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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WACKEN OPEN AIR 2012
Ort Wacken
Datum 01. - 04.08.2012
Autor Marc Schallmeier, Stephan Mertens, Eva Bock
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Auch in diesem Jahr wollten wir uns das grte Metal Festival der Welt nicht entgehen lassen. So ging es mit einem vollbeladenen VW Golf auf den Weg gen Norden. Leider wurde die Akkreditierungsstelle verlegt und um dieses Jahr an die entsprechenden Ausweise und Bnder zu kommen, war stundenlanges Warten angesagt. Sehr schade, denn das alte Gebude von frher hatte nicht nur mehr Charme, die Prozedur auch etwas flotter. Aber der nchste Nackenschlag sollte im Anschluss folgen. Auf dem Campingplatz fr Presse und VIPs war schon nahezu alles belegt. Dies teilte uns das Mdel mit, was allein an der Einfahrt stand. Wurde uns im letzten Jahr noch ein Platz zugewiesen, der unseren Ansprchen auch vollkommen gengte, so starteten wir mit einer elenden Kurverei auf dem Campingplatz, um irgendwo noch eine freie Ecke zu finden. Ein paar Spezialisten hielten dann auch Pltze fr nachkommende Freunde frei. Das wurde uns zumindest immer dann entgegengebracht, als wir dachten, dass wir eine Mglichkeit zum Zelten gefunden hatten. Dass dies nicht erlaubt war, wurde uns von der Dame an der Einfahrt auch besttigt. Aber sie konnte ja nun auch nicht weg von ihrem Platz.... Ebenso mchte ich euch nicht vorenthalten, dass Kollegen von der schreibenden Zunft, es sich nicht nehmen lieen, nicht nur mit einem ganzen Bus anzurcken, sondern dazu noch ein Areal von locker 50 Quadratmetern zu blockieren. Die wrden ja alle noch kommen, soso. Schlussendlich fanden wir dann doch noch eine Ecke und begannen, die Zelte aufzuschlagen. Nach dem ersten Bier ging es dann auch schon los, im Zelt die ersten Bands anzuschauen. (Marc)


MetalBattle
"Wacken Metal Battle"

Seit 2004 findet im Rahmen des Wacken Open Airs ein Wettbewerb statt, der kleineren Bands die Chance gibt, sich auf dem weltweit grten Treffen von Heavy Metal-Anhngern zu prsentieren. Auch in diesem Jahr traten 28 Bands aus aller Welt gegeneinander an, um einen Plattenvertrag bei NUCLEAR BLAST zu erspielen. Zustzlich gab es noch einiges an Equipment von einschlgigen Herstellern fr die Gewinnerband obendrauf. In jedem Land fanden vorab Qualifikationswettbewerbe statt, welche die Kandidaten erst einmal gewinnen mussten. Der "Metal Battle" fand dieses Mal in der Bull Head City statt, dem grten Zelt der Welt. Hier bekamen die Newcomer abwechselnd auf der W.E.T.- und Headbanger Stage jeweils 20 Minuten Zeit, um zu zeigen, was sie drauf haben. Da wir bereits am Mittwoch angereist sind, sollten einige Auftritte der Wettbewerbes-Teilnehmer unsere Festivalzeit zufriedenstellend einluten. Nachdem die blichen Formalitten, wie der Check-In und das Finden eines geeigneten Platzes fr unsere Zelte, doch bedeutend lnger dauerten als geplant, sollte das Begrungsbier und der daran anschlieende erste Fuweg zum Austragungsort, erst am frhen Abend stattfinden. Bei perfektem Sommerwetter schlenderten wir zusammen ber das Auengelnde, um schlielich das beeindruckende, riesige Zelt zu erreichen. Die Griechen von MINDTHREAD spielen gerade die letzten Minuten ihres Sets. Direkt danach kam eine Band, die ich mir ansehen wollte. Also steuerte ich auf den Fotograben der Headbanger Stage zu und freute mich auf die erste Eisenwarenkapelle. (Stephan)




Shredhead SHREDHEAD

ShredheadMan sah direkt, in welche Richtung die Spielweise der Jungs aus Israel geht, denn Gitarrist Yotam Nagor und Bassist Lee Lavy trugen T-Shirts von WARBRINGER und NUCLEAR ASSAULT. Der Vierer spielte sein Thrash Metal-Programm voller Energie und mit viel Bewegung auf der Bhne runter. Frontmann Aharon Ragoza bewies, dass man sich auch ohne Sixpack, oben ohne wohlfhlen kann und flitzte phasenweise, wie von der Tarantel gestochen hin und her. Sein Schreigesang war nach schneller Nacheinstellung, passend abgemischt und ergnzte den flotten und konsequenten Sound seiner Mitstreiter sehr gut. Schnell wurde mir klar, wie schnell doch 20 Minuten rumgehen knnen, denn kurz nachdem ich den Fotograben verlies war der Spa auch schon wieder vorbei. SHREDHEAD waren alles andere als wirklich spektakulr, aber sicherten mit ihrem Material alter Schule, einen grundsoliden, durchaus recht coolen Einstieg ins Festival. Mehr als einen kleinen Einblick in das Werk der Wettbewerber war also nicht mglich. Umso hher war der Ansporn mancher Teilnehmer, richtig Gas zu geben um im Gedchtnis zu bleiben. (Stephan)


Da es im Zelt wirklich hei war, nutzten wir den Auftritt der folgenden Band HAMFERD, um in Ausgangsnhe etwas Luft zu schnappen. Viel verpasst haben wir dabei nicht, denn der Beitrag von den Frer-Inseln, langweilte mit relativ belanglosem Gothic-Rock/-Metal der einschlfernden Sorte. Es gab also durchaus Momente, in denen es doch gut war, dass die Bands nur 20 Minuten Spielzeit zur Verfgung hatten. Auch in den Zuschauerreihen direkt am Geschehen, schien sich wenig Begeisterung breit zu machen. Als die gefhlten zwei Stcke beendet waren, ging es glcklicherweise interessanter weiter. (Stephan)


