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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing END OF GREEN
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 17.03.2012
Autor Jennifer Laux
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Ein herrlicher Frhlingsnachmittag mit einem Bierchen auf der heimischen Terrasse mit Blick aufs Wasser als gelungene Einstimmung fr das anstehende Konzert. Rein ins Auto, Mucke an, Sonnenbrille auf und ab nach Klle. End of Green End of Green Ganz ohne Stau und mit Parkplatz fast genau vor der Tr marschierten wir zur Live Music Hall. In der Halle angekommen war ich erst einmal erstaunt, dass es noch so luftig war, sprich der Fanandrang war relativ berschaubar. Insgeheim wnschte ich mir aber auch, dass es genau so bleiben sollte, das hatte Wohnzimmeratmosphre. Und tatschlich, viel mehr tat sich bis zum Konzertbeginn auch nicht mehr. Ich kam mir vor wie beim "SWR-Hautnah"-Konzert und das ist positiv gemeint. Keinerlei Gefahr eingeengt zu werden, wirklich optimal: Man ist hautnah dran am Geschehen.

END OF GREEN, eine deutsche Rock-Band, die bereits 1992 in Stuttgart gegrndet wurde, feiert in diesem Jahr ihr 20-jhriges Bhnenjubilum und ist mit ihrer Tour "20 Years Of Selfdestruction" unterwegs. Punkt 19.30 Uhr kam dann gleich, ohne groe vorherige Ankndigung und mit ruhigem Aufgang sowie lssig-schwarzem Outfit, der Top-Act END OF GREEN auf die Bhne. Ganz schlicht gehalten auch die Bhnendeko, bei der lediglich ein schwarz-weies EOG-Banner den Hintergrund schmckte. Wenn auch die heilige Halle nicht ganz gefllt war, schoss der Stimmungspegel der Meute von Null auf Hundert. Die Stimmung war grandios und zeigte, dass auch hunderte Fans feiern knnen wie Tausende. Michael alias "Michelle Darkness" trat ans Mikro und begrte alle erst einmal mit einem "Guten Morgen Kln". Na, hat da einer nicht ganz ausgeschlafen? Wirkte auf mich zu Beginn des Konzertes erst einmal so, aber ich kann mich da auch tuschen. Bevor die Show dann richtig los ging, stichelte Michael zwischenzeitlich erst mal seinen Bandkollegen Michael alias "Sad Sir" himself mit einem unnachgiebigen Zigarettenangebot. Nicht gerade die feine Art, denn er hatte vor gerade mal drei Tagen mit dem Rauchen aufgehrt. Gitarrist Michael blieb hart und widerstand den Rauchschwaden mit einem leicht gequlten Lcheln. Aufgestoen ist mir leider schon zu Beginn, dass der Soundmann nicht ganz den optimalen Mix heraus fand denn zu Beginn ging die Stimme von Frontmann Michelle komplett unter. Es gab diesbezglich auch einige Zurufe aus dem Publikum, aber es nderte sich erst einmal nichts. Hatte mich von der vordersten Front auch mal in den hinteren Bereich der Halle begeben, dort kam dann aber schon mehr an und im Laufe des Konzertes wurde es auch besser. Die charismatische und ergreifende Stimme von Michelle ging live noch mehr unter die Haut, als den heimischen Boxen. Die unglaubliche Tiefe (wohl auf den immensen Zigarettenverbrauch whrend des Gigs zurckzufhren lie alles vibrieren. Phnomenal! End of Green End of Green Nach einer Stunde Spielzeit luteten die Schwaben eine ganz kurze Pause ein. Kaum von der Bhne abgegangen, erschienen sie wieder und begannen sogleich die zweite Runde des Abends. Pltzlich ertnte ein "Happy Birthday" aus dem Publikum in Richtung des Sngers, der sich sichtlich daran erfreute. Voller Energie ging's weiter. Die Jungs prsentierten zahlreiche Songs aus den Machenschaften der