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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HI ROCK-FESTIVAL 2013
Ort Loreley, Freilichtbhne
Datum 01. - 02.06.2013
Autor Martin Stark, Torsten Butz, Thorsten Dietrich
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Auf dem Loreleyfelsen gab es dieses Jahr wieder zwei Tage Melodic, Hard und Classic Rock vom Allerfeinste. Leider fiel der zweite Tag der Schwester-Veranstaltung im Chiemgau sprichwrtlich ins Wasser (Katastrophenalarm - Land unter!). In Rheinland Pfalz aber begeisterten alte und neue Helden die zahlreich (grob geschtzt 5000) erschienenen Anhnger, meist mittleren Alters, an der traditionsreichen Loreley am Rhein. Lediglich Leslie Mandoki und seine Freunde hatte aus Zeitgrnden abgesagt, was aber angesichts seiner nicht ganz so passenden Musik, im Vergleich mit dem restlichen Billing, auch kein Trauerfall war. Sicherlich htten ein oder zwei andere qualitative Bands, wie Voodoo Circle in Chiemgau, das nicht mit Gruppen berladene Festival sicherlich noch aufgewertet. (Thorsten Dietrich)

Samstag

FM

FM Rick Springfield

Den Auftakt des Samstages bestritten die Briten von FM, welche zwar optisch wenig spektakulr und fast wie eine Band aus Steuerberatern rber kamen, mit einer ihrer raren Deutschlandvisiten. Aber musikalisch berzeugten sie mit Melodic-Perlen wie "Frozen Heart", "Face To Face" oder "The Other Side Of Midnight". Ein saustarker Auftakt, der trotz Ersatz fr den urlaubenden Originaldrummer Pete Jupp zu einem Triumphzug wird. Da strte selbst das nervige "Heard It Through The Grape Vine" nicht! (Martin Stark).



Rick Springfield

Noch rarer macht sich Snger, Schauspieler und Musiker Rick Springfield hierzulande. Dass der agile Sechziger (!) hochmotiviert und fit ein Turnschuh auflief, machte den Gig nur noch gelungener, dank Hymnen wie "Jessie"s Girl", dem 80s Hit "Celebrate Youth" oder "Livin" In Oz", aber auch neuer Perlen wie "Wide Awake". hnlich, wie einen Tag spter bei Journey und Whitesnake, sprang auch der Amerikaner in den breiten Graben zwischen Bhne und Fans, verlies sogar bei "Don't Talk To Strangers" erstere und genoss sprichwrtlich ein ausgiebiges Bad in der Menge, inklusive ein, zwei geschnorrten Bieren. Ein denkwrdiger Auftritt eines obersympathischen Knstlers! (Martin Stark).

Survivor

Survivor Toto

Survivor liefen mit zwei Sngern auf. Jami Jamison und Dave Bickler erlebt man wohl nie wieder zusammen auf einer Bhne! Ein grundsolider Gig, der nur durch das bertriebene Posing von Bandleader Frankie Sullivan getrbt wurde, der dadurch hier und da gitarrentechnisch neben der Spur lag. Aber eine Tte voller Hits, "Burning Heart" oder "High On You", sowie zwei sich erstaunlich gut ergnzende und respektierende Frontmnner, lieen auch diesen Gig gelingen. (Martin Stark).



Toto

Toto feierten ihr fnfunddreiigjhriges Bhnenjubilum mit guter Laune und groer Spielfreude. Neben obligatorischen Nummern, wie "Africa" kamen auch selten gespielte Stcke zu Ehren. "Goin' Home" oder "How Many Times" sind seltene "Gste". Eine ausgewogene Mischung aus Hits, Obskuritten und gelegentlichen Jam-artigen Ausflgen in das musikalische Paralleluniversum wurden geboten. Mit Joseph William (Gesang) kamen erwartungsgem auch viele Nummern der Sptachtziger-Phase Totos zu Live-Ehren. Aber auch Bandchef Steve Lukather (Gitarre), sowie der Grand Senior David Paich (kKeys) bernahmen Lead-Vocals. Ein groartiger Headliner, dem das hungrige Publikum bei bestem Sound und magischer Lightshow frmlich aus der Hand fra. Mit dem famosen "Home Of The Brave" wurde das begeisterte Publikum in die Nacht entlassen. (Martin Stark).



Sonntag

H.E.A.T

H.E.A.T. Black Star Riders

Den (perfekten) Auftakt zum Sonntag machten die Schweden H.E.A.T. Mit einer mutigen Setlist, welche den Schwerpunkt auf die aktuelle Scheibe "Address The Nation" legte, spielerischem Knnen und einem bestens aufgelegten und fast hyperaktiven Fronter Erik Grnwall, verfgten sie ber die richtigen Zutaten. Dennoch kamen ltere Stcke wie "1000 Miles" oder "Straight For Your Heart" zum Zuge. Das Publikum war sich einig, einen der absoluten Gewinner des Festivals gesehen zu haben. Sorgen um den Melodic-Nachwuchs braucht man sich angesichts dieses starken Gigs definitiv nicht machen. (Martin Stark).

