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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RELOAD FESTIVAL
Ort Mhlenkampsfeld Sulingen
Datum 01.-03.07.2011
Autor Marc Schallmaier
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Das "Reload Festival" fand dieses Jahr zum ersten Mal in Sulingen statt. Die ehemalige Location in Twistringen, die 5 Jahre lang die Heimat dieses Festivals war, hatte ausgedient. Um dem Verkehrschaos zwischen Hamburg und Bremen zu umgehen, hielten wir es fr eine gute Idee, erstmal auf der A7 in Richtung Hannover zu fahren. Terror Terror Auf der einen Seite stellte sich dies als richtige Wahl heraus, denn durch den langjhrigen Ausbau der Autobahn zwischen den beiden Hansemetropolen wren Staus und Verzgerungen am Freitag Mittag vorprogrammiert gewesen. Auf der anderen Seite mussten wir irgendwann von der Autobahn runter und fuhren frhlich durch kleine Orte wie Bockhop und Weberkuhle. Da wollten wir ja immer schon mal hin. Zu guter Letzt erreichten wir dann Sulingen und reihten uns in die Auto Schlange ein, die zum Festival Gelnde fhrte. So begleiteten uns auf den letzten Metern zum Campinggelnde die Klnge der Band "R.Y.O.T.". Vermischt mit zahlreichen anderen musikalischen Versatzstcken aus Autoradios und hnlichem war es aber schwierig, hierber eine Bewertung abzugeben. Und auch die "Emil Bulls" verpassten wir, da unser Zelt aufgebaut sein wollte, bevor der Abend herein brach. Glcklicherweise durfte wir auf dem Campingplatz fr Presse und VIP Gste das Auto direkt neben dem Zelt stehen lassen. Ein Luxus, wie ich ihn zum letzten Mal vor 16 Jahren auf dem Dynamo in Eindhoven erfahren durfte. Keine Schlepperei des eigenen Krempels ber mehrere hundert Meter, das ist schon groes Tennis. Auch die Crew vom Festival und die Security Leute waren alle sehr nett und hilfsbereit. Hier noch mal groes Lob an alle Beteiligten. Als die Aufbauarbeiten erledigt waren begaben wir uns auf das Festival Gelnde um uns umzuschauen und die folgenden Bands zu begutachten.


FIDDLERS GREEN

Whrend das Intro lief, stolzierte eine Art Medizinmann ber die Bhne, bekleidet mit einem Kostm aus Leder und einer Maske in Form eines Steinbock Schdels. Vielleicht sollte er die Bhne mit seiner kleinen Handtrommel spirituell von bsen Geister reinigen oder so. Wre aber eigentlich nicht ntig gewesen, denn FIDDLERS GREEN konnten mit ihrer guten Mischung aus Rock und Folk die noch recht wenigen Zuschauer begeistern und in Schwingungen versetzen. Hatte es kurz vorm den Auftritt noch einmal richtig geschttet, so kam zwischendurch fr kurze Zeit die Sonne raus. Im Anschluss gab es aber wieder leichten Nieselregen. Doch die Band und das Publikum lie sich davon nicht beeindrucken und hatte eine gute Zeit.


SKINDRED

War ich anfangs gegenber SKINDRED noch etwas skeptisch auf Grund der Bhnen Garderobe von Snger Benji Webbe, so wurde ich doch schon nach wenigen Minuten komplett berzeugt. Das Quartett aus England hatte richt Lust zu spielen und lie sich von nichts und niemanden die Laune verderben. Frontmann Benji ist eine derartige Rampensau, dass der Auftritt fr mich persnlich eines der Highlights des Festivals war. Ich durfte die ersten Mosh- und Circle Pits erleben, und SKINDRED drckten dass Level fr die guten Laune immer weiter nach oben. Die fnfundvierzig Minuten vergingen wie im Flug und nicht nur ich htte mich ber den einen oder anderen Song mehr gefreut.

