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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing 15 YEARS METAL ADDICTION - DAS FESTIVAL
Ort Hamburg, Markthalle, Marx
Datum 26.11.2011
Autor Thorsten Dietrich, Marc Schallmaier, Moritz Beese
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Das vor einigen Jahren von Hessen nach Hamburg umgezogene Label AFM Records feiert mit vielen Bands in der Hamburger Markthalle den 15.Geburtstag. Den 10. hatte man wohl im Umzugsstress bersehen. Jeder Besucher erhlt noch am Eingang (solange der Vorrat reicht) den dreifach Sampler zum Festival mit Highlights aus dem Labelprogramm und die Karten waren mit Preisen um die 24 Euro im VVK auch recht gnstig. Als wir gegen 16.00 Uhr in der Markthalle aufschlagen, sind zu dieser frhen Zeit schon einige Leute und knnen die Hamburger Death Metal Band Buried In Black im kleinen Marx. Club bestaunen, welcher in der Markthalle integriert ist. Am Ende werden es noch recht viele Zuschauer. Abwechselnd, teilweise berschneidend, spielen die Bands also auf zwei Bhnen. Im Vorraum ist vom Headliner U.D.O. ein Merchstand sowie ein Stand des Labels. Hier gibt es CD Highlights fr 10 Euro und Digipacks fr 12 Euro. Feine Sache!.

Buried In Black At Vance

BURIED IN BLACK
Das Festival erffnen drfen die Lokalmatadoren BURIED IN BLACK aus Hamburg. Das kleine Marx ist zu diesem Zeitpunkt gut gefllt, was mich ein wenig verwundert. Normalerweise sind die ersten Bands an solchen Tagen immer ein wenig angeschmiert was die Zuschauerzahl angeht. Und der Schwerpunkt fr das gesamte Billing liegt eher im Power Metal Bereich. So darf man die Ansage von Snger Ron auch ernst nehmen, der wirklich erfreut ber den Zuschauerandrang war. Mit den Worten "Lasst die Spiele beginnen" leitet er auch den Auftritt ein und BURIED IN BLACK rocken das Marx in Grund und Boden. Mit ihrem klassischen Death Metal sind die Jungs eine der wenigen Ausnahmen an diesem Tag, aber sie nutzen die Gunst der Stunde. Die Mhnen werden ununterbrochen geschttelt, Ron schreit und growlt als ob es kein Morgen mehr gibt und der Auftritt vergeht mit gut 30 Minuten wie im Flug. Mit Krachern wie "One Life Left" oder "Bait" von ihrem Debt "Black Death" kann man aber auch nur gewinnen. Zwar ist es ein wenig laut, den grten Teil des Publikums hat das aber nicht gestrt, und so gibt es reichlich Applaus und Zustimmung fr den Fnfer aus der Hansestadt. (Marc)

Setlist: BURIED IN BLACK

  • A Vast Hereafter
  • Below
  • One Life Left
  • 7.405.296
  • The Bait
  • Pure
  • One Ate Seven

AT VANCE
At Vance aus Hessen habe ich seit 2002 nicht mehr live gesehen und auer Bandboss und Gitarrist Olaf Lenk ist auch keiner von damals mehr in der Band. Mit Rick Altzi hat der Mann seit Jahren einen tollen Snger der Oldies wie auch neuere Lieder superb intoniert. Leider betrgt die Spielzeit nur eine halbe Stunde, weshalb ich wegen Buried in Black nur wenige Lieder sehe. Auffallend jung ist die Matten schwingende Rhythmussektion der Band, welche geschtzte 18-20 Jahre alt sind. Der erstklassige Melodic Metal mit Yngwie Malmsteen Schlagseite kommt immer noch gut rber und das Augenmerk liegt klar auf Gitarrist Olaf Lenk und Snger Rick (auch bei Thunderstone). Sicher sind die Vier noch nicht so eingespielt wie andere Bands, aber ich wrde At Vance gerne mal wieder fters sehen, als alle 10 Jahre!

