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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PAIN, MOONSPELL, SWALLOW THE SUN, LAKE OF TEARS, SCAR OF THE SUN
Ort Hamburg Markthalle
Datum 21.11.2013
Autor Verena Jurawitz
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Der Jahreszeit entsprechend gibt es heute in der Markthalle dstere Musik.
Fnf Bands drfen ihre musikalischen Ergsse auf der "Into Darkness Tour" der ffentlichkeit prsentieren.


SCAR_OF_THE_SUN Lake_Of_Tears Den Anfang machen SCAR OF THE SUN. Die Griechen starten kurz vor 19 Uhr in einem recht leeren Saal, viele Konzertbesucher kommen erst spter. Wahrscheinlich wissen die um die Musik. Von den Instrumenten her ist alles top, doch der Gesang lsst zu wnschen brig. Nicht dass es ungekonnt klingt, nein, der Gesang fllt einfach nur raus. Nach Gesprchen mit anderen Konzertbesuchern kristallisiert sich ein Meinungsbild heraus: Das Singen htte man dem Gitarristen berlassen sollen, der hat eindeutig die passendere Stimme. So dauert es auch nicht lange bis noch mehr Menschen beschlieen, die erste Band sausen zu lassen. Nun ist es im Raucherraum und an der Bar voller als vor der Bhne. Schade eigentlich. Potential ist da. Auch die Unmengen an Nebel die den Bhnenraum fllen ndern nichts an der Atmosphre. Sieht zwar gut aus, klingt aber trotzdem nicht schn.


Die Hoffnung steigt, als um halb acht die ersten Klnge von LAKE OF TEARS erschallen. Nicht gerade unbekannt und musikalisch weitaus ausgefeilter, locken sie das Publikum zurck. Dieses ruft nach ihm bekannten Stcken und bejubelt und beklatscht die Ansagen des Sngers. Der berzeugt mit einer krftigen, basslastigen Stimme und erwhnt nebenbei noch, dass Bassist und Gitarrist Aushilfen sind. Achso? Dies ist nicht zu hren, machen ihre Sache also gut. Insgesamt berzeugen die Schweden mit ihrem Gothic Metal, wenn auch nicht durch bermig viel Bewegung. Aber das erwartet man hier auch nicht unbedingt, das knnen ja die Fans erledigen. Und das tun einige auch und tanzen geschwungen zu reichlich atmosphrischen Klngen und wohligem Nebel.


Setlist: Lake of Tears
  • Taste of Hell
  • IllWill
  • Demon of You/Lily Anne
  • Raven Land
  • The Greymen
  • Boogie Bubble
  • So Fell Autumn Rain
  • House of the Setting Sun
  • Crazyman

Swallow_The_Sun

Als nchstes betreten SWALLOW THE SUN die Bhne. Es ist zwar nicht merklich voller geworden, aber mehr kreisende Kpfe sind zu sehen und dster schallt es aus den Boxen. Musikalisch einwandfrei, die Stimme schn bassig, da gibt es nichts zu beanstanden, die Jungs wissen einfach wie man doomigen Metal macht. Der Drummer (den vielleicht einige von WINTERSUN kennen) bekommt whrend des Spielens gerade rechtzeitig zum nchsten Einsatz sein rechtes Becken gewechselt, wirft seinem Roady noch einen Stick hinterher, natrlich unabsichtlich (oder!?). Naja, schn anzusehen wie er grinsend nach einem neuen Schlagutensil greift, nur um es wenige Augenblicke spter erneut auszutauschen. Auch schn ist die Spielweise des Keyboarders zu beobachten. Hinter seinem wirklich niedrig aufgestellten Instrument steht er breitbeinig und hat so gengend Halt sich zu den gemeinschaftlich produzierten Klngen zu wiegen.




Moonspell Bei MOONSPELL fallen pltzlich ungeplant vereinzelt bunte Schnipsel von oben in die Menge, wahrscheinlich Reste. Ich finde diese Kombination aus Doom, diesen Abend meist schwarz und rot gekleideten Musikern, den fast ausschlielich in schwarzen Shirts dastehenden Fans und diesem fallenden Glitzer zwar unpassend, aber doch irgendwie witzig und kann mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Schnell wieder das Geschehen auf der Bhne beobachten. Wenn der Keyboarder nicht in die Tasten haut, hngt er sich in die Gitarre, das Licht ist optimal auf die jeweiligen ruhigen Gesangspassagen abgestimmt und der Bassist prsentiert seine Lockenmhne. Der Snger hat zu Beginn des Konzertes einen schwarzen Helm auf und an seinem Mikro nur die Halterung und das obere Teil eines Mikrostatives in der Hand, quasi als verlngerten Mikrogriff. Das hat was. Aber besser wird es, als er dann doch ein ordentliches Stativ nutzt. Das ist ziemlich massiv und hat als Fu ein eingekreistes Pentagramm; sieht schwer aus. Dies hindert ihn jedoch nicht daran, es quer vor sich herzutragen und damit herumzulaufen. Insgesamt wird hier beim 20jhrigen Jubilum ein sauberes Konzert geliefert. Ob neues oder lteres Liedgut, das Publikum nimmt die einwandfrei dargebotene Show begeistert auf und die Stimmung schwankt zwischen Melancholie und Euphorie und man applaudiert danach gefhlte 20 Minuten. Einfach nur groartig.

Setlist: Moonspell
  • Axis Mundi
  • Alpha Noir
  • Opium
  • Awake!
  • Wolfshade
  • Lickanthrope
  • Em Nome Do Medo
  • Vampiria
  • Alma Mater
  • Full Moon Madness

Pain Pain

Da noch einen drauf zu setzen ist nun die Aufgabe von PAIN. Man munkelt das wre gar nicht mehr mglich. Und doch, das Stimmungshoch kann man halten und stellenweise ausbauen. Als erstes hauen die Schweden ihren "Same old Song" raus was wirklich niemandem Ruhe lsst und altgesottene Fans frmlich aus der Fassung bringt. Peter (Gesang, Gitarre) in Zwangsjacke gehllt, und seine Kollegen bieten ein klasse Konzert ber das man in keinster Weise meckern kann, bei dem einfach mal wieder alles stimmt. Eine ausgeglichene, gut gemischte Songauswahl, eine super Lichtshow und talentierte Musiker, welche durch vollen Krpereinsatz zu animieren wissen. Das bleibt nicht unbelohnt und so feiert der Saal lauthals mit "Shut Your Mouth" einen gelungenen Abschluss mit dieser fantastischen Liveband.





Setlist: Pain
  • Same old Song
  • I'm going in
  • Walking on Glass
  • Zombie Slam
  • Dirty Woman
  • Monkey Business
  • End of the Line
  • Dark Fields of Pain
  • It's Only Them
  • Let Me out
  • On and On
  • Shut Your Mouth

Whrend PAIN sich zum von FRANK SINATRA gesungenen "My Way" aus der Konserve, gebhrend verabschieden, schleiche auch ich mich nach drauen und bin mir sicher: Vor allem die letzten beiden Bands sollte man sich bei der nchsten Konzertgelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen, das steht fest. Und so fiebere ich auf dem Heimweg einem baldigen Wiedersehen und meinem Bett entgegen







Lake_Of_Tears Moonspell Pain Pain Swallow_The_Sun


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