Navigation
                
18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BLOODSPOT, SABIENDAS, FIVE DOLLAR CRACKBITCH, CLIT EASTWOOD
Ort Bad Breisig, Rasthaus B9
Datum 25.05.2012
Autor David Lang
>> Als E-Mail versenden

Es ist doch berall das selbe... Erst wird gemeckert und gemault, dass es zu wenig Konzerte in der eigenen Region gibt und wenn dann ein schmackhaftes Package serviert wird, kommt keiner. So sollte es auch vier hoffnungsvollen Newcomern aus der, sagen wir mal nheren Umgebung an diesem Freitag ergehen.

Clit Eastwood Clit Eastwood

Das Rasthaus B9, an der B9 (wer htte es gedacht?!) zwischen Sinzig und Bad Breisig ist ein kleiner, gemtlicher Club, mit einem Fassungsvermgen von knapp 300 Mann, doch an diesem Abend Ende Mai mehr schlecht als recht gefllt. Ok, der Pfingstmontag versprach ein geschmeidig langes Wochenende und die Temperaturen schrieen mehr nach Biergarten, denn nach muckeligem Clubkonzert, doch dieser Abend hatte definitiv mehr Besucher verdient.
Gegen halb zehn erffneten die Eifel-Grinder von Clit Eastwood die, unter dem Motto "Break Your Fuckin' Neck!" stattfindende Show, und schnell stellte sich heraus, dass der Humor des Quartetts beim genialen Namen noch nicht zu Ende war. Mit witzig-sympathischen Ansagen und Songtiteln wie "Glatzenhobel" oder "Zunge weg, ich furze" hatte man das Publikum schnell auf seine Seite gezogen. Dabei ging man musikalisch keine Kompromisse ein und prsentierte dem Rasthaus-Volk Grindcore, wie er sein muss; schnell, brutal und mit Songlngen zwischen 5 Sekunden und 1 Minute. Da kann man schon mal durcheinander kommen und so spielte Drummer Sebastian May bereits nach dem ersten Song gleich den dritten an... zwei mal! So was kommt gut und ist halt live. Coverversionen von Municipal Waste und Dropdead lieen zudem die Zugehrigkeit zum Underground erkennen. Ein einziges Shirt zierte den Verkaufsstand der Band, die sich u.a. aus Mitgliedern der lokalen Kombos Inzane und Cambodia zusammensetzte, schlielich ist streng limitiertes Merch das einzig wahre Merch. Ich warte nun geduldig auf das angekndigte Demotape (!).
Fronter Dominik fhrte souvern durch die rund 20 Minuten und anschlieend konnte sich dennoch niemand ber zu wenig Spielzeit beschweren. Bei Grind passt das. Coole Sache!

Setlist: Clit Eastwood

  • Vorwand Fuball
  • Lokusuicide
  • Infektion
  • Glatzenhobel
  • Fremde Partys sind die besten
  • Chainsaw 2 Tha Dick
  • Go Go Bauerranger
  • Intjehirnjeschiss
  • I Wanna Kill The President (Municipal Waste)
  • Zunge weg, ich furze!
  • Bullshit Tradition (Dropdead)
  • Sexfalle Karriereleiter
  • Sie kreuzten die Schwerter und zogen los gen Fagina
  • Spielverderber
  • Marcel Davis, schn dass de da bis
  • Stoned Like Stonedar

Five Dollar Crackbitch Five Dollar Crackbitch

Five Dollar Crackbitch, aus den berresten von Hatedrive und Disorder entstanden, hatten danach so etwas wie ein Heimspiel. Das wurde besonders durch den relativ starken Zuschauerzuspruch deutlich, der an diesem Abend nicht mehr getoppt werden sollte. Die 5 Jungs aus Sinzig und Andernach pumpten von Sekunde 1 an die Luft aus dem kleinen Club und entfachten ein Sperrfeuer aus ultrabrutalem Death Metal, der erfreulicherweise ohne Beatdowns, Schweinequieker oder hnlich hippes Beiwerk auskam. Dass die Reaktionen der Leute trotzdem sehr euphorisch ausfielen ist vor allem dem songschreiberischen Talent der Musiker zu verdanken, die ihre Gewaltarien uerst versiert und ambitioniert vortrugen. Die Riffschmiede Schfer / Michel schoss ein Killerriff nach dem anderen aus der Hfte, whrend Bassist Marc und Drummer Mariusz das undurchdringliche Rhythmusfundament dazu lieferten. Hier gab es keine Sekunde zum Luftholen und allein das Zusehen machte Spa. Snger Stefan stellte jedoch das wahre Monster in der Band. Mit schier endlosem Atem und enormem Druck brllte er die Texte zu diesem Massaker. Bleibt zu hoffen, dass er in Zukunft noch etwas souverner mit seiner Rolle als Fronter umgeht und den Kontakt mit dem Publikum sucht, dann steht demnchst die neue Brutal Death Elite vor der Tr. Dem noch nicht gerade biblischen Alter der Band ist es leider zu verdanken, dass der heftige Spa viel zu schnell vorbei war. Smtliche Songs waren gespielt worden und so musste man, wollte man den nicht enden wollenden "Zugabe"-Rufen gerecht werden, kurzerhand einen Song ein zweites mal spielen. Geile Show!