Mob Rules

MOB RULES
Nach dem das kleine Marx zum Brechen voll bei den Blackies Byfrost ist, so dass ich nichts sah, freue ich mich auf die norddeutschen Melodic Metaller Mob Rules, die mit viel Engagement und Bewegungsfreude ihren leider auch nur 30 Minuten kurzen Set spielen. Gestenreich wie immer prsentiert sich Frontmann Klaus Dirks und schafft es damit auch das noch nicht so ganz hei gelaufene Publikum etwas zu animieren. In 30 Minuten kann man natrlich viele Hits unterbringen, mein Highlight ist definitiv das flotte "Black Rain". Der Drummer rockte hinter seinem Kit und schttelte die Mhne, was ihn bei anderen Bands zum Aktivpol gemacht htte. Mob Rules sehe ich immer wieder gerne! /(Thor)

Setlist: MOB RULES

  • Pilot Of Earth
  • Trial By Fire
  • Astral Hand
  • Veil Of Death
  • Last Farewell
  • Black Rain
  • Hollowed Be Thy Name

BYFROST
Das Neu-Signing von AFM ist natrlich an diesem Abend ein musikalischer Auenseiter. Die Norweger haben die harte Aufgabe vor sich die Meute, meist wegen Power und Heavy Bands angereist, mit ihrem Black-Thrash Metal zu berzeugen. Auch der nicht wirklich gute Sound macht es zustzlich sehr anstrengend, sich auf die drei Herren einzulassen. Und somit ist auch am Ende des ca. 30-mintigen Sets das kleine Marx bis zur Hlfte leer gespielt. Schade. Kein guter Abend fr BYFROST. (Moritz)

Orden Ogan Orden Ogan

ORDEN OGAN
Die immer wieder gern gesehenen sauerlndischen Power Metaller Orden Ogan treten mit neuen Drummer Dirk und Ex-Ersatzbassist und Neu Mitglied Nils Lffler als Quartett an. Die Combo ist wie immer eine feine Sache. Den Zuschauern prsentiert man neben bekannten Bandsongs und dem berhit "We Are Pirates" der ja gut zu Hamburg passte, auch erstmals zwei neue Lieder vom dritten, im April 2012 erscheinenden Album "To The End". Auch wenn sich die Band auf der Bhne kaum hren kann, wie Frontmann Seeb mir nach dem Gig berichtet und Drummer Dirk bei einem Song zu frh in die Felle drescht, ist es ein Gig den die Fans mit Jubel quittieren. Dafr dass Snger Seeb Levermann rztlich verboten bekam zu singen, es trotzdem macht und es quasi der erste Auftritt im neuen Lineup ist, ballert die Sache gut rein. Vorbildlich sind die Musiker auch in der Halle zu sehen und lassen sich ebenso wie Kissin' Dynamite mit Fans ablichten und haben Zeit fr Smalltalk. (Thor)

LAKE OF TEARS
Zwischendrin springe ich rber zu Lake Of Tears die ich noch nie live gesehen habe, deren Musik, eine Mischung aus Hard Rock und Gothic Metal ist einfach einzigartig. Mit Daniel Brennare dem "dnneren und lngeren Jack Black" an der Gitarre und Stimme, sowie der Originalbesetzung geht fr mich ein Traum in Erfllung bei dem natrlich auch (zu wenige) Lieder der ersten Gtteralben gespielt werden. Gnsehautfeeling ist hier angesagt und das relativ zahlreiche Publikum besteht wohl aus beinharten Fans welche die Schweden anfeuern und die Hits mitsangen. Diese Band htte eine Stunde spielen mssen und dabei mehr Songs der ersten vier oder fnf Alben spielen sollen. Kracher wie "Ravenland" sind einfach zu schn und werden auch mit Kraft in die Menge gepeitscht. Tolle Musik, bald auf kleiner D-Land Tour, sollte man gesehen und gehrt haben!

