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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing A CHANCE FOR METAL FESTIVAL
Ort Andernach, Juz
Datum 03.-04.05.2013
Autor Thorsten Dietrich & Alexander Meyer
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Zwlf Bands an zwei Abenden mit Camping vor Ort fr 12 EUR oder 14 EUR an der Abendkasse sind ein Witz! Dies zieht bei tollen Temperaturen im Mai ber 450 Metalheads, die sich klasse Undergroundbands anschauen wollten, welche teilweise kaum live auftreten knnen und sich hier mit ordentlichem Sound und gleichen Spielzeiten prsentieren knnen. Dazu konnte jede Band noch ihre CDs und entsprechendes Merchandise in der Halle verkaufen. Der Freitag stand ganz im Zeichen von Thrash, Death Metal und Metalcore.



5 $ Crack Bitch1

Five Dollar Crack Bitch Raised From Death

Die Band aus Andernach hatte schon Angst, dass kein Schwein vor der Bhne ist! Doch es steht eine stattliche Anzahl von Fans und Neugierigen vor der Band. Optisch bunt gewrfelt, ist der brutale Death Metal neuerer Schule eher Standfuball aber brachial, der Bassist ist baumlang und trgt Zottelbart, womit er auch bei den Retrorockbands punkten knnte. Aktivpunkt ist dann wohl der brtige Frontmann mit der Baseballkappe. Auch wenn ich den Bandnamen mehr als Banane finde und vielleicht sogar hinderlich fr die Truppe, ist die Musik doch recht originell und brutal. Also kein Metalcore oder gar Deathcore an Bord! Bald soll es gar eine Debt EP ber das Label Bret Hard Records geben, wir sind gespannt! (Thorsten)



Raised From Death

Die Jungspunde mit Proberaum unter dem Juz erweisen sich als interessante Metalcore Band mit jede Menge Feuer im Hintern und bewegungsfreudigen Musikern. Der Snger namens Delta (?) kann glcklicherweise nicht nur brllen. Jede Menge jugendlicher Fans vor der Bhne feierten die Andernacher ohne Ende ab. Musikalisch ist man recht interessant und hat von Post-Rock bis Alternative Rock viel Abwechslung in den Liedern. Die schicken Bandshirts fanden anscheinend guten Absatz und werden von einigen der Anwesenden getragen. Lediglich die leicht wirre Rede am Ende, von einem der Gitarristen bezglich Gott und Religion und Jesus Christus, ist nicht nur bei mir schrg angekommen. Religion ist scheie und das mit der Auferstehung ein guter PR-Gag oder hat was mit Aliens zu tun? Amen! Raised From Death htten besser noch ein Lied gespielt! (Thorsten)


Stigmatized

Stigmatized

Seit locker ber 20 Jahren (damals noch unter anderem Namen) lrmen die Mosealaner Stigmatized ihren Thrash / Death unters Volk und lsen sich jetzt pltzlich auf! Dabei haben sie doch endlich ihr altes Logo gegen ein schickes neues ausgetauscht. Schade! Deshalb hat man noch einmal den alten Snger, Gitarristen und Bassisten angekarrt die dann bei einem ganz alten Song mitmischen. Nette Idee als Abschluss! Vor der Bhne stehen auch Fans der Truppe und die Mischung aus Obituary Gegrunze, Death Zitaten und Thrash Metal ist einfach fr die Bhne gemacht. Leider ist die Truppe eher introvertiert als Rampensue, so dass hier eher Standfuball Teil 2 mit Haaren vorm Gesicht gespielt wird, was auf Dauer der Show nicht gut tut. In Bewegung ist hchstens Snger Dominik, whrend Schlagzeuger Christian sichtlich Spa an seinem "Job" hat. Mit drei guten Studioscheiben in der Hinterhand treten die Zeller ab und liefern einen soliden Gig ab. (Thorsten)




A-Rise

A-Rise (heute: Sic Zone)

