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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing KVELERTAK, TRUCK FIGHTERS, EL DOOM & THE BORN ELECTRIC
Ort Kln, Luxor
Datum 16.03.2013
Autor David Lang
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Norwegen hat Kln an diesem, relativ kalten Samstagabend im Mrz fest im Wrgegriff und zwar in dem der gleichnamigen Band aus Stavanger. Die sorgte binnen kurzer Zeit fr ein restlos ausverkauftes Luxor und reiht sich damit in die illustre Riege anderer dreckig-schwitzender-stinkender junger Mnner ein, die in den letzten Jahren durch berzeugende Verffentlichungen und Live-Shows von sich reden machten. Seien es nun Red Fang, Baroness oder Kylesa, nach vorne preschender Rock, mit Arschtritt-Attitde und Dreck unter den Ngeln ist nun schon lnger unaufhaltsam auf dem Vormarsch und sorgt allerorten fr volle Huser.

Truck Fighters Truck Fighters

Ein begrenswerter Trend, in dem Kvelertak dennoch eine Sonderstellung einnehmen. Drei Gitarristen und der latente Hang Black Metal Rasereien in ihren Party-Punk-Rotzrock einzubauen heben das Sextett von der breiten Masse ab. Das macht den groen Andrang, bzw. die groe Nachfrage natrlich umso erstaunlicher, da man schon eine spezielle und relativ extreme Nische besetzt. Strt mich aber nur insofern, als dass man sich kaum im Club bewegen kann, als der Haufen die Bhne entert.
Bevor wir aber an diesem Punkt ankommen, heit es zunchst Vorbands abchecken. Entgegen der Ankndigung auf Luxor-Homepage und Eintrittskarte scheint das Konzert jedoch vor 19:30 Uhr losgegangen zu sein. Jedenfalls setzt mit unserem Erscheinen um kurz nach halb acht bereits die zweite Vorband ein. Diese nennt sich Truckfighres, hat schon sichtlich Spa (und schtzungsweise nicht wenig Marihuana) in den Backen und ballert ihren Stoner Rock locker-lssig in die schon ordentlich gefllte Zuhrerschaft. Parallelen zu den Paten Kyuss kann man nicht verleugnen, macht aber auch nix, bessere Vorbilder kann man sich kaum aussuchen. Hinzu kommt eine Prise Monster Magnet und doch gibt man sich musikalisch nur wenig bekifft. Die Musik des Trios macht ordentlich Laune und lsst Fe sowie vereinzelt schon Nacken wippen. Bassist und Snger Oskar Cedermalm (Ozo) und Gitarrist Niklas Kllgren (Dango) sind ebenfalls fast stndig in Bewegung und wissen der partyhungrigen Meute weitaus mehr als nur Mitleidsapplaus abzuringen.
Die Schweden werden ihrer Rolle als Anheizer jedenfalls vollauf gerecht und knnen mit Sicherheit den ein oder anderen neuen Fan verbuchen.

Bevor es anschlieend zum "Hauptfilm" geht, begeben wir uns allerdings noch Richtung Merchandise und dessen gibt es eine recht groe Palette. Gut 8 Shirt-Designs, das neue Album "Meir" bereits als Vinyl-Version, Sticker, Poster, Buttons, die Herren lassen sich nicht lumpen und auch die Truckfighters und El Doom & The Born Electric, die Band die wir verpasst haben bieten das ein oder andere Leibchen feil; mit dem Unterschied, dass deren Shirts nen Fnfer gnstiger sind. Macht aber auch nix, da man beim Kauf mehrerer Kvelertak-Artikel scheinbar auch deren Shirts fr geschmeidige 15 Euronen erstehen kann (habs selbst ausprobiert).

Kvelertak Kvelertak

Als nach einer berschaubaren Umbaupause schlielich sechs wild entschlossene Mnner unter lautem Jubel die kleine Bhne betreten steht das Luxor umgehend Kopf. Von Sekunde 1 an geben Kvelertak Vollgas und niemand steht mehr still. Das gilt sowohl fr die Fans als auch die Mucker selbst, die den Anschein erwecken, als wollten sie fr jeden eingenommenen Euro an diesem Abend einen Meter laufen... und das mit sechs Mann... auf der Luxor-Winzbhne. Respekt allein schon fr den Einsatz! Da das nicht reicht, um ein Konzert zu einem echten Spektakel zu machen, haut man kurzerhand gleich zu Beginn die dicken Hits raus. "Mjoed", "Fossegrim", "Offernatt", die Norweger wollen offenbar keine Gefangenen machen, was passt, denn in den ersten Reihen hlt sich scheinbar auch niemand auf, der unter "Fressbrett dick" hier raus will. Snger Erlend Hjelvik zieht es, womglich auch der kleinen Bhne geschuldet, immer wieder zu den Fans, wo er sich im Verlauf des Sets regelmig aufhlt. So sieht Fannhe aus. Man lsst es sich zudem nicht nehmen, dem Klner Publikum bereits einige Songs, des, zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen, neuen Albums zu prsentieren. Nicht-Fans wird dieser Umstand womglich entgangen sein, da diese Stcke genau so abgefeiert werden, wie die bereits bekannten. Meiner bescheidenen Meinung nach knnen sie jedoch nicht gegen die Songs des Debts anstinken; mal auf die Platte warten.

Zwar vernehme ich nach der Show einige Maulereien bezglich der angeblich zu gediegenen Lautstrke, doch ich kann diesen Trend nur begren, zumal es wirklich noch laut genug war. Manche Leute sollten vielleicht langsam mal zum Ohrenarzt, auf die Gefahr hin, ihr Gehr durch hufige "ungeschtzte" Konzertbesuche bereits irreparabel geschdigt zu haben.
Mal abgesehen von der Lautstrkediskussion darf man zudem nicht vergessen, dass der Sound gut abgemischt ist und man so auch live in den Genuss der "Triple Axe Action" kommen kann, z.B. beim, gegen Ende erschallenden, groartigen "Blodtoerst".
Wenn es denn berhaupt was zu meckern gibt, und das kann man der Band nicht wirklich vorwerfen, dann ist es der Umstand, dass der Club, wie schon erwhnt, viel zu voll ist. Ob die Betreiber sich hier wirklich an das eigentliche Fassungsvermgen gehalten haben wei ich nicht, doch die hauseigene Garderobe war kurz nachdem wir kamen pickepackevoll. Das ist jetzt nur ne wilde Theorie von mir, aber ich htte damit gerechnet, dass so eine Garderobe gengend Platz fr alle bietet; auch wenn das "Ausverkauft"-Schild am Eingang prangt.





Kvelertak Kvelertak Kvelertak



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