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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RISE AGAINST & NOFX (TELEKOM EXTREME PLAYGROUNDS)
Ort Pinneberg, Wasserski Anlage Pinneberg
Datum 28.08.2011
Autor Marc Schallmaier
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Jedes Jahr ldt ein groes Unternehmen der Telekommunikation zum Happening der BMX Fahrer und Wakeboarder ein. In Hamburg, bzw. Pinneberg, was nominell ja zu Schleswig-Holstein gehrt, war dies nun schon zum fnften Mal der Fall.
NOFX NOFX
Abgerundet wird das sportliche Programm fr Profis aus der ganzen Welt mit einem Konzert. Da die musikalische Untermalung dieses Jahr hochkartig besetzt war, machte ich mich an diesem verregneten Sonntag auf zur Wasserski Anlage Pinneberg, um mir das bunte Treiben aus der Nhe anzusehen. Auf Grund einiger unglcklichen Zuflle verpasste ich leider YELLOWCARD. Zeugenaussagen zu Folge soll der Auftritt der Punkrocker aus Florida aber auch nicht das Gelbe vom Ei gewesen sein. Den Ort des Geschehens zu erreichen war dann gar nicht so einfach. Zwar rief der Veranstalter zwei Tage vor dem Event noch per email auf, dass die Zuschauer doch bitte auf ffentliche Verkehrsmittel zurckgreifen sollten, aber in meiner Naivitt ging ich natrlich davon aus, dass man trotzdem fr die auswrtigen Besucher gengend Parkpltze zur Verfgung gestellt hat. Dem war dann leider nicht so, ferner sah man auch davon ab, entsprechende Informationen an die Streckenposten zu geben oder die Schilder, die zu den vllig berfllten Parkpltzen weisen sollten, mit Hinweisen zu versehen.
So blieb nur das wilde parken in einem Wohngebiet in der Hoffnung, dass die Politessen an diesem Tag mal ein Auge zu drcken wrden. Was sie auch taten, zumindest fand ich mein Vehikel unbeschadet, ohne Parkkralle oder sonstige Zettelchen am Abend wieder. Nachdem ich mich auf dem Gelnde eingefunden habe, wurde ich auch schon lautstark von einer Art "Moderator" begrt, der jede, und das mchte ich nochmal betonen, wirklich jede Bewegung der Sportler durch sein Mikro begleitete. In bester Marktschreier Tradition durfte man auf den Bildschirmen, denn vor der Halfpipe der BMX Fahrer im speziellen sowie rund um den See waren die Chancen nicht sehr gro, einen direkten Blick auf die Sportler zu bekommen, die Tricks und manchmal auch Strze begutachten. Mich langweilte dies schon bereits nach wenigen Sekunden und ich stellte mir die Frage, ob zumindest die Hlfte des eher jungen Publikums den eben durchgesagten Trick mit normalen Worten beschreiben knnte. Wahrscheinlich eher nicht. Und auch die Tatsache, dass das Publikum mit Open Air Konzerten nicht allzu sehr vertraut war, lie sich sehr schnell an der Auswahl der Schuhbekleidung feststellen. Alte Hasen greifen hier zu den guten Doc Martens oder anderen hohen Stiefeln, whrend die erfahrenen Damen neuerdings auf extravagante Gummistiefel zurckgreifen. Frischlinge erkennt man an flachen Turnschuhen oder Schuhwerk aus Segeltuch. Zwar befanden wir uns hier nicht auf einem Acker, der Strand des Sees hatte aber schon ziemlich durch den Niederschlag gelitten.