Terror Terror
TERROR

Die gute Laune und auch die Lust auf Bewegung hielt sich im Publikum, und so hatten TERROR leichtes Spiel. Die Jungs aus Los Angeles ballerten Ihre Songs ohne Kompromisse auf die Zuhrer, und diese dankten es Ihnen mit viel positivem Aggressionsabbau. Nebenbei schmiss Snger Scott Vogel sein Mikrophon zweimal in die Menge und berlie den Gesangspart seinen Jngern. Nebenbei kam er nicht drum herum, in seinen Ansagen auf die guten alten Hardcore Grundstze zu verweisen. Die Band war stndig in Aktion und holte wirklich das Letzte aus dem Pit vor der Bhne heraus. Starker Auftritt!


BLOOD FOR BLOOD

Ob es an dem guten Auftritt von TERROR lag, mag dahingestellt sein. Fakt ist aber, dass bei BLOOD FOR BLOOD irgendwie die Luft raus war. Aber bitte jetzt nicht falsch verstehen. Auch hier gab es einen ordentlich Moshpit und die ersten Reihen lieen sich nicht zweimal bitten, ihren Bewegungsdrang freien Lauf zulassen. Aber das war es dann auch schon. Der Snger war meiner Meinung nach nicht Erick "Buddha" Medina, und sein Vertreter war doch arg heiser. Dies hrte man besonders in den Ansagen zwischen den einzelnen Songs. So lag es an Billy Graziadei (ehemals BIOHAZARD) einen guten Teil der Songs zu shouten. Jener hatte auch Geburtstag und bekam dafr ein Stndchen von Band und Publikum. Zum Dank packte er dafr seinen Hintern aus. Das war es dann aber auch schon mit den Hhepunkten.


HATEBREED

ber die Live Qualitten von HATEBREED noch viele Worte zu verlieren halte ich fr berflssig. Vielleicht gaben Sie sich an diesem Abend ein klein wenig zu routiniert, und auch die veranschlagte Spielzeit von 90 Minuten wurde nicht ganz eingehalten. Ansonsten war es ein energiegeladener Auftritt, der einen wrdigen Abschluss an diesem Tag bildete. Mit Songs wie "Live For This", "In Ashes They Shall Reap" oder "I Will Be Heard" kann man eh nicht viel falsch machen. Ebenso wie bei BLOOD FOR BLOOD kam hier die amtliche Lichtanlage zum vollen Einsatz und unterstrich den guten Auftritt von HATEBREED. Die Fans gaben noch mal Vollgas, aber anscheinend bertrieb es der ein oder andere damit. An der Seite, wo wir standen, mussten mehrfach die Kollegen vom DRK kleine Blessuren verarzten. Ein Wahnsinniger lie es sich nicht nehmen, mitten im Pit einen Bengalo zu znden. Die Jungs von der Security bekamen diese Situation aber schnell in den Griff und der Bengalo wurde hinter der Bhne gelscht. Ziemlich leichtsinnig, wie ich finde, wie schnell kann so ein Ding mal im Moshpit aus der Hand fliegen und landet beim nchst besten im Nacken. Nach dem regulren Set bekam der Mob noch zwei Zugaben und dann war Schicht.

Hatebreed Hatebreed

War das Wetter am Freitag noch halbwegs gndig, so erwachte man am Samstag bei leichtem Nieselregen und gefhlten -5 Grad Celsius. Ich habe noch nie im meinem Leben so beim zelten gefroren. Die nchste Nacht sollte dann auch im Auto verbracht werden, wo es etwas wrmer war. Der khle Wind und die geschlossene Wolkendecke trugen nicht gerade dazu bei, die Stimmung zu heben. Aber egal, Frhstck ins Gesicht geschmissen, dass erste Bier aufgemacht und dann ab auf das Festival Gelnde


UNTIL I SLEEP

Die Jungs von UNTIL I SLEEP hatten dann die Ehre, die Erffnung am Samstag zu machen. Die Mischung aus Hardcore und Metal wirkte aber ein wenig uninspiriert. Die dreiig Minuten gingen dann auch ohne nennenswerte Hhepunkte vorber. Im Anschluss verteilte die Band auf dem Gelnde noch gratis Ihre neue EP, so was ist natrlich ein kluger Schachzug, um neue Fans zu gewinnen.