RainShatter RainShatter
RAIN SHATTER

Die Jungs aus Mexico hatten ihren eigenen kleinen Fanclub dabei und gemeinsam feierte man den Auftritt ausgelassen. Snger Luis, der eher von kleiner Gestalt ist, holte von super tiefen Growls bis zu vereinzelten Pig Squeels alles aus seiner Lunge und lieferte auf den Bretter eine wirklich dynamische Leistung als Entertainer ab. Neben den musikalischen Aufgaben, die auch das Bedienen eines Keyboards vorsahen, machte er zudem einen hervorragenden Job als Anheizer. Anfangs waren die Gitarren etwas zu leise, aber der Soundmann konnte dieses Problem schnell beheben. Beflgelt von der Mglichkeit in Wacken spielen zu drfen, hatte die Truppe mchtig viel Spa da oben. Da knnen sich so manche alten Hasen eine Scheibe von abschneiden. Die vorgetragene Musik stellte eine Mischung aus modernem, technisch anspruchsvollem Death Metal und vereinzelten melodischen, neoklassischen Passagen dar. Letzteres zeigte sich besonders im letzten Stck, bei dem eben oben erwhntes Keyboardspiel in den Vordergrund rckte. Mir persnlich war der Mix etwas zu berladen. Aber hey, das konnten RAIN SHATTER locker mit Spielfreude und positiver Energie ausgleichen. Unterm Strich haben die Mittelamerikaner einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Auch wenn ihr Sound auf CD vermutlich weniger meine Baustelle sein wrde, wnsche ich der Band alles Gute fr die Zukunft und bin mir sicher, dass sie schon wegen der ansteckenden guten Laune ein paar neue Fans dazugewonnen haben. (Stephan)



Zygnema
Zygnema ZYGNEMA

Fr Indien ging dieses Jahr die Band ZYGNEMA aus Mumbai an den Start. Und die Jungs rockten das Zelt in Grund und Boden. Ausgestattet mit einem astreinen Sound, holzte das Quartett ihre Mischung aus PANTERA und MACHINE HEAD in die begeisterte Menge. Das lud nicht nur zum Mitwippen ein, es wurden fleiig die Kpfe geschttelt und die Band bekam mehr als nur den blichen Hflichkeitsapplaus. Snger Jimmy war ununterbrochen in Bewegung und animierte das Publikum immer wieder, nochmal Vollgas zu geben. Die Band lebt es vor, denn zu Abrissbirnen wie "Theories Of Lies And Negation" oder auch "Machine State Hibernation" kann man einfach nicht stillstehen. Fr mich waren sie auf alle Flle ein klarer Anwrter auf einen der ersten drei Pltze beim "Metal Battle". Im Feiern sind ZYGNEMA brigens ganz weit vorne dabei, davon konnte ich mich persnlich berzeugen. Wir werden in naher Zukunft hier auch die CD besprechen und ein Interview fhren, Fans der oben angesprochenen Bands sollten sich den Namen auf alle Flle merken. (Marc)




Zygnema

VOGELFREY

Fr gute Unterhaltung auf der Wackinger Stage sorgten VOGELFREY, die mit mittelalterlich angehauchten Stcken und spaigen deutschen Texten an allen 4 Festival-Tagen auftraten. Frontmann Jannik Schmidt fhlte sich sichtlich wohl auf der Bhne und animierte das Publikum immer wieder zum Mitmachen. Nach anfnglichem Zgern gingen die Meisten vor der Bhne mit und tanzten und sangen was das Zeug hielt. Neben Gitarre, Bass, Schlagzeug und Geige kamen auch andere Instrumente wie Laute und Schalmei zum Einsatz, der Snger beeindruckte nicht nur durch die Zahl der Instrumente, die er spielte, sondern auch mit seiner sehr gut ausgebildeten Stimme. Auch wenn die Musik von VOGELFREY nicht unbedingt meinem Geschmack entspricht, so war es doch sehr unterhaltsam, und im Publikum tanzten Gewandete Mittelalter-Freaks neben langhaarigen Luftgitarristen. (Eva)




EPSILON

Epsilon Als nchstes enterten unsere Nachbarn aus sterreich die Bhne. Da ich nicht genau wusste, was mich erwarten wrde, bin ich einfach mal auf gut Glck nach vorne gegangen um das ein oder andere Foto zu schieen. Die Ernchterung lie allerdings nicht lange auf sich warten. Die in orangen Mllmann-Shorts oder Shirts gekleideten Musiker, spielten Brutal Death Metal, der mich ansatzweise an die amerikanischen Klassiker dieser Sparte erinnerte. Das Publikum bekam stumpfes Geknppel auf die Ohren, welches kaum Variationen in Petto hatte. Zu allem berfluss war das Mikrofon des Frontmanns viel zu laut, so dass seine wirklich bsen Growls einfach alles andere bertnten. Die langsam aber sicher anwachsende Zuschauermenge war trotzdem sichtlich angetan von dem Spektakel. Wirklich albern fand ich die Ansagen zwischen den Stcken, in denen jedes zweite Wort "Fuck" oder "Fucking" war. Jedem das Seine, aber sptestens als EPSILON einen seltsamen Disco-Schlagzeugrhythmus anstimmten wurde es mir zu viel. Da gefiel mir die Option, drauen etwas frische Luft zu inhalieren, besser. Auf Grund der vielen feiernden Zuschauer muss ja was dran gewesene sein, meinen Geschmack haben sie allerdings nicht mal ansatzweise getroffen. (Stephan)


Opifex OPIFEX

Weiter ging es nach einer kleinen Pause ebenfalls mit sehr hartem Todesmetall. Opifex Im direkten Vergleich mit vorangegangener Kapelle, konnten mich die Letten OPIFEX eindeutig besser unterhalten. Gut, das lag auch ein bisschen an der nett gemeinten und unfreiwillig komischen Bhnenshow. Gitarrist Jurgis und Bassist Matiss prsentierten sich mit lustigen Cyborg-Kostmen und im Mittelpunkt des Geschehens spielte Schreihals Arturs den sterbenden Schwan. Selten habe ich jemanden bei einem Konzert so leiden gesehen. Die Jesus-Posen waren eindeutig, da fehlte eigentlich nur noch ein groes Kreuz auf der Bhne an dem er htte hngen knnen. Nachdem sich der Snger von seinem weien Hemdchen befreien konnte, erkannte man, dass er darunter mit Plastikwunden beklebt war. Richtig lustig wurde es, als diese spter begannen abzufallen. Fr die Ausstattung zeigte sich das fnfte Bandmitglied (im Hintergrund), Karolina verantwortlich. Was genau dahintersteckt wei ich nicht, aber den Unterhaltungswert hat es auf jeden Fall gesteigert. Die musikalische Darbietung wurde bedeutend weniger abgefeiert, als noch bei den Vorgngern aus sterreich. Vereinzelt schlichen sich progressive Elemente in die zunchst recht stumpf wirkende Darbietung. Grundstzlich war die Mischung etwas dsterer und wie gesagt auch von der weniger tiefen, dafr "verzweifelteren" Gesangsleistung geprgt. Diese fand ich auf Dauer allerdings leider etwas eintnig. Wirklich beeindrucken konnte mich Schlagzeuger Edvards, der hier einige richtig starke Momente hatte. Besser als EPSILON fand ich die Teilnehmer aus Lettland auf Grund von etwas mehr Abwechslung schon, aber ich glaube es wird grundstzlich dabei bleiben, dass Brutal Death Metal nur selten bei mir funktioniert. (Stephan)



