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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK MEETS CLASSIC 2012
Ort Frankfurt, Jahrhunderthalle
Datum 19.01.2012
Autor Thorsten Schwalbach
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Mittlerweile ist fast schon Tradition, dass der gute Mat Sinner Anfang des Jahres die MAT SINNER BAND, ein Orchester und einige hochkartige Snger um sich schart und unter dem Motto "ROCK MEETS CLASSIC" durch sehr gut besuchte Hallen tourt. Da dieses Jahr mit Ian Gillan und Steve Lukather zwei meiner groen Heroes an der Tour teilnahmen war es Zeit fr die Premiere bei "ROCK MEETS CLASSIC". Die Jahrhunderthalle in Frankfurt war mit ihrem gemtlichen Kuppelbau dabei ein wirklich passendes Ambiente fr dieses Konzert. Schon beim Betreten der komplett bestuhlten Halle wurde eins klar: diesmal sind wir definitiv im jngeren Altersdrittel. Das Publikum war eher dem 50 - Lager zuzuordnen und mehr fr "Classic" als fr "Rock" gekleidet. Trotzdem gaben auch die weniger leger gekleideten Herrschaften teilweise richtig Gas und gingen aus sich raus. So soll das sein.

Rock Meets Classic 2012 Rock Meets Classic 2012

Als wir in die Halle kamen hatte das BOHEMIAM SYMPHONY ORCHESTRA PRAGUE, das aus eher jngeren Musikern besteht, die teilweise richtig cool angezogen waren, schon seinen Platz eingenommen. An beiden Bhnenrndern waren zwei groe Videoleinwnde aufgebaut, wodurch die Zuschauer auch im hinteren Bereich das Geschehen auf der Bhne sehr gut verfolgen konnten. Das Orchester zeigte sich direkt als gleichberechtigter Teil, denn als das Licht ausging wurde der Abend ohne Band mit der klassischen "Carmen Overture" erffnet. Hierfr gab es den ersten verdienten Applaus und dann kamen die restlichen Musiker auf die Bhne. Die Band, die sich vor dem Orchester platzierte, bestand aus Mat Sinner am Bass, Alex Beyrodt und Oliver Hartmann an den Gitarren sowie Jimmy Kresic an den Keyboards. Links vom Orchester stellte sich noch der ein Chor auf, zu dem auch Ralf Scheepers und Amanda Somerville gehrten. Mat Sinner hatte einige seiner zahlreichen Bandkumpels untergebracht, die im Verlauf des Abends mal mehr mal weniger im Rampenlicht standen. Der erste Rocksong war etwas berraschend VAN HALENs "Jump", das von Chorsnger Sascha Krebs sehr kraftvoll gesungen wurde. Hier begeisterte Oliver Hartmann beim berhmten Tapping - Solo.

Danach gab es die erste freundliche Ansage vom bestens gelaunten Mat Sinner, der neben Dirigent Bernard Fabujan durch das Event fhrte und seine Freude darber zeigte, dass wieder so viele Fans den Weg in die Jahrhunderthalle gefunden hatten. Dann begrte er den ersten "Stargast" des Abends, Jimi Jamison, der ja auch wieder bei SURVIVOR eingestiegen ist. Jimi zeigte im bejubelten "Burning Heart", dass er noch immer eine krftige und doch gefhlvolle Stimme hat. Zwischendurch erzhlte er einige Storys aus der Rockgeschichte und baute Bindung zum Publikum auf. Seiner Schilderung nach soll Janis Joplin genau in dieser Halle das Catering erfunden haben, weil sie sich Ende der 60er hier erstmals Essen Backstage bringen lie. Wird wohl so sein wenn der das sagt... Nach dem abgefeierten "Eye Of The Tiger" verlie Jimi nach fnf Songs auch schon wieder die Bhne und wurde mit verdientem Applaus verabschiedet.