"Das Drumherum"

Wer jetzt Hunger, Durst oder CD-Laune versprte musst gut aufpassen. Essensstnde mit wenig Auswahl, Hauptmahl: Currywurst-Pommes, wiesen stndig riesige Schlangen auf. Bei abseitig gelegenen Bierbuden hatte man mehr Glck als in der Mitte. Der einsame Eisverkufer war da eher mein Ziel, was preislich und zeitmig auch im Rahmen lag. Jedoch nur ein CD-Hndler und ein Merchandisestand, mit Bandshirts des Festivals, ist etwas wenig fr diese Veranstaltung! (25 Euro fr Journey und Whitesnake Leibchen ist nicht billig, aber gnstiger als bei Maiden) Auch die Anzahl der Toiletten war drftig. Als Mann ist solch eine Sache einfacher, als bei Frauen. Sehr seltsam fand ich, dass zwischen Eingang und Merchandisestand eine Art WC-Burg gar nicht auf war, hatte man vielleicht mit mehr Publikum gerechnet? Ansonsten lief das Ganze friedlich, gesittet und freundlich ab. Besonders auf der Bhne erging alles reibungslos. Wenn ich ehrlich bin, traf ich nur frohe Gesichter und wenig bis keine "Ultrabetrunkene" um 13 Uhr Mittags, als auf den blichen Festivals. Trotzdem gibt es in Sachen Zahl der gngigen Anlaufstellen fr eine etwaige Fortsetzung Handlungsbedarf. (Thorsten Dietrich)

Black Star Riders

Black Star Riders Europe

Strahlender Sonnenschein den ganzen Sonntag. Was wnscht man sich mehr? Ein Open-Air-Festival mit Freunden, mit tollen Bands und das quasi um die Ecke, an einem so geschichtstrchtigen Ort wie der Loreley! Das wnschte ich mir (unter anderem) und so genoss ich bereits die Fahrt entlang des dieser Tage sehr gefllten Rheins. ber H.E.A.T hat bereits ein Kollege geschrieben, mein Einsatz begann mit den Black Star Riders, formerly known as Thin Lizzy. Im Erscheinungsbild der Band hat sich auf den ersten Blick nichts getan, doch nach ber 40(!!!) Jahren Thin Lizzy wollten es die alten Recken noch mal wissen und brachten unter dem neuen Namen BSR ganz frisch einen Longplayer unters Volk, "All Hell Breaks Loose" mit Namen. Mit dem Titelsong der Platte starteten sie auch in ihren Set, von den Gsten erst mal argwhnisch belauscht, dann doch akzeptiert, als man feststellte, dass sie den Pfad nicht all zu weit verlassen haben. Thin Lizzy war zu keiner Zeit weit weg, mit "Jailbreak", "Massacre" (starker Song, hier hrt man vom wem Maiden beeinflusst wurden), "Cowboy Song" und dem Klassiker schlechthin "The Boys Are Back In Town" wurden auch TL Fans bedient. Die BSR Songs brauchten sich zu keiner Zeit zu verstecken, klingen frischer als die Klassiker und mir blieb als Erinnerung an das schne Festival "Hey Judas" im Ohr. Beobachtete man die Musiker, vielleicht im Vergleich zum "Rock the Nation" zwei Jahre zuvor, so fiel auf, dass die Vernderung und das neue Material der Band einen Motivationsschub verpasste. Kein Routine-Einsatz, keine hunderte Male gespielten Songs, vielleicht etwas mehr Nervositt und Aufregung, weniger Gelassenheit. Die Freude darber, dass sie ihre neuen Werke live prsentieren konnten war jedenfalls fast greifbar und das sprte man als Gast in dem ehrwrdigen Amphitheater. BSR spielten einen tollen Gig und wie knnte ich es besser sagen als die Band selbst? Die Jungs sind wieder in der Stadt! (T.Butz)

