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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing KIP WINGER, FLORIAN HOFER, TILL KERSTING, THORSTEN WILLER
Ort Kln, Underground
Datum 17.09.2012
Autor Thorsten Ritter
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Mit dem heutigen Konzertabend machte ich einer guten Freundin eine groe Freude, denn der Snger und Namensgeber der einstigen Millionenseller WINGER kam solo nach Kln ins Underground und ohne mich wre sie wohl nicht in den Genuss gekommen. Meine WINGER-Zeiten sind schon ziemlich lange vorbei, denn nach der dritten Scheibe "Pull" verfolgte ich die Band nicht weiter bzw. verlor sie ein wenig aus den Augen. Den Vorgnger "In The Heart Of The Young" und das Debt fand ich seinerzeit aber richtig gut; live zu Gesicht bekommen hatte ich die Combo um KIP WINGER aber nie. Okay, also Montag nach der Arbeit das Auto vollgetankt und bei strahlendem Sonnenschein ab nach Kln. Glcklicherweise lief es verkehrstechnisch richtig super und erst vor Ort wurde es voller auf den Straen, so dass es dann doch ein wenig dauerte, bis wir ankamen. Das Underground, wo der Event stattfand, ist ein gemtlicher, kleiner Schuppen im Stadtteil Ehrenfeld, welchen ich bislang nur von einer Pre-Listenting-Session kannte. Es ist zudem in unmittelbarer Nhe zur Live Music Hall gelegen, wo heute zeitgleich die H-BLOCKX zugegen waren. Dort war es sicher auch sehr viel voller, denn als wir ankamen war noch nicht viel los und die meisten Gste saen drauen und genossen das ein oder andere Klsch in der herbstlichen Abendsonne. Erster Wehmutstropfen gleich zu Beginn war die Erkenntnis, dass 3 Voracts spielen sollten und nicht, wie auf den Plakaten angekndigt, nur FLORIAN HOFER. Ich verabschiedete mich daher schnell von dem Gedanken, doch einigermaen frh nach Hause zu kommen; verdammt.

Thorsten Willer

Gegen 19.30 Uhr betrat THORSTEN WILLER als Erster mit seiner Klampfe die spartanische Bhne und mit viel Glck lauschten ihm 30 Fans. Er nahm auf einem Hocker Platz und prsentierte die nchsten knapp 30 Minuten einen stimmungsvollen, wenn auch weitestgehend balladesken Set. Mir fiel gleich die Stimme von Thorsten auf, die hervorragend zu den Songs passte und mich sofort in ihren Bann zog. Er selbst kam sympathisch, wenn auch ein wenig schchtern, rber. Ein wenig strend empfand ich lediglich, dass er nicht mde wurde, Werbung fr seine Stanmcombo SOLEDOWN zu machen. Keine Ahnung, welche Mucke er hier macht, aber eventuell geht er hier ein wenig mehr aus sich raus. Egal, die Zeit verstrich jedenfalls im Nu und das TOM PETTY Cover "Free Falling" beendete eine angenehme halbe Stunde.

Nach einer kurzen Pause durfte der mir ebenfalls unbekannte TILL KERSTING die Anwesenden unterhalten, welcher auch gleich ziemlich rockig in seinen Set einstieg. Er kam merklich selbstbewusst rber und genoss als Klner auch einen gewissen Heimvorteil. Anhand der Publikumsreaktion konnte man zudem feststellen, dass Til deutlich besser ankam, als sein Vorgnger. Dadurch, dass er sich nicht auf einen Hocker setzte, hatte die Performance auch mehr Dynamik und es war ein leichtes Rock 'n' Roll Feeling zu vernehmen. Til Kersting Seinen Ansagen konnte ich aber gar nichts abgewinnen, da Alles aufgesetzt wirkte. Aber vielleicht lag es auch am Klner Humor, denn ich nicht verstand. Die restlichen Zuhrer sahen das aber weitestgehend anders und es bewahrheitete sich mal wieder, dass die Geschmcker verschieden sind. Zum Abschluss prsentierte Till noch 2 Songs in deutscher Sprache, welche mich aber noch weniger begeistern konnten, als die Vorherigen. Die Nummern wirkten wie gewollt, aber nicht gekonnt und gingen fr mich so berhaupt nicht. Nun ja, aber damit sollte ich wohl einer der Wenigen sein, irgendwie sprang der Funke bei mir einfach nicht ber.