FranticAmber FranticAmber FRANTIC AMBER

Meine letzte Band des Abends sollten die Schweden von FRANTIC AMBER sein. Die Uhr zeigte halb elf und mittlerweile war richtig was los im Zelt. Das htte auch daran liegen knnen, dass die schwedischen "Metal Battle"-Teilnehmer, bis auf den Schlagzeuger im Hintergrund, aus Frauen besteht. Sex verkauft sich selbstverstndlich auch im Rahmen eines Heavy Metal-Festivals. Da die Wacken-Pilger zum Groteil mnnlich sind, war es auch kein Wunder, dass die Mdels so viele Zuschauer gezogen haben. Die vier Musikerinnen haben mit ihren Lack- und Lederoutfits aber auch alles getan um zum Blickfang zu werden. Gespielt wurde typischer, schwedisch geprgter, melodischer Death Metal der Marke "At The Gates", welcher durch Keyboardklnge vom Band untersttzt wurde. Da der Sound leider etwas matschig aus den Boxen drhnte und somit die Melodien in den Hintergrund gerieten, wirkten die Stcke eine Nummer hrter als das Material, welches man sich ber die Internet-Seite der Band anhren kann. Die gebotenen Songs bedienen sich zwar hier und da an dem Werk verschiedenster Landsleute, sind aber dafr grundsolide und berwiegend unterhaltsam. Das liegt unter anderem an Frontfrau Elizabeth Andrews, die definitiv den Dreh raus hat, mit ihrer Stimme so zwischen hohem Gekreische und fiesen Growls zu variieren, dass keine Langeweile aufkommt. Nicht selten musste ich bei dem Auftritt an den Meister dieser Disziplin, Danny Filth, denken und das will schon was heien. (Stephan)


Mit dem Kopf voller Eindrcke stapfte ich zurck zum Zelt, wo die anderen beiden schon mit abgekhltem Bier gewartet haben. Nach einer kleinen Mahlzeit zog es uns an diesem Abend noch in den Presse/VIP-Bereich, wo wir es uns, bei netten Gesprchen, nahe an einem angenehmen Holzofen, gemtlich gemacht haben.



DANKO JONES - SPOKEN WORD

DankoJones Dass Henry Rollins schon seit Lngerem mit seinen "Spoken Word"-Auftritten durch die Gegend tingelt, ist nichts Neues. Diese Shows haben einen hohen Unterhaltungswert, und Mister Rollins geht hier gerne auf aktuelle Sachen und das momentane Weltgeschehen ein. Dieses Jahr durfte sich auch DANKO JONES an einem Vortrag versuchen. Gespannt wartete dann auch die Menge im Zelt auf das, was denn der Kanadier da am Mikro veranstalten wrde.DankoJones Die ersten Lacher gab es schon, als er die Bhne enterte, denn mit einem karierten Sakko und einer Fliege sieht man DANKO JONES unter normalen Umstnden eher selten. Was dann folgt, kann man in zwei Stufen unterteilen. Als erstes beschrieb er seine erfolgslosen, jahrelangen Bewerbungen, um bei KISS als Drummer einzusteigen. Da er kein Schlagzeug spielen kann, wollte DANKO JONES es mit einem uerst originellen Outfit punkten. Diese Bilder wurden dann dem Publikum ber eine groe Leinwand gezeigt, was fr groes Gejohle vor der Bhne sorgte. Allerdings zog sich diese Geschichte auch ein wenig, und da der Ablauf immer der gleiche war, freute man sich eigentlich nur noch ber die Bilder. Der zweite Teil bestand darin, dass DANKO JONES mit allerlei kruden Beweisen dem Publikum weismachen wollte, dass der KISS Schlagzeuger Peter Criss eigentlich im Jahre 1978 gestorben ist. Diese These untermauerte er mittels Songs, die rckwrts abgespielt wurden, Cover von KISS Platten, die mittels eines angesetzten Spiegels geheime Botschaften enthielten sowie noch einiges anderes aus dem Kuriositten-Kabinett. Zugegeben, auch dieser Teil des Auftritts war stellenweise sehr unterhaltsam, denn auf diesen ganzen Bldsinn muss man ja erst einmal kommen. Aber auch hier gab es einige Lngen, beziehungsweise wiederholten sich die Gags irgendwann. Htte man das Ganze auf nur 30 Minuten gestrafft, wre dies die bessere Alternative gewesen. Ebenso fiel die Tatsache ins Gewicht, dass DANKO JONES nahezu alles von seinen Textblttern ablas, was den Auftritt etwas steif wirken lie. Nichtsdestotrotz war es eine gelungene Abwechslung zum sonstigen Musikprogramm und immer noch besser als so eine notgeile Miss Wet-T-Shirt Veranstaltung. (Marc)


Volksmetal


VOLKSMETAL

Am Donnerstagmittag fanden sich die "Frhaufsteher" an der Beer Garden Stage ein und gnnten sich das erste flssige Brot. Passend zum Wachwerden, blies die urige Spakapelle VOLKSMETAL den Zuschauern den restlichen Schlaf aus den Augen. Ungewhnliche Instrumente, wie eine Tuba oder das Schifferklavier hat man ja auch nicht umsonst mit auf die Bhne gebracht. Damit trifft man schon den ein oder anderen Nerv. Die Frage ist nur, ob dies wortwrtlichen oder im bertragenden Sinne verstanden wird. Mit ihrer mehr oder weniger lustigen Mischung aus Heavy Metal und volkstmlicher "Humptata-Musik", konnten die Latzhosentrger gefhlte 60 bis 70 Zuschauer zu Tanz- und Hpfbewegungen animieren. Zum Mitsingen hat es, trotz der deutschen Texte, allerdings nur beim STS-Cover "Frstenfeld" gereicht. Als vier junge Herren aus dem Publikum zum Trinkspiel mit Schunkeleinlage auf die Bhne geholt wurden, verging mir langsam der Spa an der ganzen Sache, denn alle Albernheit hat irgendwo auch ein Ende. Schlussendlich kam mir die Erkenntnis des Tages: Bayrische Partymusik ist weniger meine Baustelle. Also beschloss ich zum Zelt zurck zu gehen und mich nochmal fr ein Stndchen aufs Ohr zu hauen. (Stephan)





