklicherweise absolut super, und auch die Lightshow kommt ordentlich zur Geltung, wobei Accept weder Pyros noch andere Gimmicks im Gepck haben, sondern allein mit ihrer Mannschaftsleistung und ihren Songs punkten. Das sich dabei Neulinge wie "Stalingrad", "Shadow Soldier", "Bucket Full Of Hate" und "Teutonic Terror" absolut nahtlos in den langen Reigen der Klassiker ("Restless And Wild", "Princess Of The Dawn", Loosers And Winners", "Breaker", "Fast As A Shark", "Metal Heart" etc.) einfgen und auch bunt verteilt in der Setlist, ja sogar im Zugabenteil Platz finden ("Teutonic Terror"), zeugt von der Qualitt der Songs wie auch vom groen Selbstbewusstsein der Band. Whrend "Bulletproof" liefern sich die Urgesteine Wolf Hoffmann und Peter Baltes ein grandioses Duell zwischen Bass und Gitarre, bei dem die zwei immer weiter eskalieren. Ohnehin sind es diese beiden verbliebenen Grndungsmitglieder die neben Mark Tornillo am meisten das Ruder in der Hand haben. Aus mir unbekannten Grnden hlt sich Hermann Frank dagegen vllig zurck, agiert meist nur im Halbdunkel am Bhnenrand (dabei jedoch vllig souvern) und ringt sich gelegentlich ein Lcheln ab whrend seine Bandkollegen mehr strahlen als die Bhnenbeleuchtung. Dass sich das Gelnde schon whrend des Zugabenblocks zu lichten beginnt mag auf die letzten drei anstrengenden Tage wie auch auf die Shuttlebus Situation am Ende des Festivaltages zurckzufhren sein. An dem makellosen und einem Headliner absolut wrdigen Gig von Accept kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Verdammt stark!
(Roland)

CREMATORY

Den "kleinen" Abschluss des Festivals bilden die deutschen Gothic Metaller Crematory, die sich bereits von Beginn an einem recht erschpften Publikum gegenber sehen. Whrend drauen die letzten Riffs von Accept ber das Gelnde fegen und danach das traditionelle Feuerwerk gezndet wird, gelingt es der vom sympathischen Gerhard "Felix" Stass angefhrten Truppe, den Leuten in der Halle immer wieder die letzten verbliebenen Energiereserven zu entlocken. Dazu gibt es neben vielen Ansagen und deutsch- wie englischsprachigen Klassikern der Marke "Tears Of Time" und "Hllenbrand" mit "Shadowmaker" auch einen brandneuen Song, der auf der vermutlich im November erscheinenden neuen Langrille zu hren sein wird. Und auch dem krzlich verstorbenen Gitarristen Jeff Hanneman wird mit einer Slayer-Einlage gedacht. Im Laufe des guten Gigs leert sich die Halle dennoch zusehends was wohl, wie auch in meinem Fall, der schlichten Erschpfung der Besucher geschuldet ist.
(Volker)

So geht also ein erneut friedliches, feucht frhliches, sonniges und erwachsen gewordenes BYH Festival zu Ende, das zum Glck im Herzen jung geblieben ist und neben allerlei Klassikern auch frischen Bands eine Plattform bietet und somit immer wieder aufs Neue fr reichlich Abwechslung sorgt. Ebenfalls schn zu beobachten, dass es auf dem "BYH", obwohl es allgemein ja als eher klassisches Festival mit etwas in die Jahre gekommenem Publikum anzusehen ist, dieses Jahr auch auffallend viele junge Besucher gab. Die Zukunft scheint also sowohl in puncto Bands wie Fans in trockenen Tchern zu sein. Wir werden die Entwicklung auch im nchsten Jahr verfolgen und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen im gemtlichen Balingen.
(Roland)
















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