Setlist: Five Dollar Crackbitch

  • Piece Of Flesh
  • Judgement Day
  • The Swarm
  • Reborn From Perception
  • Cut 'em Off
  • Golgotha A.D.
  • Enslave The Braindead
  • Death Beat At Dawn
  • Piece Of Flesh

Sabiendas Sabiendas

Nach einer kurzen Umbaupause ging es Schlag auf Schlag weiter und nicht nur ich war wohl gespannt, wie die zweite Halbzeit werden sollte. Nach den Lokalmatadoren stand nun nmlich die groe Unbekannte Teil 1 auf dem Programm; umso erstaunlicher, wie schnell Sabiendas das Publikum auf ihrer Seite hatten. Der Fnfer aus Recklinghausen hatte zudem auch keinen unntigen Ballast in Form von trendigen Cerealien an Bord, sondern wusste ausschlielich durch kompromisslosen Death Metal der alten Schule zu begeistern. Schneidende Riffs, die sofort griffen, schnelles, variables Drumming und mit Jan ein Fronter, der souvern wie witzig war. Mein Highlight war die Ansage, in der er beschrieb, wie Skeletor und Beast-Man im Keller von Castle Grayskull die Barbies seiner Cousine vergewaltigten... Brller! (Nach "Stoned Like Stonedar" brigens schon der zweite Tribut an die "Masters Of The Universe" an diesem Abend) Ansonsten wurde brav der ausrichtenden Band (Five Dollar Crackbitch) und dem anwesenden Publikum gedankt und voller Vorfreude auf die Aftershow-Party regelmig zugeprostet. Gitarristin und Bandgrnderin Alexandra setzte dagegen permanent den bsen Blick auf, um ihrer Performance die ntige Authentizitt zu verleihen.
Sowieso schraubte man musikalisch, sowie optisch (Basser F.T. sei hier aufgrund seines nietenbewehrten Arms und des Forbidden-Shirts stellvertretend genannt) den Authentizittsgrad beachtlich nach oben. Hier waren berzeugte Metalheads am Werk, denen es aber auch nichts ausmachte, vor einer Handvoll Leute in einem winzigen Club zu zocken. Soviel Einsatz muss belohnt werden und so darf die Band dieses Jahr u.a. auf dem Extremefest zocken. Das Ruhrpott-Quintett ballerte eine gute Dreiviertelstunde drauf los und hatte anschlieend smtliche Zweifler ruhig gestellt.

Donnerliste: Sabiendas

  • Necrophobia
  • Exhumation
  • Cheating Death
  • Restored To Life
  • Prophets Of Blood
  • Faces In The Dark
  • Worse Than Death
  • Blood Drenched Rack
  • Retributionist
  • Eternal Gloom

Bloodspot Bloodspot

Der nchste Tag war streng genommen schon angebrochen, doch, geringer Zuschauerdichte sei Dank lie es sich vor der Bhne immer noch aushalten (irgendwas Gutes musste die Scheie ja haben). Die Limburger von Bloodspot hatten die Position des Headliners inne, konnten aber dennoch nicht den bisherigen Zuspruchsrekord der 5 Dollar Crackhuren brechen. Nichtsdestotrotz rotzten die fnf Kerle ihre Version von hoch aggressivem Thrash ins Auditorium als glte es, den Majordeal nach Hause zu bringen. Dieser Einsatz wurde von den Fans honoriert, schlielich ist es keine Selbstverstndlichkeit sich fr 20 Mann den Arsch aufzureien. Rein optisch stellte die Band einen Gegenpol zu den homogen auftretenden Sabiendas dar. Allein Fronter Dominik wurde von mir im Vorfeld kaum wahrgenommen. Um genauer zu sein hielt ich in bis zum Bloodspot-Gig lediglich fr einen enorm aufgekratzten Fan. Nun stand der smarte Hnfling vor mir und war der enorm aufgekratzte Snger der Headliner... auch nicht schlecht. Absolut berzeugend fhrte "Dom" durch das Set, das musikalisch am ehesten mit Hatesphere zu vergleichen war.
Gitarrist Marius Vent gab den Poserknig (der Mensch wurde fr sein Instrument geboren!) und schredderte seine Highspeed-Riffs in den Pulk, whrend sein Kollege Howdie hnlich routiniert, aber lssiger agierte. Bassist Jrgen Kuhn, optisch zwischen Indianer-Squaw und Chuck Billy nach einer Dit (Spa ;-)), hielt sich eher vornehm im Hintergrund und Drummer Bjrn trieb die Bande unentwegt voran. Nach nicht mal 45 Minuten war auch hier Schicht im Schacht, doch geht man nach Qualitt, galt hier, wie bei den 3 Bands zuvor: In der Krze liegt die Wrze!
ber ihr Nichterscheinen drften sich nun einige potentielle Neufans bse rgern, doch die, die dabei waren, werden diesen Abend mit Sicherheit in guter Erinnerung behalten. Es gibt sie noch, die neuen Bands, die einzig und allein durch gute Songs und berzeugende Live-Shows bestechen. Prost!

Setlist: Bloodspot

  • Far From Innocence
  • Breathless
  • This Demon
  • Bullets
  • Answer My Fall
  • Textures Within Black
  • Bloodshed Utopia
  • Unborn
  • Consumed By Hatred





Five Dollar Crackbitch Sabiendas Bloodspot Bloodspot



<< vorheriges Review
ANNEKE VAN GIERSBERGEN, KILL FIRELLI - Koblenz, Cafe Hahn
nchstes Review >>
PAGANIZER, GOREGAST, SLOWLY ROTTEN & ROTTEN CORPSE - Hamburg, Bambi Galore


Zufällige Reviews