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20. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SACRED REICH, AFTER ALL & DEGRADEAD
Ort Hamburg, Markthalle
Datum 10.06.2012
Autor Marc Schallmaier
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SACRED REICH gehren definitiv schon immer zu meinen absoluten Lieblingsbands. Leider war Ihnen nie der ganz groe Erfolg vergnnt. Teilweise selbst verschuldet, denn die Truppe aus Phoenix, Arizona galt schon immer als ein wenig schreibfaul. So war der Tenor bei neuen Scheiben in der Vergangenheit immer gleich: gute Platte, aber viel zu wenig Spielzeit. Andererseits waren es auch Management Fehler, die SACRED REICH in den 90er Jahren das Leben schwer machten. Die Konsequenz endete in der Auflsung der Band im Jahre 2000. Es folgten dann nur noch einige Konzerte 2007, unter anderem beim "Wacken Open Air", sowie ein Europa Tour im Jahre 2009. Um so mehr freute es mich, als ich die Info erhielt, dass die Jungs dieses Jahr wieder auf Tournee gehen. Und wer wei, vielleicht schafft es dass Quartett ja doch noch einmal, ein Studio zu betreten. Die Hoffnung stirbt bekanntermaen zuletzt!

Degradead Degradead

DEGRADEAD
Den Anfang an diesem Abend machen die Jungs von DEGRADEAD. Mit ihrer Mischung aus Metalcore und melodischem Death Metal wirken sie an diesem aber Abend etwas deplaziert. So verlieren sich gerade einmal 100 Leute vor der Bhne, um sich das Konzert der Schweden anzuschauen. Der Rest des Publikums macht es sich im Foyer bei einem Getrnk gemtlich und verpassen nicht viel. DEGRADEAD spielen irgendwie lustlos ihren Stiefel runter, kaum Bewegung auf der Bhne, und berhaupt knnte man aus der Entfernung annehmen, dass eine IN FLAMES Coverband am Start ist. Diesen Auftritt sollten alle Beteiligten schnell vergessen.

AFTER ALL
Im Anschluss liegt es also an AFTER ALL aus Belgien, die Kohlen aus dem Feuer beziehungsweise die Leute vor die Bhne zu holen. Zwar geht es vom Sound her jetzt schon eher in Richtung traditionellen Thrash Metal, aber auch AFTER ALL schaffen es nicht, die Zuschauer fr sie zu begeistern. Es ist jetzt etwas mehr los im Zuschauerraum, aber der Funke will einfach nicht berspringen. Fairerweise muss man sagen, dass die Belgier sich alle Mhe geben, gerade Snger Sammy Peleman ist eine amtliche Rampensau. Auch der Rest der Truppe schttelt das Haar und nutzt den gegebenen Raum aus. Woran liegt es also? Wie auf dem letzte Album kann es an dem Gesang liegen, denn die zahlreichen spitzen Schreie lassen so manchen Besucher das Gesicht verziehen. So etwas mgen wohl die allerwenigsten im Thrash Metal. So bleiben nach wie vor die meisten Leute im Foyer und warten auf den Headliner.

SACRED REICH
Dann ist die Zeit gekommen, auf die circa 500 Gste gewartet haben. Unter den Klngen der Erkennungsmelodie von Darth Vader entern die vier Amerikaner die Bhne. Snger und Bassist Phil Rind, an dem die Zeichen der Zeit deutliche Spuren hinterlassen haben, strahlt wie ein Honigkuchenpferd und die Kapelle startet mit "Independent" gleich mal voll durch. Sofort kommt Bewegung in die Masse und die Zuschauer feiern SACRED REICH ohne Ende ab. Alle Gesichter, egal ob Band oder Zuschauer, strahlen einfach nur Freude aus. So soll dass sein, und die Amerikaner lassen sich nicht lumpen und legen mit "Love...Hate" sowie dem Klassiker "Ignorance" gleich nach. Sacred Reich Sacred Reich Erst dann ergreift Phil die Chance ein paar Worte ans Publikum zu richten. Nicht nur die blichen Floskeln folgen, sondern auch ehrliche Worte des Dankes, dass so viele Menschen der Band die Treue gehalten haben und an dem heutigen Abend da sind. Und diese ehrlichen Worte kauft man dem sympathischen Frontmann auch wirklich ab. Das kommt von Herzen, und ist so gemeint wie er es gesagt hat. Leadgitarrist Wiley Arnett trgt ebenfalls dazu bei, dass dies ein unvergesslicher Abend ist. Jedes Solo, dass er raushaut, ist 1 zu 1 auf den Platten wiederzufinden. Es ist fast schon unheimlich, mit welcher Przision er die richtigen Tne trifft. Sensationell! Leider vergeht die Zeit viel zu schnell, und ratzfatz ist man bei der Zugabe angekommen. "Surf Nicaragua" kommt als Rausschmeier, und nun brechen alle Dmme. Da es keinen Fotograben gibt, wird ordentlich gestagedived, dazu ein amtlicher Moshpit und die Aufforderung von Phil, den Refrain mitzugrhlen. Dass ist dann auch der einzige Vorwurf, den man der Band heute Abend machen kann. 70 Minuten standen SACRED REICH auf der Bhne, inklusive Zugabe, und nicht nur ich bin der Meinung, dass es ruhig noch etwas mehr htte sein knnen. "Sacred Reich", "The Power Of The Written Word" oder auch "Crawling" wren da so ein paar Kandidaten gewesen. Aber das Hallenlicht geht an und verkndet damit, dass das Konzert unwiderruflich zu Ende ist. Vor dem Konzert standen die Jungs von SACRED REICH am Merchandise Stand, verkauften ihre T-Shirts zum Preis von 20 Taler und erfllten jede Foto Wunsch der Zuschauer. Tolle Geste, die auf keinen Fall selbstverstndlich mehr ist heutzutage. So geht dieses Konzert zu Ende und vielen Besuchern ist immer noch im Gesicht anzusehen, dass sie einen tollen Abend hatten.

Setlist: SACRED REICH

  • Independent
  • Love...Hate
  • Ignorance
  • Violent Solutions
  • One Nation
  • Administrative Decisions
  • Free
  • Crimes Against Humanity
  • Who's To Blame
  • I Don't Know
  • War Pigs
  • Death Squad
  • American Way
  • Surf Nicaragua





After All After All After All Sacred Reich Sacred Reich Sacred Reich Sacred Reich



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