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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BITTER PIECE, PANDORIUM, INVADER
Ort Bad Oeynhausen, Black Sabbath
Datum 26.01.2013
Autor Stephan Mertens
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Es war kalt und verschneit an diesem Samstagabend. Da wir den Fuweg vom Bahnhof zum "Black Sabbath" in Bad Oeynhausen nicht genau kannten, sind wir vorsichtshalber relativ frh aufgebrochen. Vor Ort prsentierte sich der Laden als Kneipe mit einem zweiten Raum, der fr kleine Konzerte absolut perfekt geeignet ist. Zum einjhrigen Jubilum der regelmig am Wochenende stattfindenden Metal Party "Headbanger's Night", gab es Livemusik. Neben zwei Bands aus der Region, stand die Osnabrcker Death und Thrash Kapelle BITTER PIECE auf dem Programm. Alleine das war schon ein Grund sich die Veranstaltung mal zu Gemte zu fhren, denn die Jungs aus Niedersachen konnten letztes Jahr mit ihrem Debtwerk "Vastyrion Rising" wirklich positiv berraschen. Nachdem wir uns kurz aufgewrmt hatten, wurde der Austragungsort unter die Lupe genommen. Der Raum ist mit einer eigenen Theke ausgestattet, was die Wege schn kurz macht. Wer nicht stehen wollte, konnte am Rand an ein paar Tischen platznehmen. Die Bhne im "Black Sabbath" ist zwar relativ klein, aber die Bands haben sich da irgendwie arrangiert, so dass auch fnf Musiker jeweils ein gemtliches Pltzchen zwischen dem Equipment fanden. berrascht war ich ber die wirklich nette Lichtanlage, welche Grundlage fr die halbwegs gelungenen Fotos meinerseits war. Beste Voraussetzungen also fr einen unterhaltsamen Abend mit Heavy Metal.


Invader Den Anfang machten gegen kurz nach 21 Uhr INVADER. Der gerade erst im letzten Jahr gegrndete Fnfer aus Bnde, knppelte mal eben in gut 30 Minuten alles nieder. Dabei machte Frontmann Patrick ebenso eine gute Figur, wie der Rest der sympathischen Truppe. Es gab dezent eingesetzte Posen und sogar den ein oder anderen Spaziergang durchs Publikum zu begutachten. Ja, so ein Funksender ist schon eine feine Sache. Es ist kaum zu glauben, dass dieser Auftritt in Bad Oeynhausen tatschlich einer der ersten war. Musikalisch ging das Ganze in Richtung des melodischen Death Metals, der irgendwo in der Schnittmenge zwischen 90er-Jahre Schwedentod im Stile von AT THE GATES und moderneren Vertretern, wie THE CROWN oder den allseits beliebten IN FLAMES bewegt. Ein Nackenbrecher-Riff jagte das nchste und bevor Langeweile aufkommen konnte, gesellte sich eine neue Melodie des Sologitarristen dazu und sorgte fr Abwechslung. Bislang gibt es nur ein selbstbetiteltes Demostck der jungen Band im Internet zu hren, aber ich bin mir absolut sicher, dass die Songs der Jungs auch auf der, in diesem Jahr erscheinenden ersten CD, funktionieren werden. Ich drcke da krftig die Daumen und bin gespannt was am Ende dabei rauskommt. Der Mann hinter dem Mischpult hat hier ein richtig gutes Hndchen bewiesen, denn der Sound war, fr so einen kleinen Laden, zu dem Zeitpunkt einfach hervorragend. Alle Instrumente lieen sich gut raushren und waren optimal abgemischt. Nach etwa der Hlfte des Sets hat sich Bassist Dennis verabschiedet, der quasi direkt live durch den neuen Mann Micha ausgewechselt wurde. INVADER waren fr mich die Gewinner des Abends.


In der kurzen Umbaupause war natrlich der Weg zur Schankstelle angesagt. Samstag zwischen 20 und 23 Uhr ist Happy Hour im "Black Sabbath" und man bekommt Flaschenbier fr 2 EUR oder einen halben Liter Weizen fr 2,50 EUR, da kann man wirklich nicht meckern, das ist mehr als fair.