1. Block / Jimi Jamison:

  • Carmen Overture (Orchester)
  • Jump (Sascha Krebs)
  • Burning Heart
  • Didn't Know It Was Love
  • The Search Is Over
  • I Can't Hold Back
  • Eye Of The Tiger

Fr diesen Applaus hatten die Fans aber nicht sehr viel Zeit, denn ziemlich nahtlos kam dann auch schon die gute Robin Beck auf die Bhne. Sie hatte sogar nur drei Songs, in denen sie mich aber absolut begeisterte. Mann, woher nimmt diese kleine Frau diese krftige Stimme? Nach dem rockigen "Hide Your Heart" und einer kurzen Begrung des Publikums wurde es in der Ballade "Tears In The Rain", in der das Orchester besonders gut zur Geltung kam, richtig gefhlvoll. Anschlieend fhrte auch Robin einen lngeren Dialog mit dem Publikum, an dessen Ende sie demonstrativ mit einer Flasche eines dunklen Softdrinks mit sichtbarem Etikett zuprostete. War klar, was dann kam. Ihr Hit "First Time" wurde harmonisch von Band und Orchester begleitet und von Robin kraft- und gefhlvoll umgesetzt. Leider musste Robin dann schon gehen, wurde aber auch verdient abgefeiert. Schn, diese begeisternde Stimme mal live und dann auch noch in einem so glanzvollen Rahmen zu erleben.

2. Block / Robin Beck:

  • Hide Your Heart
  • Tears In The Rain
  • First Time

Rock Meets Classic 2012 Rock Meets Classic 2012

Anschlieend gab es fr Band und Publikum eine kleine Verschnaufpause, in der das Orchester mit der bekannten "Peer Gynt Suite" berzeugte. Leider kamen dann nicht SAVATAGE auf die Bhne... Der folgende Snger, Chris Thompson von der MANFRED MANN'S EARTHBAND war eher was fr den lteren Teil des Publikums. Da dieser Teil aber ziemlich gro war gab es bei Chris keinen Abfall des Stimmungslevels. Aber diese Band war definitiv vor meiner Zeit und niemals wirklich auf dem Schirm. Irgendwie wirkte seine Stimme auch ein bisschen "mitgenommen", besonders im Vergleich zu dem anderen Sngern. Ist allerdings bei der langen Karriere von Chris Thompson nicht wirklich verwunderlich. Auch wenn die von Chris gesungenen Songs nicht wirklich meine Baustelle waren: der Mann kam sehr gut an, harmonisierte gut mit den restliche Musikern, hatte das Publikum im Griff und baute Bindung auf. In "Blinded By The Light" glnzte Jimmy Kresic mit einem ausgedehnten Intro und Alex Beyrodt mit den bekannten Gitarrenleads. Nach dem begeistert von den Fans mitgesungenem "Mighty Queen", in dem erstmals groe Teile des Publikums aufstanden und richtig aus sich rausgingen, war fr Chris Feierabend. Der Applaus war hier sehr ausgeprgt. Diesmal hatten die Fans aber auch etwas mehr Zeit, den Snger zu verabschieden, denn Mat Sinner entlie Musiker und Publikum in die wohlverdiente Pause.

3. Block / Chris Thompson:

  • Peer Gynt Suite (Orchester)
  • The Voice
  • Dave's On The Road
  • Blinded By The Light
  • Mighty Quinn

War den Teil vor der Pause, insbesondere die Songs von Robin Beck, schon wirklich begeisternd ging es danach erst so richtig los. Nach der rein orchestralen Einleitung mit "Child's Anthem" kam Gitarrengigant Steve Lukather auf die Bhne und legte mit "Rosanna" begeisternd los. Den Gesang teilte er sich hier mit Ralf Scheepers, der seine Parts sehr gefhlvoll umsetzte. Auch Steves Zusammenspiel mit Band und Orchester war grandios und in seinem Gitarrensolo zeigte er zum ersten Mal, warum er als einer der weltbesten Gitarristen gilt. Dann wurde es auch bei Steve Lukather richtig gefhlvoll. Die berragend umgesetzte Gitarrenballade "While My Guitar Gently Weeps", die Steve sehr rhrend seinem Idol George Harison widmete, kam mit Orchester noch etwas beeindruckender wie blich rber. In "Africa" war das Publikum richtig in Bewegung und die Ballade "I'll be Over You" wurde stark umgesetzt. Dann wurde "Hold The Line" von Chorsngerin Tiffany Kirkland kraftvoll interpretiert. Die prgnanten Riffs dieses Songs schafften Spannung zur Orchesterbegleitung und im Publikum war wieder richtig Bewegung drin. Als Steve am Ende noch das bekannte Riff des Klassikers "Beat It" anspielte waren alle Dmme gebrochen. Leider war fr den Meister viel zu frh Schluss, aber Steve Lukather wurde mit verdientem Applaus verabschiedet, bevor es nahtlos in das Finale berging.

