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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RUNNING WILD - LISTENING SESSION
Ort Peppermint Pavillon, Hannover
Datum 22.08.2013
Autor Martin Stark
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SPV, das Hannoveraner Label des Oberpiraten Rock'n'Rolf alias Rolf Kasparek lud die Fachpresse aus dem In- und Ausland ein, um den Klngen des neuen Running Wild-Longplayers "Resilient" zu lauschen.

Die Scheibe ist so brandhei und frisch, dass der Datentrger praktisch noch glht als er in den Player geschoben wird. Morgens schnell noch die allerletzten Details in Sachen Produktion/Mix geregelt, nachmittags bereits die erste Nagelprobe fr das Material der zweiten Running Wild-Scheibe nach der mehrjhrigen Auszeit ab 2006. Wie schon auf "Shadowmaker" (2011) standen in erster Linie Peter "PJ" Jordan fr Gitarren-Soli und Nicki Nowy frs Mischen und Mastern an der Seite des altgedienten Szene-Veterans und Oberpiraten Rock'n'Rolf.

Running Wild

"Der Albumtitel und das damit einhergehende Artwork gehen einen anderen Weg, als wir das auf dem Vorgnger wollten. Ein Plan steckt jedoch nicht dahinter. Die Stcke entwickelten sich dieses Mal eben mehr in die klassische Richtung und es wre ja Quatsch gewesen zu sagen, nein, das wollen wir jetzt nicht", erklrt ein entspannter, aber fokussierter Kasparek nach der Listening Session im Gesprch.

Die "Band", die im Grunde schon seit vielen Running Wild-Platten keine mehr ist, sondern praktisch nur aus ihrem Frontmann besteht, klingt aber heute viel organischer, druckvoller oder mit anderen Worten viel besser(!), als das noch auf den letzten Platten vor der Pause 2006 der Fall war.

Die zehn Stcke der regulren Scheibe im Einzelnen:

  • 1. "Soldier Of Fortune": Ein klassischer, schneller Running Wild-Track, der sowohl musikalisch als auch vom Thema - Textzitat : her "sail the seven seas of fate" - als perfekter Einstieg zu werten ist. Also wird gleich klar, dass die Rckbesinnung auf alte Strken sich mitnichten nur im gewhlten Covermotiv niederschlgt. Dieses Stck knnte problemlos auf allen Running Wild-Alben bis inklusive "Pile Of Skulls" (1992) stehen
  • 2. "Resilient": Der Titelsong hingegen ist ein Accept-miger Stampfer mit sehr eingngiger Hook. Einer der melodisesten Running Wild-Songs der letzten Platten und im Gegensatz zum Opener eher (leicht) untypisch fr die Band. Aber eben jene - oder besser gesagt Rock'n'Rolf - ist eben "unverwstlich"!
  • 3. "Adventure Highway": Dieses Stck berrascht mit galoppierendem Bass und ist abgesehen davon ein schneller, beinahe brachialer Rocker, der nach hinten raus mit interessanten Vocallines gefallen kann.
  • 4. "The Drift": Eine Up-Tempo-Nummer, mit einem vergleichsweise komplexen Break. Vom Riffing und der Melodiefhrung dezent an Judas Priest erinnernd.
  • 5. "Desert Rose": Einer der poppigeren oder besser gesagt kommerziellsten Stcke der Bandgeschichte, wenn nicht DER kommerziellste berhaupt - und das ist alles andere als negativ gemeint! Der balladeske Beginn sollte nicht darber hinweg tuschen, dass es sich immer noch um einen Metalsong handelt. Bisher die grte berraschung!
  • 6. "Fireheart": Der Chorus frisst sich schnell in die Gehrgnge und bleibt dort bis in alle Ewigkeit. Trotz der Tatsache, dass hier schnell auf den Punkt gekommen wird, besitzt auch dieses Stck eine klassische Running Wild-Bridge und besonders Fans der frhen Alben fhlen sich hier schnell zuhause
  • 7. "Run Riot": Ein Hardrock-Stampfer mit viel Groove, der wie fr die Bhne gemacht ist. Die auf den ersten Blick leicht flachen Lyrics besitzen dennoch eine sehr ernste Aussage und zeigen dass Running Wild 2013 eben nicht nur fr Piraten, Augenklappen und Kapernfahrten stehen. Wachsamkeit gegenber den Obrigkeiten ist ja aktueller denn je
  • 8. "Down To The Wire": Der drittletzte Song der regulren Fassung ist musikalisch leicht sperrig, setzt aber einen gelungen Kontrast zu den bisher berwiegend klassischen Kompositionen in bester Running Wild-Manier. Besonders das Riffing ist von der ganz harten Sorte und zeigt eine neue Facette im Bandsound. Beinahe progressiv und somit eine gelungene Abwechslung vor dem Endspurt.
  • 9. "Crystal Gold": Dieser Track ber die politisch sehr fragwrdige Privatisierung des Trinkwassers weltweit, geht musikalisch erneut sehr geradeaus, schnell und melodisch in bester Running Wild-Tradition auf die Zwlf. Ein Riff-Gewitter mit berzeugender Hook macht diesen einfachen, aber hllisch effektiven Song zu einem der zahlreichen Highlights bisher
  • 10. "Bloody Island": Der absolute Hhepunkt in Form eines knapp zehnmintigen, epischen Longtracks, wie er (fast) nur bei Running Wild zu finden ist. Inklusive maritimer Piraten-Romantik, Wellengepltscher und lngerer Instrumentalpassagen werden hier nochmals alle Strken gebndelt und man versprt sofort den Drang auf einen erneuten Trn ber die Weltmeere. Auch hier ziehen sich, wie bei vielen Stcken der Scheibe, die typischen Rhythmus-Gitarren wie ein roter Faden durch den Song. So soll das sein!
Running Wild

Die beiden Bonustracks "Payola & Shenanigans" und "Premonition" werden derzeit noch gemischt, sind aber wie Bandkopf Rolf Kasparek betont "keine Bonusstcke im eigentlichen Sinne, sondern htten genauso gut auf dem regulren Album stehen knnen".

Ab dem 4.Oktober segeln Rock'n'Rolf und seine Mannschaft in die heimischen Wohnzimmer der traditionellen Metal-Fangemeinde.

Der erste Hreindruck ist ein sehr vielversprechender und sollte so manche durch den Schlingerkurs der letzten Jahre irritierten Running Wild-Fans wieder an Bord holen!

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