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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SICK OF IT ALL, SHAI HULUD, ALL FOR NOTHING
Ort Hamburg, Kaiserkeller
Datum 12.10.2011
Autor Marc Schallmaier
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Hardcore vom Feinsten stand dann fr heute Abend auf dem Programm. Doch als erstes machte sich ein klein wenig Enttuschung breit. Nicht wie angekndigt in der Groen Freiheit sollte zum Tanz aufgespielt werden, dass Konzert wurde in den darunter liegenden Kaiserkeller verlegt. Diese Bhne ist sehr geschichtstrchtig, denn schlielich haben die legendren Beatles hier in ihrer Anfangszeit Konzerte gegeben. Heutzutage finde ich diese rtlichkeit fr Konzerte allerdings sehr unglcklich. Die mehr oder minder kleine Tanzflche ist der einzige Ort, von wo man ein freies Blickfeld auf die Bhne hat. Drumherum sind Pfeiler und Deckensttzen, die die Sicht doch stark beeintrchtigen. Wahrscheinlich wurden einfach zu wenige Tickets verkauft, anders kann ich mit diese Entscheidung nicht erklren.
Die nchste Info war auch nicht viel lustiger, denn die Hamburger Band "Out Of Step" mussten kurzfristig absagen.

So traten dann die Niederlnder von ALL FOR NOTHING als erstes auf die Bhne. Mir war die Band unbekannt, aber sie taten alles daran, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Und dass gelang ihnen. Sngerin Cindy hat ein unfassbares Organ und schrie die Htte ordentlich zusammen. Die Band spielte als ging es um ihr Leben und mit ihren flotten Hardcore Nummern ernteten ALL FOR NOTHING viele positive Reaktionen. Die Lieder blieben dank der guten Strukturen und Melodien auch gleich im Ohr hngen. Ein wirklich gelungener Auftritt. Da ich zu Beginn des Konzerts ein paar kleine Probleme mit meiner Foto Kamera hatte, schaffte ich es nicht, whrend der ersten drei Songs schicke Bilder zu machen. Aber ich dachte mir, dass dies nicht so wild sein kann, denn einen Fotograben gibt es im Kaiserkeller nicht. Als ich mich dann gerade in Position gebracht hatte, bekam ich einen freundlichen Klopfer auf die Schulter, und ein Herr von der Security bat mich darum, keine Fotos mehr zu machen. Was fr ein Quatsch, da ungefhr ein Meter vor der Bhne diverse Leute mit ihren Handys Fotos machten oder das Konzert mitfilmten. Dumm gelaufen, aber nun ja, ndern konnte ich es nicht. Somit gibt es halt keine Bilder von ALL FOR NOTHING, die ich hier aber noch mal ausdrcklich empfehlen mchte.

Shai Hulud Shai Hulud

Als nchstes kamen dann SHAI HULUD auf die Bhne. Die Band, benannt nach den Sandwrmern aus "Dune", war mir schon mal auf CD begegnet, wirklich begeistern konnten sie mich aber nicht. Und leider war dies auch live der Fall. Die Amerikaner hpften, sprangen und nutzen den kleinen Raum bis zum letzten Quadratzentimeter, aber die Musik klang fr mich einfach zu 0815. Gewiss, ein Teil des Publikums erfreute sich an den Stcken und die Ersten begannen sich zu bewegen, dass ndert nichts an meiner Meinung, dass der Hardcore der Truppe einfach zu eintnig ist. Es fehlen nette Wendungen, berraschungen oder "das gewisse Extra". So pltscherte der Auftritt vor sich hin, ohne dass es nennenswerte Hhepunkte gab. Lediglich zum Schluss kndigte Snger Matt an, einen Slayer Song zu covern. Es handelte sich aber in Wirklichkeit um "Linoleum" von NOFX. Das war fr mich natrlich pure Gotteslsterung! Zwischenzeitlich begab ich mich dann zum Merchandise Stand, um mal wieder festzustellen, dass es Hardcore Bands schaffen, ihre bunten Hemdchen zu hchst erschwinglichen Preisen zu verkaufen. Was das angeht, knnen sich viele Metal Kapellen mal ein Beispiel nehmen. SHirts fr maximal 15 Taler, so sollte das sein.