AMillionMiles A MILLION MILES AMillionMiles

Es gibt wohl dankbarere Aufgaben, als vor einer Horde abgefeierter (Hobby-) Journalisten im Pressezelt des W:O:A ein kleines Konzert zu spielen. Aber A MILLION MILES meisterten diese Aufgabe mit Bravour und spielten ihre Songs in den zur Verfgung stehenden 25 Minuten mit viel Enthusiasmus und Spa. A MILLION MILES kommen aus Hamburg und spielen ein Mischung irgendwo zwischen PANTERA und DOWN. Und natrlich wrde es sich anbieten, einen Vergleich mit einer anderen Kapelle aus Deutschland zu ziehen, die ebenfalls mit einer Dame am Mikrophon glnzen kann, und gerade so etwas wie ein Comeback versucht. Aber dieser Vergleich hinkt vor allem im musikalischen Bereich und lsst sich nicht auf den Nenner "Frontfrau am Mikro" runterbrechen. Und obwohl die Umstnde fr diesen Auftritt alles andere als gut waren (auf den Plakaten mit der Ankndigung stand als Bandname A MILLIONS MILES!) kann das Quintett stolz auf sich sein. Denn die Songs, die im brigen glasklar aus den Boxen kamen, wurden wohlwollend aufgenommen und bekamen mehr als den blichen Hflichkeitsapplaus. Die Weichen sind gestellt fr die Zukunft! In einem netten Gesprch mit der Band erfuhr ich nach der Show auch, dass die Truppe in Krze ihren ersten vollstndigen Silberling auf den Markt werfen wird. Wir sind gespannt, ob die Intensitt und die Qualitt, mit der die Band live berzeugen kann, auch auf Platte wiederzufinden ist. Aber ich gehe mal stark davon aus. (Marc)




BHC HONE YOUR SENSE

Schlamm Ausgeruht und voller Tatendrang zog es mich am Nachmittag erneut zum "Metal Battle" in das grte Zelt der Welt. Auf der W.E.T. Stage spielten die japanischen Teilnehmer des Wettbewerbes. HONE YOUR SENSE standen schon lange auf meinem Zettel und das eigentlich nur wegen des Stckes "This Chaotic World Is Over", welches mir beim Reinhren vor dem Festival ausgesprochen gut gefallen hat. Die fnf Musiker nutzten die 20 Minuten Spielzeit, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Sie spielten ihre Mischung aus Metalcore und melodischem Death Metal technisch perfekt runter und glnzten durch Vielfalt und Spielfreude. Zudem hat der Soundtftler am Mischpult ein richtig gutes Hndchen bewiesen, denn neben der Abmischung der Inder ZYGNEMA am Vortag, gefiel mir der Sound der Jungs (von den Teilnehmern, die ich gesehen habe) am besten. rgerlicherweise machte die W.E.T. Stage ihrem Namen alle Ehre. Mittig vor der Bhne klaffte eine groe Lcke im Publikum. Den begeisterten Zuschauern war das egal, so wurden HONE YOUR SENSE ganz einfach um das stiefelschluckende Matsch-Moor herum, ordentlich abgefeiert. Metalcore ist nicht tot, die Musik der Asiaten ist der beste Beweis dafr. Zudem war die Umsetzung beim Auftritt in Wacken schlicht und ergreifend tadellos. Schade, dass sie das Ding nicht gewinnen konnten, ich htte mich sehr darber gefreut. Auf der Band-Homepage kann man nachlesen, dass die Truppe auch ohne den Deal mit Nuclear Blast, schon einige Zeit an ihrem ersten Album arbeitet. Da kann ich nur viel Erfolg wnschen. (Stephan)


Getrbt wurde der groartige Auftritt der Asiaten durch einen Umstand, der mir die nchsten 2-3 Stunden versaut hat. Konnten wir am ersten Festivaltag noch aus dem Fotograben vor den kleinen Bhnen im Zelt, Bilder knipsen wie wir lustig waren, hie es pltzlich von den zustndigen Sicherheitsleuten, dass wir ohne Pit-Pass vorne nicht mehr reinkommen. Diesen Pass bekommen nur grere Magazine, TV-Sender und Radioreporter. Mit meiner bescheidenen technischen Ausstattung, hatte sich das visuelle Dokumentieren der Geschehnisse auf den Bhnen damit zunchst erledigt, denn fr das Fotografieren von weiter weg, war mein Objektiv nicht geeignet. Nachdem ich mich bei Kollege Marc telefonisch ausgekotzt habe und auch "My Revelations"-Chef Thorsten informieren konnte, hat sich erster das Ganze nochmal zur Sicherheit im Pressezelt besttigen lassen. Ganz ehrlich, diese Tatsache regt mich heute noch ein bisschen auf. Wie kann es sein, dass wir Schreiber und Heavy Metal-Freunde, die wir von vornherein schon die Einschrnkung hatten, nicht aus den Grben vor den drei groen Bhnen knipsen zu drfen, nicht einmal die kleineren Auftritte aus vernnftigen Positionen ablichten konnten. Sicherlich muss ich nicht erwhnen, dass das Wacken Open Air schon lange ein Selbstlufer ist und im Grunde gar keine Werbung notwendig htte. Aber besonders fr den aufstrebenden Nachwuchs, sowie weniger bekannte Kapellen, welche in der Regel kaum Platz in der Festival-Berichterstattung namenhafter Magazine finden, tut es mir Leid. Wir htten hier sehr gerne mehr Bilder prsentiert, unter den beschriebenen Umstnden haben wir zumindest versucht, das Beste aus den Begebenheiten rauszuholen. (Stephan)


Sepultura

Sepultura SEPULTURA & LES TAMBOURS DU BRONX

SEPULTURA spielten dieses Jahr schon wieder, diesmal allerdings mit Verstrkung. LES TAMBOURS DU BRONX ist ein franzsisches Percussion Ensemble, welches mit Hlzern auf Fsser eindrischt. Dazu gibt es noch ein oder zwei Leute, die das Ganze mit elektronischen Klngen anreichern. Man muss ganz ehrlich sagen, dass dies der einzige Grund war, sich den Auftritt von SEPULTURA anzuschauen. Ich persnlich finde, dass die heutigen SPEULTURA nichts mehr mit dem Monster zu tun haben, dass Anfang der 90er Jahre die Thrash Szene in ihren Bann zog, wenn nicht sogar anfhrte. Heutige Auftritte haben eher den Charakter eines Cover Band-Abends. Und so waren es auch die Franzosen, die die Kohlen aus dem Feuer holten, und den Lrm-Klassikern wie "Roots" oder auch "Ratamahatta" den richtigen Kick gaben. Ansonsten war es ein schwacher Auftritt von SEPULTURA, gerade in den Phasen, in denen LES TAMBOURS DU BRONX eine Pause machten. (Marc)



