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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ALCATRAZ METAL FESTIVAL 2012
Ort Brielpoort / Deinze (Belgien)
Datum 12.08.2012
Autor Thorsten Schwalbach
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Die Herausgeber des belgischen / niederlndischen Magazins ROCK TRIBUNE veranstalten seit einigen Jahren im belgischen Deinze das "ALACATRAZ METAL FESTIVAL", auf dem schon so einige klasse Bands wie SAXON, LIZZY BORDEN, DEATH ANGEL, HELLOWEEN oder HELSTAR gespielt haben. Einige der wenigen Festivalshows von ICED EARTH und TESTAMENT in diesem Sommer und ein paar schne Tage in der Gegend um Deinze waren Grund genug, endlich mal dieses Festival zu besuchen. Und es hat sich absolut gelohnt, wir waren wirklich begeistert!

Alcatraz Alcatraz

Das "ALCATRAZ METAL FESTIVAL" findet derzeit als eintgiges Festival im Brielpoort statt, einer Halle in die gut 2000 Leute reinpassen. Also eher eine gemtliche Angelegenheit, trotz der wirklich hochklassigen Bands. Dieses Jahr lag das Festival auf einem Sonntag und ging gegen Mittag los. Mal was anderes, einen Sonntagnachmittag mit gepflegter Livemusik zu verbringen. Leider gab es nur eine Kasse fr Alle, also auch fr die Presse und andere VIPs. Irgendwie aber cool, so kam erst gar kein Gefhl von Zweiklassengesellschaft auf. Allerdings haben wir gute 45 Minuten auf den Einlass gewartet und den Opener WARBRINGER verpasst. Naja, ist aber sicher leicht zu verkraften. Vor der Halle waren einige Essen- und Getrnkestnde und ein gut sortierter Metalmarkt aufgebaut, also alles, was man auf einem Festival erwartet. Natrlich wurde dort auch das belgische Nationalessen angeboten, Fritten und allerlei Paniertes mit jeder Menge Soe in verschiedener Form. Ist nicht jedermanns Sache, diese Ernhrung, aber fr einen Tag schon ok. Naja, andere Lnder andere Fritten.

Hell Hell

Die erste Band, die wir uns angesehen haben, waren die Briten HELL, die nach einen bombastischen Intro mit dem recht schnellen "Let Battle Commence" gut loslegten. Wie auf der Tour mit ACCEPT hatten die Jungs wieder ihre schon bekannten edel gestalteten Outfits einschl. Schminke und Dornenkrone von Snger David Bower angelegt, ihre coolen Backdrops dabei und waren stndig in Bewegung. Das wirkte alles ziemlich "evil" und fhrte dazu, dass die ganze Band schnell durchgeschwitzt war (es war gegen 13:00 in einer Halle bei rd. 30 Grad Auentemperatur). Aber davon lieen sich HELL nicht bremsen. Das vom Video bekannte "On Earth At It Is In Hell" kam natrlich besonders gut an. Bei "Plague And Fyre" wurde es dster und David Bower kam bedrohlich mit Umhang und Krhenmaske aus dem Hintergrund. Spter peitschte er sich stilvoll aus wobei reichlich (Kunst-)Blut floss. Der Mann ist der geborene Entertainer, der die Bewegungsfreiheit seines Headsets perfekt ausnutzte. Darunter litt aber nie sein klarer kraftvoller Gesang, der immer wieder gekonnt zwischen fast schrillen Tonlagen und tiefen Bereichen wechselte. Aber auch der Rest der Band stand ihm nicht nach. Andy Sneap und Kev Bower teilten sich die Gitarrenarbeit brderlich und brillierten mit zweistimmigen Passagen. Basser Tony Speakman sorgte fr den notwendigen Groove und gesellte sich gerne zum Metalballet der beiden Gitarristen. "Macbeth" wurde von einem von der ganzen Band gesprochenen Part eingeleitet und am Ende wurde es in "Save Us From Those Who Would Save Us", das David in Pfarrerskluft cool ansagte, richtig melodisch. HELL haben in Deinze optisch und musikalisch absolut berzeugt, bestimmt einige Fans dazugewonnen und wurden am Ende mit dem verdienten Beifall verabschiedet. Bonuspunkte sammelte die Band bei ihrer Autogrammstunde, wo sich die Jungs ungeschminkt absolut locker und freundlich zeigten und fr jeden Smalltalk zu haben waren. Hoffentlich kommt von dieser Band noch mehr, denn die Jungs machen einfach Spa.