Setlist: SHAI HULUD

  • A Profound Hatred Of Man
  • This Wake I Myself Have Stirred
  • Set Your Body Ablaze
  • Solely Concentrating On The Negative Aspects Of Life
  • Let Us As Last Praise The Colonizers Of Dreams
  • Hardly
  • Given Flight By Demon's Wings
  • My Heart Bleeds The Darkest Blood
  • Linoleum
  • Misantrophy Pure
  • For The World

Die kleine Bhne wurde umgebaut, Instrumente ausgetauscht, und nach einem kurzen Soundcheck war es dann soweit. Zu dem Song "Eye Of The Tiger" von Survivor kamen SICK OF IT ALL auf die Bretter, um ihren 25. Geburtstag zu feiern. Als Soundtrack gab es passend zum Jubilum eine Auswahl aus allen Schaffenszeiten der Band. Die Truppe war extrem gut gelaunt und sofort bildete sich ein amtlicher Moshpit. Die Stagediver flogen einem nur so um die Ohren, aus Angst um meine Kamera blieb ich daher seitlich der Stage stehen um meine Bilder zu machen. Dies als Begrndung warum alle Fotos aus ein und derselben Perspektive gemacht wurden. Zum Einstieg gab es gleich mal ein paar Bretter la "Build To Last" und "DIsco Sucks Fuck Everything". Snger Lou Koller machte mit viel Spa in den Backen klar, warum man heute hier sei. Dass es eine Ehre wre, in diesem Keller zu spielen, dass er und der Rest der Band es sich nicht htte trumen lassen, von der Musik zu leben und einmal den 25. Bandgeburtstag zu feiern. Sick of it All Sick of it All Sogleich ging es mit weiteren Krachern wie "Just Look Around" und "Us Vs. Them" weiter und der Bewegungsdrang von allen Beteiligten nahm immer mehr zu. Die ersten Diver stieen mit ihren Fen an die Strahler an der Decke, und um es vorweg zu nehmen, es dauerte auch nicht mehr lange, bis das erste bunte Lichtlein seinen Geist aufgab. Es war eine unheimlich intensive Show, immer wieder reckte Lou sein Mikro in die Zuschauer, die begeistert die Refrains der Lieder mitsangen. Auch mit den Stagedivern wurde uerst freundlich umgegangen. Die meisten sprangen eh gleich wieder von der Bhne, wenn dann doch mal einer fr ein paar Sekunden verweilte, gab es einen netten kleinen Schubser von den Roadies. Da hab ich schon ganz andere Sachen miterlebt. SICK OF IT ALL gehen da relativ locker mit um. Als einer zwischen zwei Songs auf der Bhne hngen blieb, wurde er von Lou in den Arm genommen und durfte die erste Passage des nchsten Hits mitsingen. Ein sehr lblicher Umgang mit seinen Fans.
Aufgrund der mittlerweile extremen Temperaturen im Kaiserkeller bildeten sich die ersten Trpfchen an der Decke und zum Ende des Konzerts fielen diese dann auf das Publikum. Ein Umstand, den ich so bisher nur im Hamburger Logo bei hnlich intensiven Konzerten miterleben durfte. Die Band spielte Hit auf Hit, keiner der gut 250 Besucher hielt mehr die Fe still, und wre nicht die hohe Luftfeuchtigkeit gewesen, htte man wirklich annehmen knnen, dass die Luft brennt. Anstatt ZUgaben gab es gleich noch drei Lieder mehr. Auf diesen Firlefanz verzichteten SICK OF IT ALL. So gab es dann zum Schlu die berkracher "Scratch The Surface", "Uprising Nation" und "Step Down". Alle mit eine Zuschauer Chor, auf den selbst Gotthilf Fischer neidisch gewesen wre.
Als dann Feierabend war sah man berall nur glckliche Gesichter und durchgeschwitzte Menschen. Hoffentlich machen SICK OF IT ALL noch lange weiter Musik, im Hardcore Bereich gehren sie einfach zu den ganz Groen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie sie sich nchstes Jahr auf dem Wacken Festival vor einem reinen Metal Publikum schlagen werden. Sollten sie diese Stimmung, die an diesem Abend erreicht wurde, auch nur ansatzweise auf die groe Bhne zaubern knnen, kann die ein oder andere HArtwurst Kapelle gleich wieder einpacken. Ein absolut groartiges Konzert!

Setlist: SICK OF IT ALL

  • Clobberin' Time
  • Build To Last
  • Disco Sucks Fuck Everything
  • World Full Of Hate
  • Machete
  • Death Or Jail
  • Just Look Around
  • Us Vs. Them
  • The Deal
  • District
  • Injustice System
  • A Month Of Sundays
  • Pushed Too Far
  • GI Joe Headstomp
  • Die Alone
  • Sanctuary
  • My Life
  • Friends Like You
  • Call To Arms
  • Scratch The Surface
  • Good Cop
  • Uprising Nation
  • Step Down





Shai Hulud Shai Hulud Shai Hulud Sick of it All Sick of it All Sick of it All Sick of it All Sick of it All Sick of it All Sick of it All



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