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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RUDE - ROCK UNTER DEN EICHEN 2013
Ort Bertingen
Datum 26.07.2012 bis 27.07.2013
Autor Marc Fischer und Axel Fichtmller
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Stress, der pure Stress.

Es ist ja schon nett, in quasi letzter Sekunde zu hren, dass man doch nicht zu zweit auf ein Festival fhrt, sondern mit einer ganzen Gruppe von Freunden und Bekannten. Im Gepck eine Band, die kurzfristig einspringen durfte, weil sich der Schlagzeuger von ROTTING EMPIRE leider dermaen verletzt hat, dass an einen Live-Auftritt nicht zu denken war. Dies fhrte dazu, dass man nun nicht mehr nur fr einen romantischen Wochenendausflug als Prchen plante, sondern mit zwei rappelvollen Autos und vierzehn Personen das RUDE entern wrde. Also wurde fleiig diskutiert, telefoniert, geplant, umgeworfen, geflucht, verteufelt und letztlich waren doch alle pnktlich zum Auftakt anwesend. Da einige von uns nun aber doppelt gebucht waren - ob als Helfer, Musiker oder als Schreiberling - gab es zu Beginn am Eingang einige verstndliche Irritationen mit den Akkreditierungen und wer nun welches Bndchen fr welchen Anlass bekommt. Da aber auch in Bertingen alles seine Ordnung haben muss, dauerte es leider eine Weile, bis die richtigen "Eintrittskarten" bei den richtigen Personen waren. Die Klrung zog sich leider dermaen in die Lnge, dass erst gegen Ende der zweiten Band auch der Letzte endlich auf dem Gelnde war.

Somit ist es an Axel ber die ersten beiden Bands zu berichten, da sein Fotopass schnell zur Hand war und er sich augenblicklich zu den anderen Kollegen in den Graben gesellen durfte.

PATH OF DESTINY
PATH OF DESTINY

"Ah, zum Auftakt ein wenig Metal aus Thringen. Find ich gut", dachte ich mir, whrend die Formation aus und um Saalfeld Stellung bezog. Und was wir (die Fotografen und eine sehr berschaubare Menge vor der Bhne) zu sehen bekamen, zeugte von einem ordentlich Einstand des 10-jhrigen Festivaljubilums. Melodischer Death Metal und eine znftige Portion Groove gepaart mit einem wirklich guten Sound (der Vorteil des Openers?) machten am frhen Abend schon ordentlich Laune. Snger Sebastian flitzte bewegungslustig umher und zeigte sich zwischen den Songs recht redselig. So schaffte er es dann auch zwei, drei skeptisch dreinblickende Metalheads vom Bierstand vor die Bhne zu holen. Von dort aus gabs die volle Breitseite der Musik und einen uneingeschrnkten Blick auf das Haarpropeller-Duett der beiden fleiig klampfenden Gitarristen. Wer Metal hren wollte, wurde hier vollstens bedient.



Apropos Bierstand. Die drckende Hitze lie nichts anderes zu, auer einem flieenden Wechsel zwischen Fotograben und Zapfhahn. Umso erfreulicher, dass man nach dem dritten Bier nicht gleich wieder pleite war, sondern sein kaltes 0,3er fr 2 Euro (plus 50 Cent Becherpfand) tatschlich genieen konnte. Finde ich vollkommen in Ordnung. Auerdem kam es so auch gleich zum ersten kulturellen Austausch mit einer Begleiterin der Australier von BEFORE CIADA. Passte super, weil sich die Umbauphase so erzhlenderweise sehr angenehm berbrcken lie.


