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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing D.R.I., HAMMERCULT
Ort Hamburg, Marx
Datum 08.11.2011
Autor Marc Schallmaier
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Es war mal wieder soweit. Die Band, die 1987 mit ihrem Album "Crossover" eben diesen Namen zu einem Begriff machte, der die perfekte Symbiose aus Metal und Hardcore zu der damaligen Zeit prgte, gab sich die Ehre. Die Rede ist hier natrlich von niemand geringerem als D.R.I.. Hammercult Hammercult Das letzte Studio Album der Band aus Houston erschien vor schlappen 16 Jahren, was aber immer noch ausreicht, um zumindest kleine Lokalitten ohne Probleme zu fllen. So konnte man in der Markthalle in Hamburg eine interessante Beobachtung machen, denn an dem heutigen Abend gab es zwei Konzerte, die parallel zueinander liefen. In der groen Location fand ein Pagan/Viking Metal Abend statt, der hauptschlich von jngeren Fans frequentiert wurde. Im kleinen Marx, einem Nebenraum innerhalb der Markthalle, fand sich die -30 Fraktion ein um den Helden vergangener Jahre zu huldigen. Da ich ohn jeden Zweifel zu letzterer Gruppe gehre, war es also vllig klar, wohin mein Weg an diesem Abend fhrte.

Zunchst gab es als Vorband die israelische Band HAMMERCULT zu bewundern, der diesjhrige Gewinner des "Wacken Metal Battle". Die Jungs nutzen die Gunst der Stunde und kloppten ihre Songs mit viel Enthusiasmus und Freude in das Publikum. Die Anwesenden dankten es mit wohlwollendem Applaus und ein paar Nasen lieen ihr Haupthaar zu den ruppigen Thrash Songs kreisen. Sicherlich war dass nicht wirklich innovativ, aber die Lieder versprhen eine gewisse Aggressivitt und haben Charme. Hier und da knnten die Songs noch etwas Feinschliff gebrauchen, aber im Groen und Ganzen war dies zum Anheizen genau richtig. HAMMERCULT nutzen den relativ kleinen Raum auf der Bhne und stndig wurde geheadbangt, als ob es kein Morgen geben wrde. Die rund dreiig Minuten vergingen wie im Flug und im Anschluss an ihren Set verkaufte die Band Leibchen und CDs an einem kleinen Stand. So wrde auch den neuen Fans eine Mglichkeit gegeben, ein wenig Smalltalk mit den Israelis zu betreiben.

Dann war es an der Zeit fr die Legende. Ein Intro erklang, das nahtlos in den ersten Song "Beneath The Wheel" berging, und die vier Haudegen waren auf der Bhne. Bassist Harald Oimoen trug zu Beginn noch eine Maske, die aussah, als wre sie bei Slipknot beim letzten Winter Schlussverkauf rausgeflogen. Diese legte er aber recht zgig wieder ab. Gitarrist Spike Cassidy sieht nach seiner berstandenen Krebserkrankung wieder recht fit aus. Und dass er wieder Spa daran hat, auf einer Bhne zu stehen und zu spielen, konnte man an allerlei Grimassen fr uns Fotografen und sonstigen Scherzen anmerken. Schon kurz nach Beginn des Konzertes nutzte er die Gelegenheit und gab Harald Oimoen einen liebevollen, kleinen Tritt in den Hintern, da dieser sehr dicht am Rand der Bhne stand. Hammercult Hammercult Durch den Schubs sprang er die kleine Bhne herunter und setzte sich erst mal beleidigt an den Bhnenrand und spielte von dort aus weiter. Kurz darauf verschwand er dann in der Publikumsmasse um nach circa zehn Minuten wieder auf die Bhne zurckzuschlendern. Es folgten noch ein paar Beleidigungen per Mikro und dann war das Thema erledigt. Aber wirklich verrgert wirkte er nicht, eher die Kategorie "Derber Scherz unter Freunden". Reagierte der Mob noch mit etwas Zurckhaltung am Anfang, so gab es ab dem vierten Song "Acid Rain" kein Halten mehr und ein mehr als amtlicher Moshpit wirbelte im Marx ordentlich den Staub auf. Von den gut 150 Zuschauern war mindestens die Hlfte stndig in Bewegung und man konnte in den Gesichtern den Spa und die Begeisterung sehen. D.R.I. spielten Hit an Hit und wirklich jede Schaffenszeit wurde abgearbeitet. Ob es nun neuere Stcke wie "The Apllication", "Do The Dream", "Thrashard" gab oder Oldies wie "Madman", "I'd Rather Be Sleeping" oder "Who Am I", die Menge dankte es mit Jubel und Applaus. Einen groen Bewegungsradius hatte das Quartett aus Houston eh noch nie und mittlerweile sind die Herren ja auch schon um die 50 Jahre jung. So wurde ein wenig Smalltalk mit dem Publikum betrieben und der ein oder andere versuchte seinen kargen Kenntnisse der deutsche Sprache an den Mann zu bringen. Immer wieder sehr amsant. Nach den Evergreens der ersten beiden Scheiben von D.R.I., die kaum lnger als 90 Sekunden sind, spielte die Band sogar den Song "Against Me", der im Jahre 2004 nur ber das Internet verffentlich wurde und somit der einzige Track ist, der nicht lter als 10 Jahre ist. Zum Ende gab es dann das bliche Spiel. Die Truppe verlsst unter vielen Danksagungen die Bhne und man tut so, als wrde man nach Hause gehen. Nach etlichen Zugaberufen kam man dann natrlich doch noch einmal zurck um die beiden Knaller "Violent Pacification" und "Five Year Plan" zu zocken. Bei diesen Liedern versuchten sich dann auch zwei Stagediver, allerdings knallte einer von den beiden ohne gefangen zu werden voll auf den Rcken und blieb benommen liegen. Nachdem man ihn aus der Halle getragen hatte, konnte man ihn aber spter im Vorraum der Markthalle sitzen sehen. Also hoffen wir einfach mal darauf, dass dem armen Kerl nichts schlimmes passiert ist. Die Band bekam von diesem Zwischenfall allerdings nichts mit.
Als dann Feierabend war konnte man nur von einem uerst gelungenen Abend sprechen. Mehr als faire Merchandise Preise (die auch direkt von Snger Kurt Brecht verkauft wurden) und fast 2 Stunden Spielzeit des Headliners bei einem Eintrittsgeld von 15 Talern. Was will man mehr? Ach ja, der Sound war astrein. Ich freue mich schon auf das nchste Jahr, denn dann feiern D.R.I. ihren 30. Geburtstag und werden abermals auf Tour gehen. Und ganz vielleicht ist ja dann doch noch mal ein neues Album drin. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Setlist: D.R.I.

  • Intro/Beneath The Wheel
  • Snap
  • I'd Rather Be Sleepig
  • Problem Addict
  • Acid Rain
  • I'm The Liar
  • Argument Then War
  • Probation
  • Wages Of Sin
  • Dry Heaves
  • The Application
  • How To Act
  • Do The Dream
  • Commuter Man
  • Thrashard
  • Madman
  • Who Am I
  • Slumlord
  • Dead In A Ditch
  • Suit and Tie Guy
  • I Don't Need Society
  • Soup Kitchen
  • A Coffin
  • Against Me
  • Nursing Home Blues
  • Fun & Games
  • Hooked
  • Abduction
  • Violent Pacification
  • Five Year Plan





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