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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HEADBANGER'S NIGHT IX
Ort Festhalle / Konken
Datum 03.03.2012
Autor Thorsten Dietrich & Alexander Meyer
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Die "Headbanger's Night" geht bereits in die neunte Runde und gehrt damit zu den etablierten Festivals im Metalbereich. Das Ganze ist eine Veranstaltung von Fans fr Fans, was sich in erster Linie durch die absolut familire Atmosphre im pflzischen Konken manifestiert: Zivile Preise fr Eintritt, selbst zubereitetes Essen und Getrnke; freundliche Menschen, die einem stets ein Lcheln schenken und eine hervorragende Organisation durch die Metalheads Remigiusland. Die Bandauswahl ist in diesem Jahr sehr gelungen und reicht von modernem Power Metal (InfiNight & Red Circuit) bis zu old-school NWoBHM (Chinchilla & Roxxcalibur), mit Bands denen unisono ein guter Ruf auf dem Livesektor vorauseilt. Beste Voraussetzungen fr einen gelungenen Abend also.

Infinight

Als wir die Festhalle mit leichter Versptung betreten, stehen InfiNight bereits auf der Bhne und haben gerade mit technischen Problemen zu kmpfen; irgendwas mit dem Bass, der im weiteren Verlaufe des Sets fr meine Ohren eh ein wenig zu laut aus den Boxen wummert. Snger Martin Klein berbrckt die kurze Pause geschickt mit ein paar flotten Sprchen, wie er berhaupt super sympathisch rberkommt und zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lsst. Mit einer coolen Version des Dio-Klassikers "Holy Diver" nehmen die Saarlnder den Faden wieder auf. Martin mischt sich unter's Volk und versucht das noch etwas reservierte Publikum Richtung Bhne zu bewegen. Es folgen mit "Godforsaken" und "Here To Conquer" die beiden besten Tracks vom aktuellen Album "Like Puppets". Insbesondere das Gitarrenduo Dominique/Marco zeigt dabei was in ihm steckt, indem es sich wahnsinnig tight durch die beiden Tracks rifft und soliert. Den Abschluss bildet passenderweise "Goodbye, Cruel World". InfinNight drften an diesem Abend einige neue Fans hinzugewonnen haben. (Alex)

Red Circuit

Red Circuit

Red Circuit haben mit "Trance State" und "Homeland" bereits zwei starke Alben verffentlicht. Voraussichtlicherweise wird noch in diesem Jahr der dritte Streich folgen, auf den man gespannt sein darf. Als Kostprobe prsentieren die Wiesbadener einen neuen Track am heutigen Abend, der sehr vielversprechend klingt. Ansonsten serviert man der mittlerweile stattlichen Zuhrerschaft einen gelungenen Mix aus den beiden bereits erschienen Studioalben. Die Setlist entspricht der vom "Prog Power USA", wo Red Circuit im letzten Jahr spielten, was einem Ritterschlag gleichkommt. Als einzige Band des Abends lsst man sich nicht dazu hinreien eine Coverversion zum Besten zu geben. Warum auch? Red Circuit verfgen ber gengend starkes Songmaterial und ber eine Geheimwaffe in Persona von Frontmann Chity Somapala, der durch seine sehr eigene Art - irgendwo zwischen Kaya Yanar und Apu von den Simpsons - unzhlige Sympathiepunkte sammelt. Darberhinaus betont Chity mehrmals, dass er aus Trier stammt und damit ebenfalls Rheinland-Pflzer ist. Dabei ist offensichtlich, dass der aus Sri Lanka stammende Snger sich in der englischen Sprache sehr viel wohler fhlt und seine Ansagen daher berwiegend in Englisch macht. In erster Linie ist Chity allerdings ein groartiger Snger und entlockt seinem fast schon zierlichen Krper eine beraus kraftvolle Stimme. Er verfgt, hnlich einem Ronnie James Dio, ganz einfach ber eine herausragende Technik. Die geamte Band agiert auf einem sehr hohen Niveau: Christian Moser ist ein uerst versierter Gitarrist, der sich niemals durch bertriebene Soli in den Vordergrund drngt. Markus Teske dominiert mit seinen Keyboards den melodischen Power Metal der Hessen (Nein, fr mich hat der Sound nichts mit Prog zu tun, wie immer gerne behauptet wird.) und die Rhythmussektion groovt wie Sau. Auf diese Weise vergeht die circa einstndige Spielzeit wie im Fluge und man fragt sich frei nach Paulchen Panther mal wieder: "Wer hat an der Uhr gedreht?!" (Alex)

Setlist Red Circuit

  • Spear Of Fate (neuer Song)
  • Under The Sun
  • Through The Eyes Of A Child
  • Haze Of Nemesis (neuer Song)
  • Homeland
  • World Forgotten Suns
  • You Can sleep while you're dead
  • See The Light
  • Absinth
  • Sun Of Utopia

