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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing OVERKILL, HOLY MOSES, CRIPPER
Ort Hamburg, Markthalle
Datum 26.04.2013
Autor Marc Schallmaier
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Ein illustre Mischung verschiedener Thrash Bands hatte sich am heutigen Abend eingefunden, um die Markthalle in Grund und Boden zu rocken. Nachdem die Show von OVERKILL im Herbst letzten Jahres in Hamburg nicht stattfinden konnte, holte man diesen Termin nun nach. Cripper Cripper Und die Amerikaner haben sich zwei interessante Vorbands ins Boot geholt. Auf besonderen Wunsch von OVERKILL Snger Blitz wurden HOLY MOSES aus der Versenkung geholt. Obendrein bekam die deutsche Combo CRIPPER die Ehre, den Abend zu erffnen.

Die Markthalle war ordentlich gefllt, als eben jene CRIPPER auf die Bhne kamen. Und die Truppe legte los wie die Feuerwehr. Sngerin Britta gefiel der Abstand zwischen Band und Publikum aber nicht so wirklich. Also kletterte sie ber die Absperrung und half da etwas nach, indem sie die Anwesenden in Richtung Bhne schubste. So richtig erfllte dies zwar nicht seinen Zweck, war aber trotzdem eine coole Aktion. Ganz verstehen konnte ich die Lethargie der Zuschauer allerdings nicht. CRIPPER prsentierten sich als Einheit, bewegten sich ohne Ende, feuerten die Leute immer wieder an und spielten sich nahezu in einen Rausch. Mich konnte die Band voll berzeugen und ich beschloss spontan, mich intensiver mit dem Material der Gruppe aus Hannover auseinanderzusetzen. So verging die halbe Stunde, die CRIPPER zustand, wie im Flug. Als die letzten Akkorde aus den Boxen kamen und die Band sich verabschiedete, wnschte ich mir, sie wrden noch ein paar Stcke mehr spielen. Htte ich geahnt, was gleich kommen sollte, wre ich wahrscheinlich vor der Truppe auf die Knie gegangen, damit sie noch weiter spielten.

Holy Moses Holy Moses

Was dann nmlich kam, spottete jeder Beschreibung. HOLY MOSES kamen auf die Bhne, und da die Band sich seit Jahren rar macht, war der Andrang im Besucherraum gro. Umso enttuschender waren dann die Reaktionen. Die ersten 5 Songs hatte man das Gefhl, dass die Band irgendwie nicht zusammenspielte. Jeder musizierte so vor sich hin, und es wirkte, als ob man nicht einmal gemeinsam vorher geprobt hatte. Auch Sabina Claasens Leistung lie zu wnschen brig. Statt ihrem amtlichen Organ hrte man wirklich nur ein druckloses Gerchel, und stndig ging sie in die Knie. Konnte man anfangs noch vermuten, dass der Dame ein wenig die Luft fehlte, so bekam ich des Rtsels Lsung zu Gesicht, als ich den Fotograben verlie. Direkt vor ihren Monitorboxen lag eine dicke Mappe, auf der die Texte zu ihren Songs standen! Weiterhin erzhlte sie dies und das zwischen den Songs, was ganz zum Schluss der Band zum Verhngnis wurde. Als Sabina Claasen nmlich "den Song, auf den ihr gewartet habt" spielen wollte, signalisierte ihr Gitarrist, dass die Zeit um ist. Herzlichen Glckwunsch. Fairerweise mchte ich aber auch sagen, dass HOLY MOSES nach den bereits erwhnten 5 Songs die Kurve bekamen und die restlichen Lieder wie eine Einheit von der Bhne pfefferten. Es nderte allerdings berhaupt nichts an der Tatsache, dass viele den Auftritt von HOLY MOSES als einen Reinfall empfanden.

Overkill Overkill

So eine, gelinde gesagt, desastrse Vorlage kann auch den Vorteil haben, dass der Nchste dann vieles besser machen kann. Und OVERKILL nutzen die Gunst der Stunde. Es war nicht nur ein phnomenaler Auftritt, es war ein Triumphzug! Die Amerikaner spielten Hit auf Hit und hatten richtig Spa an der Geschichte. Auch das Publikum zog mit. Es wurden die Matten geschwungen, Fuste in die Luft gerissen, mitgesungen, gemosht und ber die Kpfe gesurft, dass es eine wahre Freude war. Snger Blitz ist sowie so der geborene Entertainer, doch heute war er auch richtig gut bei Stimme. Seine kleineren Pausen hinter den Lautsprechertrmen um Sauerstoff aufzunehmen sind nicht der Rede wert und stren auch nicht den Ablauf der Show. Selbst D.D. Verni, eigentlich ja eher ein kleiner Griesgram, konnte sich ab und an das Grinsen nicht verkneifen. Mir wurde bei diesem Konzert wieder einmal bewusst, fr wie viele Gassenhauer OVERKILL so verantwortlich ist. "Rotten To The Core", "Old School", "Hello From The Gutter", "Elimination" und so weiter. Lediglich dass in meinen Augen etwas Schwache "Who Tends The Fire" htte man gegen einen anderen Song austauschen knnen, aber man kann ja nicht alles haben. Die Band suchte stndig den Kontakt zum Publikum, in vorderster Front natrlich Snger Blitz. Einmal wurde ihm sein bereifer aber fast zum Verhngnis. Als er mal wieder von einer kleinen Pause zurck auf die Bhne gerannt kam, um auf den Monitorboxen zum stehen kommen wollte, verlor er fr eine kurze Sekunde das Gleichgewicht. Er ruderte mit den Armen und schaffte es, einen Schritt nach hinten auf die Bhne zu machen. Anderenfalls wre gnadenlos in den Graben zum Publikum geknallt.

Overkill Overkill

Auch die beiden Gitarristen Dave Linsk und Derek Tailer schttelten zwischendurch Hnde oder plauschten kurz mit den Leuten aus den ersten Reihen. So soll das sein, von wegen Star Allren oder so ein Quatsch. Und wir reden hier immerhin ber eine Band, die seit mehr als 30 Jahren im Geschft ist. Nach "Elimination" begann dann das alte Spiel. Band lsst sich feiern, geht von der Bhne und alle hoffen auf eine Zugabe. Die kam dann auch, und zwar mit "Coma" und "Fuck You". Thrasher Herz, was willst Du mehr? Eben. Danach war dann endgltig Feierabend, ansonsten htte man wahrscheinlich die ersten Zuschauer mit Kreislaufproblemen an die Sanitter bergeben knnen. Ein richtig starker Auftritt von OVERKILL. Hut ab! Htte man statt HOLY MOSES ein hnliches Kaliber wie CRIPPER auf die Bhne gebracht, wre dieser Abend schon jetzt mein ganz heier Favorit fr das Konzert des Jahres.


    Setlist: OVERKILL
  • Come And Get It
  • Rotten To The Core
  • Wrecking Crew
  • Bring Me The Night
  • Electric Rattlesnake
  • Infectious
  • Ironbound
  • Hello From The Gutter
  • Save Yourself
  • Old School
  • Thunderhead
  • Who Tends The Fire
  • In Union We Stand
  • Elimination
  • Coma
  • Fuck You










Overkill Overkill Overkill



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