    Setlist HELL:
  • Overture: Themes From "Death Squad" (Band)
  • Let Battle Commence
  • On Earth As It Is In Hell
  • Plague And Fire
  • The Quest
  • The Oppressors
  • Blasphemy And The Master
  • The Devils Deadly Weapon
  • Macbeth
  • Save Us From Those Who Would Save Us
Grimson Glory Grimson Glory

Zwischen den einzelnen Bands gab es jeweils eine 30 - mintige Umbaupause, in der die Bands ihre Umbauten und Soundeinstellungen zum Teil selbst erledigten. Davon haben aber die wenigsten Fans etwas mitgekriegt, denn eigentlich nutzten Alle diese Pausen, um auerhalb der Halle etwas Luft oder Flssiges zu tanken. Nach HELL wurde es mit CRIMSON GLORY eher mystisch, die passend dazu mit dem midtempomigen "Valhalla" loslegten. Natrlich war bei den Jungs showmig nicht so viel los wie bei HELL, aber auch CRIMSON GLORY begeisterten von Anfang an. Todd La Torre ist zu einem souvernen Snger gereift, der auch die hohen Passagen eines Midnight berzeugend rberbringt (natrlich ohne diesen vergessen zu machen) und fhrte zusammen mit Gitarrist Jon Drenning, der grtenteils die Ansagen bernahm, durch den Auftritt. Dabei begeisterte Jon durch seine virtuose Gitarrenarbeit nicht weniger wie im schnelleren "Dragonlady" mit seinem przisen Zusammenspiel mit dem zweiten Gitarristen Ben Jackson. In "Masque Of The Red Death) gab das Publikum richtig Gas und Todd begeisterte durch mit hohen Gesangseinlagen. In virtuos umgesetzten Songs wie "Azrael" oder "Painted Skies" wurde es wieder atmosphrisch bevor die Band in "Red Sharks" nochmal so richtig loslegte. Hier meisterte Todd problemlos die meisten hohen Passagen. Seinen Glanzauftritt hatte der Snger in "Lost Reflections", das er nur begleitet von dezenten Drums und cleanen Gitarren absolut gefhlvoll umsetzte. Nach dem verdienten Applaus verkndete Jon freudig, dass die Band derzeit an einem neuen Album arbeitet bevor Band und Fans in "Eternal World" nochmal alles gaben. Nach knapp 60 Minuten war dann leider Schluss und CRIMSON GLORY wurden verdient abgefeiert. Ein toller Auftritt einer begeisternden Band, von der bestimmt noch einiges zu hren sein wird.


    Setlist CRIMSON GLORY:
  • Intro (Band)
  • Valhalla
  • Dragonlady
  • Where Dragons Rule
  • Masque Of The Red Death
  • Azrael
  • Queen Of The Masquerade
  • Painted Skies
  • Red Sharks
  • Lost Reflections
  • Eternal World
Primordial Hell

Danach gab es mit PRIMORDIAL das volle Kontrastprogramm. Auch hier wurde es wieder eher mystisch, aber halt ganz anders als bei CRIMSON GLORY. Snger Alan, der seine bliche Schminke aufgetragen hatte, sang vom ersten Ton an in seiner typischen theatralischen Art und hatte die Fans voll im Griff. PRIMORDIAL stiegen mit dem Midtemposong "No Grave Deep Enough" in den Set ein. Die Gitarristen rifften przise, glnzten auch mit prgnanten Leads und schafften so das Fundament fr Alans Theatralik. Im Publikum war gut was los, wobei die Fans der Band eher gebannt zuhrten und dem Geschehen auf der Bhne angespannt folgten. Leider bin ich mit dem Material der Band nicht so vertraut und es stand ja noch ein anstrengendes weiteres Programm an, weshalb wir uns nach zwei Songs entschieden, eine wohlverdiente Pause einzulegen. Zum Abfotografieren der Setlist hat es aber noch gereicht. PRIMORDIAL kamen in Deinze auf jeden Fall super an und waren eine willkommene Auflockerung des sonstigen Billings.


