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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing FEAR FACTORY, DEVIN TOWNSEND
Ort Hamburg, Markthalle
Datum 31.10.2012
Autor Marc Schallmaier
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Man mag es kaum glauben, aber das Konzert von FEAR FACTORY und DEVIN TOWNSEND war ursprnglich fr das Logo in Hamburg vorgesehen. Wer den Laden nicht kennen sollte, dem sie hiermit gesagt, dass das Logo zwar ein echter Kult Club ist, dass Fassungsvermgen langt aber mal gerade fr 350 Leute. Und nach ein paar Wochen kam dann auch die erwartete Meldung, dass dieses Konzert in die weitaus grere Markthalle verlegt wurde. Alles andere wre auch Kse gewesen.

Devin Townsend Devin Townsend

Einigermaen pnktlich kam ich dann auch in der Markthalle an, und nach dem problemlosen Eintritt mit Aushndigung der Foto Erlaubnis machte ich mich auf dem Weg zur Bhne, wo die erste Vorband in wenigen Minuten loslegen sollte. Doch SYLOSIS spielten nicht, so wie auf den Plakaten angekndigt. Als Grund hierfr konnte ich in Erfahrung bringen, dass SYLOSIS lieber mit LAMB OF GOD in den USA touren wollten. Und so kam Devin Townsend mit seiner Band auf die Bhne, um gut gelaunt den Abend zu beginnen. Er und seine Mitstreiter erwischten einen superben Abend. Der Sound war richtig klasse, das Licht wurde passend eingesetzt und die Spielfreude war jedem der Band Mitglieder anzusehen. Wobei Devin Townsend schon im Mittelpunkt des Auftritts stand. Dem zweiten Gitarristen und dem Mann am Bass stand jeweils ein kleines Podium zu Verfgung, die die beiden langbrtigen Kollegen auch kaum verlieen. Was sich in erster Linie vielleicht negativ anhrt (und ein klein wenig an frhere DANZIG Konzerte erinnerte. Da gab es Markierungen auf der Bhne, welche die Bandmitglieder nicht bertreten durften, damit der Zuschauer nicht sieht, wie klein Glenn Danzig wirklich ist!), war aber keinesfalls so gemeint. Auch Devin hatte ein solches Podest, ihm stand aber der Sinn nach etwas Bewegung am heutigen Abend. Die Band spielte einen beeindrucken Set mit Songs wie "Supercrush", "Kingdom" und "Grace", und trat als geschlossene Einheit auf. Ansonsten passierte nichts auergewhnliches, die 55 Minuten vergingen wie im Flug und das Hamburger Publikum feierte DEVIN TOWNSEND richtig ab. Der Meister selbst war auch redselig, betrieb mehr als den blichen Smalltalk mit dem Publikum und feuerte die Leute an. Starker Auftritt!

Setlist: DEVIN TOWNSEND

  • Supercrush
  • Kingdom
  • Regulator
  • Apes
  • Belong
  • War
  • Colonial
  • Vampira
  • Animals
  • Juular
  • Grace