Ab und an schauen wir mal in den VIP Bereich in dem auch Musiker der Sorte Axxis, Iron Mask, Doro Pesch, Herman Frank (Accept) sowie Piet Sielck (Iron Savior) zusammen mit Presse, Promotern und Labelangehrigen bei Speis und Trank zusammen sitzen. Auch hier ist alles friedlich, ruhig und voller netter Gesprche.

THE NEW BLACK
Im kleinen Marx rocken The New Black, bei denen mich der Snger Fludid immer an The Boss Hoss ohne Cowboy Hut erinnert. Ansonsten klingt die satt rockende, deutsche Truppe sehr amerikanisch und eigenstndig. Mit einem freundlichen, lockeren Frontmann und viel Kraft ist der kurzweilige Auftritt am Ende eines: viel zu kurz! Songs der beiden Hammeralben mit dem fast gleichen Cover lassen mich auf ein drittes Teil hoffen. Musikalisch ist die Band eine gelungene Abwechslung zum restlichen Billing. (Thor)

Setlist: THE NEW BLACK

  • Downgrade
  • Welcome To Point Blank
  • The King I Was
  • Into Modesty
  • Last Chance To Throw Dirt
  • Why I Burn
  • Batteries & Rust
  • Everlasting

KISSIN' DYNAMITE
Die Youngster aus dem Schwabenland Kissin' Dynamite sind bengstigend gut und rocken eine gute Dreiviertelstunde unter groem Jubel und viel Bewegung. Kissin' Dynamite Kissin' Dynamite Die Jungs werden sicherlich irgendwann ganz gro! Bengstigend wie sehr der stark toupierte Frontmann Hannes die Menge im Griff hat und auch immer mehr Posen bei allen gut sitzen ohne das es aufgesetzt wirkt. An diesem Abend hat die Truppe die ich bestimmt schon fnfmal oder mehr gesehen habe, einen besonders guten Abend mit viel Feuer im Hintern und gutem Sound erwischt.

VOODOO CIRCLE
Die Hard Rock Gruppe Voodoo Circle mit u.a. Mat Sinner (Sinner, Primal Fear), Alex Beyrodt (Primal Fear) und David Readman (Pink Cream 69) liefern mit neuem Drummer Markus Kullmann ein Feuerwerk des Hard Rocks mit Faible fr frhe Rainbow / alte Deep Purple, dazu noch eine Prise Coverdale / Joe Lynn Turnner Feeling beim Gesang und fertig ist Musik der Spitzenklasse bei der es auch mal zu ruhigen Tnen kommt. Gerade Gitarrist Alex Beyrodt, optisch eine Mischung aus schlankem Yngwie und unaufflligem Blackmore, berzeugt mit ungeheuer gefhlvollem Spiel. Die Keyboards des Italieners Alessandro Del Veccio huldigen dabei auch gerne den Jon Lord Sound frherer Tage. Readman singt superb und hat wie immer Ansagen mal in Deutsch und mal in Englisch in petto. Neben genialen Songs bieten Voodoo Circle ein schnes Kontrastprogramm zu den anderen Acts. Mehr davon gibt es im Dezember auf Tour mit Sinner. (Thor)

Setlist: VOODOO CIRCLE

  • No Solution Blues
  • This Could Be Paradise
  • King Of Your Dreams
  • Devils Daughter
  • Broken Heart Syndrome
  • Blind Man
  • When Destiny Calls
  • Heal My Pain

BLACK MESSIAH
Nachdem das Intro, bzw. die CD mit eben diesem drauf, nicht so will wie die Band, mssen die Mannen Ausnahmsweise mal ohne selbiges starten, was nach fnf Minuten dann auch endlich gelingt. Die Ruhrpott-Wikinger fahren ein amtliches Brett auf und alle Anwesenden scheinen gut bedient zu sein. Dark Age Dark Age Mit ihrem deutschsprachigen Pagan / Black Metal knnen die sechs Herren, auch wenn es ein wenig eng auf der kleinen Marx Bhne zugeht, doch diverse Matten zum schtteln bringen. (Moritz)

