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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WWE RAW - WRESTLEMANIA REVENGE TOUR
Ort Stuttgart, Porsche Arena
Datum 13.04.2012
Autor David Lang
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"Yes Yes Yes" und kein Ende. Der wohl simpelste Sprechchor in der Geschichte der WWE hat sich gleichzeitig auch zu einem der berwltigensten entwickelt. Innerhalb krzester Zeit, quasi ber Nacht, hat Daniel Bryan dafr gesorgt, dass der Ruf aus Abertausenden von Kehlen, Abend fr Abend zu hren ist, und dabei war der Gute noch nicht mal dabei. Doch der Reihe nach:

The Miz Primo & Epico

Zum wiederholten male wollte ich Teil einer Live-Veranstaltung von World Wrestling Entertainment sein und diesmal war Stuttgart Austragungsort der Wrestlemania Revenge Tour; mit an Bord: der RAW-Kader, der sich bereits einige Jahre nicht mehr in unseren Landen hat blicken lassen. Mit drei bestens aufgelegten Buddies machte ich an einem frhen Freitag Nachmittag die A61 unsicher. Wir trotzten Baustellen, streikenden Navis (was sonst?!) und dem arg begrenzten Raum im Ford Fiesta, um schlielich ziemlich zeitig vor der Porsche Arena anzukommen. Das recht heftige Verkehrsaufkommen lie sich dann auch schnell erklren. Nicht nur die Rush-Hour und das WWE-Live Event hatte Schuld an unserem Schneckentempo, auch ein Fuballspiel in der benachbarten Mercedes-Arena sorgte fr geschftiges Treiben. Von Chaos konnte dafr zum Glck jedoch keine Rede sein.

Nach einem gelungenen Meet & Greet mit The Miz und dem obligatorischen Abchecken des Merch-Stands, bewegten wir uns langsam in Richtung Sitzpltze. Nicht zu 100% "Ringside", aber definitiv noch in der Nhe des "Squarred Circle" hatten wir einen Bombenausblick und freuten uns wie die Kinder.
Die Musik lief noch und Ringsprecher Justin Roberts richtete bereits warme Worte an die Stuttgarter Fans, als wir zu unseren Pltzen kamen.

Das Erffnungsmatch bestritten R-Truth und Kofi Kingston, die an diesem Abend ein Team bildeten, um den amtierenden Champs Primo und Epico ihre Tag Team Championship abzuknpfen. Kurz vor Matchbeginn lie Roberts jedoch verlauten, dass John Laurinaitis (Executive Vice President of blablabla...) via SMS das Match zu einem "Non-Title-Match" machen lie... groe berraschung.
Vllig unabhngig davon wurde eines, nach Ertnen der Ringglocke, schnell klar. Stuttgart war bestens aufgelegt und machte Alarm wie nix Gutes.
Erste "Yes-Chants" wurden laut und Truth und Kingston wurden bejubelt wie die verlorenen Shne. Die Baden-wrttembergische Hauptstadt war hei auf "Sports Entertainment", wie es so schn heit. Die Qualitt des Matchs konnte sich durchaus mit der eines regulren TV-Matches messen lassen und alle vier Athleten schafften es, das Publikum bei Laune zu halten.
Mag die Tag Team Division auch schon geraume Zeit schwcheln, an diesem Abend war das vllig egal.
Nach einer, mehr als ordentlichen, Matchzeit machten die zwei Publikumslieblinge den Sack zu und holten sich den Sieg... nur eben keinen Titel.

Lord Tensai Brodus Clay

Schlag auf Schlag ging es weiter, und mit Alex Riley stand erneut ein Liebling der Massen im Ring, nur um in eben jenem von "Monster-Heel" Lord Tensai ziemlich fix platt gemacht zu werden (nicht, dass wir das schon mal hatten). Natrlich lie es sich auch Stuttgart nicht nehmen, das Kraftpaket mit "Albert"-Chren zu bedenken. Ein Glck hat die WWE mittlerweile ein Einsehen und erwhnt Matt Blooms frhere Karriere in der Promotion auch offiziell, nicht wie in der Vergangenheit, wo einem altgediente Rckkehrer gerne mal als Debtanten vorgestellt wurden.

Von einem "Squash-Match" zum nchsten, nur diesmal mit vertauschten Rollen. Wurde der ehemalige Fan-Favorit JTG noch mit Buh-Rufen bedacht, begann beim Einzug seines Gegners mit einem mal die halbe Halle zu tanzen. Der "Funkasaurus" Brodus Clay enterte die Arena mit seinen Hupfdohlen und er war der erste Superstar, der darauf aufmerksam machte, wo man sich gerade befand. Nun gut, genau genommen natrlich nicht in sterreich, doch der Tiroler Hut, der den Kopf des massigen Clay anstelle seines blichen Borsalino (keine Bange, ich musste auch nachschauen) bedeckte, sorgte wohl nicht nur bei mir fr ein Schmunzeln. Sehr sympathische Aktion.
Nachdem das ehemalige Cryme Time Mitglied sogar kurz aufleuchten durfte, machte Clay ihn natrlich trotzdem platt. Im Anschluss an diese Demonstration krperlicher berlegenheit durften noch 2 Kids aus dem Publikum mit dem "Funkasaurus" und seinen Ladys tanzen. Wohin das Gimmick den Guten noch fhren wird, vermag ich nicht zu sagen, aktuell jedenfalls kommt er noch sehr gut an.