HAMMERCULT

Nach dem hchst durchschnittlichen Auftritt der Sdamerikaner von SEPULTURA, ging es zusammen erneut in Richtung Bull Head City, um die "Metal Battle" Gewinner des letzten Jahres zu begutachten. Impressionen HAMMERCULT konnten mit ihrer ersten EP "Rise of the Hammer" und dem Langspiel-Debt "Anthems of the Damned" (die in Wacken erspielte CD-Produktion), Marc und mich schon im Vorfeld begeistern. Als die Israelis die Bhne betraten, merkte man im Publikum, dass wir nicht die einzigen waren, die sich auf die Thrash Metal-Truppe gefreut haben. Zwar hielt sich die Anzahl der Besucher in Grenzen, aber diejenigen, die es einrichten konnten, befanden sich in bester Laune. Auch die Musiker selber schienen wie elektrisiert. Snger Yakir Shochat legte einen extrem aktiven Auftritt hin. Er hatte die Meute fest im Griff, rannte hin und her, zeigte sich in vielen Posen und ging sogar nach vorne, um gemeinsam mit den Zuschauern in der ersten Reihe zu feiern. Leider konnte der Sound da nicht ganz mithalten, denn zu Beginn stimmte nicht viel: das Mikrophon, sowie die Gitarren waren deutlich zu leise, so dass man fast nur noch die Snaredrum hrte. Nach und nach konnten sich Gesang und Klampfen einpendeln, aber letzteres Problem hielt sich ber den gesamten Auftritt, welcher leider schon nach 20 Minuten zu Ende war. Da die Stimmung trotzdem mitreiend war und die Jungs einfach grundstzlich Spa machen, drck ich mal ein Auge zu und bewerte die Show als gelungen. In besserer Klangverpackung bei Clubkonzerten, kommen die starken Stcke der beiden bisherigen Verffentlichungen sicher noch ein ganzes Stck besser rber. So oder so, HAMMERCULT sind spitze! Das muss sich unbedingt rumsprechen. (Stephan)



Impressionen

VOLBEAT

Fr VOLBEAT war es an diesem Abend ein einziger Triumphzug. Spielten die Jungs noch vor ein paar Jahren im Nachmittagsprogramm, so war es dieses Jahr die Headliner Position am Donnerstag. Und obwohl die Show von vorne bis hinten durchorganisiert war, hatten die Zuschauer und auch die Band jede Menge Spa an diesem Abend. Dazu trugen auch die Gste bei, die die Dnen auf die Bhne holten. Allen voran Mille von KREATOR, der bei dem Song "7 Shoots" VOLBEAT am Mikrofon untersttze. Ebenfalls zu einem Duett kam Barney Greenway von NAPALM DEATH auf die Bhne, der bei "Evelyn" seine Sangesknste unter Beweis stellte. VOLBEAT spielten dann auch Hit an Hit, sowohl neuere Stcke als auch alten Kram wie "Sad Man's Tongue" oder "The Human Instrument". Fehlen durfte nicht die Cover Version "I Only Want To Be With You". Und wer zum Ende, nach dem offiziellen Rausschmeier, noch "Raining Blood" von SLAYER anstimmt, der hat sowieso alles richtig gemacht. Ein wrdiger Headliner, der die Meute komplett zum Ausrasten und Mitsingen brachte. Selbst meine Eltern, die einen Teil des Konzerts im Fernsehen gesehen haben, waren begeistert. Und dass soll schon ein Menge heien! (Marc)







SacredReich SACRED REICH

SacredReich Was gibt es schneres, als mittags um 13.00 Uhr, bei strahlendem Sonnenschein, einen amtlichen Kater mit neuem Bier anzufttern? Eben, nicht viel! Fr die musikalische Unterhaltung sorgt auch noch eine absolute Lieblingsband von mir, die Thrasher SACRED REICH kehrten ein weiteres Mal auf die groe Bhne in Wacken zurck. Und nicht nur ich hatte Freude an diesem Auftritt, der Mosh Pit war fr diese frhe Stunde schon ordentlich besetzt. Da Spa bei den Jungs aus Arizona an der Tagesordnung steht, rief Snger und Bassist der Menge zu, sie sollten auf keinen Fall eine Wall Of Death starten! Er wrde das nicht gut finden, da sich schon manch ein Fan bei diesem kalkulierten Zusammensto verletzt htte. Seiner Meinung nach wre eher ein "Circle Of Life" angebrachter. Und wer jetzt an Elton John denkt hat sich disqualifiziert. Zurck zum Auftritt, wo SACRED REICH die Gunst der Stunde nutzten und den Anwesenden eine gute Stunde lang einen Klassiker nach dem anderen um die Ohren hauten. "Who's To Blame", "The American Way", "I Don't Know", "Administrative Decisions" oder auch "Independent" werde ich wahrscheinlich noch meinen Enkeln vorspielen. Nicht fehlen durfte zum Schluss die Hymne "Surf Nicaragua", mit dem die Band ihrem Auftritt einen wrdigen Abschluss verlieh. Ich gebe immer noch nicht die Hoffnung auf, dass die vier Herren irgendwann doch noch einmal aus dem Knick kommen und ein paar neue Songs einspielen. Ich wre definitiv nicht der Einzige, der sich darber freuen wrde. (Marc)



GRAVEYARD

SacredReich Am Nachmittag war es dann endlich soweit und die erste, der 70er-Jahre-Rock/Stoner Rock-Gruppen welche auf meinem Zettel standen, sollte die Bretter auf der W.E.T. Stage zum Schwingen bringen. Die viel diskutierten Retro-Rocker GRAVEYARD haben rein technisch und in Sachen Zusammenspiel auf jeden Fall bewiesen, dass sie zu recht oft im Gesprch sind. Ob man mit der Musik der Schweden etwas anfangen kann oder nicht, den Auftritt in Wacken muss man als hoch professionell und nahezu perfekt bezeichnen. Abgesehen davon, dass wir vor der Bhne nach den Regenfllen der letzten zwei Tage, kncheltief im Wasser standen, wirkte die gute halbe Stunde wie eine Zeitreise in die frhen 70er-Jahre: lustige Hemden, Schlaghosen und Rhrenverstrker, alles sprach dafr. Hinzu kommt die "einzigartige Mischung aus LED ZEPPELIN und DEEP PURPLE", was mir ein beinharter Fan, der alle Texte mitsingen konnte, mit auf dem Weg gab. "Wenn man noch GRAND FUNK RAILROAD hinzu nimmt, passt das schon", ergnzte ich. Mit dem Material der beiden bisherigen Verffentlichungen bin ich nicht so gut vertraut, daher kann ich die gespielten Stcke nicht genau benennen. Fest steht, dass GRAVEYARD im Gegensatz zu vielen anderen durchaus auch Mut zu ruhigeren, epischen Klngen beweisen. Da bleibt es nicht aus, dass sich auch zwei, drei atmosphrische Atempausen in die Setlist geschlichen haben. Das Publikum war begeistert von der Mischung und wo man hinsah, schaute man in strahlende Gesichter. Der Auftritt in Wacken war also eine weitere gelungen absolvierte Station in der Erfolgsgeschichte der Schweden. (Stephan)