Chinchilla

Chinchilla

Chinchilla aus dem Schwabenlndle sind eine feste Gre der "Headbanger's Night" und 2012 rocken die MUsiker zum dritten Mal auf, dabei lassen sie die Fans schon seit acht Jahren mit einem neuen Album warten. Das soll 2012 ein Ende haben wie der sympathische Frontmann und Facebook Gegner Thomas Laasch in seinem lockeren Ansagen betont. Warum eine Band die fnf Alben in der Hinterhand hat, jedoch zwei Kiss Cover Songs ("Love Gun","I Stole Your Love"), The Boys Are Back In Town" (Thin Lizzy) sowie "Headless Cross" (Black Sabbath) und "Conquistadores (Running Wild) spielt, ist mir nicht bewusst. Sicher auf den Alben war gern mal eine Covernummer pro CD drauf und lockert das Ganze auf, hier wirkt das eher so, als wolle man der Gegend (lndlich und Coverbands gewhnt) ein Zugestndnis machen. Da man Kracher wie "The Headless Cross" und "Conquistadores" live von den Originalen nicht mehr zu hren bekommt, ist das Spielen dieser Songs sicherlich nicht verkehrt, meh htte nicht sein mssen, da ich so viele Bandsongs nicht hren durfte. Trotzdem machte der 90 Minuten Gig Laune, da die agile Band einfach gut eingespielt und in dieser Besetzung lnger aktiv scheinen. Das Publikum ist voll auf der Seite der Truppe und manche in der ersten Reihe drfen auch bei "They Are Liars" mitshouten. Snger Thomas ist einfach gut und sicherlich beruflich und familir stark eingespannt, ansonsten wrde der Mann sicherlich mehr mit anderen Projekten und Bands aktiv sein. Lediglich Bandboss und Songwriter Udo Gerstermayer ist der Ruhepol der Truppe, ganz in schwarz und und Baseballkappe konzentriert er sich meist auf sein Gitarrenspiel. Schlagzeuger Christian Schwinn sah nicht nur dem Sodom Gitarristen Bernemann hnlich, er sorgt auch fr krftigen Bumms mit einem Grinsen, wobei der mchtige Double Bass bei manchen Stcken jedoch nicht allen zu passen schien. Ich freue mich jedenfalls Hits der Sorte "Queen Of The Rain", They Are Liars" oder "Demons We Call" bald wieder live zu hren! Auf das neue Album bin ich natrlich auch gespannt.

Roxxcalibur

Nach einer lngeren Umbaupause und durch eine kleine Verzgerung im Spielplan treten die NWOBHM Verehrer Roxxcalibur erst um 0.00 Uhr auf, was leider mit etwas weniger Zuschauern verbunden ist. Jedoch als die agile Truppe loslegt ist gengend Stimmung und Publikum vorhanden. Mit zwei Alben und darauf enthaltenen Songs in der Hinterhand kann man schon einiges spielen und neben total unbekannten Perlen der NWOBHM haben die Jungs auch bekanntere Songs wie "Helpless",Princess Of The Night" und das frenetisch gefeierte "See You In Hell" im Programm, bei dem am Ende gar locker 10 Fans mit auf der Bhne stehen, aber der Reihe nach: Setlist Roxxcalibur Mit neuem Gitarristen Holger Ziegler von den inaktiven aber nicht ganz toten Hessen Thrashern Abandoned ist ein neuer Mann an Bord der frher mit Gitarrist Kalli bei besagten Abandoned zockte, man sich somit kannte und jahrelang eingespielt war. Ich habe beide Besetzungen von Roxxcalibur live gesehen und glaube, dass die neue Besetzung ein kleines bichen mehr Arsch tritt als vorher. Whrend Schlagzeuger Andreas Neuderth sonst fr jeden Kalauer zu haben ist, sieht man in an den Drums immer recht konzentriert. Das gilt auch fr Snger Alexx Stahl, der sich keine Ble gibt und die ganzen Oldies souvern singt. Dabei passen auch die Posen die den Frontmann nie gestelzt wirken lassen. Kollege Alex findet es gar schlimm, dass der Mann bei Konzerten bei denen die Musiker als Backing Band fr ltere Herrschaften agierten (Savage Grace, Thunderrider, Griffin) dann nie mit dabei sein kann. Da hat er wohl recht! Grimassen fr sicherlich 10 Musiker schneidet auf der Bhne und Fotos Bassist Mario Long der durch seine grau-weie Mhne farbtechnisch sowieso in der Band heraus sticht. Insgesamt ist der Gig zu spter Stunde eine feine Sache um Metal Raritten wieder live zu hren! Leider lichten sich die Reihen nach 1.00 Uhr nachts etwas, aber Spa haben die verbliebenen Metalfans alle. Dann wird wie oben geschrieben die Bhne bei "See You in Hell" gestrmt! So muss das sein.

Fazit: Coole Bands, faire Merchandisepreise (z.B.: neue Roxx CD mit DVD und Gimmicks fr 12 Euro) und nirgendwo gab es Stunk oder rger. Das "nur" vier Bands aufgetreten sind, war gut und nicht zu viel. Lediglich die Spielzeit fr Roxxcalibur war viel zu spt und die Bhne war mal wieder sehr bescheiden ausgeleuchtet. Insgesamt waren um die 200 Leute da und die Metalheads Remigiusland spenden Teile der Einnahmen einem rtlichen Kindergarten (oder so). Ich persnlich fand es schade, dass die sicherlich zahlreichen vorhandenen Metalheads im Unkreis von 50 km nicht noch zahlreicher erschienen sind, wenn aufm Dorf mal was los ist. Das gilt auch fr Bands aus der Kante, die auch schon des fteren da gespielt haben. Hallo Ross The Boss, Ivory Night, Palace und wie ihr alle heien, was geht?
Wir sind auch 2013 bei der zehnten Ausgabe dabei, egal wer spielt! (Thorsten)





Red Circuit Red Circuit Red Circuit Chinchilla Chinchilla Chinchilla Roxxcalibur Roxxcalibur Roxxcalibur Roxxcalibur















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