Auch der bergang zum nchsten Match war rckblickend gut gewhlt, setzte man dem "WWE Universum" nach Clay eine weitere Partybombe vor die Nase. Santino Marella, der seit einigen Jahren nun erfolgreich den Kasper macht, verteidigte seine U.S. Championship in einem Triple Threat Match erfolgreich gegen David Otunga (ghn) und The Miz. Letzterer punktete mehr oder weniger durch seine recht witzige Interaktion mit dem Publikum: "Ihr Idioten!", "Schnauze halten!" "Denn ich bin The Miz... und ich bin... awesome!" waren die Highlights seiner kurzen Ansprache. Kam gut. Im Match selbst gab es letztlich alles zu bewundern, was man von einer solchen Konstellation erwarten konnte, inklusive der unvermeidlichen "Cobra".

Beth Phoenix vs Kelly Kelly Fans

Eben jenes Stoffreptil gab es erstaunlicherweise nicht am Merchstand, ebenso wenig wie das, von mir hei ersehnte, neue Brock Lesnar Shirt. Ok, der Gute war nicht vor Ort, doch Alberto del Rio und Kane Shirts konnte man schlielich auch erwerben, und die beiden waren nicht auf der Matchcard. So blieb es in der Pause dann auch bei 2 schicken CM Punk Schweibndern, die mir "Freund Hein" (erstaunlich lebendig ^^) liebenswrdigerweise schenkte (danke noch mal!) und einer Gerstenkaltschale.

Nach der kurzen Unterbrechung musste die Frauenquote erfllt werden. Die amtierende Championesse der Diven, Beth Phoenix musste sich zum gefhlten hundertsten mal mit Kelly Kelly messen und, groe berraschung, gewann. Eigentliches Hightlight war im Grunde Eve Torres, die nur anwesend war, um das Match anzukndigen, allerdings mit lauten "Hoski"-Rufen bedacht wurde. Das Match selbst war streckenweise ziemlich langweilig und wurde demnach zu Recht mit "Boring!"-Rufen bedacht. Klingt mies, aber damit muss man wohl auch als Dame leben.

Irgendwer muss dem Groteil der Anwesenden im Vorfeld gesteckt haben, dass es nun Zeit fr das "Gesicht der WWE" gewesen ist, denn es begann einen weiteren, arg beliebten Sprechgesang, der, ist man live dabei, fr ein wenig Gnsehaut sorgte. "Let's Go Cena!" - "Cena Sucks!", schallte es durch die Gemuer, nachdem "The All American American" Jack Swagger und Dolph Ziggler von Nervensge Vickie Guerrero zum Ring geleitet wurden. Und siehe da, ihre Gegner waren Zack Ryder und John Cena. Man mag von dem Mann halten was man will, er war sich jedenfalls nicht zu schade ebenfalls die berseefahrt mit zu machen und zudem mal nicht im Main Event zu stehen. Cena genoss die Reaktionen sichtlich und ich mchte wetten, dass er in unseren Landen, an diesem Abend etwas mehr Zustimmung fand als in seiner Heimat; schon allein, weil er sich in unseren Breitengraden doch eher rar macht. Konnte mich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass ein groer Teil der Fans BEIDE Chants rief. berhaupt war die Stimmung, ich sage es gerne noch mal, fantastisch, was sich auch prima an dem Donnergrollen festmachen lie, welches Vickie entgegen schlug. Herrlich! Nach ertnen der Ringglocke wurden wir Zeugen eines ordentlichen Matches, das zwar nicht in die Geschichte eingehen wird, aber smtliche Erwartungen erfllt haben drfte. Besonders Ziggler empfahl sich abermals zu Hherem, whrend Ryder wenigstens passabel agierte. Ein "Double Kick" in die Ringecke, sowie ein "Double Five Knuckle Shuffle" von ihm und Cena gegen die Widersacher, sowie Vickie, die einen Kuss von Cena kassierte waren die Highlights in ein einem recht ausgeglichen gefhrten Tag Team Fight. Zwar htte ich mir etwas mehr Interaktion mit den Fans gewnscht, doch die gingen auch so steil.

Steil ist gar kein Ausdruck fr das, was passierte, als Justin Roberts den Main Event ankndigte: Ein "No Disqualification Match" um die WWE Championship stand an, und tatschlich war es Chris Jericho, der an diesem Abend gegen Champion CM Punk antrat. Dieser erntete erwatungsgem die geilsten Reaktionen, doch auch der Fozzy-Snger wurde, aktuelles Gimmick hin oder her, von Deutschland verhltnismig wohlwollend aufgenommen. Die Stimmung war nun auf dem Siedepunkt und es bedurfte nur eines einzigen, von mir heraus gebrllten "Yes!", um die Halle zum Brodeln zu bringen (ja, das war ich *freu*). Die beiden Vollblutprofis lieferten sich ein unglaublich gutes Match, das jedem PPV zu Ehren gereicht htte. Die "No DQ"-Zusatzregel hatten beide nur bedingt ntig, in erster Linie wurde hier Wrestling vom Allerfeinsten geboten und man prgelte sich temporr sogar inmitten der Fans. Ich kann voller berzeugung schreiben, dass ich bisher keinem besseren Houseshow-Match beiwohnen durfte. Hut ab vor dieser Leistung, vor allem wenn man bedenkt, dass das Ganze eben NICHT aufgezeichnet wurde. Mit dem GTS konnte Punk schlussendlich den Sieg einfahren und zu guter letzt lie er es sich auch nicht nehmen, den deutschen Fans, gewohnt eloquent, zu danken. Auf diesem Level darf sich die kommende Tour im November gerne befinden.

Fotos: Copyright WWE





Brodus Clay Match Jericho vs Punk Primo vs Kofi Jericho vs Punk Santino Marella Swagger vs Cena Tag Team Action Fans



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