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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MINISTRY & DJERV
Ort Hamburg, Docks
Datum 08.07.2012
Autor Marc Schallmaier
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MINISTRY waren frher einmal ein absoluter Garant fr echte Spektakel, wenn es um Konzerte und Auftritte ging. Diverse Gastmusiker mit Rang und Namen verliehen diesen Abenden einen besonderen Glanz. Dass die Band berhaupt noch mal in Hamburg auftritt, war nach den Ereignissen im Jahre 2008 verwunderlich. Djerv Djerv Wir erinnern uns: bei der offiziellen Abschiedstournee musste das Konzert in Hamburg abgebrochen werden, da Band und Crew mit vollen Getrnkebechern beworfen wurden. Nur zwei Wochen spter musste das Konzert in Toulouse fr 15 Minuten unterbrochen werden, da ein Volldepp die Band mit Trnengas angriff. Nach dem Abschluss dieser Tournee gab es auch vorerst keine Konzerte mehr von MINISTRY. Doch mit dem Erscheinen des neuen Albums "Relapse" wollen es die Mnner um Al Jourgensen mal wieder wissen und spielen neben einigen Festivals auch ein paar Club Konzerte. Und tatschlich auch in Hamburg!

DJERV
Als Anheizer kommt die norwegische Band DJERV auf die Bhne, die bei vielen als echter Geheimtipp gilt. Und sie werden ihrer Sache auch voll gerecht. Mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Metal Stilen bringen DJERV die bereits Anwesenden in Stimmung. Zudem verfgen die Skandinavier mit ihrer Frontfrau Agnete Kjolsrud ber eine echte Rampensau, die genau wei, wo der Bartel den Most holt. Nahezu das gesamte Publikum ist kaum mit dem Material des Quartetts vertraut, nichtsdestotrotz erhalten DJERV nicht nur Anstandsapplaus sondern auch respektierendes Kopfnicken von vielen Anwesenden. Das bedeutet bei uns im Norden schon eine Meng! Zwar hat bei uns der Kollege Carsten Nieaber das Album komplett verrissen, anderswo bekam das Debut aber berdurchschnittliche Kritiken. Man darf gespannt sein, wie die Reise von DJERV weitergeht. Auf dem "Wacken Open Air Festival" werden sie einem weitaus greren Publikum vorgestellt. Mal schauen, wie sie sich die dort verkaufen werden.

Setlist: DJERV

  • Ladder To The Moon
  • Gruesome Twosome
  • Blind The Heat
  • Abmuse
  • Immortal
  • The Bowling Pin
  • Madman
  • Headstone

