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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BURST MY MARROW, LIQUID GOD, DEVARIEM & SURFACE
Ort Hamburg, Marx
Datum 28.7.2012
Autor Verena Jurawitz
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Voller Vorfreude auf einen lauten Abend treffe ich mich mit Freunden und folge dem Ruf vierer Bands gen Marx zu pilgern. DEVARIEM und SURFACE laden zum Konzert und haben mit LIQUID GOD und BURST MY MARROW eine erfahrene und eine weitere erfolgreiche Nachwuchsband im Gepck. Kaum angekommen treffen wir auch schon auf einen Teil von DEVARIEM, die uns noch warnen: "Boah, oben im Marx ist das verdammt stickig!" Tja, ist eben kein Kindergeburtstag. Surface Surface Auch SURFACE begren uns freudig und schon steht man in geselliger Runde mit Bier drauen, geniet die letzten Sonnenstrahlen, berlegt auf dem Radweg mit dem Leergut zu bowlen und sieht Rico von BURST MY MARROW grinsend mit bei Saturn erjagtem Gut um die Ecke biegen. Bis es die angesammelte Schar an Menschen pltzlich doch ins warm-stickige Gebude zieht um zu spielen, Bier zu besorgen oder einer Band zu lauschen.

SURFACE
Die selbst ernannte Olympic Thrash und Death Metal Band sollte den meisten Hamburgern mittlerweile ein Begriff sein. Erst 2010 gegrndet und doch schon eine beachtliche Anzahl an Auftritten absolviert werben sie fr den heutigen Abend mit neuem Material. Ich habe sie selber schon live erleben drfen und freue mich also darauf, den vier Jungs auch heute wieder lauschen zu drfen. Kurz nach 20Uhr, das Marx ist alles Andere als ausverkauft, unter den Vorhngen dringt verrterisches Tageslicht herein und Toms Ansage: "Abgeh'n Leute, jetzt geht's los!" bringt so berhaupt keine Reaktion aus dem Publikum. Huch, was ist hier los!? Alle schchtern? Man muss sich wohl erst einmal reinhren, die Krux der ersten Band des Abends. Nach den ersten drei Liedern bewegt man sich nicht nur von dem angrenzenden Raucherraum und dem Tresen in den Konzertsaal, nein auch vor der Bhne ist nun von leichtem Schunkeln bis wildem Mhnengekreise Bewegung angesagt. Auch das angekndigte neue Machwerk "Tartarus" kann sich hren lassen und als "Down To Nothing" erklingt ist die gesammelte Meute nicht mehr zu bremsen. Die Stimmung steigt und schaukelt sich zusehenst zwischen Band und Publikum weiter auf. Jason bespielt seine Gitarre nach dem Rausbrechen der Gurthalterung lachend auf einem Trommelhocker kreiselnd weiter, ein aus Israel stammender Mensch namens Guy darf mal an Toms Gitarre, whrend dieser das Publikum bei "The One I Hate" zu einer gemeinsamen Fete auf die Bhne einldt und mit kollektiven "Hate"-Rufen die Fuste schwingt. Ob winzige Wall of Death oder Circlepit, es wird nichts ausgelassen. Nach insgesamt zehn Stcken bleibt keine Zeit mehr fr die verlangten Zugaben und dem Volk wurde ordentlich eingeheizt, und zwar so extrem, dass ich meine Zweifel habe, dass irgendeine der nachfolgenden Bands diese Euphorie toppen kann. Hut ab!

Setlist: SURFACE

  • Intro
  • Exit The Light
  • Titans From Olympus
  • Kraken
  • Fight Against The Gor
  • Tartarus
  • Down To Nothing
  • Where the Gods Divide
  • Olympic Warmashine
  • The One I Hate

Devariem Devariem

DEVARIEM
Die jungen Thrasher aus Lbeck sind auch keine unbekannte Nummer mehr. Seit 2009 gibt es die Band nun schon und auch sie haben etliche Auftritte hinter sich gebracht, stolz erzhlt man gerne vom diesjhrigen "MetalBash". Zudem scheuten sie auch keine Kosten und Mhen bei Lasse Lammert und Eike Freese (DARK AGE) ihre Silberlinge aufzunehmen, die man dann auch persnlich bei dem symphatischen Quintett erstehen kann und knnen wird. Umso mehr freue ich mich sie heute wieder einmal live vor und auf der Bhne erleben zu knnen.
Man betritt also die Bhne und es bleibt erst still und dunkel, bis dann in gewohnter Manier das Publikum von Alex in Grund und Boden geschrien wird und von seinen Kollegen die musikalische Breitseite bekommt. Ja, so will man die Jungs auf der Bhne haben! Abgesehen von einem verirrten Stick bei Joe und technischen Problemen an Bennis Sechssaiter wird dem ausgelassenen Publikum ein Set mit acht groartigen Titeln prsentiert. Die Gitarrensoli von Jan lassen nicht nur die mitgebrachte Fanmeute staunen, auch mein Freund, selbst Gitarrist, hlt es nicht mehr aus und reicht mir seine Brille um es bei den letzten Stcken "Hammerhead" und "Wolverine" den brigen Gsten in den ersten drei Reihen gleich zu tun. Die Zwischenrufe vom krallenbewehrten Alex aufgreifend, Faust hebend und die stickige Luft mit Hilfe der eigenen Haarpracht verscheuchend feiern die Fans mit der Band einen lobenswerten Auftritt. Groes Kino!