WATCH OUT STAMPEDE

Die noch sehr jungen WATCH OUT STAMPEDE waren die Gewinner des "Get Your Reload-Slot" Bandcontest und durften als zweites auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Mit ihrem 0815 Screamo konnte ich aber wenig anfangen. Meiner Meinung nach ist dieses Genre auch mittlerweile am Ende, und es kommt auch von den etablierten Bands aus dieser Richtung nichts Neues. Nichtsdestotrotz konnte man einige Zuschauer mit entsprechenden Bandshirts von WATCH OUT STAMPEDE sehen, einen gewissen Zuspruch kann man der Truppe also nicht absprechen.


DAMPFMASCHINE

Die nun folgende Band wurde mir bereits am Freitag von einem mir nicht bekannten Zuschauer wrmstens empfohlen. Und ich sollte nicht enttuscht werden, denn es folgten sehr skurrile 45 Minuten. Dies lag weniger an der Musik der Band DAMPFMASCHINE, die mit ihrem geflligen und ordentlich Arsch tretenden Rock mit deutschen Texten der Menge einheizten, sonder an Snger Siggy Rock. Ich hab keine Ahnung, was sich der Frontmann reingepfiffen hat, aber seine Ansagen sorgten fr reichlich Gelchter und leichtes Stirnrunzeln beim Publikum. Etwas wirr kam der gute daher, darunter litt seine gesangliche Leistung aber nicht. So wurde es ein sehr kurzweiliges Vergngen und ich bin gespannt, was die Truppe aus Osnabrck in Zukunft noch reien kann.


THE GHOST INSIDE & DEEZ NUTS fielen fr mich leider aus, da auch ich mal eine Pause brauchte.

4Lyn 4Lyn
4LYN

Die Hamburger 4LYN kamen nun als nchstes und rockten die Htte als wrde es kein Morgen mehr geben. Snger Ron wei ganz genau, wie er das Publikum anpacken muss, und so steigerte sich die Stimmung mit jedem Song. Gerade die lteren Lieder gaben immer wieder Anlass fr jede Menge Bewegung im Publikum. Ferner wurde das Quartett stndig mit Sprechchren abgefeiert, was Rampensau Ron zu der Ansage veranlasste, dies doch spter bei LIMP BIZKIT zu wiederholen. berhaupt gab es viel Kommunikation zwischen dem Snger und den Zuschauern. Auch dies wurde sehr positiv aufgenommen. Man merkte, dass die Jungs richtig Spa auf der Bhne hatten und demzufolge mit viel Energie die Songs raushauten. Selbst die etwas ruhigeren Nummern wurden mit ordentlich Beifall bedacht. So kann man den Auftritt von 4LYN ohne wenn und aber als echten Triumphzug bewerten.


THE BONES

Das genaue Gegenteil in Sachen Kommunikation zeigten dann die Schweden THE BONES. Nahezu null Ansagen, keine Aufrufe ans Publikum oder sonstiges kam da von der Bhne. Man lie wohl eher die Musik fr sich sprechen, und mit ihrem dreckigen RocknRoll trumpften die Jungs gut auf. Leider fing es nun richtig an zu regnen und viele Besucher versuchten sich vor den Wassertropfen zu retten. Mir war die Band bis dato nahezu unbekannt, irgendwo hatte ich mal das Lied "Psycho Dad" von ihnen gehrt, aber genau das spielten sie natrlich nicht. So bleibt nicht viel zu sagen, denn die Publikumsreaktionen hielten sich auch eher im durchschnittlichen Rahmen.


ILL NINO

Langsam schlossen sich nun die Reihen auf dem Festival Gelnde und man merkte, dass die Anspannung wuchs. ILL NINO aus New Jersey strmten auf die Bhne und gaben gleich mal Vollgas. Die Herren war derart viel in Bewegung, dass wir Fotografen unsere liebe Mhe hatten, einigermaen vernnftige Fotos zu machen. Obendrein war die Bhne permanent in grelles blaues Licht getaucht, so dass man einen guten Teil der Fotos gleich wieder lschen konnte. Ein Glck gibt es mittlerweile Digitalkameras und man muss den ganzen Kse nicht erst entwickeln lassen. Aber zurck zu unserer Horde Dreadlocks Trger mit ganzen Schwrmen von Hummeln im Hintern. In Sachen Energie Leistung lieen ILL NINO Nichts anbrennen und auch die Zuschauer dankten es ihnen mit Circle Pits und Crowdsurfen. Gespielt wurde ein illustre Mischung aus alten und neuen Songs, von "What You Deserve" bis zum Hit "God Is Only For The Dead" vom aktuellen Silberling "Dead New World". Sicherlich waren die Jungs mit eines der Highlights dieses Festivals.