NOFX NOFX

Bis zum Beginn von NOFX schaute ich mir weiterhin das Publikum an und immer wieder kam mir der Gedanke, ob das junge Volk wegen dem Sport hier ist (eher die wenigsten), der Musik (schon eher) oder einfach nur, um gesehen zu werden. Auch egal, Fat Mike und seine drei Freunde betraten die Bhne, und dass man bei NOFX bestens unterhalten wird, hatte sich auch bis Pinneberg herum gesprochen. Prangt der Hauptsponsor eh schon an allen Ecken, so werden jetzt auch noch von fleiigen Helfern aufblasbare "Pommesgabeln" im Farbton Magenta verteilt. Der Kommerz kennt da keine Gnade. Den vier Herren auf der Bhne war das herzlich egal, dies war der letzte Auftritt einer Reihe von Festival Konzerten, die NOFX dieses Jahr spielten. Und so wurde neben astreinen Punkrock aus alle Dekaden ihres Schaffens auch jede Menge Bldsinn verzapft und viel geredet. Hierzu sollte man schon ein paar Kenntnisse in der englischen Sprache haben, um einen groen Teil der Sprche und Dialoge zu verstehen. Ich habe mich teilweise weggeschmissen vor Lachen, als Fat Mike und El Hefe den Grund fr den gerade eben produzierten Spielfehler von Fat Mike ausdiskutierten oder die beiden versuchten, das Wort Lahmacun auszusprechen, das auf einer Dnerbude in der Nhe der Bhne stand. Um mich herum lachten aber gar nicht so viele, und dass fiel wohl auch irgendwann der Band auf. Als Bassist und Snger Mike das Publikum fragte, ob es denn englisch verstehen wrde, gab es eher verhaltene Reaktionen. Dies erklrt wahrscheinlich auch, warum die Leute den Takt mit klatschten, obwohl Fat Mike mit ernster Miene mehrfach dazu aufrief, dies zu unterlassen. So wurde dann gleich mal spontan die Setlist gendert, und man spielte passend zum Publikum "Fuck The Kids". Dies passierte noch das ein oder andere Mal, so dass die Setlist, die ihr hier im Anhang findet, nicht zu 100% korrekt ist, zumindest was die Reihenfolge angeht. Auch wurde der ein oder andere Songtitel angepasst, so wurde aus "Don't Call Me White" kurzerhand "Don't Call Me Schei".
Die Songauswahl war gut, ich persnlich htte mir noch gerne "Together On The Sand" (was ja vortrefflich zur Location gepasst htte!) oder auch "Idiots Are Taking OVer" gewnscht. Aber bei einer derart groen Auswahl an Liedern kann man nicht alle glcklich machen, und wahrscheinlich vermisste jeder NOFX Fan einen seiner privaten Hits.
Musikalisch sind NOFX fr mich ber jeden Zweifel erhaben. Bei keiner anderen Band, die mir bekannt sind oder die ich schon live gesehen habe, werde Spielfehler oder textliche Aussetzer mit dermaen viel Spa kommentiert. Und wer es seit 25 Jahren versteht, tollen Punkrock mit eingngigen Melodien und teilweise extrem guten Texten zu verffentlichen, dem gehrt der Thron in diesem Genre. Ganz egal, ob es sich um High Speed Kracher wie "Linoleum" oder eher etwas gemtlichere Nummern wie "Eat The Meek" handelt. Leider war im Publikum irgendwie nicht soviel los, zwar war der Platz pickepacke voll, aber einen amtlichen Moshpit konnte ich von meinem Standpunkt aus nicht entdecken. NOFX zelebrierten weiterhin ihre Messe und zogen die gesamte Veranstaltung durch den Kakao. Einfach nur groartig und verdammt unterhaltsam!

Setlist: NOFX

  • Dinosaurs Will Die
  • Leave It Alone
  • Murder The Goverment
  • Franco Un-American
  • Mattersville
  • Don't Call Me White
  • Eat The Meek
  • We Called It America
  • Seeing Double On The Triple Rock
  • Herojuana!
  • Creeping Out Sarah
  • Moron Brothers
  • Radio
  • The Seperation Of Church And Skate
  • Leaving Jesusland
  • The Man I Killed
  • Champs Elyses
  • It's My Job To Keep Punk Rock ELite
  • Bottles To The Ground
  • Fuck The Kids
  • Linoleum
  • Kill All The White Man

Rise Against Rise Against

Bevor dann RISE AGAINST auf die Bhne durften, stand noch das Finale der Wakeboarder an. Wieder einmal nervte der Marktschreier, und die vier Finalisten zeigten auf dem Wasser was sie konnten. Aber endlich ging dann das Licht aus und die Herren aus Chicago bretterten los. Im wahrsten Sinne des Wortes, bei mehreren Songs hatte ich das Gefhl, dass die Geschwindigkeit angezogen wurde. In Verbindung mit dem stndigen Stroboskoplicht entstand eine derartige Hektik, die zumindest mich ein wenig verwundern lie. Warum wurde der Set dermaen druchgeprgelt ? Keine Ahnung, denn nachdem ich meine Fotos gemacht hatte, und wieder in Richtung Publikum gehen wollte, erklrten mir die freundlichen Ordner, dass dies nicht mglich sei. Wir Fotografen durften also komplett um den See marschieren und uns hinten anstellen, wenn wir noch den Rest des Konzerts miterleben wollten. So machte ich mich dann auf den Weg, genoss den netten Ausblick auf den See mit der erleuchteten Bhne im Hintergrund und lie mir wohl ein wenig zu viel Zeit. Denn nicht lange nachdem ich wieder einen direkten Blick auf die Bhne hatte, war auch schon wieder Feierabend und die Massen strmten mir entgegen. So verkam der Auftritt von RISE AGAINST mehr zu einem Hrerlebnis als zu einem amtlichen Konzert. Aber wie bereits schon weiter oben gesagt, empfand ich den Auftritt der Band als pure Pflichterledigung. Regierte bei NOFX noch der Spafaktor, so wurden beim Headliner die blichen Floskeln von wegen bestes Publikum undsoweiter heruntergebetet. Spontane Einflle ? Mehr als die bliche Standard Konversation mit den Fans ? Fehlanzeige. Und mein persnlicher Favorit "State Of The Union" fehlte auch. Naja, eine Menge Leute von den insgesamt 8500 Beuschern wird der Auftritt sicherlich gefallen haben. Ich persnlich fand ihn lediglich durchschnittlich.

Setlist: Rise Against

  • Chamber The Cartridge
  • Satellite
  • The Good Left Undone
  • Re-Education (Through Labor)
  • Survive
  • Make It Stop (September's Children)
  • The Dirt Whispered
  • Help Is On The Way
  • Prayer Of The Refugee
  • Hero Of War
  • Audience Of One
  • Architects
  • Ready To Fall
  • Savior
  • Give It All





Rise Against Rise Against



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