BEFORE CIADA
BEFORE CIADA

Und die Jungs aus Down Under machten auch gleich ordentlich Rabatz. Metal mit einem Schuss Core platzte dem RUDE-Volk entgegen und der so oft beschriebene Funke sprang auch rasch ber. Selbst diejenigen, welche sich auf der Wiese gegenber der Bhne sonnten, lieen sich nicht lang bitten, denn es war vor allem ein sehr sympathischer Auftritt. Zwischen den schnell gespielten und gut nach vorne gehenden Songs wurden Snger Troy und Gitarrist Gabriel nicht mde, sich ehrlich fr die Einladung und Organisation zu bedanken. Das bewerteten die Metalheads dann auch mit lautem Beifall, welcher durch die ebenfalls mitgereisten Kollegen von Gods Of Eden samt Begleitung (unter anderem die nette Lady vom Bierausschank) noch verstrkt wurde. Zu Recht, denn BEFORE CIADA zeigten mit dem ersten (sehr bersichtlichen) Circle Pit des Festivals, dass man sie nicht umsonst nach Bertingen geholt hatte. Schnell, ruppig, top! Kleine Notiz am Rande: Die Jungs hatten auch ein kleines Paket mit Shirts im Schlepptau, mit dem Schriftzug "Death Can't Fucking Stop Me". Fand ick juht.



Aber genug der Lobhudelei, denn es stand noch ein Interview mit den beiden australischen Kapellen auf der Liste. Deswegen fiel fr uns leider der komplette CRIPPER-Auftritt flach und zu spt zu DEW-SCENTED kamen wir auch noch. But anyway...


DEW-SCENTED DEW-SCENTED

DEW-SCENTED Es ist lange her, dass ich das deutsche Thrash-Ungetm um Leif Jensen und seine Mannen gesehen habe. Irgendwie erschien mir die Truppe recht verjngt. Was die Jungspunde um den alten Mann am Mikro aber zu bieten hatte, war nicht von schlechten Eltern. Schick anzuschauen war dabei die kopflose Gitarre von Rory Hansen. Der Gig war unglaublich tight, zudem zeigte sich das Quintett richtig gut gelaunt und nicht zuletzt durch die sympathischen Ansagen vom Frontmann hatten alle mchtig das Grinsen im Gesicht stehen. DEW-SCENTED riefen ihr eigenes Motto der Meute entgegen: "Wer noch nicht bereit ist, wird bereit gemacht." Ich hatte bisher das Glck, die Truppe zweimal zu sehen, und beide Male war Schreihals Leif durch Erkltungen angeschlagen. Wie viel Power in der Stimme ist, wenn auch mal einfach alles abgerufen werden kann, war schon sehr beeindruckend. Die 50 Minuten, die die Thrasher auf der Bhne waren, gerieten dementsprechend sehr kurzweilig. Ein Auftritt, welcher richtig Lust auf mehr gemacht hat und fr die nchsten beiden Bands, welche das Headliner-Duo bildeten, mehr als nur eine schnde Vorband war. DEW-SCENTED machten ihre Ankndigung wahr und der bangende Pbel wurde mehr als blo bereit gemacht.



EVOCATION EVOCATION

Die dnischen Death Metaller werden seit geraumer Zeit, fr meinen Eindruck, ziemlich gehyped. Das ist zumindest mein Eindruck. Werbung im Internet hier, Anzeigen in Zeitschriften dort. Ich wollte mir vom frischgebackenen neuen Century Media-Mitglied bereits vor dem RUDE ein Bild verschaffen, um einzuschtzen, womit wir es dort zu tun bekommen wrden. Nach den ersten Songs rmpfte ich schon ein wenig die Nase, wobei man auch lobend sagen kann, eine bessere Amon Amarth Coverband wird's wahrscheinlich nicht geben. Das schlielich auf der Bhne nicht Amon, sondern EVOCATION standen, nahm man aber auch eher dadurch wahr, dass der Snger so gar nichts vom alten Johan Hegg hat. Insgesamt wirkte der Auftritt recht blutleer und hatte teilweise auch irgendwie unter dem Sound zu leiden. In dem ganzen Gerumpel ging die Stimme von Thomas Josefsson vor allem zu Anfang ziemlich unter. Immerhin wurde das nach einiger Zeit besser und der Gesang stach besser heraus. So wirklich begeisternd war aber auch das nicht. Dafr war das Publikum aber recht einfach zu begeistern und feierte mit den Skandinaviern eine schne Party.



