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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SUMMER'S END OPEN AIR 2011
Ort Andernach, Juz Live Club
Datum 27.08.2011
Autor Thorsten Dietrich & Christoph Fllenbach
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Um das Juz Andernach drehen sich viele Gerchte und die Tatsache, dass die Stadt dem Haus das Budget fr 2012 krzte hat nun zur Folge, dass dies das letzte Open Air war und man fr Konzerte den Club fters mal untervermietet. Konzerte finden also weiterhin statt, vielleicht nicht so zahlreich wie frher, aber man wird sehen. Fr 2012 sind auch schon einige Konzerte mit namhaften Acts und ein hauseigenes Indoorfestival in Planung. Kommen wir aber zum "Summer's End Open Air 2011, was um circa. 15 Uhr begann. Leider drinnen, da am Vortag dem Freitag ein Orkan in Deutschland wtete und auch die Bhne arg in Mitleidenschaft zog und teilweise wie man auf den Bildern sieht unter Wasser setzte. Schner Mist! Also fand alles mit weniger Kartenkontigent und Shogimmicks der Bands drinnen statt und vieles musste schnell gendert werden, was auch die lngeren Umbaupausen erklrt. (Thorsten Dietrich)
The Clinch The Clinch
THE CLINCH

Fr die jungen Buben von THE CLINCH sollte es ein groer Tag werden, denn sie durften den Opener zum diesjhrigen "Summers End Open Air" geben. Hervorgegangen ist die lokale Combo aus einer ehemaligen Schlerband und spielt in aktueller Besatzung seit 2009. Ziemlich routiniert wurde ein Programm prsentiert, welches aus einer Mischung aus Rock mit einem gewissen Indieeinschlag bestand. Zu Beginn waren eher zaghafte Bewegungen der Musiker um Snger Kevin zu beobachten. Gegen Ende der Sets tauten aber alle und auf zeigten ein wenig mehr Aktion auf der Bhne. Die Musik wirkte stimmig, wurde ohne Patzer vorgetragen und konnte wenigstens einige Leute vor die Bhne locken. Viel Bewegung im Publikum kann man als Opener eines Festivals selten beobachten, trotzdem gaben sich die Jungspunde viel Mhe und versuchten ihr Bestes den ungeliebten ersten Spot des Tages mglichst effektvoll zu fllen. (Christoph Fllenbach)

RULER

Mit RULER enterte im Anschluss ein zweiter Lokalakt die Bhne. Diese Herren schreiben sich aber anstatt der seichteren Tne der Vorband, den Stoner Rock auf die Fahnen. Dementsprechend wuchtiger wirke dann auch der Sound, der aus den Boxen wummerte. Trotz aller Brachialitt kamen aber auch die melodisen Gitarrenlufe nicht zu kurz und dank perfektem Sound im JUZ, bohrten sich diese tief bis in den Gehrgang. Die Songs wirkten abwechslungsreich, durchdacht und auf keinen Fall langweilig. Stattdessen waren sie hufig mit Tempowechsel gespickt, was das Set ordentlich auflockerte. Dass die Band einen gewissen lokalen Ruf hat, bemerkte man ziemlich schnell an den hufig aufkommenden Ruler - Rufen whrend des Auftritts. Auerdem war eine deutliche Zunahme des lauschenden Publikums zu beobachten. Bse Zungen wrden behaupten, dass dies am aufkommenden Regen gelegen haben knnte, da mir die Band aber gefallen hat, tun wir das hier mal nicht! Insgesamt wirkte die Truppe auf ganzer Linie berzeugend. Der raue Gesang harmonisierte perfekt mit den krftigen Gitarren und einem ordentlich wirbelnden Schlagzeug. Stoner, wie er sein sollte! (Christoph Fllenbach)