MINISTRY
Nach einer etwas lngeren Umbaupause ist es dann endlich soweit, und nach dem die Gemeinde auch das Intro berstanden hat, kommen MINISTRY auf die Bhne. Al Jourgensen, mit Feder am Hut, einer Art Schweierbrille und einer Armee Jacke bekleidet, beugte sich ber seinen Mikrostnder. Dieser ist mit Totenkpfen und einer Art Stahlskelett eines Vogel dekoriert, in der Mitte so was hnliches wie eine Lava Lampe. Recht skurril, das Ganze. Und so sollte es weiter gehen. Musikalisch versucht man sich in erster Linie mit neueren Stcken, die das Publikum wohlwollend honoriert. Anscheinend aber nicht mit soviel Enthusiasmus wie Onkel Al sich das vorstellt. Sein Arm und seine Hand versuchen einen Kreis zu formen, was wohl soviel bedeuten soll, dass die Fans geflligst einen Circle Pit starten sollen. Tun sie aber nicht, und unverhoffter Weise landet die fast leere Bierflasche von Al im Fotograben, um dort in ein paar handliche Stcke zu zerspringen. Ehrlicherweise habe ich nicht gesehen, ob ihm diese aus der Hand gerutscht ist oder er sie galant hat fallen lassen. Definitiv gezielt geworfen hat er aber. Vielleicht war es auch die Retourkutsche fr das Becher Bombardement von vor 5 Jahren. Aber ob er sich daran noch erinnern kann? Diese Zweifel haben ihre Berechtigung, denn als Al Jourgensen zum ersten Mal mit dem Publikum Kontakt aufnimmt, heit es: "Hello Denmark". Ministry Ministry hm, ja, nicht ganz, ist zwar nicht so weit weg aber Hamburg gehrte nur zum Teil mal zu Dnemark. Oder war auch das eine gewollte Beleidigung? Keine Ahnung, es ist skurril und wird es bleiben. Die Dnemark Geschichte wiederholt sich, bis ihm irgendjemand zuflstert, dass er sich in Hamburg befindet. In dieser Zwischenzeit hat "Uns" Al schon drei bis vier Bier intus und eine halbe Flasche Wein. Zum Wohl! Nebenbei wird auch auf der Bhne geraucht, aber das strt hier keinen mehr so richtig. Musikalisch wirken MINISTRY eingespielt und der Sound kommt mit Wucht aus den Boxen. Ab und zu allerdings hat man dass leichte Gefhl, als ob die Gesangslinien nicht nur frisch aus dem Jourgensenschen Mund herauskommen. Sicherlich ist er nicht der Erste, der sich bei mehrstimmigen Strophen oder Refrains vom Band untersttzen lsst, soviel ist mal sicher. Aber einen kleinen, faden Nebengeschmack verursacht das schon. Die Tickets sind nicht geschenkt und fr T-Shirts verlangen MINISTRY stolze 25 Taler. Naja, the Show must go on! Die Band kloppt sich immer noch durch neuere Stcke und als weiteres Highlight vergisst Al Jourgensen den Namen des Titeltracks der neuen CD. Ich will das Alles gar nicht so ins Lcherliche ziehen, wie man es verstehen knnte. Natrlich sind solche Sachen schon ein wenig komisch, aber irgendwie ist es auch sehr unterhaltend.
Die Band geht dann nach "Khyber Pass" von der Bhne und es folgt das bliche Spielchen, also warten wir ab, was nach der kleinen Pause wohl noch kommen wird. Denn als MINISTRY erneut erscheinen, gibt es auch kein Halten mehr. Die Jungs pumpen einen Hit nach dem andere aus den Boxen, beginnend mit "Psalm 69", "N.W.O", "Just One Fix", "Thieves" und "So What". Doch was ist da pltzlich auf der Bhne los? Al hat whrend des Auftritts eine Flasche Wein und bestimmt zwei Sechsertrger Bier getrunken, das konnte nun wirklich jeder sehen. Die leeren Buddeln standen schn ordentlich beim Keyboarder auf dem Podest. Bei den letzten Takten von "So What" fngt der Frontmann an zu schaukeln, blickt sich hilfesuchend um, und tappst im Ozzy Osbourne Stil an die Seite der Bhne. Dort wird er von einem Roadie gesttzt, die vier Treppenstufen hochgezogen und er ist verschwunden. Und wurde auch nicht wieder gesehen. Die restlichen Musiker schauen sich ein wenig irritiert an, spielten den Song aber sauber zu Ende, um dann selbst von der Bhne zu gehen. Als Nchstes geht das Licht an und die Party ist vorbei. Einen passenderen Abschluss htte es nun nicht geben knnen. Aus gut unterrichteten Kreisen habe ich vernommen, dass eigentlich noch das S.O.D. Cover "United Forces" auf dem Programm gestanden htte. Aber dazu kam es nicht mehr.
Noch einmal, mir ist es egal, was ein Musiker sich so alles reinpfeffert, solange er ordentlich abliefert. Diese ganzen Merkwrdigkeiten lockerten die doch etwas drge Setlist auf, von daher kann man sagen, dass es ein sehr unterhaltsamer Abend war.

Setlist: MINISTRY

  • Ghouldiggers
  • No W
  • Rio Grande Blood
  • Senor Peligro
  • LiesLiesLies
  • 99 Percenters
  • Watch Yourself
  • Life Is Good
  • Waiting
  • Worthless
  • Relapse
  • The Last Sucker
  • Khyber Pass
  • Psalm 69
  • N.W.O.
  • Just One Fix
  • Thieves
  • So What





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