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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing THRESHOLD, ENOCHIAN THEORY, CRYPTEX
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 13.03.2013
Autor Thorsten Ritter
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Wer htte es fr mglich gehalten, dass ich mich nach dem letzten Konzert von THRESHOLD am 30.10.2009 in der gleichen Lokation (Bericht hier an anderer Stelle) nochmal fr die Band auf den Weg machen wrde. Zu enttuscht war ich damals von dem Gig und dem von Damian Wilson gesungenen, alten Material. Das geniale, aktuelle Album "March Of Progress", welches fr mich zu einem Highlight des Jahres 2012 zhlt, lie mich jedoch einen erneuten Anlauf wagen. Zudem stolperte ich im Vorfeld zufllig ber die aktuelle Verffentlichung von ENOCHIAN THEORY, welche mich ebenfalls in ihren Bann ziehen konnte. Endlich mal zwei Sets an einem Abend, auf die ich mich freuen durfte, da dies in letzter Zeit doch eher Seltenheitswert hat. Glcklicherweise spielte auch das Wetter mit (kein Schneetreiben wie tags zuvor) und so fuhr ich bei viel Sonne und eisigen Temperaturen gen Aschaffenburg. Nach einer kurzen Strkung lief ich dann kurz vor 20 Uhr im Colos-Saal ein, wo es mal wieder das Hindernis Einla zu meistern halt, da ich mal wieder auf keiner Gsteliste stand. Nach kurzem Diskutieren und Vorlage der ausgedruckten Besttigung ber meinen "freien Eintritt" wurde mir dieser auch letztlich gewhrt, wofr ich mich nochmals explizit beim freundlichen und stets zuvorkommenden Personal des Colos-Saals bedanken mchte.

Cryptex Cryptex

Zu diesem Zeitpunkt war das mir unbekannte, deutsche Trio CRYPTEX bereits auf der Bhne, um sich die Gunst der bereits Anwesenden zu erspielen. Laut Angaben auf ihrer Homepage spielen sie eine "beeindruckende und hochexplosive Mischung aus Rock, Alternative mit leichter Folk-Attitde und Prog-Art alter Prgung", wobei mich die gebotene Melange vllig kalt lies. Folk und Prog waren fr mich jedenfalls schwer auszumachen. Dafr machte Snger und Keyboarder Simon Moskon aber einen guten Job und ordentlich einen auf Entertainer. Zudem war den Jungs auch der Spielspa sichtlich anzumerken, aber irgendwie wirkten die Songs fr mich deplatziert. Als Fazit wrde ich festhalten wollten, dass die Musik durchaus hrbar war, aber zulegen wrde ich sie mir nicht. Eventuell htte dem Trio ein anderes musikalisches Umfeld besser zu Gehr gestanden.

Nach einer Pause von ca. 15 Minuten (es geschehen anscheinend noch Zeichen und Wunder) ging es dann weiter mit ENOCHIAN THEORY. Wie bereits erwhnt, lie mich das letzte Werk "Life...And All It Entails" aufhorchen, welches als gnstiger Amazon-Download meine Aufmerksam erweckte. Der zuvor noch bertrieben auffllige Happiness-Faktor fehlte vllig und auch musikalisch startete das Trio in ganz andere Dimensionen. Den Set erffneten die Jungs aus England mit "This Aching Isolation" jedenfalls andchtig und ruhig. Um die Atmosphre der Konserve zu produzieren, war zudem der Einsatz von Samples auszumachen, welche von Drummer Sam Street abgerufen wurden. Leider gab es beim dritten Song derart groe Technikprobleme bei Bassist Shaun Rayment, dass das Konzert kurzfrist unterbrochen werden musste. Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Band in der jngeren Vergangenheit so viel Pech hatte, aber nach gut 5 Minuten funktionierte glcklicherweise Alles wieder und danach wurden wahre musikalische Eruptionen geboten.
Die Musik kam live deutlich hrter und rauer rber, aber die teilweise TOOL-artigen Passagen gingen hierdurch ein wenig unter. Dummerweise musste die nachstehende Setlist durch die unvorhergesehenen Umstnde um mindestens 2 Songs gekrzt werden. Wirklich schade, aber ich werde die sympathische Band um Mastermind Ben Harris-Hayes (Gesang & Gitarre) im Auge behalten, denn hier gibt es ordentlich Potential.

Setlist: ENOCHIAN THEORY

  • This Aching Isolation
  • Hz
  • Tedium
  • Movement
  • The Fire Around The Lotus
  • Distances
  • Inversions
  • Singularities

Der nachfolgende Umbau zog sich mit knapp 25 Minuten wieder deutlich lnger hin, aber als THRESHOLD gegen 21:40 Uhr auf die Bhne kamen, gab es fr das Colos-Saal - welches gut gefllt aber nicht berfllt war - kein Halten mehr. Anstatt einer aktuellen Nummer wurden die Fans mit "Mission Profile" von "Subsurface" berrascht und damit erwischten die Sechs mal wieder ein Auftakt nach Ma. Threshold Threshold Snger Damian Wilson fegte wie ein Derwisch ber die Bhne und es flog ihm direkt eine Welle der Begeisterung entgegen. Auch der restlichen Band war der Spielspa diesmal frmlich im Gesicht abzulesen und Gitarrist Karl Groom sowie Keyboarder Richard West grinsten sichtlich um die Wette. Selbst Bassist Steve Anderson und Nick Midson-"Ersatz" Pete Morten wirkten nicht so statisch wie bei ihrer letzten, von mir verfolgen Vorstellung an gleicher Stelle. Die Power, die Musiker ausstrahlten bertrug sich nahtlos auf die Fans. Hauptaugenmerk des heuteigen Abend lag natrlich auf der aktuellen Verffentlichung "March Of Progress", von welcher ich gerne noch "Return Of The Thought Police" und "That's Why We Came" gehrt htte. Aber auch die gespielten Klassiker integrierten sich toll in den Set, so dass die Band leichtes Spiel mit den Fans hatte. THRESHOLD haben einfach viele zwingende Songs, die sich nie in berflssigem Solo-Gefrickel verlieren. Hhepunkte waren fr mich "Colophon" und "Pilot In The Sky Of Dreams", bei dem Damian Wilson um Untertsttzung bat und fragte, ob das Colos-Saal denn gut bei Stimme sei. Stndig suchte der Snger den Kontakt zu den Fans und war andauernd auf Tuchfhlung mit der ersten Reihe. Selbst zum Stagediven lie er sich hinreien. Der Abend verlief daher sehr kurzweilig und ehe ich mich versah, war er auch schon vorbei. Zwar gab es mit "Light & Space" und "Slipstream" zwei Zugaben, aber "Long Way Home", das auch auf der Setlist stand, htte sicher nicht nur ich gerne noch gehrt. Die Skepsis, die ich nach dem letzten Auftritte hatte, war wie weggeblasen und so berzeugend und sympathisch sie mit Damian-Vorgnger Andrew "Mac" McDermott auch waren, so sind die heutigen THRESHOLD doch mehr als ebenbrtig. Daumen hoch, fr einen super Abend.

Setlist: THRESHOLD

  • Mission Profile
  • Don't Look Down
  • Hollow
  • Coda
  • Part Of The Chaos
  • Colophon
  • Pilot In The Sky Of Dreams
  • Ashes
  • Angels
  • Staring At The Sun
  • The Rubicon
  • Light & Space
  • Slipstream





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