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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MONSTERS OF LIEDERMACHING - RELEASE PARTY "SCHNAPS & KEKSE"
Ort Hamburg, Logo
Datum 09.08.2012
Autor Verena Jurawitz (Text) & Marc Schallmaier (Fotos)
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Die MONSTERS OF LIEDERMACHING luden in Hamburg im LOGO zum Sitzpogo-Stammtisch ein, um ihr neues Album "Schnaps & Kekse" vorzustellen. Als wir ankommen und uns mit den anderen Gsten ins Gebude schieben werden wir an der Kasse wie gewohnt abgestempelt, jedoch nur um dem Personal zu verraten, wer denn schon einen blulichen, leicht zitronigen Begrungsschnaps bekommen hat;

Skeletonwitch Skeletonwitch

Der Eintritt ist frei. Zu unserer Begeisterung ist nicht nur der flssige Namensgeber des neuesten Machwerkes der sechs Musiker in aller Munde, nein, auch etliche Keksteller findet man im Gebude und ab und an werden weitere Kekse von der Bhne aus in das -auf voll besetzten Bierbnken gespannt wartende- Publikum gereicht.

Auf der linken Bhnenhlfte stehen vier Sthle und zwei Tische fr Fred, Pensen, Totte und Labrnski bereit. Burger und Rdi knnen leider nicht anwesend sein. Auf der rechten Bhnenhlfte drfen sich Fans niederlassen, das wird auch gerne angenommen. Der Laden ist sehr gut gefllt als die MONSTER um halb zehn super gelaunt mit ihren Getrnken auf die Bhne klettern, ihre Pltze einnehmen und nach zwei bereitliegenden Mikros greifen. Jubel und Seifenblasen fllen den Raum. Nach einer kurzen Einleitung -man wolle die neue CD durchhren, ab und an ein Lied live und unplugged darbieten und zwischendurch Raucherpausen einlegen (noch mehr Gejubel)- geht es auch gleich los. Totte greift nach einer Akustikklampfe und stellt sich mit seinen Bandkollegen an der Bhnenfront auf um als Opener "Die Zwerge" zu spielen und zu tanzen...tanzen ist hier durchaus die beste Wortwahl, denn liedspezifische Choreographien sind bei dieser Ansammlung von Liedermachern keine Seltenheit und auch das Publikum lsst sich nicht zweimal auffordern, in typischer Mitmonstermanier prgnante Stellen mitzusingen oder die Arme einzusetzen. Der einzige Nachteil an dem Mitmachspa wird nun deutlich: Vier Liedermacher und eine Gitarre sind eben doch etwas leiser als eine Horde begeistert mitsingender Fans. Also wird gebeten, lautes Singen und Klatschen gegen Flstern und Schnipsen zu ersetzen. Das geht nach anfnglichen Schwierigkeiten seitens der Besucher auch recht gut, so prsentieren sie armeschwingend ein geflstertes "Hey-Ho-Hey-Ho". Mit "Interesse ist gut" geht die Gitarre an Pensen und Labrnski liefert den Gesang. Auch hier ist die Untersttzung des Saals wieder laut gegeben.

Nun steigt die Spannung, die Musiker setzen sich, der erste Titel der neuen Scheibe soll erklingen. Auf die Frage wer denn seine bestellte CD schon zugeschickt bekommen hat melden sich nur wenige, und da man den Silberling in seiner vollen Pracht zeigen mchte, aber keiner auf der Bhne herumliegt, wird Timmerich, seines Zeichens Merchmann, herbeigerufen. Er betritt unter Applaus die Bhne, hat aber keine CD vom Verkaufsstand mitgenommen. Gut dass der eine oder andere Fan gerade schon ein solches Produkt erworben hat und so eines bereitwillig zur Verfgung gestellt wird. Schick. Jetzt geht endlich los worauf alle gewartet haben: die Vorstellung von "Schnaps & Kekse". Man stpselt also -ganz zeitgem- ein Mobiltelefon an und lsst den ersten Titel "Laterne", aus Burgers Feder, laufen. O-Ton von der Bhne: "Guckt euch gegenseitig an, wir machen hier jetzt nix.

Der Refrain geht ins Ohr und wirklich jeder anwesende Zweibeiner (er)kennt ihn und stimmt mit ein. Tja, so eine Leihgabe aus dem Kinderlied hat eben Mitsingcharakter, auch wenn das besungene Objekt in diesem Fall verlockend glitzernd da steht. Die nchsten drei Lieder aus der Konserve kommen dann ohne all zu viel Brimborium hinterher und bei dem darauf folgendem Titel "Innerlich verkeimt" wird noch ausfhrlich darauf eingegangen wo die Aufnahme entstanden ist. Um euch diese Information nicht vor zu enthalten: Bei einem Konzert im Tivoli in Freiberg, Sachsen. In diesen Laden passen 6000 Menschen, 122 hatten ein Ticket ergattert und ansonsten spielen laut Ansage auch die Puhdys und Gott dort, aha. Bei diesem Stck wirkt das Publikum doch etwas verhalten, bis auf einen Besucher in Tresennhe, der das mit dem Schnaps wohl zu wrtlich genommen hat. Wie dem auch sei. Es folgt "Die Ballade vom Heissluftballon", die es wohl nur mit Mhe und Not und hei umkmpft auf das Album geschafft haben soll, es fielen Wrter wie "Weiterentwicklung". Wie sie das wohl gemeint haben kann man gleich nach Erklingen des Liedes bei den Jungs persnlich erfragen, oder man nutzt die hier angesetzte Raucherpause als eben solche.

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Nach dem Tausch von muffig kekskrmeligem Logoduft gegen Zigarettenqualm und ein neues Bier startet die zweite Runde wieder mit einer Liveprsentation. Hier darf nun abgestimmt werden: "Hschen" oder "Tren". Zu meiner groen Begeisterung wird sich fr den Trfetischismus entschieden. Totte spielt kurzerhand erneut den Heiluftballon an, erkundigte sich lachend: "wie ging das Lied?!" und los geht es. Auch gibt er hier wieder seine blichen Soli zum Besten und die Stimmung ist sowohl auf als auch vor der Bhne ausgelassen. Und da feiern heute gro geschrieben wird, gibt es fr zwei, die Altersspanne der Fans gut widerspiegelnde Geburtstagskinder ein Stndchen und ein Freigetrnk. Robert wird 19 und Abi....naja, so ganz kommt es nicht heraus, aber man munkelt Ende 40. Mit dem nchsten Stck der CD, "Franzsische Kleinstadt", sinkt der Bewegungs- und Gesangsdrang der Scharen (Ausnahme auch hier der oben erwhnte Freund an der Bar, untersttzt von Kumpels) und man starrt gen Bhne. Nun folgt mit "Ich hab dich lieb", fast berflssig zu erwhnen, eine Ballade zu der dann wieder Seifenblasen gereicht werden und sogar eine Wunderkerze wird in den Reihen der Sitzenden gesichtet. Die nchsten vier Lieder sind dann wieder etwas bewegungsfrdernder und endlich kommt man auch mal in den Genu des Sitzpogos und das Gefuchtel der Schreiberlinge erreicht ausgewachsene Dimensionen. Um halb zwlf gibt es die zweite Raucherpause. Obwohl noch fnf weitere potentielle Ohrwrmer auf uns warten, greifen wir dann aber doch lieber gut gelaunt nach dem Feierabend und hangeln uns in die heimischen Betten. Im Logo hingegen wird noch bis drei Uhr ausgiebig weiter gefeiert. Schnes Ding, Album und auch der Abend.

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