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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MESHUGGAH, DECAPITATED, C.B. MURDOC
Ort Hamburg, Markthalle
Datum 22.11.2012
Autor Marc Schallmaier
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Am heutigen Abend gab es Todesblei der filigranen Art in der Martkhalle zu begutachten. Und da die Schweden von MESHUGGAH nicht jedes Jahr auf Tour sind, war die Location an diesem Abend auch mehr als gut gefllt. Zwar prangte nicht das "Ausverkauft" Schild an der Tr, aber wirklich viele htten nicht mehr gefehlt, um dieses Ziel zu erreichen.

C.B. Murdoc

Beginnen sollte der Abend allerdings mit einem Rohrkrepierer der obersten Gteklasse. Ich hatte von der Band C.B. MURDOC noch nie etwas gehrt, und grundstzlich bin ich eigentlich immer sehr offen fr Neues, auch wenn mir das erste Stck nicht gleich gefllt. Bei den Schweden von C.B. MURDOC gefiel mir leider gar nichts. Die Songs, ein einziger Mischmasch ohne jegliche Strukturen, wurden sehr halbherzig in die Menge gerotzt. Manchmal hatte man das Gefhl, die Band spielt nur fr sich selbst, denn auer Snger Johan gab es keinen, der auch nur im Entferntesten daran dachte, sich auf das Publikum einzulassen. Der eine Gitarrist spielte auch immer schn seinen Marschall Verstrker an, anstatt sich um 90 Grad zu drehen und mal ins weite Rund zu schauen. Ein Glck war der Spuk nach 30 Minuten vorbei!

Setlist: C.B. MURDOC

  • For The New
  • By Omission
  • Two In One
  • Changeling
  • Wolves Of Chernobyl
  • Adore
  • 10199045


Decapitated



DECAPITATED hatte ich dieses Jahr bereits beim "Wacken Open Air" gesehen und sie waren fr mich einer der Gewinner des Festival gewesen. Da spielten sie eine Abrissbirne nach der nchsten. Heute aber, im Vorprogramm von MESHUGGAH, hatte man sich fr andere Songs entschieden. Bis auf den Schluss mit "Spheres Of Madness" und "Day 69" gab es eher technisch anspruchsvolle Stcke zu hren, grtenteils vom letzten Album "Carnival Is Forever". Das tat der Begeisterung bei den anwesenden Zuschauern keinen groen Abbruch, ich persnlich fand es aber ein wenig schade. Auch der Sound war nicht ganz hundertprozentig, das merkte man vor allem spter, als der Headliner die Bhne betrat. So kmpften sich die Polen durch ihren Set und es kam ein wenig Stimmung auf. Snger Rafal Piotrowski war wie immer in Bewegung und schleuderte seinen langen Dreadlocks ber die Bhne. Nach gut vierzig Minuten war dann auch fr DECAPITATED Schicht im Schacht. Ein eher durchwachsener Auftritt ohne berraschungen oder Zwischenflle.



Setlist: DECAPITATED

  • The Knife
  • Pest
  • Mother War
  • Post (?) Organic
  • A View From A Hole
  • Homo Sum
  • Spheres Of Madness
  • Day 69

Als MESHUGGAH nach einer etwas lngeren Umbaupause auf die Bhne kamen, war die Markthalle richtig gut gefllt. Denn was nun folgte, lsst sich nur schwer in Worte fassen. Mir wurde im Vorfeld schon fter darber berichtet, dass die skandinavischen Headliner uerst viel Wert auf eine perfekte Show legen. Meshuggah MeshuggahUnd dass ist wohl auch das richtige Wort, um den Auftritt von MESHUGGAH zu beschreiben: perfekt. Selten habe ich eine Band derart tight spielen sehen. Der Sound war eine einzige, klare Wand, und ich wusste bisher nicht, dass man in der Markthalle einen derartig guten Sound erzeugen kann. Wobei ich sagen muss, dass ich eigentlich noch nie ein Konzert in der Markthalle gesehen habe, wo nur Grtze aus den Lautsprechern kamen. Der Einsatz von Nebel in dem Zusammenspiel mit der Lightshow war ein einziger Genuss. Als ich im spteren Verlauf des Konzerts in der Nhe des Mischpults stand, konnte man dem Verantwortlichen fr das Lichterspektakel auf die Finger schauen. Da stand nicht nur einer rum und drckte auf ein paar Knpfe, der Mann spielte mehr oder minder Keyboard auf seiner Anlage! MESHUGGAH nutzen die Gunst der Stunde und man kann den Auftritt ohne weiteres als Triumphzug beschreiben. Zwar bewegt sich die Band kaum auf der Bhne, und auch Jens Kidman ist nicht der gerade der Typ Frontmann, den man zwingend als Rampensau bezeichnet, aber keiner der Zuschauer kann sich der Energie von MESHUGGAH entziehen. Das ging dann sogar so weit, dass irgend ein weiblicher Fan seinen BH auf die Bhne warf.
Nach knapp 70 Minuten war dann auch erst mal Feierabend, aber der nicht abebbende Beifall und Jubel lie die Band recht zgig wieder auf die Bhne kommen. Als Zugabe kamen die Songs "Future Breed Machine" und "Dancers To A Discordant System", bevor endgltig die Lichter angingen und die Zuschauer in die kalte Nacht strmten. Aber jeder war hochzufrieden und Teil eines echten Spektakels an diesem Abend.

Setlist: MESHUGGAH

  • Demiurge
  • Pravus
  • Combustion
  • Glints Collide
  • Lethargica
  • Do Not Look Down
  • The Hurt That Finds You First
  • In Death - Is Life
  • In Death - Is Death
  • Bleed
  • New Millennium Cyanide Christ
  • I Am Colossus
  • Rational Gaze
  • Future Breed Machine
  • Dancers To A Discordant System





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