Pandorium Pandorium Als nchstes gaben sich die Mindener PANDORIUM die Ehre. Auch diese hatten eine Vernderung in der Besetzung zu verknden. Seit ein paar Monaten sind mit Marvin an der zweiten Gitarre und Jannik am Schlagzeug zwei neu dabei. Da die Truppe mir bis zu diesem Abend unbekannt war, ist das nicht weiter aufgefallen. Nur die Zugabe "Painkiller" fiel aus dem Grund aus. Macht ja nichts, nchstes Mal dann. Der Vierer um Snger und Gitarrist Fadil legte direkt mit Vollgas los und prsentierte den gut gelaunten Zuschauer ihren dster gespielten und technisch anspruchsvollen Thrash Metal. Doch, was die beiden Saitenzupfer hier vom Stapel gelassen haben, war in Sachen Geschwindigkeit schon wirklich berzeugend. Hier und da wurde der eher direkte Sound alter Schule von interessanten Melodien begleitet. Wie auch bei INVADER passte das Komplettpaket und so konnte sich sogar die Lichtshow sehen lassen, welche mich mit ihren Farbtnen an die Belichtung des surrealen 70er-Jahre Horrorkinos von Dario Argento erinnerte. Als weiteren Effekt prsentierte man eine Gitarre mit teuflischer, roter Randbeleuchtung. Musikalischer Hhepunkt der fnf gespielten Stcke war ohne Zweifel die Coverversion von METALLICAS "One". Da erkannte das Publikum, welches Potential in so einer verhltnismig jungen Band stecken kann und feierte ordentlich ab. Im Groen und Ganzen konnten sich auch die eigenen Stcke von PANDORIUM hren lassen. Wir sind gespannt, was bei der ersten CD, die fr April dieses Jahres geplant ist, herum kommt. Der Auftritt im "Black Sabbath" war auf jeden Fall ein feiner Appetitanreger.


BitterPiece BitterPiece Gegen 23 Uhr war es dann soweit und die "Apocalyptic Thrash Attack" betrat die kleine Bhne. BITTER PIECE hatten anfangs mit einer fiesen Rckkopplung und zu leisem Mikrophon zu kmpfen. Direkt neben den Boxen klang es tatschlich, als ob jeden Moment irgendwas in die Luft gehen knnte oder die harmlosere Variante, als ob einer der Musiker einen groen Magneten in der Tasche hatte. Nach zwei, drei Songs konnte der hauseigene Soundmann diese Probleme beseitigen, aber dennoch stimmte irgendwas mit dem Klang nicht. Fr meine Ohren war es bei der Hauptband um einiges zu laut und somit nderte sich die bis dahin hervorragende Abmischung in einen ziemlichen Brei. Dem Spa an der Musik tat dies allerdings keinen Abbruch. Die Truppe um Snger Mariano prsentierte berwiegend Songs vom aktuellen Werk "Vastyrion Rising", die live zwar etwas weniger technisch und sperrig wirkten, dafr aber ein ganzes Stck dreckiger und hrter rberkamen. Das ist genaugenommen optimal fr die Musik der Jungs, die auf dem Album durchaus mehrere Durchlufe braucht, um sich festzusetzen. Hier knallten sie sofort und eine kleine Gruppe Zuschauer feierte vor der Bhne gut ab. Was mich ehrlich gesagt wundert, sind die Reaktionen der meisten anderen im Raum. Klar, es gab zustimmendes Kopfnicken und braven Applaus zwischen den Liedern, aber der Funke schien bei vielen nicht so richtig berzuspringen. Man kann das Ganze natrlich auch auf die ostwestflische Zurckhaltung schieben. Manchmal kann ein Nicken auch totale innere Begeisterung zum Ausdruck bringen, ich wei wovon ich rede, ich lebe hier. Vor der Bhne war jedenfalls alles etwas lockerer und ausgelassener, der harte Kern brachte spter sogar einen kurzen "Sech-Mann-Pogo" auf die Beine. Dafr gab es dann auch eine Runde Bierchen von der Band gesponsert. Vielen Dank dafr! Die Gste aus Osnabrck hatten im Vergleich zu den lokalen Kapellen sicherlich die schwerere Aufgabe, konnten aber mit ihrer eigenstndigen Mischung aus Thrash und Death Metal im Laufe des Auftrittes voll berzeugen. Nach gut einer Stunde war der Spa dann vorbei und abgesehen vom erwhnten Nachlassen der Soundqualitt, war es ein richtig netter Abend mit drei guten Bands, von denen man garantiert noch mehr hren wird.


Zur Geburtstagsfeier gab es vom Veranstalter noch eine coole Dreingabe in Form von einigen Promo-CDs, von denen sich die Besucher einfach ein paar aussuchen und mitnehmen durften. Auch BITTER PIECE haben einen ganzen Schwung ihrer ersten EP verschenkt. Das waren wirklich erwhnenswerte, zielgruppenfreundliche Gesten.
Leider mussten wir recht schnell nach dem Konzert zum Bahnhof, um den letzten Zug zu kriegen. Ich wr auf jeden Fall gerne noch lnger geblieben. Das "Black Sabbath" in Bad Oeynhausen ist eine kleine, gemtliche Kneipe und die "Headbanger's Night" ein Gewinn fr unsere Region. Nach diesem gelungenen "Heavy Metal Samstag" kommen wir gerne wieder.





BitterPiece Invader BitterPiece


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