ASPHYX ASPHYX
ASPHYX

Die niederlndische Kultband um Bandkopf Bob Bagchus war hei von uns erwartet worden. Nicht zuletzt weil wir mit der Band unbedingt ein Interview machen wollten, was aber fehlschlug. Trotz mehrmaliger Anrufe kam leider kein Kontakt zustande und die Band noch vor ihrem Auftritt fr ein paar Fragen vor die Kamera zu bekommen ging auch grndlich daneben. Der Auftritt selbst entschdigte den Orga-Reinfall aber allemal. Man muss den Hollndern in Hinsicht auf ihre lebendige Bandhistorie zu Gute halten, dass sie live als Einheit mit viel Charisma und Energie funktionieren. Death Metal der alten Schule mit dem Claim "Death - The brutal way!" (guter Song, besonders live) rundete den ersten Festivaltag sauber ab. Nun war es auch wirklich voll auf dem Platz unter den Eichen und Van Drunen dirigierte mit Ansagen wie "Ich dachte ihr wollt hier Death Metal hren" das headbangende Volk - die Band selbst machte es schlielich fleiig vor, nicht zuletzt dank des Eingangs erwhnten Mr. Bagchus, der seine Schiebude trittsicher bearbeitete. Um hier mal kurz Sam Raimis Klassiker "Evil Dead II" zu zitieren: groovy! Daher geriet die locker ber eine Stunde dauernde Show mit Songs aus allen Dekaden der Band zu einer kurzweiligen Party, welche den Kultstatus von ASPHYX noch mal untermauerte. Oder um es mit den Worten eines Festivalbesuchers zu sagen: "Alter, Asphyx crusht wie Hlle!" Kann so stehen bleiben. "Last One On Earth" rumpelte dann zuletzt durch die Boxen, perfekt um auch den letzten Nacken zu brechen, bevor sich noch mal um Plektrums und Drumsticks geprgelt wurde. Tag eins mit Bravour bestanden. Wir tankten noch eins, zwei Gute Nacht-Biere (und einen Rhabarber Caipi) und betrieben dann fr ein paar Stunden fleiig Augenpflege.

ASPHYX Setlist ASPHYX:
  • The Quest For Absurdity
  • Vermin
  • The Flood
  • Death The Brutal Way
  • MS Bismarck
  • Deathhammer
  • Der Eisenbahnmrser
  • We Doom You To Death
  • Forgotten War
  • Minefield
  • Wasteland Of Terror
  • Into The Timewastes
  • The Rack
  • Scorbuties
  • Last One On Earth



SAMSTAG

Fr den Samstag hie es, recht frh schon halbwegs fit zu werden. Daher wurde die Party auf 10 Uhr morgens vorverlegt und so dauerte es auch nicht lange, bis "Bohemian Rhapsody" lauthals um das Auto mitgegrlt wurde. Mit dieser bierseeligen Laune angeheizt, waren wir schon entsprechend frh auf dem Gelnde und gaben uns bereits am Mittag um 14 Uhr mit DEVARIEM eine angenehme Breitseite.

IMPRESSIONEN DEVARIEM

Der Fnfer aus Lbeck ging mit unglaublichem Tempo ans Werk. Sympathische Ansagen wurden gepaart mit druckvollem und sehr sicherem Thrash. Auf der Bhne gab es viel Aktivitt der Musiker und Snger Alex versuchte, die noch sehr berschaubare Anzahl an Zuschauern mit kleinen Ansagen mitzureien. Leider war bei weitem nicht jeder so frh in Feierlaune wie wir. Wrde man von einigen Verirrten sprechen, so wrde man die handvoll Leute, die schon da waren, nicht ausreichend wrdigen. Aber von wahren Horden kann man zu diesem Zeitpunkt leider auch null sprechen. Die Truppe tat ihr Bestes und versuchte denjenigen, welche sich so frh einfanden, ordentlich einzuheizen. Teils hatte man den Eindruck, auf der Bhne stnden fnf groe Ventilatoren, so hart betrieben DEVARIEM das Propeller-Headbanging. Immerhin war es eine gute Mglichkeit, das neue Album "Planet Earth: Ground Zero" zu promoten. Der Song, der sich am besten im Kopf festgesetzt hatte, war "Paintrain Is Coming", mit ordentlich Hitpotential. Wir hatten den Paintrain zwar kommen sehen, aber der ist mit einer solchen Intensitt ber uns drber gebrettert, dass wir in unsere Einzelteile zerpflckt zurckgelassen wurden.