letzten Jahre, quer durch die Alben durch. Ein Riesenspa fr alle Beteiligten. Basser Rainer alias "Hampez" stets in Action und mit stndigem Publikumkontakt machte eine super Figur auf der Bhne. Der rotbrtige "Sad Sir" war alles andere als "sad" und voll in seinem Element. Mimik und Gestik zeigten ununterbrochen, wie verbunden er mit der Musik war. Allein das machte Spa beim Zuschauen. Schlagzeuger Matthias alias "Lusiffer" powerte mit nacktem Oberkrper was das Zeug hielt. Gitarrist Oliver alias "Kirk Kerker" war eins mit seinem Instrument und schien wie in Trance. Nach einer gehrigen Portion Depressed Subcore gab es zum Runterfahren und Einluten der zweiten Pause nach einer weiteren Stunde, die Uhr schlug halb zehn, die Ballade "Bury Me Down". Bitterse Melancholie mischte sich unter die Fans. Die beiden Gitarristen standen sich gegenber und schienen musikalisch miteinander zu verschmelzen. Htte der Bass nicht so gedrhnt, htte ich meine Augen wohl vor Genuss gar nicht mehr aufbekommen. Der nchste Break stand dann eine halbe Stunde spter, um 22 Uhr an. Fr mich einer der schnsten Parts an diesem Abend: Es wurden Barhocker fr die Instrumentalisten positioniert, die Akustik-Klampfen kamen zum Vorschein. Herr Kerker spielte brigens eine sehr fett klingende 12-saitige Martin. Als Einstimmung ihres Akustik-Sets gab Michelle mit dem Gitarristen eine kleine Kostprobe von Bon Jovis "Dead Or Alive". Wow, das klang fast besser als das Original. Zwischen den Stcken fanden immer wieder Kippen den Platz in Michelle Darkness' Mund, fhlte mich dadurch zwischenzeitlich immer wieder an HIM erinnert. Irgendwie passte es aber zur Stimmung und es schien zumindest seiner Stimme alles andere als zu schaden. Eine von einem Fan gesponserte Whiskey-Cola durfte natrlich nicht fehlen. Die halbe Stunde des Akustik-Sets mit drei Interpretationen von den Klassikern "Queen", "Slaves" und "Nice Day" waren einfach nur fantastisch, ich htte noch ewig zuhren knnen. Die Gefhle, welche dort transportiert wurden, lsten bei mir Gnsehaut aus und ich bin mir sicher, dass sich dies auf das restliche Publikum ebenso bertrug. Man konnte Fans stillschweigend, konzentriert, mit genussvoll geschlossenen Augen beobachten. Ein wahrhaft schner Anblick zu einer wundervollen Musik. Ein Set von ganzen 3 Stunden lieferten die Darkrocker und waren voll und ganz fr ihre Anhnger da. Zum krnenden Abschluss standen die Jungs am Merchandising Stand auch nur fr eine Autogrammstunde und das ein oder andere Foto zur Verfgung, da wurde die Fannhe noch einmal gro geschrieben und die Schwaben hatten alles andere als Berhrungsngste. Das gibt auf jeden Fall eine Menge Sympathiepunkte oben drauf

Von diesem "melanchoholic" Evening der Extraklasse werden wir getrost bis zum nchsten Konzertbesuch zehren knnen. Der Heimweg war entsprechend entspannt und von diversen Ohrwrmern begleitet. "Goodnight"

Setlist: End Of Green

  • Motor
  • Away
  • Left My Way
  • Dead City Lights
  • Evergreen
  • Demons
  • Dying Moments
  • Killhoney
  • Under The Sway
  • Speed My Drug
  • Hurter
  • Fallen Angel
  • I Hate
  • Weekness
  • Tormented Sundown
  • Die Lover Die
  • Cure My Pain
  • Only One
  • Tragedy Insane
  • Drink Myself
  • Goodnight
  • Bury Me Down
  • Tie Me A Rope
  • Sickone
  • Death In Veins
  • Dead End Hero

Akustik-Set:

  • Queen
  • Slaves
  • Nice Day

Fotos: Marco Klein/Jennifer Laux





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