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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HELL NIGHTS 2012
Ort Hamburg, Hafenklang
Datum 28.10.2012
Autor Marc Schallmaier
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Der offizielle Beginn der "HELL NIGHTS 2012" war berall mit 20.00 Uhr angegeben. Wir waren bereits zwanzig Minuten vorher da um festzustellen, dass die erste Band bereits auf der Bhne stand. Und obwohl dass Hafenklang ausverkauft war, stand nur eine einzelne Dame an der Garderobe, um an diesem bitterkalten Abend die Jacken entgegenzunehmen. So verzgerte sich das Ganze bis wir endlich vor der Bhne standen. Da spielten dann THE FRIGHT gerade ihren vorletzten Song, bevor mit dem DANZIG Cover "Mother" das letzte Stck intoniert wurde. Schade, klang gar nicht so schlecht, htte ich gerne mehr von mitbekommen.

Bloodsucking Zombies From Outer Space Bloodsucking Zombies From Outer Space

Als nchstes begaben sich dann die BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE auf die Bhne, die mit ihrer Mischung aus Psychobilly und Horropunk fr gute Laune und jede Menge Bewegung im Publikum sorgten. Die Lichtverhltnisse waren brigens wieder einmal katastrophal im Hafenklang. Es dominierte Rot, ab und an dann mal etwas Blau, was zur Folge hatte, dass einige meiner Bilder einen 3D Effekt bekamen, obwohl meine Kamera dafr gar keine Funktion hat. Merkwrdig. Zurck zu den sterreichern von BZFOS, so die offizielle Abkrzung, die auch in groen Buchstaben auf dem Rcken des Kontrabass stand. Zusammen mit dem Stehschlagzeuger bildete das Quartett eine richtige Einheit auf der Bhne und so machte der Auftritt allen Beteiligten Spa. Die Jungs spielten einen Querschnitt durch das bisherige Schaffenswerk und das Hamburger Publikum war erstaunlich textsicher.
Bei Klassikern wie "Cannibal Holocaust", "Horrormovie Fan" oder natrlich "Mrder Blues" war das aber auch nicht weiter schwierig. So wurden dann auch BZFOS zu recht abgefeiert und konnten sich ein wenig wie der heimliche Gewinner des Abends fhlen.

THE OTHER aus Nordrhein-Westfalen standen ein paar Tage vor ihrem 10. Geburtstag, was natrlich ein prima Anlass zum Feiern war. So lieen es sich die Jungs auch nicht nehmen und starteten mit "My Home Is My Casket" und "Transylvania" voll durch. Aber obwohl das Publikum richtig mitging und es nun zu den ersten amtlichen Pits kam, war irgendwas faul im Staate Dnemark. Und das "bel" konnte auch ziemlich schnell ausgemacht werden. Es stand nmlich in den ersten Reihen und hielt eine junge Dame im Arm, und war irgendwie nicht scharf auf Krperkontakt. Auer natrlich mit dem Kontakt zu seiner weiblichen Begleitung. Und wieder einmal fragte ich mich: warum muss man bei so einem Konzert in der ersten Reihe stehen und die angeflogenen Leute bertrieben hart wieder wegschubsen, wenn man keinen Bock auf Pogo hat? Nun, bei der Dame hatte es einen triftigen Grund, denn sie schien die Jungs von THE OTHER zu kennen. Denn als man auf der Setlist bei dem Stck "Der Tod Steht Ihr Gut" ankam, wurde sie von Snger Rod Usher gebeten, einen Teil des Textes zu singen, was sie auch konnte. Aus diesem Grund ist zumindest ihr Verbleib am Bhnerand nachzuvollziehen. Als ich mich spter etwas weiter nach hinten verdrckte, schien sich die Sache beruhigt zu haben, bis pltzlich der Bassist Viktor Sharp sagt "Keinen Stress da". Ob damit wohl der Kollege aus der ersten Reihe gemeint war? Wie dem auch sei, THE OTHER rockten weiter ihren Set runter, auch wenn es zwischendurch mal Probleme mit dem Licht gab. Erst ging die Hallenbeleuchtung an, kurz danach war es pltzlich komplett duster. Aber hey, das waren die HELL NIGHTS, warum sollte das Licht nicht auch anfangen zu spuken? Beim Song "Augen" wurden dann auch noch dem Titel entsprechende Leckereien ans Publikum verteilt, mit der eindeutigen Warnung, dass spter die Augen des Hamburger Publikums dran glauben werden wrden. Kurz danach war dann fr THE OTHER Feierabend angesagt, und man konnte der Band zu einem ordentlichen Auftritt gratulieren.

Blitzkid Blitzkid

Eine Umbaupause spter standen dann BLITZKID auf der Bhne, und wie wir erst kurz zuvor erfahren durften, handelte es sich hierbei um die Abschiedstournee der Amerikaner. Sehr schade, denn mit ihrem mitreienden Sound konnten sie sich zu einem groen Vertreter des Horrorpunks mausern. Gerade in Europa und erst recht in Deutschland haben sie eine groe Anzahl treuer Fans. Damit ist es nun leider vorbei. Nichtsdestotrotz gaben die vier Jungs aus Virginia noch einmal alles. Allerdings, um hier gleich zum Kritikpunkt zu bekommen, drckten BLITZKID von Anfang das Gaspedal voll durch. "The Pumpkin Patch Murders", "Starlite Decay" und auch "I'm A Zombie" sind ohne wenn und aber gute Songs, aber sie bewegen sich alle im gleichen Tempo. Meiner Meinung nach wre es schlauer gewesen, den ein oder anderen Track im Midtempo einzustreuen. So erlosch nicht nur mein Interesse nach einer Handvoll Lieder, auch im Publikum ging der Bewegungsdrang stetig nach unten. Wobei sich eine amtliche Anzahl von Zuschauern im Vorfeld viel Mhe gemacht hatten. Man konnte Frauen sehen, die einen offenen Reisverschluss im Gesicht hatten, der einem suggerierte, dass die Haut mit aufgezogen wurde. Sehr beeindruckendes Make Up. Weiterhin gab es ein paar Narben und offene Wunden zu sehen, dazu noch eine Braut in Wei und eine in Schwarz. Das Ganze war an diesem Abend mehr als angemessen, aber BLITZKID schafften es nicht, aus dieser Atmosphre etwas ganze Besonderes zu machen. Viel mehr wurde der Gig runtergeholzt, es kamen die blichen Ansagen und dann war das Konzert auch schon zu Ende. Es passierte wirklich nichts erwhnenswertes. Irgendwie ein wenig Schade, denn es wird wohl wirklich eines der letzten Konzerte von BLITZKID gewesen sein. Natrlich gibt es immer wieder Reunions aus den unterschiedlichsten Grnden, aber bei den Jungs hier wrde ich keine groe Summe darauf wetten. Im Allgemeinen kann man von einem guten Abend sprechen, der seine Hhepunkte hatte und ansonsten als durchschnittlich zu betrachten sei. Der Sound war bei allen Bands sehr gut, das ist beileibe im Hafenklang nicht selbstverstndlich. Ich erinnere mich mit Grausen an das Sound-Inferno, dass vor ein paar Monaten bei MUNICIPAL WASTE mein Gehr ruinieren wollte. So ging es wieder raus in die kalte Nacht und ich hoffe doch stark, dass es im nchsten Jahr eine Neuauflage der HELL NIGHTS auch in Hamburg gibt.





The Fright Bloodsucking Zombies From Outer Space Bloodsucking Zombies From Outer Space The Other The Other The Other Blitzkid Blitzkid Blitzkid



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