TrueMetalStage
THE BOSS HOSS

Wacken ist ja lngst nicht mehr nur Metal, von Jahr zu Jahr treten mehr und mehr Genre-fremde Bands auf und werden vom Publikum gefeiert. THE BOSS HOSS waren dieses Jahr schon zum dritten Mal dabei und rockten die True Metal Stage. Ich hatte schon mehrere Gigs der Band gesehen, als sie noch fast ausschlielich ihre groartigen Cover-Versionen im Country-Format spielten. Seither hat sich aber einiges getan, BOSS HOSS spielten heute nahezu nur Eigenkreationen. Am Unterhaltungsfaktor hat sich aber nichts gendert und die beiden Rampensue Boss Burns und Hoss Power sorgten wie immer fr super Stimmung. ber die vielseitige Genre-Mischung in Wacken kann man natrlich geteilter Meinung sein - ich fand die Abwechslung ganz angenehm und zitiere Snger Boss Burns, der sich nach dem Auftritt mit folgenden Worten verabschiedete: "Don't loose your Rock'n'Roll, Wacken!" (Eva)




ImpressionenMASTERS OF COMEDY

Um die Wartezeit auf mein persnliches Festival-Highlight zu berbrcken, bot sich die Comedy-Show auf der Headbanger Stage an. Diesmal war auch ein Gast dabei, der mich persnlich sehr interessiert. Als langjhriger Fan vom FFN FRHSTYXRADIO, ist mir Dietmar Wischmeyer natrlich ein Begriff. Zunchst prsentierte dieser zwei kurze Lesungen in den Rollen des Rockers Mike und als Willi Deutschmann, welcher brigens nicht so gut vom Wacken-Publikum aufgenommen wurde. Der bitterbse Humor inklusive rassistischer Parolen und derbem Wortwitz, war anscheinend etwas zu heftig fr die meisten. Aber sptestens als Wischmeyer gemeinsam mit Hans Werner Olm auf der Bhne stand und ber Sex im Alter philosophierte, ernteten beide massig Lacher. Olm hatte neben dem Gesprch zwei weitere Nummern als Soloknstler auf dem Programm. So wirklich witzig fand ich den aber noch nie und auch bei diesem Auftritt hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Das galt ebenfalls fr das Rahmenprogramm der MASTERS OF COMEDY. Zwei mir unbekannte Stand-Up-Komiker und die Moderationen waren ganz nett, aber nicht weltbewegend. Als kleines Unterhaltungsprogramm zwischen zwei Rockbands, war das auf jeden Fall eine willkommene Alternative. Ursprnglich wollte ich zudem einen der Wrestling-Termine wahrnehmen, was auf Grund von berschneidungen doch nicht geklappt hat. (Stephan)



RED FANG

Am dritten Festival-Tag habe ich mich besonders auf RED FANG gefreut. Die Band hat bislang zwei tolle Alben auf den Markt geschmissen und mich mit ihrer sympathischen, bodenstndigen Art begeistert. Da sie live unheimlich rocken sollen, standen sie auf meiner Liste ganz oben. Vor Beginn des Auftrittes konnte man die Spannung in der Luft richtig spren.Schlamm D.R.I. Nach und nach fllte sich der Raum vor der Bhne mit BLACK SABBATH-, KYLESA- und eben RED FANG-T-Shirt-Trgern. Es dauerte zudem nicht lange, bis die ersten Marihuana-Rauchschwaden an einem vorbeizogen. Die Ausgangssituation passte also perfekt zur folgenden Musik. Die Band selber hatte in den ersten Minuten mit einem breiigen Sound zu kmpfen, bei dem man die beiden Snger Bryan Giles und Aaron Beam kaum heraushren konnte. Das Problem legte sich zum Glck nach zwei, drei Stcken und die Laune auf und vor der Bhne stieg weiter an. Ein Glckfall war, dass die nchste Kapelle DODHEIMSGARD kurzfristig ausgefallen ist und die Stoner Rocker ganze 15 Minuten lnger spielen durften. So hatte die Truppe die Mglichkeit, ein paar mehr Knaller als geplant zum Besten zu geben. Die Hits "Wires", "Hank Is Dead" und "Prehistoric Dog" fhrten zu viel Bewegung im Publikum, aber auch meine Favoriten "Reverse Thunder" oder das geniale "Bird On Fire" hatten ausgiebiges Kopfnicken, sowie kleinere Mosh- und Pogopits zur Folge. Eine Verschnaufpause gab es in Form des hypnotischen "Humans Remain Human Remains", bei dem die Bhne komplett in Rauch gehllt wurde. Zum Ende der schleppenden Nummer, hat John Sherman, wie das Tier aus der Muppet Show, sein Schlagzeug verprgelt als ob es kein Morgen gibt. Generell hat er einen hervorragenden Job bei diesem Auftritt gemacht. Nach weiteren Krachern, wie "Good To Die" und "Sharks", war dann leider auch bald Schluss. Diese Dreiviertelstunde war fr mich der musikalische Hhepunkt des Festivals. Wenn es eine Band unter den jngeren Nachzglern im Stoner Rock-Zirkus gibt, die den altehrwrdigen KYUSS annhrend das Wasser reichen kann, dann ist das RED FANG. Das wird ganz sicher nicht mein letztes Konzert der Jungs aus Portland gewesen sein. (Stephan)


D.R.I. D.R.I.

D.R.I. Leider gehrten D.R.I. zu den Bands, die im Zelt einen unfassbar schlechten Sound verpasst bekamen. Ein einziges Gemisch aus Schlagzeug, Bass und Fragmenten von Gitarre und Gesang bekam man zu hren. Leider nicht geil! Zu allem berfluss kam es auch noch wegen dem Ausfall einer anderen Band zu einer kleinen zeitlichen Verschiebung, so dass D.R.I. fnf Minuten frher, als angegeben, starteten. Naja, man kann nicht alles haben. Ansonsten hat es den Jungs auf der Bhne zumindest Spa gemacht, die Grimassen von Harald Oimoen (Bass) und Spike Cassidy (Gitarre) sprachen Bnde. In der Setlist gab es keine groen berraschungen. Wie auch, schlielich hat die Band vor 17 Jahren ihr letztes offizielles Album verffentlicht. Fr mich ziehen Granaten wie "5 Year Plan", "I Don't Need Society", "Thrashard", "Acid Rain" oder auch "Beneath The Wheel" immer noch und ich lie mir meine gute Laune nicht nehmen. Ein groer Teil der Anwesenden brigens auch nicht, aber das waren auch beinharte Fans. Neugierige wurde auf Grund des miesen Klangerlebnisses leider verschreckt, was einer Legende wie D.R.I. eigentlich nicht wrdig ist. Schade, da wr mehr drin gewesen. (Marc)