Setlist: DEVARIEM

  • System
  • Peace
  • Point
  • Cowboys
  • Zero
  • Pain Train
  • Hammerhead
  • Wolverine

Liquid God Liquid God

LIQUID GOD
Ouh! Na, ob der avantgardistische Psychedelic Metal nach dem bunten Geknppel gut ankommt!? LIQUID GOD sind am heutigen Abend die erfahrenen Herren. Seit 2002 im Geschft, haben sie schon etliche Konzerte und Touren mit bekannten Gren gemeistert, reicht leider trotzdem nicht fr ein reines Musikerdasein. Da der zweite Gitarrist in dieser Nacht noch arbeiten muss wird friedlich an der Spielreihenfolge getauscht und so tritt man als dritte Band auf die angewrmten Bretter. Man darf gespannt sein. Als erstes fllt auf: nein, so bunt wie bisher wird es weder musikalisch, noch von der Beleuchtung. Die Bhne wird in einen Mantel aus Dunkelheit und vereinzeltem weien und blauen Licht gehllt. Genauso dster kommt dann auch die Musik der vier Hamburger rber. Hier ist die Stimmung lngst nicht so ausgelassen, trotzdem lassen sich weder die Musiker, noch die interessierten Leute in der ersten Reihe eine gehrige Portion Headbangen nehmen. Wechsel zwischen Cleanem Gesang und Shouts, experimentierfreudige Musik, fast schon sphrisch anmutend. Ein Case auf der Bhne neben dem Schlagzeug wird kurzerhand als Tritt verwendet, die Haare prsentiert. Trotzdem will der Funke nicht wirklich berspringen. Man zieht es hier, der Musik entsprechend, doch lieber vor sich mit verschrnkten Armen an dem Anblick der Band und ihrer Musik zu erfreuen und sich eher im Takt zu wiegen als wild gestikulierend im Kreis zu rennen. Schn!

Setlist: LIQUID GOD

  • Intro
  • Touch The Sky
  • Whatever...
  • Panic, Vomit...Repeat
  • Somebody Someday
  • Diet Of Worms
  • Follow Me
  • Laid To Rest
  • The Moment Has Passed

BURST MY MARROW
Wow! Was hat denn Rico bekommen? Der Snger ist mehr in der Luft als am Boden. Die Jungs um den Flummi auf der Bhne sind eine Alternative Metalcore Band aus Buxtehude. Burst My Marrow Seit ihrer Grndung 2005 knnen sie auf jede Menge erfolgreiche Auftritte zurckblicken, worunter sich auch der eine oder andere Bandcontest befand. Heute haben sie es aber recht schwer, als mit LIQUID GOD ertauschter Headliner. Bis auf einzelne, die Gliedmaen wild schwingende Tnzer und den einen oder anderen verlassenen Headbanger kann diese Band im mittlerweile gelichteten und erschpften Publikum leider nicht viel erreichen. Da helfen auch Ricos Anfeuerungsversuche und seine permanente Bewegung auf der Bhne nicht mehr. Schade, denn was die Jungs da oben fabrizieren ist schon sehr professionell. Bei denen stimmt das Zusammenspiel, sauber und przise bedienen sie ihre Instrumente und hangeln sich durch ihre Setlist. Weiter so!

Setlist: BURST MY MARROW

  • Aglossia
  • Aeon
  • K.C.Tragedy
  • Days Of Grale
  • Keine Lust
  • Support T.H.
  • Light Up T.D.
  • Escape Reality
  • Mediabolic
  • The Call

Ein durch und durch gelungener Abend. Die Bands haben allesamt auf ihre Art und Weise berzeugt, das Publikum wirkte anfnglich durch seine Aktivitt wesentlich grer als es tatschlich war und feilte so mit an der allgemeinen Stimmung. Wer nach dem Konzert nicht genug hatte ist noch Richtung Kiez gestiefelt um dort die von der Bhne gezerrten und mitgebrachten Musiker gleich nochmal zu feiern.





Surface Devariem Devariem Liquid God Liquid God Liquid God Liquid God Liquid God Burst My Marrow Burst My Marrow Burst My Marrow



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