DARK AGE
DARK AGE aus Hamburg befinden sich zurzeit im Studio, um den Nachfolger ihres Albums "Acedia" einzuspielen. Man knnte annehmen, ein solcher Auftritt ist eine willkommene Abwechslung. Aber irgendwie hab ich das Gefhl, die Band ist nicht mit vollem Herzen dabei. Sicherlich, das ist weder ein schlechter Auftritt noch gibt es sonstige Ungereimtheiten, die den Set in ein schlechtes Licht rcken knnen. DARK AGE spielen routiniert ihre Songs und ein guter Teil des Publikums feiert die Lieder entsprechend ab. Ein paar Ansagen hier, ein wenig Kommunikation mit den Zuschauern da, und das ist es dann auch schon. Vielleicht hab ich aber auch auf Grund der vorherigen Power Metal Apokalypse einen zu hohen Anspruch, dass kann ich nicht ausschlieen. Was mich aber auch etwas verwundert ist die Tatsache, dass die Band mit "Kingdom Nevercom" und "Zeitgeist" lediglich zwei Stcke vom letzten Album "Acedia" spielen. Gerade Tracks wie "10 Steps To Nausea" oder auch "Devote Yourself To Nothing" haben mir doch gefehlt. Als Fazit bleibt zu sagen, dass es ein solider Auftritt ohne groartige Hhepunkte war. (Marc)

Setlist: DARK AGE

  • Fix The Focus
  • Seven
  • Black September
  • Dying Art
  • Daily Combat
  • Kingdom Nevercome
  • Zeitgeist
  • Last Words
  • Suicide Crew
  • Storm

A LIFE DIVIDED
Parallel zu Dark Age spielen die Gothic-Alternative Rocker A Life Divided aus Bayern, die zwar live sehr nach Kommerzrockern mit einem Truckfahrer als Gitarristen aussehen, dafr jedoch mit Hits der Sorte "Heart On Fire", der Alphaville Nr. "Sounds Like A Melody" und gutem Gesang punkten. Schade, dass ich von der spiel- und bewegungsfreudigen Truppe nicht mehr sehe.

U.D.O. U.D.O.

U.D.O.
Dann ist es auch Zeit fr eine Legende. Udo Dirkschneider und seine Band U.D.O. spielen in der sehr vollen Markthalle auf und prsentieren den enthusiastischen Fans ein 100 Minuten langes Konzert mit neuen Songs des "Rev Raptor" Werkes, groen Accept Hits und kleinen berraschungen aus dem riesigen Repertoire des German Tanks. Bei gewohnt fettem Sound und einer perfekt interagierenden Band gibt es kaum Ansagen, keine langweiligen Soli, sondern nur Musik, Musik und Musik! Wenn Udo am Ende der Show die letzten Lieder ankndigt hat er Recht, als er sagt: "wir knnten auch stundenlang hier stehen wenn es nach euch geht". Welcher Interpret hat schon so viele Hits? U.D.O. htten auch 180 Minuten spielen knnen! Sie sind der perfekte Abschluss eines tollen Konzertabends und live immer wieder eine Macht. Den Spa in den Backen merke ich den viel tourenden Profis und dem fast 60 Jahre jungen Udo auch an diesem Abend an. Die kann man sich jedes Jahr anschauen!

Am Ende bleibt nur zu sagen, dass wir bei 20 Jahre AFM auch wieder am Start sein werden, wenn das Billing wieder so gut, der Ablauf genauso reibungslos bleibt und die Stimmung ebenso friedlich ist. (Thor)

Bilder: Marc Schallmaier





A Life Divided U.D.O. Voodoo Circle Mob Rules Voodoo Circle












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