Europe

Nach den grandiosen BLACK STAR RIDERS war es erst mal schwierig, sich schnell wieder auf die nchste Band einzulassen. Da kamen EUROPE genau richtig, geht deren Sound doch in eine hnliche Richtung. Die Jungs hatten sich BLACK STAR RIDERS selbst angesehen und sichtlich ihren Spa. Alles eine groe Familie. EUROPE stiegen mit "Riches To Rags", dem Opener ihres aktuellen Albums "Bag Of Bones", mutig und ziemlich bluesig in ihren Set ein. Mit "Firebox" und "Not Supposed To Sing The Blues" folgten zwei weitere Songs von diesem Album, bei denen Snger Joey Tempest mit coolem Conga - Rhythmen berzeugte. berhaupt legte die Band von Anfang an eine Spielfreude vor, die einfach nur mitriss. Joey war natrlich der Mittelpunkt der Show, begab sich immer wieder in das groe "Fotorund" vor der Bhne, poste mit den Fans und schaffte Bindung zum Publikum. Und das trotz dem groen Abstand zwischen Band und Bhne, der sich auf der Loreley durch die Treppen vor der Bhne ergibt. Da haben EUROPE definitiv das Beste draus gemacht. Bassist John Leven wechselte immer mal wieder die Seiten, John Norum begeisterte mit seinen melodischen gefhlvollem Spiel. Immer wieder schn zu sehen wie John die einzelnen Tne lebt, auch wenn sein Bewegungsradius dabei eher gering ist. Das ist bei ihm halt so und der Mann ist einfach nur sympathisch! Die przisen Keyboards von Mic Michaeli, der hier als cooler Rocker rber kam, passten punktgenau. Nach den neuen Songs griffen EUROPE mit "Scream Of Anger" tief in die Vergangenheit, wobei John mit starken Malmsteen- artigen Einlagen begeisterte. Insgesamt spielten EUROPE beim "HiRock - Festival" einen gelungenen Querschnitt durch ihrer 30- jhrige Karriere. Egal ob eher neues Material wie "Love Is Not The Enemy" oder alte Klassiker wie "Seven Doors Hotel" (schne berraschung in der Selist) - alles wurde gekonnt umgesetzt und von den Fans abgefeiert. Gefreut hat mich dass das enthusiastisch mitgesungene "Carrie" von der ganze Band gespielt wurde und nicht nur von Joey allein mit Akustikgitarre. Am Ende wurde es in "Last Look At Eden" noch einmal richtig heavy bevor das "Letzte Runterzhlen" den Showcountdown einlutete. Die Loreley wurde zur Hpfburg und Johns Solo war mal wieder der Oberhammer. Danach war leider Schluss und es gab den verdienten Applaus. Ein begeisternder Auftritt einer komplett obersympathischen Band mit fanfreundlicher Spielzeit von rund. 75 Minuten. (T. Schwalbach)






    Setlist EUROPE:
  • Riches To Rags
  • Firebox
  • Not Supposed To Sing The Blues
  • Scream Of Anger
  • Superstitious
  • Carrie
  • Love Is Not The Enemy
  • Sign Of The Times
  • Girl From Lebanon
  • Seven Doors Hotel
  • Cherokee
  • Rock The Night
  • Prelude
  • Last look At Eden
  • The Final Countdown
Whitesnake

FM Journey

Die Umbaupause nach diesen begeisternden Auftritten war erfreulich kurz und so hielten schon rd. 30 Minuten spter die Gladiatoren von WHITESNAKE Einzug in das Amphitheater. Es reichte schon, dass David Coverdale whrend dem Intro auf dem Weg zur Bhne in die Menge winkte, um Begeisterung auszulsen. Schnell wurde klar, dass die Band bei diesem Hardrock - Publikum einfach nur gewinnen konnte. WHITESNAKE legten mit "Give Me All Your Love Tonight" schnell los. Der Song wurde von der gesamten Band und vom Publikum enthusiastisch mitgesungen. Doug Aldrich und Reb Beach zeigten ihr Ausnahmeknnen und wechselten sich mit eingngigen Riffs und gefhlvollen Leads gekonnt ab. David war gut bei Stimme, was auch den Rest des Abends so blieb. OK, der ein oder andere Schrei war mal ein wenig heiser und die Band sang viel mit, aber insgesamt berzeugte er mit seinem unnachahmlichen Gefhl in der Stimme. Sein Gesang war so authentisch, dass er jegliche Playbackvorwrfe der Vergangenheit widerlegte! Und seine Ausstrahlung war einfach nur genial. Weiter ging es mit dem Klassiker "Ready & Willing" sowie dem eingngigen leicht mystischen "Can You Hear The Wind Blow", die genauso gekonnt umgesetzt wurden wie der Opener und nicht weniger abgefeiert wurden. Auch WHITESNAKE boten einen gelungenen Querschnitt durch "35 Jahre Weie Schlange" und spielten neue Songs, lteren Stcken sowie ihre Hits aus den 80ern und alles kam bei den Fans gleich euphorisch an. Schnell begab David sich zum ersten Mal zur ersten Reihe und zeigte sich erfreulich fannah, was er noch unzhlige Mal machte. Manch einer durfte sogar mal ins Mikro singen. Starallren gehen definitiv anders.

