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30. Jul 2016 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PROGRESSIVE PROMOTION FESTIVAL: RIVERSIDE / SUBSIGNAL
Ort Rsselsheim, Das Rind
Datum 01.10.2011
Autor Alexander Meyer
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Was fr ein geiles Oktoberwochenende: Es ist so schnes Sonnenwetter wie den ganzen Sommer nicht und als Progjnger geniet man ein absolutes berangebot an attraktiven Events. Da heit es sich Zeit und Krfte mglichst geschickt einzuteilen. Ich entscheide mich dafr den Samstagabend im Rsselsheimer Rind zu verbringen und am Sonntag nach Baarlo zum "Progpower Festival" zu fahren (Bericht an anderer Stelle). Nachdem also die logistischen Grundsatzentscheidungen gefllt sind, muss ich leider doch ein paar kleine Kollateralschden hinnehmen. Ich schaffe es nmlich erst gegen acht in Rsselsheim zu sein und verpasse somit die ersten beiden Bands. Nach Aussage einiger Anwesender waren RETROSPECTIVE aus Polen mit ihrer neuen Sngerin ein richtiger Hingucker und natrlich auch Hinhrer. Zu den letzten Takten von MINDGAMES stolpere ich gerade in die Halle und finde ein verzcktes Publikum vor, das den Artrock der Belgier ordentlich abfeiert.

Subsignal Subsignal

Aber schlielich bin ich ja in erster Linie wegen SUBSIGNAL hier. Deren neues Album "Touchstones" hat mich vllig geflasht und ich kann es kaum erwarten die neuen Tracks im Livegewand zu hren. Doch vor das Vergngen hat der liebe Gott die Arbeit gestellt und die sieht fr die Roadcrew von Subsignal so aus, dass um das Schlagzeug eine Plexiglaswand gezogen werden muss, wahrscheinlich weil man ob Drummer Roels Wumms ansonsten die anderen Instrumente nicht mehr hren knnte. Die zweite berraschung offenbart sich als die Jungs die Bhne betreten und ein Mdel im Schlepptau haben, das sich zunchst im Hintergrund platziert und lieblichen Backgroundgesang besteuert. Im Laufe des Abends erfhrt man, dass es sich bei der attraktiven jungen Dame um Isabell Flssel handelt, die sich bei "The Lifespan Of A Glimpse" ein packendes Duett mit Arno Menses liefert und auch sonst die Show optisch und akustisch bereichert. Doch der Reihe nach: Subsignal legen mit zwei bewhrten Krachern ihres Erstlings "Beautiful & Monstrous" los, bevor mit"Echoes In Eternity" der erste Song von "Touchstones" folgt. Meine hohen Erwartungen werden vollends erfllt, denn genau wie das folgende "Feeding Utopia" sind die neuen Stcke um einiges heavier als das Material vom Debt und kommen dadurch gerade live wahnsinnig dynamisch und druckvoll rber. Man merkt den Musikern sichtlich an, wie sehr sie es genieen, diese Granaten abzufeuern. Dazwischen steht mit "Unbreakable" ein Sieges Even-Klassiker auf der Setlist. Ich kann nachwievor nicht nachvollziehen, warum Arno bei seiner Ansage so um den Namen seiner Vorgngercombo herumdruckst. Nachdem Subsignal auf dem Titelstck des aktuellen Albums aus "A Sense Of Change" zitieren, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass sie ihren Frieden mit der Vergangenheit gemacht haben. Dies gilt es unbedingt in einem Interview zu klren. Den Abend lasse ich mir davon natrlich keinesfalls vermiesen, zumal Arno das Stck wieder so gefhlvoll intoniert, dass ich Gnsehaut bekomme und spter noch weitere SE-Kracher folgen sollen. Auch sonst ist der Hollnder wieder tierisch gut drauf und verbreitet eine unbndige Spiel-und Lebensfreude. Der zweite Protagonist ist auch an diesem Abend Gitarrenvirtuose Markus Steffen, der nicht nur wie gewohnt seinem Instrument die bezaubernsten Soli und Melodien entlockt, sondern neuerdings mit Bart auch noch unheimlich (Zitat Arno Menses) "sexy" daherkommt. Bassist Ralf und Schlagwerker Roel haben offenbar den grten Spa an der neu entdeckten Heaviness im Hause Subsignal und Keyboarder David erledigt seinen Job an den Tasten mit dem gewohnten Fingerspitzengefhl. Nach den obligatorischen "The Trick Is To Keep Breathing" und "The Lonely View Of Condors" ist dann leider viel zu frh Schluss. Als Co-Headliner ist an diesem Tag leider keine Zugabe drin, sodass man sich auf der laufenden Tour dann wohl nochmal wiedersehen wird, zumal Markus und Arno mir nach der Show versprechen, dann mit "Touchstones" auch mein Lieblingsstck vom aktuellen Album zu spielen - ich freu' mich drauf!