GODS OF EDEN

GODS OF EDEN Die zweite Band, die den weiten Weg von Australien nach Bertingen auf sich genommen hatte. Eigentlich sind die Jungs aus Sydney als Quintett unterwegs, in Bertingen standen aber nur vier Musiker auf der Bhne. Der zweite Gitarrist musste mit einer Handverletzung in Down Under bleiben. Die vier Burschen prsentierten aber auch ohne ihren verhinderten Gitarristen sehr schnen Prog Metal. Wie es sich gehrt, stilecht mit 7-saitiger Gitarre und 5-saitigem Bass. Bei dem Sound war es schon tragisch, dass man sich GODS OF EDEN nicht in voller Breite anhren konnte. Zwar gab es auch einige Samples vom Band, eine zweite Gitarre wollte man aber dann doch nicht faken, was lobenswert war. Was Gitarrist Danny Perez auf dem Griffbrett veranstaltete, erinnerte mich stark an das Wunderkind Tosin Abasi von Animals As Leaders. So flink, dabei aber so genau und sicher. Wir haben selten australische Finger so zaubern sehen. Die Stimme war ebenfalls sehr eindrucksvoll, nicht zuletzt weil sie sehr krftig im Ausdruck war. Fronter Ian Dixon prsentierte dabei eine gute Mischung aus Geschrei und Gesang. Teils war der Gesang auch recht hoch, aber nicht mal hier gab es Wackler und die Stimme blieb sehr klar. Traurig, dass bei 35 Minuten Spielzeit gerade mal Zeit fr vier Stcke waren. In den Ansagen zwischendurch versuchte sich Snger Ian Dixon zunchst immer mal wieder auf Deutsch, aber musste dann doch einsehen, dass seine mageren Kenntnisse nicht gengten und gab es schlielich auf. Zum Ende gab es viel Applaus fr die Aussies, so dass sich deren Weg nach Europa definitiv gelohnt hatte.


OS+FRONT OS+FRONT und HARDBONE
OS+FRONT

Dass wir die beiden Bands so mager betrachteten lag daran, dass wir in der Zeit erneut ein Interview - diesmal mit den deutschen Melo Death-Emporkmmlingen AKREA - zu erledigen hatten und dieses tragischerweise in genau diese Zeit fiel. Dabei ist aber schnell erzhlt, dass OS+FRONT sehr viel Wert auf ihr Image und die Inszenierung an sich legten. Musikalisch prsentierten sich die Berliner als Rammstein-Verschnitt und waren dabei leider recht innovationsbefreit. Dafr machten aber das Make Up und die Kostme einiges her. Nur muss man aber auch sagen: Gibt's halt schon. Lustigerweise galt hnliches fr HARDBONE. Whrend der fnfzehn Minuten Pause zwischen den beiden Bands lief ber die Boxen das neue Album von Airbourne. Bis wir gecheckt hatten, dass HARDBONE schon auf der Bhne ihre Musik spielten und nicht einfach nur jemand das Airbourne-Album lauter aufgedreht hatte, waren auch schon die ersten Zehn Minuten der Hamburger vergangen. Und auch hier prsentierte sich die Band, wie man sich das bei einem Airbourne-Klon vorstellt. Fnf Jungs, die Gas geben und rocken. Aber wie schon gesagt: Gibt's ja schon...



