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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing KNORKATOR
Ort Andernach, JUZ
Datum 17.09.2011
Autor David Lang
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Das ultimative Live-Comeback in Form der "77 Tour" begann exakt einen Tag vor meinem Besuch des JUZ' Andernach. Die Band ist also noch verdammt frisch und hei auf ein schweitreibendes Konzert.

Knorkator Knorkator

Das darf man wrtlich nehmen, denn als wir an diesem schnen Samstagabend das Jugendzentrum betreten, reicht die pure Anwesenheit, um die Krpersfte flieen zu lassen. Das wird im Laufe des Abends auch nicht besser, und so sieht man selbst mich, entgegen meiner Gewohnheiten, irgendwann fr kurze Zeit im Pit verschwinden, in der Annahme, dass noch mehr Transpiration schier unmglich ist. Keine zwei Songs spter verschwindet der Rezensent eures Vertrauens pitschnass aus dem Gewlle ebenfalls triefender Fans und bleibt letztlich auch fr den Rest des Abends dem Wust mehr oder weniger fern.

Wenn eine Band mich also dazu bringt, freiwillig in eine Ansammlung durchdrehender, stinkender, schwitzender, dicker, brtiger Mnner zu gehen (ich zhle mich teilweise dazu, keine Bange), dann darf man das den Knstlern also gerne hoch anrechnen. Der Club ist ordentlich gefllt, lsst aber immer noch genug Platz zum Wohlfhlen, ein Idealzustand im Grunde, der mir persnlich das Ganze noch angenehmer macht.
Deutschlands lteste Boygroup ist in Hochform und schiet mit ihrem Gig (inklusive Stumpens Geplapper) gut ber die 2-Stundenmarke hinaus. Respekt allein schon davor, wenn man bedenkt, wie viel Tage das Quintett noch vor sich hat. Smtliche Alben der Diskographie werden ausreichend abgedeckt und jeder Fan wird hier glcklich. Es spricht fr das knorkator'sche Verhltnis zu Hits, einen Klopper wie "Weg nach unten" als viertes und "Bse" gleich danach zu spielen. Die Berliner knnen es sich leisten, hat man doch sckeweise Hits vorzuweisen. Natrlich knnte man anfangen "Unverzichtbares" wie "Schmutzfink", "A" oder "Ding inne Schnauze" aufzuzhlen, doch wenn man dafr Seltenes wie "Schwanzlich willkommen" oder den Grand Prix Beitrag "Ick wer zun Schwein" serviert bekommt, drckt man doch gerne mal ein Auge zu. Zudem fllt mir, auer diversen Grindkommandos kaum eine Band ein, die mehr als zwei Dutzend Songs pro Abend spielt. Knorkator Knorkator Auch die Songs vom brandneuen Langspieler "Es werde nicht" werden wohlwollend, wenn auch (noch) nicht mit dem gleichen Enthusiasmus aufgenommen.

Die Zeit vergeht wie im Flug, denn wenn Knorkator nicht gerade durch geniales Liedgut berzeugen, unterhlt Snger Gero aka Stumpen das Volk mit schnoddriger Berliner Schnauze. Zwischen zwei Songs leiht sich das kompakte Energiebndel kurzerhand ein Handy aus dem Zuschauerraum, um nach Thailand zu telefonieren. Via Liveschalte sieht man anschlieend Alfs Sohn Tim Tom auf einer Leinwand, wie er die Band mit seinem Gesang zu "Arschgesicht" untersttzt. Lustige Idee, das.
Die Wall of... sagen wir mal Hoffnungslosigkeit, die bereits auf der Abschiedstour 2008 im JUZ initiiert wurde, hat man 2011 etwas modifiziert. Statt einer Minderheit Mdels, die von Kerlen geschtzt werden, drfen die Herren der Schpfung, die sich fr stark halten, diesmal alleine gegen den Rest des Publikums antreten. Ein Bild fr die Gtter.
Fr Knorkator-Verhltnisse grere Aktionen bleiben ansonsten aus, macht aber nix, die Band wei auch so vollends zu berzeugen. Im Gegensatz zu dem m.E. etwas schwchelndem Comeback-Album eine triumphale Live-Rckkehr. In dieser Verfassung darf "Deutschlands meiste Band der Welt" gerne noch lange weitermachen.

Setlist KNORKATOR:

  • Der ultimative Mann
  • Mich verfolgt meine eigene Scheie
  • Schwanzlich willkommen
  • Weg nach unten
  • Bse
  • Verflucht und zugenht
  • Ich will nur fickn
  • Refrng
  • Du bist schuld
  • Bleib stehn
  • Du nich
  • Arschgesicht
  • Faster, Harder, Scooter
  • Ma Baker
  • Ain't Nobody
  • Alter Mann
  • Konflikt
  • Ich lass mich klonen
  • Highway To Hell
  • Kurz und klein
  • Fr meine Fans
  • Wir werden
  • Ick wer zun Schwein
  • Ich hasse Musik
  • Buchstabe

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