PARADISE LOST

ParadiseLost Am Samstag fing mein Programm erst um 14 Uhr an, also war erst mal Ausschlafen angesagt. Danach gab es gleich zwei Prmieren: Die Dster-Rocker von PARADISE LOST traten dieses Jahr, zum Erstaunen Vieler, tatschlich das erste Mal in Wacken auf. Ich wollte es auch erst nicht glaube, aber selbst Nick Holmes hat dies bei einem Interview fr den NDR, kurz vor der Show besttigt. Fr mich als wiedererweckten Fan der Band, sollte es ebenfalls die erste Konfrontation mit den Briten jenseits des CD-Players werden. Das Gelnde ist auf Grund immer wieder eintretender Regenschauer, zu einer allesverschlingenden Matschwste mutiert. So watete ich vorsichtig (ich hatte wirklich Angst um meine Kamera) durch den Matsch, um schlielich pnktlich an der Party Stage einzutreffen. Entgegen unserer vorherigen, eher negativen Erfahrungen in Sachen Zugang zu den Fotogrben der Nebenbhnen, wurde ich nach freundlicher Anfrage vorne hineingelassen. ParadiseLost Schn, dass es doch noch flexible Ordner zu geben scheint, denen die Pressleute nicht egal sind. Whrend ich mich in bester Laune befand, enterten die fnf Musiker die Bhne und begannen ohne groe Umschweife mit den ersten Stcken ihres Programmes. Der Klang vor der Bhne war insgesamt etwas zu leise, aber die Abmischung der Instrumente und Holmes berraschend gute Gesangsleistung konnte im Gegenzug mehr als zufriedenstellen. Gestartet wurde mit dem flotten "The Enemy". Warum die Band danach mit "Honesty In Death" Tempo aus der Sache genommen hat, ist mir nicht ganz klar geworden. Generell bin ich mit der Songauswahl nicht vllig zufrieden. Von der aktuellen Scheibe gab es noch das Titelstck und "Fear Of Impending Hell" zu hren. Das sind beides wirklich gut Lieder, aber ich htte mir live durchaus die ein oder andere flotte Nummer mehr gewnscht. Unerwartet ertnte auch der Hit "One Second". Zu den dominanten Keyboard-Klngen fehlte mir der passende Musiker auf der Bhne. Schade, denn wie schon bei anderen Kapellen beobachtet, kam das untersttzende Tasteninstrument aus der Konserve. Von ihrer Comeback-Scheibe wurde nach der etwas gelangweilten Ansage, "And now from the album "Faith Divides Us Death Unites Us" the song "Faith Divides Us Death Unites Us", eben nur jenes Titelstck zum Besten gegeben. Das gleiche Spielchen hat Holmes auch bei "Tragic Idol" gebracht. Einen Innovationspreis fr die Kommunikation mit dem Publikum, gibt es dafr nicht. Richtig lustig fand ich allerdings den Moment, als er versucht hat, mit Barney von NAPALM DEATH (die zeitgleich auf der Black Stage agierten) verbal Kontakt aufzunehmen. Grundstzlich hat mir der Auftritt ganz gut gefallen. Die Truppe spielte ihr 45-Minuten-Set solide runter und konnte sptestens mit dem finalen "Say Just Words", die komplette Menge zum Feiern bringen. Abgesehen von einem kurzen technischen Ausfall von Aaron Aedys Gitarre, war dieses letzte Stck der absolute Hhepunkt einer soliden, routinierten, aber nicht herausragenden Show. (Stephan)



SOIA SICK OF IT ALL

SOIA Wie in den letzten Jahren auch schon, lockern die Veranstalter das Programm gerne mit der einen oder anderen Gruppe auf, die engstirnige Heavy Metal Traditionalisten wahrscheinlich nicht auf dem Festival sehen wollen. Hierzu gehrten dieses Jahr auch SICK OF IT ALL. Die amerikanische Hardcore Band gehrt zur Speerspitze dieses Genres und hat meiner Meinung nach den Startplatz auf dem Festival absolut verdient. Oft sind die Grenzen der verschiedenen Musikstile auch flieend, und so konnten auch SICK OF IT ALL die Anwesenden vor der Party Stage berzeugen. Die Band startete gleich voll durch, spielte Klassiker wie "Clobberin' Time", "Machete" oder auch "Die Alone". Trotz der bereits beachtlichen Schlammwste vor der Bhne wurde munter gehpft, gepogt und im Kreis gerannt, soweit es das entsprechende Schuhwerk zulie. Die Musiker lieen sich auch nicht lumpen, waren stndig in Bewegung und feuerten die Menge immer wieder an. Weitere Hits wie "Disco Sucks Fuck Everything", "Build To Last" und "Injustice System" folgten, bevor man langsam zum Ende und gleichzeitigen Hhepunkt des Auftritts kam. Die Mitgrl-Hymnen "Scratch The Surface", "Uprising Nation" und "Step Down" bildeten einen fulminanten Abschluss des Konzerts. Vom Bewegungsfaktor her waren SICK OF IT ALL die absolute Nummer Eins auf dem Festival. Ein starker Auftritt! (Marc)



SOIA SCORPIONS

Gab es im letzten Jahr schon mit OZZY OSBOURNE einen Auftritt, den man sich (und vor allem auch OZZY selbst) htte schenken sollen, so sollten es dieses Jahr die SCORPIONS sein, die ein unwrdiges Konzert hinlegten. Zugegeben, meine Laune war so oder so schon im Keller, dafr hatte der Wettergott gesorgt. Sich unter diesen Umstnden dann die Senioren Truppe aus Hannover reinzupfeifen, war vielleicht nicht die beste Idee. Aber egal, denn die SCORPIONS hatten schon im Vorfeld fr gengend Lacher in der Szene gesorgt, als sie ankndigten, ihre definitiv letzte Tournee noch mal um zwei Jahre zu verlngern. Oder so hnlich. Warum kann man nicht den Schlussstrich ziehen? Sptestens nach diesem Abend sollte klar sein, dass die ehemalige Legende ganz bse an ihrem eigenen Lebenswerk sgt. Klaus Meine kann es einfach nicht mehr. Diese gepressten Laute, die frher einmal glasklare Gesangslinien waren, sind einfach nur noch frchterlich. Dann kam noch eine taktisch unkluge Songauswahl dazu. Das hier ist Wacken, nicht der ZDF-Sommergarten. Anstatt den Anwesenden, und es waren fast alle da, gleich zu Beginn mal eine Granate des Typs "Blackout" oder auch "Coming Home" um die Ohren zu hauen, gab es Musik zum Schunkeln und Arme schwenken. Unglaublich! Dass schon beim zweiten Song Pyros und Funkenregen eingesetzt wurde, hat fr mich nichts mit "Legende spielt ihren letzten Festival Gig in Deutschland" zu tun. So was soll lediglich die schwachen Songs und das miserable Stage Acting kaschieren. Ich hatte nach 6 Songs die Nase voll und auerdem kndigte sich das nchste Gewitter an. (Marc)


Marc+Jimmy(Zygnema)