AKREA AKREA
AKREA

Dass es voller und voller auf dem Gelnde ber den Nachmittag wurde, merkte man nun am frhen Abend zum ersten Mal. Durch den erhhten Zuschauerzuspruch und das Auftreten von AKREA muss man sagen (auch wenn man den Bands vorher ein wenig Unrecht tut): Dies hier war die erste richtige Metalband des Tages. Die Franken hatten unglaublich Spa inne Backen und die gute Laune sprang von jetzt auf gleich sofort auf das Publikum ber. AKREA brauchten keinen Vorlauf, sondern waren direkt von Beginn an zu 100% da und gingen direkt auf das Publikum mit ein. Die Band hatte eine tolle Prsenz auf der Bhne. Die Ansagen wurden im besten Frnkisch dargeboten und AKREA waren die ersten, die das Publikum zu einer Wall Of Death animieren konnten. Gleichwohl aber auch immer bemht, dass sich im Pit niemand zu sehr auf die Mappe haut. Daher wurde sich auch bei einem der Beteiligten aus der Todeswand sofort nach seinem Gesundheitszustand erkundigt, was sich aber als glimpflich herausstellte. Es wurden Wnsche aus dem Publikum wahrgenommen und auch von der neuen Scheibe "Stadt der toten Trume" Stcke gespielt. Zu Anfang des Auftritts schien es so, als fehlte in den ersten ein bis zwei Songs eine der beiden Gitarren, da der Sound recht dnn war und kaum Melodie zu hren war. Mit zunehmender Dauer war aber auch das Problem behoben und der Sound klang voll und gut. Die Kommunikation der Band mit dem Publikum passte insgesamt sehr gut. Zum Ende reckten sich viele Hrner der Band entgegen und luden danach noch zur gemeinsamen und gut besuchten Autogrammstunde ein.


HEIRATSANTRAG

Unmittelbar nach dem Auftritt von AKREA und vor ENDSTILLE lie der Veranstalter eine auergewhnliche Bombe platzen. Angekndigt von Sebastian (AKREA) stand der hochnervse, blumenstraubewehrte Brutigam in spe auf der Bhne und hielt um die Hand seiner Herzensdame an. Fr die Romantiker unter uns sicherlich ein nett gewhlter Zeitpunkt vor Hunderten von Metalheads. Allerdings nicht auszudenken, htte die Dame "nein" gesagt. Ist aber alles gut gegangen.


ENDSTILLE ENDSTILLE

Endstille war nie so unsere Baustelle gewesen, so auch heute nicht. Der Sound war nicht dolle (ist er das bei Endstille jemals?) und vor allem war das Schlagzeug zu Beginn viel zu leise. Somit klang anfnglich alles nur wie ein Brei aus Geschrammel und Geschrei. Ansonsten war eigentlich alles wie immer. Ne Menge Make Up, sehr viel Theatralik. Vielleicht lags auch am unglaublich heien Wetter und auch Petrus hatte uns nicht erhrt mit einem erlsenden Gewitter. Der Auftritt war und blieb insgesamt aber irgendwie lieblos, da haben wir auch schon berzeugendere Konzerte von ENDSTILLE gesehen. Es wirkte ziemlich runtergerotzt und sah alles zu sehr nach Job und Arbeit aus. Ok, man wei, Spa und ENDSTILLE passen jetzt nicht unbedingt so gut zusammen, aber den schien die Band selbst auch nicht so recht zu haben. Es wirkte zu souvern, zu trocken. Dafr bekamen die Fans aber ein echt langes Set geboten und anhand der sacknassen T-Shirts konnte man der Band durchaus attestieren, wenn schon nicht alles, dann doch zumindest sehr viel gegeben zu haben. Es wurde fleiig geheadbangt und es roch nach Black Metal. Alles in allem trotzdem nur Durchschnitt.



XANDRIA XANDRIA

XANDRIA XANDRIA aus Bielefeld (gibt's ja scheinbar doch...) machen einen recht hnlichen Sound wie Nightwish und kamen mit einem richtig epischen Intro auf die Bhne. Nun muss man das alles ja gar nicht verteufeln, es ist halt Frauenoperngesang. Denn Showtechnisch war das absolut gut, Sngerin Manuela Kraller hat eine tolle Stimme und das muss man auch mal neidlos anerkennen. Auch die Instrumentarios im Hintergrund wirkten hochprofessionell, auch wenn die Sngerin das absolute und offensichtliche Aushngeschild der Band ist. Daher gab es auch wenig bis nichts zu kritteln. Die Ansagen jedoch waren durchaus gewhnungsbedrftig. Nicht etwa, dass dort die falschen Worte gewhlt wurden, oder dass ein schlechtes Vokabular zu Tage trat. Nein. Aber es wurde sich teilweise doch gefragt, ob man es immer noch mit der Sngerin zu tun hat, oder da doch eine andere, etwas piepsige Frau mit dem Publikum redet. Das war fr den ein oder anderen schon recht amsant, trotzdem blieb der Auftritt souvern und spielfreudig. Die Metaljnger vor der Bhne dankten es auch krftig und so schttelten die Band und die Zuschauer die Matte um die Wette. XANDRIA prsentierten sich dabei durchweg als ein gut einstudiertes Team mit groer spielerischen Sicherheit auf der Bhne. Wunderschn anzuschauen war im letzten Song das synchrone Tapping der gesamten Axtfraktion. Um einfach mal was anderes an diesem Tag zu hren waren XANDRIA eine mehr als willkommene und gute Abwechslung.