Egal, Schwamm drber und die Hoffnung gehegt, dass es besser wird. Mit FLORIAN HOFER kam dann der dritte Barde inklusive Gitarre zum Zug. hnlich wie THORSTEN WILLER, wusste Florian mit seiner Stimme zu beeindrucken, die ber ein angenehmes, rauchiges Timbre verfgte. Das sollte es dann aber auch gewesen sein, denn seine Optik er kam mit einer komischen Kopfbeckung auf die Bhne und seine Performance waren unter aller Kanone. Florians Auftreten wirkte arrogant und grokotzig. Keine Ahnung was er dachte, wer er war Noel Gallagher von OASIS vielleicht? Dass ihn Niemand kannte und auch im Internet nicht nach ihm recherchiert hatte (er war ja schlielich angekndigt), machte seine Laune nicht unbedingt besser. Florian Hofer Die Songs waren nicht sein Problem, sondern er selbst. Immer mehr Besucher verlieen whrend seines Auftritts den Raum, denn das Publikum mitreien oder motivieren geht definitiv anders! Dies machte ihm aber nichts, denn sein mehr als gesundes Selbstbewusstsein stand ber den Dingen und so brachte er seinen Set wenn auch ein wenig beleidigt zu Ende. Sicher hakt er denn Abend schnell ab, denn wer waren wir den schon. Bestimmt tritt er ansonsten in den grten Arenen dieser Welt auf, wo man ihn zu wrdigen wei. Ohne Worte, denn musikalisch ging es eigentlich in Ordnung.

Es wart daher hchste Zeit fr KIP WINGER. Als der Gute dann endlich die Bhne betrat, war es leider nur unwesentlich voller als bei TILL KERSTING, so dass schtzungsweise hchstens 70 Anwesende in den Genuss der nachfolgenden Performance kamen. Tja, die besten Zeiten sind fr Kip bzw. seine Stammband sicher vorbei. Das war fr den folgenden Auftritt aber irrelevant. Mittlerweile standen die wenigen Fans auch direkt vor der Bhne und waren gespannt auf die kommenden Minuten. Anfangs musste ich zwar ein wenig stutzen, denn ich hatte den Guten doch optisch ein wenig anders in Erinnerung, aber seit seiner Hochzeit sind ja nun doch ein paar Jahre vergangen. Kip betrat jedenfalls gut gelaunt, ohne Starallren und mit einem lockeren Spruch auf den Lippen die Bhne. Was dann folgte, htte ich nicht fr mglich, denn bis auf wenige Ausnahmen kamen nur mir bekannte Songs zum Zug. Wie geil war das denn. Die Befrchtung, dass vornehmliche seine Solosachen zum Zuge kommen sollten, bewahrheitete sich daher glcklicherweise nicht. Was die Reihenfolge anbelangte, war Kip eh nicht festgelegt und so wurden die Nummern auf Zuruf zum Besten gegeben. Seine Stimme war zudem ber jeden Zweifel erhaben, denn er sang wie einst in der glorreichen Vergangenheit. Ich htte es zudem nicht fr mglich gehalten, dass die Songs trotz des akustischen Gewandes so ihre Wirkung entfalten sollten.

Kip Winger

berall konnte ich in zufriedene und glckliche Gesichter schauen, mit der Gewissheit, dass alle ebenso wie ich in Erinnerungen an die Vergangenheit schwelgten. Genau wie die Fans hatte aber auch Kip riesig Spa und genoss die Zeit im Mittelpunkt. Bei "Miles Away" bekam Kip dann Untersttzung von Steve aus dem Publikum, der seinen Mitsingpart groartig meisterte. Als ihm kurze Zeit spter bei "Nothing" eine Saite riss, durfte meine Begleitung sowie ein weiterer Fan zwecks Untersttzung aufs Podium. Und eh ich mich versah, sollte es auch schon zu Ende sein. Wow, mein Zeitgefhl hatte mich komplett verlassen. Im Anschluss lie sich Kip dann auch nicht lange bitten und stand den noch anwesenden Fans fr Smalltalk, Fotos, Autogramme etc. zur Verfgung. Das nenne ich doch mal Fan-Nhe. Meine Freundin lie sich noch schnell mit dem "Meister" ablichten, nahm ein Gratis-Poster mit und danach machten wir uns auf den gut zweistndigen Heimweg. Ich muss gestehen, dass ich positiv berrascht war und den Gig sichtlich genossen habe. Hoffentlich bekomme ich die Songs irgendwann mal in ihrem originalen Gewand zu Gehr, denn die Setlist lie zumindest fr mich keine Wnsche offen. Ob ich aber dafr nochmal 2 Stunden auf mich nehme, steht auf einem anderen Blatt.



Setlist: KIP WINGER
  • Cross
  • Easy Come, Easy Go
  • Soul Of Freedom
  • Who's The One
  • Headed For A Heartbreak
  • Blind Revolution Mad
  • Free (Instrumental)
  • Miles Away
  • Nothing
  • How Far Will We Go
  • Rainbow In The Rose
  • Hungry
  • I Can't Get Enough
  • Deal With The devil
  • I'm 18 (angespieltes Alice Cooper Cover)
  • Down Incognito
  • Madalaine
  • Seventeen
  • Blue Suede Shoes





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