    Setlist PRIMORDAL:
  • No Grave Deep Enough
  • Gods To The Godless
  • Lain With The Wolf
  • As Rome Burns
  • Bloodied Yet Unbowed
  • The Coffin Ships
  • Empire Falls
Testament Testament

Frisch gestrkt ging es dann in Richtung Festival - Highlight. Wer TESTAMENT schon mal live gesehen hat wei wie intensiv die Konzerte dieser Band sind. Und in Deinze waren die Jungs besonders gut drauf und legten von Anfang an eine Spielfreude an den Tag, die einfach nur mitriss. Inzwischen war es im Brielpoort richtig voll geworden. Mit dem neuen recht schnellen "Rise Up" begannen TESTAMENT ziemlich mutig was aber super ankam. Chuck Billy brllte sich in seiner typischen Art die Seele aus dem Leib und prsentierte seinen leuchtenden Mikrohalter, auf dem er einige Gitarrenpassagen przise mitspielte. Eric Peterson erffnete kurz danach den Knaller "The Preacher" mit seinem prgnanten Riff bevor Chucks Schrei wahrscheinlich in ganz Deinze zu hren war. Einfach nur genial. Und ber allem thronte die phnomenale Leadgitarre von Gromeister Alex Skolnick, der wie der Rest der Band stndig in Bewegung war. Das neue Album "Dark Roots Of Earth" war mit insgesamt vier Songs sehr gut vertreten. "True American Hate" harmonierte mit "More Than Meets The Eye" zu einem perfekten Powerdoppel. Der Titeltrack des neuen Albums mit seinen cleanen Gitarren entwickelte sich zu einem echten Epos mit berragendem Gesang, in dem Alex und Eric perfekt harmonierten und sich die Lead - und Rhythmus - Gitarren gleichberechtigt aufteilten. Der Brielpoort war zu einer echten Sauna mutiert, was die Spielfreude von TESTAMENT aber kein bisschen schmlerte. Trotz dieser Temperaturen kamen zahlreiche Fans Chucks Aufforderung "Into The Pit" umzusetzen gerne nach. In "Over The Wall" glnzten beide Gitarristen im bekannten Soloteil bevor TESTAMENT zum ersten Mal von der Bhne gingen. Aber nicht sehr lange, denn die Band wurde natrlich vom begeisterten Publikum vehement zurckgefordert. Die Jungs spielten noch drei weitere Songs, wobei Band und Publikum beim abschlieenden "The Formation Of Damnation" nochmal richtig Gas gaben. Keine Ahnung woher Chuck am Ende eines 75 - mintigen Sets die Kraft nimmt, nochmal so zu grhlen, aber es beeindruckte einfach. TESTAMENT haben in Deinze mit ihrer Mischung aus Spielfreude, Energie und Virtuositt sowie der abwechslungsreichen Mischung von alten Klassikern und neuen Songs einfach nur begeistert, was ihnen bestimmt auf ihrer Headlinertour im November wieder gelingen wird...


    Setlist TESTAMENT:
  • Rise Up
  • The New Order
  • The Preacher
  • Native Blood
  • True American Hate
  • More Than Meets The Eye
  • Dark Roots Of Earth
  • Into The Pit
  • Practice What You Preach
  • Over The Wall
  • D.N.R. (Do Not Resuscitate)
  • 3 Days In Darkness
  • The Formation Of Damnation
Iced Earth Iced Eartht

Der Energieauftritt von TESTAMENT hinterlie natrlich Spuren bei den Fans und so hatten die nachfolgenden ICED EARTH zunchst mal ein etwas mdes Publikum vor sich. Diese Mdigkeit hielt aber nicht lange denn die Jungs um Jon Schaffer gaben mit dem schnellen Titelsong des letzten Albums "Dystopia" direkt richtig Gas. Stu Block begeisterte von Anfang an mit seiner variablen Stimme und brachte den Song sehr gut rber. Schon im ersten Stck zeigte sich, zu was fr einem starken Team ICED EARTH in ihrer aktuellen Besetzung geworden sind. Troy Seele mit seinen gefhlvollen hochmelodischen Leads harmonisierte perfekt mit Jons Riff und Stu meistert problemlos die Songs aus smtlichen Bandphasen. Hier stand wirklich eine echte Band auf der Bhne. Auch ICED EARTH spielten einen ausgewogenen Mix aus Klassikern und neuen Songs. Als zweites Stck gab es den Klassiker "Burning Times", der von den Fans begeistert mitgesungen wurde. Danach war dann "The Dark Saga" - Zeit, wobei besonders das balladeske "I Died For You" sehr gut ankam. Bei "V" streckte die ganze Halle die rechte Hand zum Siegeszeichen nach oben. Im stark gespielten "Anthem", das Stu mit einer emotionalen Ansage einleitete, begeisterte Troy mit einem sehr gefhlvollem Solo. Danach gab es mit "Declaration Day" sogar einen Ripper - Song, dem Stu problemlos meisterte. Jon Schaffer berzeugte in "Watching Over Me" mit emotionalem Gesang im Chorus, wodurch sich dieser zu einem Highlight des Sets entwickelte. In "Damien" wurde es bedrohlich, bevor die Fans Stus Aufruf zu den "Iced "Motherfucking" Earth" - Sprechchren gerne nachkamen und die Band im klassischen Abschlusssong nochmal richtig loslegte. Dann war auch dieser begeisternde Auftritt leider zu Ende und ICED EARTH kamen geschlossen zum Bhnenrand, um zum Outro von "Tragedy And Triumph" von den Fans verdient abgefeiert zu werden.