ADAM BOMB

Adam Bomb Adam Bomb ADAM BOMB aus dem fernen New York erffneten ihr Set im wahrsten Sinne mit einem Feuerwerk - naja, zumindest mit einem kleinen. Die musikalische Ausrichtung der bunten Truppe war jedoch schon vor den ersten fliegenden Funkten mehr als klar. Ein in rosafarbene Federboas gehlltes Schlagzeug, gepaart mit Marshall-Verstrkern, die mit Leuchtschlangen geschmckt waren, sprhte nur so vor Achtziger-Glamrock-Attitde. Ein voller Saal empfing Snger und Leadgitarrist Adam mit lautem Gejohle, woraufhin dieser auch direkt sein Knnen an der Gitarre unter Beweis stellte und ein Feuerwerk (womit wir mal wieder beim Thema wren) nach dem anderen abbrennen lie. Soli waren sowie das, worauf die komplette Show fute. Immer und immer wieder maltrtierte Adam seine Klampfe, was auch nach dem X-ten Mal immer noch vom Publikum abgefeiert wurde. Daneben war natrlich auch wildes Gepose teil der Performance. Selten habe ich eine so dem Klischee entsprechenden Band gesehen wir hier. Trotzdem, oder gerade deswegen hat mir die Band viel Spass gemacht. Die eigenen Songs und coole Covernummern wie "Let There Be Rock" von AC/DC oder "Rock Bottom" (UFO) wurden gekonnt vorgetragen, selbst wenn die ein oder andere Pose schon etwas abgedroschen wirkte. (Christoph Fllenbach)

ORDEN OGAN

Die Sauerlnder Orden Ogan waren schon einmal im Juz als Vorband von Grave Digger. Die Buben gaben auch dieses Mal Vollgas, waren aber nur eine Rumpfmannschaft! Der Keyboarder fehlte und der Drummer, sowie Bassist waren wohl Ersatzleute, warum auch immer. Auf der letzten Tour gab sich noch Van Canto / In Legend Drummer Bastian Emig die Ehre. Trotz dieser Konstellation gaben die Musiker um die Mitglieder Sebastian "Seeb" Levermann am Gesang und Gitarre, sowie Gitarrist Tobias Kersting wie immer Vollgas und spielten ein buntes Potpourri ihrer Hits inklusive dem Publikumsliebling "We Are Pirates". Die beste Running Wild Hommage die ich kenne! Das Mitgrlspielchen bei dem sich die Band als "Pussy" und mit "Fuck You Pussy"! Vom Publikum beschimpft wollte hren sind sicherlich beim wiederholten Male nicht mehr der Brller, vor allen Dingen da sich der Orden nicht so soft und poppig erwies, aber egal. Da die Keyboards und leider auch die Chre aus der Konserve eingespielt wurden, gab es auch keine Soundlcher und die Fans machten ordentlich Krach und standen begeistert hinter der Band die 2012 ein neues Album heraus bringt und mich wieder mit ihrer Leistung berzeugt hat.

AMORPHIS

Die Finnen von Amorphis waren auch schon mal wie viele andere rennommierte Bands im Juz und hatten das Pech als sechskpfige Band anstatt wie geplant auf einer Open Air Bhne drinnen spielen zu mssen. Sie machten aber wie alle anderen Bands das Beste daraus und spielten ein Best Of ihrer letzten Scheiben immer von ein paar alten Stcken unterbrochen die Mega Rastamann Tomi Joutsen superb und meiner Meinung nach besser als seine Vorgnger intoniert. Der kleine Mann mit dem riesigen, futuristisch wirkenden Mikrofon ist der Hingucker der optisch recht unspektakulr aber musikalisch souvern agierenden Band!
Neben alten Krachen ohne "Black Winter Day" rumte natrlich "House Of Sleep" und "Silver Maiden" gnadenlos ab. Das Publikum fra der Band aus der Hand und die war zufrieden, so sollte es sein! Amorphis knnte ich dauernd sehen.