Nach der obligatorischen Umbaupause war es dann an der Zeit, FEAR FACTRORY auf der Bhne zu begren. Ich hatte mir im Vorfeld dieses Konzertes doch so einige Gedanken gemacht. Die Band aus Los Angeles ist einer meiner absoluten Lieblingskapellen, und dass schon seit "Demanufacture" Zeiten. So ist es mir in den letzten Jahren nicht entgangen, dass das allgemeine Interesse an der Band doch abnahm. Fear Factory Fear Factory Das mag natrlich auch daran liegen, dass die Band mit den letzten Alben nicht an die groen Erfolge von eben "Demanufacture" oder auch "Obsolete" anknpfen konnte. Konkret hatte ich die Befrchtung, dass ein groer Teil der Besucher nach dem Auftritt von DEVIN TOWNSEND den Saal verlassen wrde, und teilweise sollte ich auch leider Recht behalten. Aber die groe Masse war immer noch da, als FEAR FACTORY dann die Bhne betraten. Snger Burton C. Bell hatte sich ein schwarz weies Totenkopf Make Up verpasst, schlielich war heute Halloween. Die Band startete mit "The Industrialist" gleich voll durch, und so sammelten sich die ersten Leute um einen Mosh Pit in Gang zu bringen. Es folgte mit "Recharger" gleich noch ein Song vom letzten Album, bevor dann mit "Shock" der erste Klassiker in die Menge rausgehauen wurde. Die beiden Neuzugnge bei FEAR FACTORY fgten sich gut ein. Bassist Matt DeVries ist ja kein Unbekannter und konnte schon mit CHIMAIRA und SIX FEET UNDER reichlich Erfahrung sammeln. ber den neuen Schlagzeuger Mike Heller gibt es noch nicht so viel zu berichten. Da die Schlagzeugarbeit bei der Angstfabrik nicht ohne ist, sollte allgemein bekannt sein. Und seine beiden Vorgnger waren ja niemand geringeres als Raymond Herrera und Gene Hoglan, beides Kesselrhrer der obersten Schublade. Um es vorwegzunehmen, Mike Heller machte seine Sache ordentlich. Ein anderer Aspekt, der sich auch auf ihn beziehen knnte, steht da vielleicht noch im Raum, aber dazu spter mehr. Verwunderlich fand ich, dass es dieses Mal keinen Keyboarder auf der Bhne gab, der die entsprechenden Synthie Effekte zu den Songs beisteuerte. Gerchte sagen, es stand ein Mann mit Keyboard an einer der Seiten von der Stage, aber zu sehen war nix. Es folgten mit "Self Immolation", "Martyr" und "Scapegoat" drei Songs vom ersten Album "Soul Of A New Machine". Grund hierfr war die Tatsache, dass FEAR FACTORY an diesem Tag den 22. Geburtstag der Band feierte. Snger Burton erklrte, dass er mit Dino an diesem Tag vor Zweiundzwanzig Jahren in ein kleines Studio fuhr, um die ersten Aufnahmen zu ttigen. Zur Feier des Abends kam Devin Townsend mit einer Flasche Sekt auf die Bhne, und es wurde erstmal mit einem Becher voll Prickelbrause angestoen.
Im Anschluss daran bekam dass Publikum die ersehnten Klassiker vom "Demanfacture" Album zu hren. "Self Bias Resistor", "Zero Signal" und als letzten Song "Replica", was die Menge noch einmal richtig zum ausflippen brachte. Danach ging die Band von der Bhne und das Licht ging an. Bei FEAR FACTORY hat man schon seit langer Zeit darauf verzichtet, Zugaben zu spielen. Eigentlich wurden in diesen knapp 85 Minuten auch einige Hits gespielt. Eigentlich? Einige? Ja, denn wenn es einen Kritikpunkt gab, den man ansprechen muss, dann ist es ganz klar die Songauswahl. Burtons gesangliche Leistung war schon immer der Stolperstein eines jeden FEAR FACTORY Konzerts. Aber im Gegensatz zu frheren Auftritten fand ich seine heutige Leistung ganz in Ordnung. Auch der Sound im Allgemeinen war richtig gut. Aber die Setlist? Ich wei ja nicht. Natrlich hat jeder Fan seine Favoriten Setlist von seiner jeweiligen Lieblingsband. Und dass man diese so gut wie nie bei einem Konzert zu hren bekommt, ist wohl jedem klar. Fear Factory Fear Factory Je mehr Songs von dieser privaten Setlist gespielt werden, desto besser gefllt einem auch das Konzert, dass liegt auf der Hand. Aber an dem heutigen Abend konnte ich so manches nicht nachvollziehen. Vom neuen Album fehlte "Powershifter", fr dass es ein Video gibt und dass mit zu den besten Songs auf dem Album gezhlt wird. Dafr gab es "New Messiah", meiner Meinung nach ein Song, der Austauschbar ist. Was definitiv fehlte war auch "H-K", obwohl gerade bei einem hnlichen Kaliber, nmlich "Linchpin", der Mosh Pit gerade zu explodierte. Anstatt noch einen Kracher vom "Obsolete" Album wie "Freedom Or Fire" oder "Resurrection" zu spielen, bekam man "Self Immolation" vom Debut zu hren. Fr mich absolut unverstndlich. Und jetzt mchte ich noch den Bogen zum neuen Drummer Mike Heller spannen, denn ich will einfach mal mutmaen, dass er vielleicht auch ein Grund fr genau diese Songauswahl ist. Der Mann ist jetzt erst seit 7 Monaten bei FEAR FACTORY am Start, und vielleicht fehlte die Zeit, dass er sich die etwas schwierigeren Stcke antrainieren konnte. Wie schon einmal gesagt, die Drums von FEAR FACTORY sind nichts fr Anfnger. Es ist dann einfach nur schade, dass der zahlende Fan am Ende ein wenig enttuscht dasteht. So ging der Abend dann auch zu Ende, die Reaktionen der Besucher waren durchaus gemischt. Whrend die Fraktion von DEVIN TOWNSEND zufrieden war, gab es doch das ein oder andere lange Gesicht bei der Fanschar von FEAR FACTORY. Der Band sei hiermit der dringende Rat ans Herz gelegt, bei der nchsten Tour definitiv ein paar Schippen draufzulegen. Dino Cazeres und auch Matt DeVries waren stndig in Bewegung, bangten sich die Seele aus dem Leib und speziell erstgenannter feuerte immer wieder die Meute an. Auch war er sich nicht fr einen kleinen Ausflug in den Fotograben zu schade. Die Leistung von Snger Burton war ebenfalls okay, da habe ich persnlich schon ganz andere Fiaskos von ihm erleben drfen. Aber er lie nicht die Sau raus, wirkte teilweise reserviert und vielleicht auch desinteressiert.
Schlagzeuger Mike Heller spielte die Songs zwar fehlerfrei runter (zumindest mir fiel keiner auf), wirkte dabei aber hoch konzentriert und lie jede Art von Groove vermissen. Da muss einfach mehr drin sein, wenn FEAR FACTORY noch einmal ganz vorne angreifen wollen. Ich wnsche es ihnen vom ganzen Herzen!

    Setlist: FEAR FACTORY
    • The Industrialist
    • Recharger
    • Shock
    • Edgecrusher
    • Fear Campaign
    • Acres Of Skin
    • Linchpin
    • New Messiah
    • Martyr
    • Scapegoat
    • Self Immolation
    • Demanufacture
    • Self Bias Resistor
    • Zero Signal
    • Replica





    Devin Townsend Devin Townsend Devin Townsend Devin Townsend Devin Townsend Devin Townsend Devin Townsend Fear Factory Fear Factory Fear Factory Fear Factory Fear Factory Fear Factory Fear Factory Fear Factory Fear Factory



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