Ich habe den SCORPIONS im Vorfeld einiges zugetraut und wurde ebenfalls eines Besseren belehrt. Die Altherren kehrten sechs Jahre nach ihrer vollends berzeugenden Vorstellung bei der "Night to Remeber", nach Wacken zurck, um die Fans und tausende weitere Interessierte 90 Minuten lang zu unterhalten. Weise vorausschauend in Hinblick auf unsere baldige Abreise, habe ich am spten Nachmittag letzte Bierreserven verkstigt und befand mich somit in bester Laune. Um genau halb zehn ging es dann nach einem kurzen Intro los und die Truppe startete mit gedrosseltem Tempo und der Nummer "Make It Real". Die Gedanken nach den ersten zwei bis drei Minuten waren: "Warum hrt man kaum etwas von der Leadgitarre, wo ist die Stimme von Klaus Meine und warum kann ich mich ohne Probleme mit den Zuschauern neben mir unterhalten, ohne sonderlich laut sprechen zu mssen?" Fragen ber Fragen, von der die nchste nicht lange auf sich warten lie, denn beim folgenden Klassiker "Is there anybody There" passte auch etwas nicht. Das Stck ist ja von Hause aus recht langsam gehalten, aber an diesem Abend wirkte es fast schon wie in Zeitlupe gespielt. Impressionen Auch hier konnte Klaus nicht wirklich punkten und wirkte zudem optisch, in den Momenten in denen er die Sonnenbrille nicht auf der Nase hatte, sehr mde. Da kam kaum was rber, generell war der Sound viel zu drucklos und leise. Wenn ich das mit dem brutal lauten Klangerlebnis von TESTAMENT am Nachmittag vergleiche, wirkte es beinahe, als ob die Hard Rock-Legende die Technik schonen wollte. Auch beinharte Fans, mit denen ich mich wie gesagt ganz normal unterhalten konnte, waren von dem, was da aus den Boxen kam, stark enttuscht. Zugegeben, die Abmischung wurde von Stck zu Stck besser und Rodolf Schenker war mit seiner Klampfe irgendwann auch ganz gut zu hren, aber im Gesamten wirkte der Auftritt leider wie die kommerzielle Altherren-Show, welche viele meiner Bekannten vorausgesehen hatten. Das klingt vielleicht alles ein bisschen hart, aber an dieser Konzerterfahrung merkte man ganz stark, dass die SCORPIONS ihre groe Zeit lange hinter sich haben und bald ein Ende finden sollten. Sicherlich war nicht alles schlecht. Die kleine Showeinlage von Rudolf bei "Blackout", bei der er mit einem zum Albumcover passenden Kopfverband, sowie einer ziemlich abgefahrenen Metallgitarre samt Auspuff, auf die Bhne kam, sorgte auf jeden Fall fr ein kleines Grinsen. Im Gegensatz zu manchem seiner Kollegen, schien er auch eine Menge Spa an der Show zu haben. In Sachen Bhnenaufbau und Showeinlagen gab es wenig zu meckern. So konnten sowohl eine groe Statue der Band, die aufwendige Lichtshow, das obligatorische Schlagzeugsolo, sowie die mit Winkelschleifern bewaffneten Tnzerinnen berzeugen. Bei Knallern wie "Dynamite" oder dem allseits beliebten berhit "Rock You Like A Hurricane" am Ende, ging meine Nackenmuskulatur schon gut mit, doch an diesem Abend thronte leider ber Allem die Enttuschung ber eine Band, die ihren Zenit lange berschritten hat und es mit dem Standardprogramm nicht mehr geschafft das Blatt zu wenden. Mit etwas Abstand zu dem Abend muss ich eingestehen, dass ich nicht genau wei, womit ich vorher gerechnet habe. Vielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch und der phasenweise Stimmungstiefpunkt deswegen so dominant. (Stephan)



Stephan "Rain Or Shine", so lautet das Motto vom W:O:A Festival. Leider war diesmal der Regen eine echte Drecksau, und die Sturzfluten lieen Zeltpltze, Wege und groe Teile vor den Bhnen zur einzigen Schlammwsten mutieren. Ab einem gewissen Punkt war das auch nicht mehr lustig. Whrend ich mit der Kamera in der Hand ber das Areal ging, musste ich dauernd darauf gefasst sein, dass sich jemand neben mir in den Dreck wirft oder mit Absicht volle Lotte in eine Schlammpftze springt. Irgendwie uncool. Dass am Samstag das totale Chaos ausbrach, lie sich wahrscheinlich nach den ersten schweren Gewittern am Freitag wahrscheinlich nicht mehr verhindern. Trotzdem sollte vielleicht darber nachgedacht werden, bestimmte Wege zu asphaltieren, damit auch am letzten Tag des Festivals die Toiletten abgepumpt und sauber gemacht werden knnen. Es wurde einiges getan, um den Schlammbergen Herr zu werden, aber mit Rinden-Mulch und Euro Paletten kommt man bei diesen Wassermassen nicht weit. Hier besteht Verbesserungsbedarf fr das nchste Jahr.

Auch was den reinen Service oder die Weitergabe von Informationen der Helfer angeht, darf gerne nochmal nachgeschult werden. Die Geschichte um die Fotopsse, wo man wann, wie und berhaupt fotografieren darf, wiederholte sich dieses Jahr erneut und wurde sogar noch gesteigert, aber diese ganze Story mchte ich nicht noch einmal erzhlen. Nur so viel: Selbst im Pressezelt, wo man Infos bekommt und sein Handy oder Laptop mal aufladen kann, konnte uns niemand sagen, was oder wen wir wann fotografieren drfen. Mir sind noch andere Geschichten zu Ohren gekommen, ber patzige Helfer und/oder rabiate Ordner. Dieses aber nur aus zweiter Hand, so dass ich hier ebenfalls keine Details ansprechen werde. Allerdings war die Masse an diesen "Beschwerden" schon beachtlich, die kann sich meiner Meinung nach niemand einfach so ausgedacht haben.


Aber es gab ja auch positive Sachen. Die Bandauswahl war groartig, wobei ich es mir auch hier nicht verkneifen kann, "weniger ist mehr" einzuwerfen. ber 100 Bands kann sich keine Sau antun und teilweise waren die Entscheidungen, zu welcher Truppe man jetzt geht und wen man schweren Herzens sausen lsst, echt Scheie. Die Preise frs leibliche Wohl sind im Groen und Ganzen stabil geblieben, ausdrcklich loben sollte man hier aber auch die Vielfalt, mit denen man sich den Bauch vollschlagen kann. Man lernt jede Menge Leute kennen, und die Partys im sogenannten Backstage Bereich oder auch auf dem Zeltplatz werden in seligen Erinnerungen verweilen.

Wer brigens nchstes Jahr dabei sein will, der sollte sich sputen. Ein groer Teil der Tickets ist bereits verkauft. Wir werden auch wieder am Start sein. (Marc)





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