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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DELAIN, 69 CHAMBERS, SEÑORITA NOCTE
Ort Aschaffenburg, Colos-Saal
Datum 17.10.2012
Autor Thorsten Ritter
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69Chamber Als DELAIN am 13.05. diesen Jahres im Colos-Saal gastierten, war die aktuelle CD "We Are The Others" leider noch nicht erhältlich und mit altem Programm wollte ich die Band nicht nochmal sehen. Zum vorhergehende Album "April Rain" hatte ich die Band bereits im Frankfurter Nachtleben bewundern dürfen wie auch beim AMPHI-Festival vor 2 Jahren. Sicher hätte es einen Vorgeschmack auf neue Songs gegeben, aber ich mache mir gern vorab ein Bild der jeweils aktuellen Scheibe, da ich in der Vergangenheit doch schon das ein oder andere Mal enttäuscht worden bin, da mir aktuelles Material nicht gefiel und ich auf die Klassiker im Set warten musste. Daher war die Vorfreude auf den heutigen Abend umso größer, da "We Are The Others" im Sommer mehrere Wochen in meinem Player rotierte, weil sich wieder ein paar Perlen darunter befinden. Also, meine Freundin von der Arbeit abgeholt und nach Aschaffenburg aufgebrochen. Dummerweise war die Band SEÑORITA NOCTE fast am Ende ihres Sets, als wir kurz vor 20 Uhr im Colos-Saal ankamen. Die noch verblieben Minuten boten nett anzuhörenden Gothic Metal mit einer recht schnuckeligen Sängerin, der nicht sonderlich originell war, aber auch nicht unbedingt weh tat. Als Opener gingen die Spanier aber in Ordnung. Sonderlich voll war es derzeit ebenfalls nicht, was sich über den Abend dann auch nicht großartig ändern sollte.


Die folgende Umbaupause gestaltete sich erfreulicherweise sehr kurz - ich bin da mittlerweile doch anderes gewohnt - und demnach dauerte es nicht lange, bis das Schweizer Trio 69 CHAMBERS die Menge rocken sollte. Die Band stieg ziemlich hart in ihren Set ein und bot eher alternative als düster-pathetische Klänge. Der Sound präsentierte sich sehr viel zäher und grooviger. Musikalisch erinnerte mich das Ganze dann auch entfernt an STAIND. Mitreißend fanden das allerdings die wenigsten. Das Einzig spannende war das Outfit der Sängerin und Bassistin Nina Vetterli-Treml sowie die Gitarren-Parts. Letzteres sollte auch nicht weiter verwunderlich sein, denn Tommy Vetterli, der mir von CORONER sowie seiner Zeit bei KREATOR bekannt war, bediente die sechs Saiten. Aber auch das konnte mich nicht davon abhalten den Bierstand zu konsultieren, denn mich langweilte das Ganze. Meines Erachtens waren die Eidgenossen hier einfach fehl am Platz und bei einem Alternativ-Konzert bedeutend besser aufgehoben. Zudem empfand ich das Drum-Solo von Diego Rapacchietti in diesem Rahmen völlig deplatziert bzw. unglücklich gewählt. Und so ertappte ich mich dabei, mir SEÑORITA NOCTE wieder zurück auf die Bühne zu wünschen. Die Reihenfolge wäre sicher passender gewesen, denn so war die Luft erstmal raus.


Delain Delain

Gegen 21.30 Uhr war es dann jedoch soweit und DELAIN betraten die Bretter. Mit dem Opener der aktuellen Langrille "Mother Machine" legte das sympathische Quintett ordentlich los und die Fans gingen von Anfang an mit. Keine Frage, endlich wurde musikalisch das geboten, auf was alle Anwesenden schon sehnsüchtig gewartet hatten. Sängerin Charlotte Wessels zog wie gewohnt die Blicke auf sich; attraktives Outfit und tolle Stimme, was will man(n) mehr. Ihr war wie in der Vergangenheit auch die gute Laune wieder anzumerken, denn sie hatte ständig ein Lächeln auf den Lippen. Aber auch der restlichen Band war der Spaß sichtlich anzumerken. Der Fünfer präsentierte sich zwar deutlich routinierter als ich sie bislang in Erinnerung hatte, aber nicht minder engagiert. Die Setlist bot eine nette Mischung der drei bisherigen Veröffentlichungen, wobei die Songs bei weitem nicht so viel Bombast und Theatralik wie auf CD versprühten. Es wurde gerockt und dem Publikum war es egal, was DELAIN zum Besten gaben, denn jede Nummer wurde abgefeiert. Ehe ich mich versah, waren 65 kurzweilige Minuten auch schon vorbei und die Band verließ zu meinem Erstaunen die Bühne. Von frenetischem Jubel begleitet kam das Quintett aber schnell für drei weitere Songs zurück. Zwar empfand ich die Gesamtspielzeit für ein wenig zu kurz, aber nichtsdestotrotz konnte ich überall in zufriedene und glückliche Gesichter schauen. Selbst meine Freundin, die anfänglich dem Konzert skeptisch gegenüberstand - WITHIN TEMPTATION sind ihr ein Greul - war sichtlich begeistert. Wir kommen gerne wieder.


Setlist: DELAIN
  • Mother Machine
  • Stay Forever
  • Go Away
  • Virtue And Vice
  • Milk And Honey
  • See Me In Shadows
  • Electricity
  • Pristine
  • Invidia
  • Sever
  • Get The Devil Out Of Me
  • April Rain
  • Sleepwalkers Dream
  • Not Enough
  • Control The Storm
  • We Are The Others
  • The Gathering





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