Limp Bizkit Limp Bizkit
LIMP BIZKIT

Beim Stichwort Highlight sind wir natrlich gleich beim Headliner am Samstag, und wahrscheinlich war LIMP BIZKIT auch der Hauptgrund fr viele, das Festival zu besuchen. Zumindest war dies der Moment, wo das Gelnde die meisten Zuschauer verbuchen konnte. Als unbedarfter Festival Besucher knnte man jetzt sagen, dass war ein netter Auftritt, der seinen Unterhaltungswert hatte. Aber wenn man sich dem Thema anders nhert, nmlich als Pressevertreter, als Jemand, der die Band schon vorher mal gesehen hat oder sich sogar als beinharter Fan bezeichnet, der darf zu dem Schluss kommen, dass dieser Auftritt gelinde gesagt eine Frechheit war. Aber der Reihe nach. Bereits am frhen Nachmittag machte unter den Fotografen die Info die Runde, dass man fr Bilder beim LIMP BIZKIT Auftritt einen speziellen Vertrag unterzeichnen muss. Gesagt, tun getan. Die Vertrge waren komplett in Englisch und damit nach deutschem Recht vllig wertlos, aber egal. Unterzeichnet und ausgefllt sollte dies dann die "Eintrittskarte" fr den Fotograben sein. Als es dann losgehen sollte, hie es auf einmal, dass nur 15 Fotografen in den Graben durften. Es wurden aber 50 Vertrge ausgeteilt, die ersten 15 Fotografen standen bereits vor der Bhne und der Rest stand vor der Security und fhlte sich verarscht. Dem Einsatz von Moritz von Gordeon Promotion war es dann zu verdanken, dass es doch noch eine Lsung gab. Die Fotografen, die bereits im Graben standen, durften das erste Lied fr Fotos nutzen. Danach sozusagen fliegender Wechsel und der Rest durfte dann beim zweiten Song seine Chance auf gute Fotos von Fred Durst und Kollegen nutzen. Dass man eigentlich immer drei Songs zum Fotografieren hat, zhlte bei den Rockstars aus Florida nicht. Abgesehen von diesem Chaos fingen LIMP BIZKIT 10 Minuten spter als veranschlagt an, hrten ebenso zehn Minuten frher auf und verplemperten allerlei Zeit zwischen den Liedern mit irgendwelchen Spielereien von DJ Lethal. Die reine Spielzeit drfte mit 60 Minuten noch grozgig geschtzt sein. Zudem gab es bis auf das unsgliche "Behind Blue Eyes" keinen Song von der CD "Results May Vary". Obendrein bin ich mir sicher, dass dieser Song als Halbplayback lief. Vom neuen Silberling gab es weder "Shotgun" noch "Autotunage", fr mich die beiden strksten Tracks auf dem Album "Gold Cobra". So wurden die guten alten Hits wie "Nookie", "Break Stuff", "Rollin" oder auch "Take A Look Around" ins Publikum geschmettert, dass sich von diesem ganzen Trara nicht beeindrucken lie und ordentlich abfeierte. Zum Abschluss gab es dann das George Michael Cover "Faith", und whrend die Menge nach mehr verlangte, rollte der Bandbus bereits wieder vom Festival Gelnde ab. Ein sehr zwielichtiger Auftritt meiner Meinung nach.


YOUR COLORFUL BLACK EYES

Der Sonntag begann dann schon relativ frh um 11.45 Uhr. YOUR COLORFUL BLACK EYES gewannen den Local Heroes Band Contest und somit ihren Startplatz auf dem Festival. Warum sich die Truppe aber als Hardcore ansagte, kann ich, der Hardcore immer noch mit Bands wie SICK OF IT ALL, AGNOSTIC FRONT oder SEVEN SECONDS verbindet, leider nicht nachvollziehen. Fr mich spielte die Truppe astreinen Screamo, der qualitativ ber dem Durchschnitt lag. Zum aufstehen und frhstcken aber vielleicht nicht die beste Musikauswahl.