Mit dem Namen "Arise" gibt es eine Menge Bands auf der Welt! Deswegen haben sich die Klner mittlerweile in Sic Zone umbenannt, um Missverstndnisse zu vermeiden. Die Band sagte mir bis zum Konzert nichts. Die vier Musiker haben aber viel Humor und machen etwas auf flippig und tragen auf der Bhne erst mal Bltenkrnze wie auf Hawaii. Kurze Zeit spter ist aber Metal und Geballer angesagt. Musikalisch hat man die Mischung Soufly, Ektomorf, Slipknot & Co. am Start. Das ist nicht originell, aber gut gemacht, wenn auch bis auf die erste Band berhaupt nicht meine Baustelle. Aber die Jungs haben Spa inne Backen und bewegen sich! Das ist doch mal was. (Thorsten)


Contradiction

Alte Recken die seit ber 20 Jahren lrmen - das sind Contradiction. Sie kommen wie beim 2012er "All Metal" Festival und spielen ein tolles Best Of Set ihrer Hits. Die immer mit zwei Bassisten im Wechsel auftretende Gruppe hat auch heute nichts verlernt und haut eine mehr als gelungene Show ins Publikum. Die Band ist professionell und feuert die Menge an, was nicht jeder kann. Die knnen von mir aus jedes Jahr live irgendwo vor meiner Nase spielen. Zeitloser Thrash mit eigener Note ist halt selten. Bitte macht mal wieder eine CD Jungs, oder eine DVD! (Thorsten)





SAMSTAG

berall glckliche Gesichter und gutes Wetter. Die friedliche Stimmung soll das ganze Wochenende bleiben. Die ersten Griller und Sonnenanbeter sind bereits drauen auf dem Festivalgelnde. Ich komme um 13.30 Uhr an und gleich spielt die erste Band bei besten klimatischen Bedingungen. Musikalisch regieren heute Power und Thrash Metal. (Thorsten)


Elvenpath Elvenpath No Excess

Die 1. Band des Tages sagte mir nichts! Eine Bekannte erzhlt, dass das Trio bei ihrer Hochzeit gespielt hat. Dies ist quasi der erste professionelle Auftritt. Dreckiger Metal mit Rumpelfaktor von Fans fr Fans. Heavy Metal und Thrash werden gemischt, Judas Priest werden auch mal gecovert. Nichts zum Schmen, aber auch nichts was man gesehen haben muss. Die Jungs und ihre Freunde vor der Bhne haben Spa! T-Shirt des Tages: "I Love Thrash", klasse! (Thorsten)

Elvenpath

Die Frankfurter Elvenpath sind seit Jahren Teil des Undergrounds und haben in unserem Magazin schon mit zwei CDs gute Kritiken eingefahren. Leider dreht sich bei den Musikern hufig das Personenkarrussel. Ihren jetzigen Snger der mich an einen 90er-Jahre John Bush mit Lockenmhne erinnert, kann vom Heldentenor bis zum Power Metal alles singen und blamierte sich auch nicht mit seinen hohen Schreien. Die gut aufgelegte und eingespielte Band ist mit Spa an der Sache und viel in Bewegung, so muss das sein! (Thorsten)





Mercury Falling

Mercury Falling

Nachdem ich am ersten Tag nicht da war und heute die ersten beiden Bands leider verpasst habe, sind Mercury Falling mein persnlicher Festivalopener. Mercury Falling Als die Jungs die Bhne betreten, wirkt das rein optisch zunchst wie ein Betriebsausflug der Hamburg-Mannheimer auf mich. Bis auf den Keyboarder, mit seinen mittellangen Haaren, trgt der Rest der Band das Haupthaar lieber kurz und stylish bzw. gar nicht, sprich Glatze. Gleichzeitig demonstrieren die Jungs, dass es beim Metal nicht auf die Frisur sondern die Einstellung ankommt und die stimmt hier vom ersten Ton an. Der Gitarrist schttelt sich reihenweise gelungene Lufe, Riffs und Soli aus dem rmel und Snger Michael verfgt nicht nur ber ein hchst kraftvolles Organ, sondern ist dazu ein witziger Frontmann mit dem ntigen Charisma. Den grten Bewegungsdrang hat Keyboarder Daniel, der stndig hinter seiner Orgel rumhpft und headbangt. Interessanterweise bewegen sich Mercury Falling musikalisch gar nicht so weit entfernt von ihren amerikanischen Namenszwillingen Mercury Rising, die in den Neunzigern zwei amtliche Progressive Power Metal-Scheiben unter die Leute brachten. Leider befinden sich die meisten Festivalbesucher vor der Halle und genieen die ersten Sonnenstrahlen des Jahres. (Alex)