Setlist: Subsignal

  • Paradigm
  • Where Angels Dare To Tread
  • Echoes In Eternity
  • Unbreakable
  • Feeding Utopia
  • Eyes Wide Open
  • The Lifespan Of A Glimpse
  • The Sea
  • The Trick Is To Keep Breathing
  • The Lonely View Of Condors

Riverside Riverside

Gefreut hatte ich mich eigentlich auch auf RIVERSIDE, doch was die Polen vor ihrem Gig abziehen, verhagelt mir und dem Groteil des eigentlich bestens aufgelegten Publikums dann doch die Stimmung. Wir alle mssen die Halle verlassen und warten ber eine Stunde vor verschlossenen Tren bevor die Herren sich bequemen dem gemeinen Volk endlich eine Audienz zu gewhren. Keiner wei genau, woran es hngt, aber laut Insiderinformationen haben die Polen sich bereits vorher ziemlich arrogant verhalten. Ich selbst habe die Jungs um Mariusz Duda bei einem Interviewtermin vor anderthalb Jahren eigentlich als eher schchtern und nett kennengelernt. Riverside-Insider beschreiben Mr. Duda allerdings als zuweilen recht launenhaft. Daran kann es aber wohl an diesem Abend nicht gelegen haben, da Mariusz sich bei bester Laune prsentiert und sich im weiteren Verlauf des Abends auch noch fr die Verzgerung entschuldigt, ohne jedoch Grnde zu nennen. Wie dem auch sei, mir ist nicht mehr wirklich nach feiern zumute. Dabei sind Riverside doch auf ihrer Jubilumstour anlsslich ihres zehnjhrigen Bestehens. Von der superben EP "Memories In My Head" wird leider nur "Living In The Past" zum Besten gegeben. Ansonsten wird ein Querschnitt durch das bisherige Schaffenswerk geboten, wie gehabt eingeleitet durch "After", aber leider ohne "Out Of My Mind". Hhepunkte stellen fr mich "Egoist Hedonist" und "Left Out" dar. Die Band spielt ihr Programm routiniert runter, ohne dass der Funke wirklich berspringt. Daher vergibt Duda auch nur drei von zehn Punkten fr die Mitsingleistung der Menge bei "Conceiving You". Dabei vergisst er wahrscheinlich, dass dafr die Geduldsleistung im Vorfeld eine glatte Zehn war. An seinen Ansagen lsst sich ablesen, dass Riverside eigentlich gar nicht mehr als Progband wahrgenommen werden wollen, wie er mir auch in einem Interview erzhlte. Dabei sollte er aber besser nicht vergessen, dass gerade der harte Kern seiner Fanbasis aus Progfans besteht. Es bleibt zu hoffen, dass Riverside ihren Kredit bei diesen Leuten so nicht verspielen.

Was von diesem Abend bleibt ist ein super Auftritt von Subsignal und ein fader Beigeschmack wegen Riverside. Die Organisatoren des dreitgigen "Progressive Promotion Festivals" haben trotzdem einen tollen Job abgeliefert und wiederholen das Ganze hoffentlich im nchsten Jahr.

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