    Setlist ICED EARTH:
  • Dystopia
  • Burning Times
  • Slave To The Dark
  • I Died For You
  • V
  • Pure Evil
  • Wolf
  • Anthem
  • Declaration Day
  • Boiling Point
  • Watching Over Me
  • Damien
  • Iced Earth
Immortal Immortal

Vor den abschlieenden IMMORTAL gab es dann eine etwas lngere Umbaupause und schon im ersten Song "Withstand The Fall Of Time" wurde klar warum. Obwohl das "ALCATRAZ METAL FESTIVAL" in einer Halle stattfand lieen sich IMMORTAL nicht davon abhalten, ihre volle Pyro - Show aufzufahren und brannten schon im ersten Song mehr Feuer ab als mancher Headliner eines Open Airs. Die Band war super drauf und sehr spielfreudig. Abbath "knarzte" in seiner unnachahmlichen Art vor sich hin, riffte przise und berzeugte auch mit seinen Leads. Die Energie und Spielfreude von IMMORTAL bertrugen sich direkt aufs Publikum und die Fans, die noch immer zahlreich vorhanden waren, gaben nochmal richtig Gas. hnlich wie bei PRIMORDIAL bin ich mit den Songs von IMMORTAL nicht richtig vertraut, weshalb ich einfach auf weitere Detailschilderungen verzichte. Durch ihre Energie, Spielfreue und ihren coolen Pyros sowie den enthusiastischen Publikumsreaktionen erwies sich die Band als absolut wrdiger Headliner, der zum Abschluss eines tollen Festivals nochmal so richtig berzeugte. Und dafr wurden IMMORTAL whrend des ganzen Konzerts von den Fans verdient so richtig abgefeiert. Leider war durch die Pyros kein Zugang zum Fotograben mglich, weshalb es zu IMMORTAL nur ein paar Fotos aus dem Publikum gibt, die bei den unvermeidlichen Lichtverhltnissen zwangslufig nur einen groben Eindruck vermitteln knnen. Aber die Pyro - Show dieser Jungs sollte man eh besser live auf sich wirken lassen...


    Setlist IMMORTAL:
  • Withstand The Fall Of Time
  • Sons Of Northern Darkness
  • The Rise Of Darkness
  • Damned in Black
  • Triumph
  • Solarfalls
  • In My Kingdom Cold
  • Tyrants
  • Call Of The Wintermoon
  • One By One
  • Beyond The Northern Waves
  • All Shall Fall
  • At The Hearts Of Winter
  • The Sun No Longer Rises

Das "ALCATRAZ METAL FESTIVAL" hat wirklich absolut begeistert. Durch die Bank hochklassige Bands und keine "Underground - Alibiacts", eine perfekte Organisation, freundliche Security, kurze Wege auch zum Parkplatz, Autogrammstunden mit fast allen Bands und faire Preise - so machen Festivals Spa. Ein "Halfpint" Bier (rd. 0,3 l) oder 0,3 l Wasser / Cola gab es fr 2 Euro und zur Aufmunterung konnte man sich auch mal einen Monster Energie Drink gnnen. T - Shirts vom Festival waren fr 16 Euro zu erwerben. Die Karten kosteten vor Ort 55 Euro, was bei diesem Billing mehr als fair ist. Und bei so viel klasse Metal am Stck reicht ein Festivaltag vllig aus. Fr die an Belgien angrenzenden Regionen ist dieses Festival sicher eine interessante Alternative. Von Aachen sind es bis Deinze rd. 200 km. Und man kann das Ganze ja auch mit einem Kurzurlaub in der angrenzenden Region verbinden. Gent ist gerade mal 20 km entfernt und nach Brssel oder auch zur Nordsee sind es jeweils um die 100 km. Also, es wre schn, im nchsten Jahr noch ein paar mehr Deutsche in Deinze zu treffen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Unter www.alcatrazmusic.be gibt es noch mehr Infos zu diesem Festival und auch zum Rock Tribune - Magazin.





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