Sceptor
Sceptor

In der Umbaupause hat sich drauen ein kleines Drama ereignet, bei dem ein verantwortungsloser Vollidiot seinen Hund stundenlang bei praller Sonne im Kofferraum des Autos zurckgelassen hatte, bevor man das arme Tier mit Hilfe der Veranstaltungssecurity und der Polizei befreien konnte. So betrete ich den Ort des Geschehens erst als Sceptor schon so richtig warmgelaufen sind. Der neue Snger ist stimmlich absolut auf der Hhe (im wahrsten Sinne des Wortes) und klingt wie eine Mischung aus Warrel Dane und James Rivera. Leider ist der Gute ein wenig berdreht, was sich in bertriebendem Rumgehampel und chaotischen Ansagen negativ niederschlgt. Dafr ist Gitarrist Todd die Ruhe selbst und glnzt nicht nur durch gekonnte Harmonien und meist doppelstimmige Leads (im Zusammenspiel mit Gitarrist Nummer 2), sondern zudem durch seine feinen Backing Vocals, die so manchen Refrain veredeln. SceptorInsbesondere das abschlieende "Time" vom letztjhrigen Debtalbum "Take Command" (da haben beim Titel wohl Mystic Force Pate gestanden!) wei durch seinen prgnanten Refrain zu gefallen. Insgesamt ein gelungener Auftritt der Mannheimer, der durch eine enorme Spielfreude gekennzeichnet ist - US Metal made in Germany at its best! (Alex)






Abandoned

Da der heutige Festivaltag insgesamt doch sehr Power bzw. True Metal-lastig ausfllt sind Abandoned eine willkommene Abwechslung. Diejenigen, die die beiden Grndungsmitglieder Kalli und Holg nur von Roxxcalibur kennen, werden wohl ihren Augen und Ohren nicht trauen als ein fieses Thrash-Gewitter ber sie hereinbricht und droht das JUZ in Schutt und Asche zu legen. Schon der Beginn mit der Slayer-Coverversion "Angel Of Death", das dem gerade verstorbenen Jeff Hannemann gewidmet wird, ist famos. Aber auch Eigengewchse wie "Too Blind To See" oder "Sands Of Time" erweisen sich als wahre Abrissbirnen. Bei letzterem Song wechselt Holger, der nach dem Weggang von Gnt (Gnter Auschrat von The New Black) den Bass bernommen hat, an die angestammte, zweite Klampfe. Sein missmutiges Gesicht wechselt er dabei leider nicht, denn ein Lcheln wrde ihm ab und an nicht schlecht stehen, zumal der Rest der Band tierisch Spa zu haben scheint. Besonders Gitarrist Kalli amsiert das Publikum durch seine spaigen Ansagen ein ums andere Mal und meistert seine ungewohnte Rolle als Frontmann bravours. (Alex)



Dragonsfire Iron Kobra

Nachdem der Tag bislang nicht besser htte laufen knnen, nimmt er nun eine fast tragische Wendung. Nachdem Iron Kobra der berschaubaren Menge vor der Bhne whrend des viel zu langen, gesprochenen Intros lediglich ihre in Spandex Hosen gequetschten Rckseiten prsentieren, muss ich fast lachen als sie sich dann rumdrehen und uns ihre Retroschnurrbrte zeigen. Oh Mann, true as shit! Running Wild und Attic-Shirts passen ins Bild und bieten den optischen Rahmen fr teutonischen Allerweltsmetal, den ich mir nicht lange anhren kann. Als der Snger dann auch noch mehrmals betont, dass er eigentlich krankgeschrieben sei, bin ich hin und her gerissen zwischen Mitleid und Amsement. Da hilft auch der Hinweis nicht, dass das aktuelle Album "Dungeon Masters" von Metal Inquisitor-Mastermind Blumi produziert wurde, der sich auch im Publikum befindet und sich wahrscheinlich gerade fremdschmt. Ob der Tatsache, dass Iron Kobra aus Gelsenkirchen kommen, schme ich mich als Schalke-Fan auch ein wenig. (Alex)