4. Block / Steve Lukather:

  • Child's Anthem (Orchester)
  • Rosanna
  • While My Guitar Gently Weeps
  • Africa
  • I'll Be Over You
  • Hold The Line

Rock Meets Classic 2012 Rock Meets Classic 2012

Dieses Begann mit prgnanten Pyro - Effekten. Orchester und Band stiegen in "Highway Star" ein, bevor der bestens aufgelegte Ian Gillan auf die Bhne kam und mit erfreulich krftiger Stimme diesen Song wiedergab. Diesmal ging Alex Beyrodt im Solo, das es sehr nahe am Original wiedergab, so richtig aus sich raus und poste wie Ritchie Blackmore in besten Zeiten. Es wirkte, als htte Alex darauf gewartet, mit Ian Gillan seine verehrten DEEP PURPLE - Stcke zu spielen. Diese Spielfreude bertrug sich schnell auf Publikum und so gut wie niemand sa noch auf seinem Stuhl. Auch der gute Ian war trotz einer Fuschiene (hatte es sich nach einer Ansage beim Skispringen zugezogen, remember "Eddie The Eagle"...) agil und wirklich sehr gut bei Stimme. In eher atmosphrischen Stcken wie "Perfect Strangers" kam das Orchester besonders gut zu Geltung, was durch eine beeindruckende Lightshow noch untersttzt wurde. Die Bewegungen im Publikum erinnerten mittlerweile an einen Kirchenbesuch: Whrend der Songs standen alle auf, um sich bei den Ansagen wieder kollektiv hinzusetzen. Hatte eine gewisse Situationskomik. Ein Hhepunkt des Auftritts von Ian Gillan war "When A Blind Man Cries". Sein gefhlvoller Gesang in Verbindung mit den Orchesterklngen bei diesem Song war einfach nur begeisternd. Nach dem erneut sehr stark gesungenem "Hush" war dann erst mal Schluss und Ian, Band und Chor gingen unter tobenden Applaus von der Bhne. Aber fehlte da nicht was?

5. Block / Ian Gillan:

  • Highway Star
  • Knocking At Your Backdoor
  • Perfect Strangers
  • When A Blind Man Cries
  • Woman From Tokyo
  • Hush

Ziemlich schnell kam Mat Sinner wieder und stellte die beteiligten Musiker vor. Natrlich wurde hier jeder einzelne frenetisch abgefeiert. Dann kamen alle beteiligten Snger wieder auf die Bhne und Alex spielte das wohl berhmteste Rockriff an. Die einzelnen Snger teilten "Smoke On The Water" unter sich auf, Steve Lukather begeisterte mit coolen Gitarrenlicks und es wurden nochmal jede Menge Pyros abgefeuert. Nach diesem Knaller war nach mehr als 2,5 Stunden reiner Spielzeit leider endgltig Schluss. Die einzelnen Musiker kamen zum Bhnenrand, verabschiedeten sich freundlich und wurden mit dem verdienten langen Beifall verabschiedet.

Zugabe (Alle):

  • Smoke On The Water

"ROCK MEETS CLASSIC" war 2012 wirklich ein begeisterndes Ereignis. Hatte man sich an das ungewohnte Sitzen gewhnt kam auch richtige Konzertatmosphre auf. Smtliche Snger begeisterten die Fans, lieferten starke Leistungen ab und die vielseitigen Songs wurden durchweg von Band und Orchester gekonnt umgesetzt. Ein besonderes Lob hat sich Mat Sinner verdient, der das Ganze inszeniert und wohl zu groen Teilen umgesetzt hat. Dafr wirklich herzlichen Dank. Es war wirklich ein Erlebnis, einige meiner Alltime - Lieblingssongs wie "Hold The Line", "First Time" oder "Highway Star" derartig kompetent umgesetzt in diesen Versionen zu erleben. Sollte die Sache 2013 eine hnlich starke Besetzung haben freue ich mich schon jetzt darauf. Ach ja, mit dem Guestlist - Ticket direkt eine Setlist in die Hand zu bekommen, ist ein Service, durch den das Berichten direkt viel mehr Spa macht. Daran knnten sich andere Veranstalter gerne ein Beispiel nehmen...

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