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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing FIREWIND & LEAVES' EYES
Ort Aschaffenburg, Colossaal
Datum 02.10.2012
Autor Thorsten Dietrich
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Das Colossaal ist immer eine Reise wert, besonders wenn am nchsten Tag Feiertag ist und Firewind spielen. Hrt sich ja auch hnlich an. Auf der A3 ist Regen und Dunkelheit angesagt, der Herbst ist da und ich muss mich erstmal dran gewhnen. Neben den ganzen Nachtschwrmern, auch heute sind viele auf den Straen, fllt Aschaffenburg durch viele gute Konzerte auf die im Colossaal stattfinden. Leaves' Eyes Leaves' Eyes Auerdem wird da Bier in groen Glsern ausgeschenkt. Mit etwas Glck haben wir auch die Gothic Metal Band Leaves' Eyes verpasst, die leider als Co-Headliner 75 Minuten spielt von denen dann nur eine gute halbe Stunde verstrichen ist. Also rein und Bier holen. Freundlich geht es hier zu. Plastikbecher? Ist vom Tourmanager verlangt worden. Vielleicht hatte man Angst die Vorband wrde von den Firewind Fans beworfen?
Also dann ran an den Speck! Nach eigenen Hits wie dem Ohrwurm "Elegy" und dem Mike Oldfield Cover "Back To France" muss ich feststellen, dass die Eyes sooo mies gar nicht sind! Sicherlich steht Liv Kristine Krull in der Mitte als wre sie festgeschraubt und bewegt sich leicht wie ein Blatt im Wind vor dem Ventilator, whrend die oft ausgetauschten Musiker halt brav ihren Job machen. Animateur und Rampensau ist Ehemann Alex Krull, der ab und an als Shouter das Ganze auflockert und mich mit seiner ewiglangen Splissmatte an meinen letzten Friseurbesuch erinnert. Da die Band aber einfach sehr nett und sympathisch wirkt und nach dem Gig sehr locker ist und mit jedem redet, Fotos macht und Autogramme gibt, werde ich auch nichts Bses schreiben. Ist halt nicht ganz mein Fall.
Nun wurde es endlich Zeit fr die beste und bekannteste griechische Metalband! Ich stehe schon seit 2002 auf die Truppe um Gitarrist Gus G. alias Kostas Karamitroudis der als blutjunger Gitarrist in Amerika in die Lehre ging und dort die Band zunchst als Studioprojekt grndete. Anfangs war an Konzerte nicht zu denken, die "Band" hatte sich noch nie gesehen. Irgendwann, ich glaube ab dem vierten Album startete Gus mit griechischen Musikern durch und konzentrierte sich auf Firewind, nachdem er bei vielen Bands gleichzeitig aktiv war oder aushalf (Mystic Prophecy, Dream Evil, Arch Enemy, Nightrage). Die Truppe ist bis auf den Drummerposten auch recht konstant. Auf der letzten Tour war Snger Apollo verhindert und wurde durch Mats Leven vertreten. Doch am 02.10.2012 rockt die Truppe mein ganz persnliches Konzerts des Jahres. Mit ordentlicher Lightshow, ohne nervige Nebel- und Blitzattacken und einem vom Hausmischer sehr gut abgestimmten Sound feiern die Griechen einen Triumphzug und mobilisierten die gut 200 Fans zu einem lautstarken, mitklatschenden doppelt so gro klingendem Publikum. Firewind Firewind Im Gegensatz zu anderen Gitarristen ist Herr G. kein Egomane, sondern agiert mit seiner Truppe als geschlossene Formation, trotzdem hat er Zeit fr ein Paar Kabinettstckchen auf der Gitarre. Der recht neue Drummer Johan Nunez kommt mit kleinem Iro und einem sehr abgespeckten Drumkit, was er trotzdem mit Spa in den Backen gekonnt vermbelt. Gigantismus a la Mike Portnoy muss nicht immer sein! Neben Gus G. ist auch Keyboarder Bob Katsionis Gitarrist und kommt mit der Doppelbelastung ganz gut klar. Es macht tierisch Spa ihm zuzuschauen, wie er die Instrumente wechselt als wre das nichts bzw. beide gleichzeitig bedient. Tja und manche sogenannten Metalbands haben zwei Gitarristen die man kaum hrt und noch einen Keyboarder. All das nimmt auch Platz auf der Bhne weg. Firewind haben sich trotz kleinerer Bhne gut bewegt, wobei Frontmann Apollo Papathanasio mit sauber gegltteten Haaren und ein paar Stzen Deutsch (inkl. "Was guckst Du?") den freundlichen Frontmann gab der ab und an, aber nicht penetrant wie bei anderen Bands, vom Bandboss dabei untersttzt wurde. Bei lngeren Instrumentalpassagen posiert Apollo fr die Fotografen, scherzt oder animiert das Publikum und hat durch diese natrliche Art alle Sympathien auf seiner Seite. Das er ein toller Snger ist und das auch live rberbringt ist natrlich auch hilfreich. Bei der instrumentalen Jam Session im ersten Drittel des Gigs merkt man wie gut die Truppe aufeinander eingespielt ist und bekommt gleichzeitig noch klasse Musik um die Ohren geknallt. Im Zugabeteil wird beim Single Hit "Breaking The Silence" Liv Kristine Krull als Duettpartnerin auf die Bhne geholt und macht ihre Sache ganz ordentlich. Sehr lblich ist die Setlist, die auch Songs von vor Apollos Bandeinstieg enthlt, so dass man dieses Konzert als eine gelungene Best Of Show ansehen kann. Die Stcke des aktuellen Werkes "Few Against Many" reihen sich trotzdem fantastisch in diese Liste ein. Am Ende des Konzertes wollen wir glcklich gehen, aber natrlich entdeckt mein Begleiter den Merchstand. Dort gibt es Shirts fr 10 und 15 Euro, sowie Kapus fr 25 Euro. Das nenne ich mal fair. Wetten dass.. auf der nchsten Tour sind mehr Leute da?

Fotos: Thorsten Schwalbach





Leaves' Eyes Leaves' Eyes Firewind Firewind









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