Dragonsfire
Dragonsfire

Bei Dragonsfire verhlt es sich wie mit ihren groen Vorbildern von Manowar: Entweder man hasst sie oder man liebt sie. Drummer Jan Mller organisiert das "A Chance For Metal"-Festival schon seit Jahren und seine eigene Band ist dabei auch immer am Start, hnlich wie bei den "Magic Circle Festivals" mit Manowar. Der Hauptunterschied liegt meines Erachtens jedoch darin, dass Dragonsfire sich selbst nicht so bierernst nehmen und die bemhten Klischees (wie beispielsweise die berdimensionalen Pommesgabeln auf der Bhne) stets mit einem Augenzwinkern versehen. Durch die groe Liveprsenz haben Dragonsfire sich eine gute Fanbasis erspielt, so dass die Halle sich am heutigen Tag zum ersten Mal so richtig fllt. Die Leute kennen die Lieder und singen die Refrains aus voller Brust mit. Das ist zwar musikalisch nicht gerade hochanspruchsvoll, macht aber eine Menge Spa und stellt eine klare Steigerung zu Iron Kobra dar (Alex).






Torian Torian

Torian knnen den Stimmungslevel leider zu keinem Zeitpunkt halten. Selten habe ich eine Band erlebt, deren Stil so inkongruent ist: Hier ein eingngiger Refrain - da ein Blastbeat; hier der Gitarrist im Ratt-Shirt - da der Bassist mit Goatie. Der Drummer spielt einfach nur laut, ohne Feeling. Sorry, aber das ist weder Fisch noch Fleisch! Womit haben es die Paderborner auf den vorletzten Platz im heutigen Billing geschafft?! (Alex)

Naja! Torian haben einen Snger der alles gibt, eine Vogelnestfrisur trgt und total eigenstndig klingt, dabei haben sie noch coole Shirts im Verkauf und mitreienden Power Metal im Programm - jedenfalls fr mich! Die Paderborner schaue ich mir immer gerne an. (Thorsten)



Grailknights

Meine obige Frage scheint sich nun von selbst zu beantworten. Anscheinend lsst man die Bands heute in umgekehrter Reihenfolge auftreten, denn so einen unwrdigen Festivalheadliner wie die Grailknights habe ich in meiner knapp dreiigjhrigen Erfahrung als Konzertgnger noch nicht erlebt. Erst dauert es eine halbe Ewigkeit, bis Licht und Sound den Herren Headlinern und ihrem Tross gengen. Dann fallen die fnf "Superhelden" in ihren albernen Kostmen durch abfllige Gesten gegenber dem immer ungeduldiger werdenden Publikum negativ auf. Und schlielich sind sie musikalisch so hanebchen, dass es mir fast die Sprache verschlgt. Das ist die Krone der viel zitierten "Ballermannisierung" des Metal. Ich hre mir das erste Stck nicht mal zu Ende an. Das ist optisch und musikalisch die grte Scheie, die ich je in meinem Leben gesehen und gehrt habe. Sorry, ich gehe gemeinhin respektvoll und wertschtzend mit jedweden knstlerischen Gehversuchen um, aber das hier ist der Abschaum des Bodensatzes und ein Schlag ins Gesicht all der rechtschaffenden, hart arbeitenden Metalbands da drauen! (Alex)


Im Mai 2014 geht der Spa an zwei Tage mit Camping und ein paar organisatorischen Verbesserungen weiter und wir sind gespannt, was fr tolle Bands dann kommen!
Am 5. Oktober 2013 luft ohne Camping die hessische Version als ein Tages Event mit Bands wie Steelpreacher, Black Abyss und Dragonsfire fr schlanke 9 Euro VVK in Riedstadt.









Spectral Spectral Stigmatized Dragonsfire





5 $ Crack Bitch1 Torian 5 $ Crack Bitch1



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