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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SKUM, AACH UN KRAACH
Ort Kln, MTC
Datum 02.02.2013
Autor David Lang
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Pnktlich zur Verffentlichung ihres dritten Studioalbums bitten die Klner Death Metal Veteranen Skum zum Tanze. Das MTC, ein kleiner, gemtlicher Club in Kln, ist Ort des Geschehens, und man lese und staune: Die Band hat es geschafft, den Laden ordentlich voll zu machen. Nicht, dass ich den Jungs keine grere Fanbase zugetraut htte, nur habe ich hier bereits Fozzy gesehen, und die haben den Schuppen nicht so voll gekriegt. Respekt schon mal dafr.

Aach Un Kraach Aach Un Kraach

Es mag von Vorteil gewesen sein, dass wir uns inmitten der nrrischen Saison befunden haben und doch stellte es meiner Meinung nach ein kleines Risiko dar, sich als Todesmrtel-Trupp eine Karnevals-Combo ins Vorprogramm zu holen. Ich verga jedoch zwei wichtige Faktoren: Zum einen ist Aach un Kraach-Snger Guido Meyer de Voltaire ein Metal-Urgestein, der dank vieler anderer Projekte (Aardvarks ist hierbei das wohl bekannteste) einen besonderen Status in der Szene geniet und wahrscheinlich auch mit Blasmusik durchkme, und zum andern befinden wir uns verdammt noch mal in Kln!
Bedenkt man diese Punkte, so verwunderte es nicht, dass Herr MdV und Co. auch mit ruhigeren Tnen noch beim Publikum punkten konnten. Zwar ist das MTC zu diesem Zeitpunkt noch berschaubar gefllt, doch alle Anwesenden haben sichtlich Spa am Liedgut des Quintetts. Die Band selbst geniet ihren Auftritt sichtlich, besonders Gitarrist Kevin Olasz strahlt ber alle vier Backen, post generell eher metallisch denn jeck und lsst stolz sein Suffocation-Shirt unterm gruseligen Pailletten-Hemd hervor blitzen.
Drummer Claus Schulte ist an diesem Abend ausgefallen, so dass Martin Below, das Schweizer Taschenmesser unter den Klner Drummern, kurzfristig (einen Abend vorher erfuhr er von seinem Einsatz) eingesprungen ist. Chapeau, Monsieur Below!
Neben einigen (niveauvolleren) Karnevals-/ Klschklassikern prsentiert man auch eigenes Liedgut und muss zum Schluss noch fr eine ganz besondere Zugabe ran. Der Aardvarks Song "D Do Bowen" (geiler Thrasher opp Klsch und auch auf unserm You Tube Kanal zu bestaunen) wird in einer leicht abgespeckten Version zum Besten gegeben und komplett abgefeiert.

Setlist: Aach un Kraach

  • Der Nubbel
  • Biersche
  • Klingelptz Blues
  • Leev Linda Lou
  • Meyers Ktche
  • D Do Bowen

Als Skum zu einem witzigen Intro (eine coole Verarsche einer Bierwerbung) die Bhne betreten ist die Stimmung bereits ausgelassen und doch dauert es einige Songs lang, bis die ersten Krper fliegen. Daran knnte die Setlist Schuld sein, die zunchst nur Songs des neuen Albums beinhaltet und die womglich noch nicht jeder im Raum mitsingen kann und doch ist es natrlich weitaus mehr als Hflichkeitsapplaus, der den Lokalmatadoren entgegenschlgt. Skum Skum Fr die Dauer der ersten drei Songs sind Setlist und Tracklist der neuen Platte gar identisch, doch zwei weitere neue Songs spter wartet die erste berraschung auf das feiernde Volk. Morbid Angels "Dawn Of The Angry" erschallt als erster, einer ganzen Palette von Coversongs. Diesen singt schon, wie das bandeigene "The World Turns Red" ein Brocken namens Patrick Franken gemeinsam mit Nikola. Hier mein Aufruf an den jungen Hnen mit dem schicken Amorphis-Shirt: Wenn du das nchste mal auf ner Bhne stehst (und da gehrst du verdammt noch mal hin!) wende dich nicht vom Publikum ab, die Leute htten dir aus der Hand gefressen! Was fr eine Prsenz

Die delikate Band- wie Songauswahl in Sachen Cover wird im weiteren Verlauf immer wieder treffsicher unter Beweis gestellt. Schweissers "Eisenkopf" und das abschlieende Suicidal Tendencies "Remake" von "You Can't Bring Me Down" sollten Beweis genug fr einen exquisiten Geschmack sein. Doch auch zu den bandeigenen Mahlwerken drehen die Fans im Pit ordentlich durch. "Schlachtpark" und "Brandrodung" sorgen fr wildes Gedrnge und bei "Kolos" wird frenetisch mitgebrllt.
Nach dem geilen "Where All Life Ends" endet die Chose offiziell, doch fr zwei Zugaben muss das Quartett noch einmal ran. Da die bisherigen Coverversionen allesamt gut ankamen, gibt es auch prompt 2 weitere Neuinterpretationen. Genesis' "Jesus He Knows Me" und das bereits erwhnte Suicidal Cover machen den Sack an diesem Abend schlussendlich zu und die Reaktionen der Zuschauer lassen nur ein Urteil zu: In dieser Form sieht man sich Skum in Zukunft wohl immer wieder gerne an.

Setlist: Skum

  • Escoria (Intro)
  • Trails
  • Praina
  • Spring Is Coming
  • Nada
  • The World Turns Red
  • Dawn Of The Angry (Morbid Angel)
  • Blood Is On Our Hands
  • Kolos
  • Schlachtpark
  • Eisenkopf (Schweisser)
  • Der Schnitter
  • Leave Me
  • Brandrodung
  • Territory (Sepultura)
  • Breed
  • Where All Life Ends
  • Jesus He Knows Me (Genesis)
  • You Can't Bring Me Down (Suicidal Tendencies)





Skum Skum Skum



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