Vor dem Oldie "Gambler" machte David Coverdale eine bewegende Ansage, bei der er diesen Song seinen verstorbenen Mitmusikern wie Mel Galley, Cozy Powell oder Jon Lord widmete. Der Jubel darauf zeigte, dass diese Helden nicht vergessen sind und der eingngige Midtempokracher wurde so richtig abgefeiert. Doug und Rob spielten spter ihr "Gitarrenduell", in dem sie sich die schnellen Melodien einfach so zuwarfen. Dabei standen sie der Fanfreundlichkeit ihres Chefs in nichts nach und begaben sich in nchster Nhe zum Publikum. Tommy Aldridge bekam sein Solo, in dem er das Schlagzeug mal wieder mit bloen Hnden verdrosch, bevor das atmosphrische langsame Titelstck des letzen Albums "Forevermore" mit Doug an der Akustikgitarre fr Abwechslung sorgte. Zum Ende gab es die Hits "Here I Go Again" und "Still Of The Night", bevor nach 90 Minuten diese begeisternde Show leider zu Ende ging. WHITESNAKE wurden verdient enthusiastisch abgefeiert, wofr sie sich freundlich und lange bedankten. Ein absolutes Konzerthighlight, bei dem die Band musikalisch und durch ihre Fannhe begeisterte. Ihre Fans (wozu ich schon sehr lange gehre) werden diesen Abend bestimmt nicht vergessen! (T. Schwalbach)






    Setlist WHITESNAKE:
  • My Generation (THE WHO, vom Band)
  • Give Me All Your Love Tonight
  • Ready & Willing
  • Can You Hear The Wind Blow
  • Dont Break My Heart Again
  • Is This Love
  • Gambler
  • Love Will Set You Free
  • Pistols At Dawn (Gitarren Duell Doug Aldrich & Reb Beach)
  • Steal Your Heart Away (mit Drum Solo Tommy Aldridge)
  • Forevermore
  • Best Years / Bad Boys (Medley)
  • Fool For Your Loving
  • Here I Go Again
  • Still Of The Night
  • We Wish You Well (vom Band)
Journey

FM Journey

Auf Journey hatte ich mich sehr gefreut und es wurde schon dunkel, die ersten Fans fuhren, da es Sonntags Abend war schon wieder nach Hause und das Hochwasser stieg unten am Rhein unaufhrlich. Journey begannen das Konzert mit dem Ohrwurm "Seperate Ways" und berraschten mit einem kurzhaarigen Arnel Pineda der nun vollends wie ein 20 Jhriger wirkte und aufgrund seiner Lederjacke Marke Zirkus recht drollig rber kam. Pineda war im Gegensatz zu den lteren Herren der Band der Flummi und rannte, sprang und hpfte ber die Bhne. Als er wie einige andere Bands den Fotograben enterte und gerade Fans die Hand schtteln wollte, sprang ein massiger Bodyguard hinter der Bhne hervor und versaute dem armen Arnel diese nette Geste. Mir kam es vor, als wolle man ein Kind vom weglaufen hindern. Die ganze Aktion war mehr als albern, zumal das Publikum keinerlei Anstalten machte den Snger zu fressen oder die Absperrung zu berspringen. Normale Security war auch noch da. Manche Dinge kapiert man halt nicht! Das war auch das einzig spektakulre an einem grundsoliden Gig ohne berraschungen, nach Whitesnakes Hammerauftritt war das einfach zu plschig und nicht dreckig genug! Lediglich das Drummer Dean Castronovo den Oldie "Keep On Runnin'" so gut sang, war fr mich eine fette berraschung. Ansonsten gab es wenig Neues, dafr die Greatest Hits Packung und natrlich Solos in Form von Gitarre und Keyboard. Insgesamt ein guter Gig, der etwas routiniert war.






    Setlist JOURNEY:
  • Separate Ways (Worlds Apart)
  • Any Way You Want It
  • Chain Reaction
  • Only the Young
  • Stone in Love
  • Keep on Runnin"
  • Edge of the Blade
  • Lights
  • Keyboard Solo
  • Open Arms
  • Escape
  • Dead or Alive
  • Guitar Solo
  • Wheel in the Sky
  • Faithfully
  • Be Good to Yourself
  • Don"t Stop Believin"

Da der Rhein sehr hoch war und die Strae unterhalb der Loreley gesperrt war, mussten wir eine Irrfahrt durch Eifel und Hunsrck beginnen, die uns dank Navi nach einiger Zeit sicher nach Hause brachte. Trotzdem war es ein schnes Festival!(Thorsten Dietrich)





FM Rick Springfield Survivor Toto H.E.A.T. Europe Whitesnake
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