MILKING THE GOATMACHINE MILKING THE GOATMACHINE
MILKING THE GOATMACHINE

Mal wieder... ja, dass stimmt zwar, aber wenn man sah, wie viel hier Abends beim Co-Headliner los war, war das absolut gerechtfertigt. Noch mehr sogar unter dem Aspekt, wenn man sich den Zuschauerschwund beim eigentlichen Headliner aus Schweden eine Stunde spter anschaute. Soviel war im vorigen Jahr auf dem RUDE nicht bei den Ziegenbcken los und mehr, glaube ich, auch nicht auf dem gesamten Festival in diesem Jahr. Der Platz vor der Bhne war zum bersten voll. Gespielt wurde wie immer alles, was man sich von der Herde wnscht und es wurden keine Wnsche offen gelassen. Das Posen und das Bewegen auf der Bhne und so weiter, so ziemlich alles wie gehabt. Dieses Konzept funktioniert einfach wunderbar und die australischen Gste waren beispielsweise vllig hin und weg ob der Darbietung einer solchen Band. Am Ende wurde verschenkt, was es zu verschenken gab, Plecks, Sticks und sogar die Masken, die bei dem einen oder anderen Fan sicherlich einen Platz im hauseigenen Schrein bekommt. Wie schon erwhnt, war fr einen Groteil der Besucher das Festival nach den Bcken scheinbar dann auch gegessen.



GRAVE GRAVE

GRAVE Trotz des groen Namens waren vielleicht gerade noch die Hlfte der Festivalbesucher da. War es vor einer Stunde noch rappelvoll, sah man nun wieder beachtliche Lcken und viel Platz vor der Bhne. Das war eigentlich sehr tragisch, hatte man doch mit den Schweden einen Headliner, der so viel Oldschool Death Metal in den Venen hat, dass man sich als Abschluss fr ein solches Festival keinen besseren wnschen knnte. Die Menge goutierte dies offensichtlich nicht und blieb den Skandinaviern fern. Dabei taten GRAVE denn auch nicht viel dafr, die Menge vor der Bhne zu halten. Fr einen Headliner, auch wenn es vielleicht nach einer Band wie Goatmachine nicht unbedingt so einfach ist, wie man das gern htte, war das absolut emotionslos. Man mchte fast "unwrdig" sagen. GRAVE zeigten sich lieblos und es stellte sich relativ schnell das Gefhl eines Overkills ein, dass man das Growlen und die Gitarren nur noch als Brei wahrnahm. Ola Lindgren schien auch nicht sonderlich motiviert gewesen zu sein, an diesem Tatbestand irgendwas ndern zu wollen. Vielleicht war es ein trauriges Zusammenspiel aus den Umstnden, dass bei der Band vorher so viel los war und man nun ein wenig vor den Kopf gestoen war, dass von jetzt auf gleich das halbe Gelnde leer war. Aber das sollte eigentlich nicht entschuldigen, dass eine solch routinierte Band nicht ber so etwas drber steht. Der Rest ist schnell erzhlt. Der Auftritt ist durch, die Band geht von der Bhne, das war's... da htte man sich von einem solch kultigen letzten Akt in Bertingen sicher eine ganze Menge mehr erhofft. Immerhin gab es noch eine letzte (und auch die einzige) Thringer Bratwurst zum Abschied (1,50 Euro). Nicht der dollste Ausklang, aber wir hatten trotzdem unseren Spa. RUDE 2014? Warum nicht.






PATH OF DESTINY BEFORE CIADA GODS OF EDEN ENDSTILLE

ENDSTILLE IMPRESSIONEN BEFORE CIADA AKREA

DEW-SCENTED XANDRIA MILKING THE GOATMACHINE EVOCATION IMPRESSIONEN
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