Sabaton Sabaton SABATON

Auch bei Sabaton kam es zu einer langen Umbaupause und auer dem Backdrop war auf der vollgepackten Bhne des Sextetts optisch nichts zu sehen, dafr gab es jede Menge Hits und eine gut aufgelegte Band, die ihren ersten Deutschlandgig vor sechs Jahren in Andernach hatte, woran Snger Joakim erinnerte. Damals sah ich die Schweden noch mit einem Kleinbus von Schweden kommend das Gelnde anfahren. Das viele Touren hat sich bezahlt gemacht, wofr Sabaton dankbar schienen. Es gab auch irgendwelche Probleme mit dem Gepck vom Flug aus Zypern, was nicht da war, weshalb die Band mit Hilfe einiger Fans neue Armyklamotten und einheitliche Shirts kaufte, so dass man den Fans sich im fast blichen Outfit samt Joakims Sonnenbrille prsentieren konnte. Nur der "Brustpanzer" des Sngers fehlte, fr die Hilfe bedankte sich Joakim. Nette Kerle! Mit fettem Sound, ausrastenden, alles mitsingenden Fans war auch alles im Butter. Die erfahrenen Schweden wissen wie man Stimmung macht, sind wenn sie vom Platz knnen in Bewegung und haben ein Grinsen auf den Backen. Joakim hat dabei eine Menge Posen in der Schnittmenge Kampfsport und Bodybuilder bei Wettkampf drauf, so dass die Zuschauer gut unterhalten werden. Lediglich das gut gemeinte aber geschmacklose "The Final Solution" mit Textzeilen wie "open the gates Ausschwitz awaits" htte man sich trotz kritischer Tne und lediglich der Berichterstattung der damaligen Zeit sparen knnen und kam auch recht verhalten an. Kurioserweise kam der Track auch gar nicht so gut wie andere Titel der Band an! Dafr punktete man anders bei der Menge: Ein acht Jahre alter Junge, den man nach kleiner Konversation von der Bhne aus fragte was er wolle und er die Sonnenbrille von Joakim wollte, schenkte die Band neben einer CD, Drumstick und einem Plektrum diese Brille und gab Autogramme oben drauf. Saucoole Aktion die Sabaton jenseits der Unsympathen im Metal stehen lassen.

In Sachen Merchandise Preise, Aussehen und Auswahl hatten Kreator gegen Orden Ogan und Amoprhis locker die Nase vorne! Shirts zwischen 10 und 15 Euro und Kappus fr 35 Euro sahen geil aus und sind preislich unschlagbar! (Thorsten Dietrich)

KREATOR

KREATOR - die unangefochtenen Knige des Abends. Auch nach 25 Jahren sind die alten Hasen um Schreihals Mille nicht mde ein Thrashgranate zu znden, wie es heute nur noch wenige Bands schaffen. Der Sound der deutschen Urgesteine ist nun schon seit mehreren Jahren auf einem perfekten Niveau und blst den geneigten Hrer nur so um, falls er den Fehler macht und de Boxen zu nah kommt. Was die Band in meinen Augen zustzlich sympathisch macht, ist der Fakt, dass sie trotz internationaler Gre und Headliner - Auftritten auf "Wacken" und Co., immer noch auf kleineren Festivals spielen und dabei genauso viel Energie in ihre Auftritte legen, wie auf ihren ganz groen Shows. Genau dies scheint auch das Publikum in der Andernach gemerkt zu haben und feierte die Band vom ersten bis zum letzten Ton gehrig ab. Der Auftritt der Truppe htte perfekter nicht sein knnen. Der schon angesprochene mchtige Sound erzeugte mit der stimmigen, meist tiefrot gehaltenen Bhnenbeleuchtung ein sehr passendes Bild, was die meisten Besucher des Abends so schnell nicht wieder aus ihrem Kopf bekommen werden. Gespielt wurde eine Set, welches sich hauptschlich an den Klassikern der Truppe bediente, was die Stimmung im Saal nur noch mehr anfeuerte. KREATOR - bitte weiter machen! Bitte genauso sympathisch, bitte genauso aggressiv, bitte genauso thrashig! (Christoph Fllenbach)

Nach einem langen Tag verschwanden die meisten Besucher recht schnell in die Nacht. Und auch wir machten uns nach einem letzten Pils am bergebliebenen Bierstand auf den Heimweg. In Erinnerung bleibt ein Festival, welches eindrucksvoll zeigt, dass die Metalsubkultur der alten Schule noch lange nicht ausgestorben ist!
Nchstes Jahr soll wie eingangs erwhnt es ein "echtes" Hallenfestival werden!



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