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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing FOZZY, SISTER & CODEJAK
Ort Kln, MTC
Datum 15.11.2011
Autor David Lang
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Freunde der harten Musik und Wrestlingnerds haben eine gar nicht mal so kleine Schnittmenge; mittendrin der Rezensent eures Vertrauens und so war es so was von selbstverstndlich, dass ich an jenem kalten Dienstagabend im November vor Ort sein wrde, um fr euch zu berichten. Codejak Sister Mr. Chris Jericho, vielen bekannt als einer der grten Superstars, der je die WWE unsicher machen durfte, ist an diesem Abend nur aus einem Grund in Kln und zwar um zu rocken! Vielen drfte der umtriebige Kanadier womglich auch als Snger der Metalband Fozzy ein Begriff sein und die hat mit Gitarrist Rich Ward (Stuck Mojo) noch einen weiteren Sympathikus in der Band.

Nach der obligatorischen, nerven- und zeitraubenden Parkplatzsuche in der Klner Innenstadt drfen wir nach weiteren 20 Minuten das MTC betreten, das alsbald von den Englndern von Codejak beschallt wird. Meine anfnglichen Bedenken, ob meiner vergessenen Ohrenstpsel verfliegen kurz darauf, dank angenehmer Zimmerlautstrke. Diese wiederum tut der Band nicht wirklich gut, da ihr, im Grunde ordentlich nach vorne treibender Alternativ-Rock so ein wenig an mir vorbei rauscht. Schade, denn gerade der smarte Snger hat echte Entertainerqualitten und eine schn schmutzige Stimme.
Die darauf folgenden Sister haben ihren "Vorrednern" etwas voraus: ein Image! Die dster geschminkten Schweden wirken on stage wie eine Mischung aus Mtley Cre und vor allem den Murderdolls. Musikalisch tendiert man eher in Richtung der letzt genannten, wenngleich auch ein feiner Glam / Sleaze Anteil auszumachen ist. Was auch immer man von dem bunten, oder viel mehr schwarz-weien Haufen halten mchte (das Logo erinnert brigens entfernt an Dismember), heute Abend zeigen sie Kln, wie viel Spa Rock 'n' Roll machen kann. Die Anwesenden honorieren es mit Beifall.

Zu Queens "We Will Rock You" als Intro betreten die Helden des Abends anschlieend unter tosendem Applaus die Bhne. Der kleine Club ist mittlerweile angenehm gefllt, wenn auch nicht gerade brechend voll. Das tut der Stimmung jedoch absolut keinen Abbruch, Fozzy werden begrt wie die verlorenen Shne und der Wunsch meinen Gehrschutz zu tragen, wchst bedrohlich. Fozzy Fozzy Anscheinend hat man den Soundmenschen ausgewechselt, oder dieser hat pltzlich sein Gehr verloren. Mit dem Regler etwas weiter nach links wrden die Amis jedenfalls besser klingen.
Letztlich tut dies der Stimmung aber keinen Abbruch, Jericho und seine Jungs haben das MTC von Sekunde 1 an in der Hand. Zwar war ich bis dato nicht sonderlich mit dem musikalischen Schaffen der Band vertraut, doch Fozzy brennen ein Hitfeuerwerk (inkl. einiger Coverversionen) ab, das kaum Vorkenntnisse erfordert. Besonders "Let The Madness Begin", "Martyr No More" und die Zugabe "Enemy" rumen heftig ab. Die Ward'che Riffmaschine pumpt als gbe es kein Morgen (zwischendurch auch mal inmitten der Fans), und (ebenfalls Mojo-) Kollege Bud Fontsere am Schlagzeug legt mit Bassist Paul Di Leo ein verdammt grooviges Fundament unter die Heavy-Hymnen. Chris Jericho strahlt ber alle vier Backen und versteht es, wie kaum ein zweiter, die Fans mitzureien. Sei es durch Mitsingspielchen oder witzig-sympathische Ansagen auf Deutsch (wie gro war die berraschung, als Jericho von Mdels in der ersten Reihe erzhlt bekam, das "Energy" auf deutsch "Energie" heit), der Frontmann ist ein Entertainer wie aus dem Bilderbuch und es drfte nach der Show keinen gegeben haben, der enttuscht nach Hause gegangen ist.
Fr mich ist es zudem noch von einer anderen Warte aus interessant. Tritt Jericho als Wrestler normalerweise als unnahbarer Superstar vor abertausenden Fans auf, so hat er offensichtlich keinerlei Berhrungsngste, geschweige denn Starallren, vor einer handvoll Fans in einem winzigen Club die Sau raus zu lassen. Respekt!
Fazit: Fozzy sollte man als Fan harter und melodischer Klnge mal live gesehen haben.

Setlist: Fozzy

  • Paraskavedekatriaphobia (Friday the 13th)
  • Eat The Rich
  • Pray For Blood
  • Grail
  • Wanderlust
  • God Pounds His Nails
  • Let The Madness Begin
  • With The Fire
  • Whitechapel 1888
  • To Kill A Stranger
  • Feel The Burn
  • Martyr No More
  • Enemy

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