MR. IRISH BASTARD

Dafr wre MR. IRISH BASTARD besser geeignet gewesen. Die Jungs und Mdels versprhten mit ihrem Folk Rock so dermaen viel gute Laune, dass selbst Snger und Gitarrist The Irish Bastard auf der Bhne einen Lachkrampf bekam. Sogar das Wetter spielte jetzt mal mit und die dunkle Wolkendecke lockerte sich ein wenig und so war zumindest kein Regen mehr zu erwarten. berall sah man frhliche Gesichter und auch die Kollegen vom DRK lieen sich anstecken und machten ein wenig Ringelpietz mit Anfassen. MR. IRISH BASTARD haben definitiv ein paar neue Fans dazu gewonnen. Auch nach ihrem Auftritt und Erscheinen am Merchandise Stand sah man fters die Musiker auf dem Festival Gelnde, wie sich unters Volk mischten. Sehr sympathisch.


FOZZY

Die Band rund um den Wrestler Chris Jericho ging vllig an mir vorbei. Rock/Metal von der Stange, ohne jegliche Hhepunkte. Wenn der Frontmann nicht so bekannt wre, wrde sich wahrscheinlich kaum einer fr diese Kapelle interessieren.


LUXUSLRM

Die wohl softeste Kapelle auf diesem Festival, worauf Sngerin Janine Meyer auch gleich hinwies, als die Band die Stage betrat. Nichtsdestotrotz hatte sich eine ordentlich Anzahl von Zuschauern vor die Bhne bequemt, um sich den Pop/Rock des Quintetts aus Nordrhein Westfalen anzuhren. Mein Fall ist das nun mal gar nicht, aber die Leute fanden es gut. Zu berichten wre noch die Tatsache, dass eben jene angesprochene Sngerin nicht nur optisch gut rberkommt, die Dame hat ein Stimmchen, da knnen sich noch jede Menge anderer Frontfrauen mal eine Scheibe von abschneiden. Weiterhin wurde mir zugetragen, dass LUXUSLRM seit jeher alles selber regeln und auch ihr eigenes Plattenlabel haben. Respekt !

Soilwork Soilwork
WIRTZ

Auch WIRTZ waren nett anzusehen, zu mehr reichte es aber einfach nicht. Sehr gitarrenlastiger Rock mit deutschen Texten, aber dass gibt es zur Zeit hundertfach. Positiv anzumerken bleiben noch die Lyrics, die mit einer Inbrunst vorgetragen wurden, so dass man diesen auch Glauben schenken konnte. Bei anderen Vertretern diese Art von Texte und Musik berwiegt ja leider oft Pathos und Polemik. Insofern ist Kollege WIRTZ, der frher auch mal Mitglied bei SUB7EVEN war, auf einem guten Weg. Die Resonanz auf seinen Auftritt war zumindest durch die Bank sehr wohlwollend.


SOILWORK

Die Schweden von SOILWORK waren dann an der Reihe, dem Sonntag wieder ordentlich Leben einzuhauchen. Die Band kann mittlerweile auf die Erfahrung von vielen Konzerten und Lieder zurckgreifen und so gab man sich auch dieses Mal keine Ble. Die Jungs waren stndig in Bewegung, ebenso das Publikum, dass groen Gefallen an dem Auftritt von SOILWORK fand. Die Truppe feuerte ihre mittlerweile sehr anspruchsvollen Metal Songs mit viel Enthusiasmus in den kleinen aber feinen Circle Pit, der sich recht schnell vor der Bhne formierte. Auch die Ansagen kamen gut an und so vergingen die 45 Minuten fast zu schnell. Schade, da htte nicht wohl ich gerne mehr von gesehen.


AGNOSTIC FRONT

Was soll man noch gro zu dieser Hardcore Institution schreiben ? Auen vorgelassen die Tatsache, dass die Herren Stigma und Miret mittlerweile recht reif erscheinen, um es mal freundlich auszudrcken, knnen AGNOSTIC FRONT noch heute jeden Konzert Saal und jede Festival Bhne in Grund und Boden rocken. Angefangen mit einer unfassbaren Vielzahl an echten Hits, den Ansagen von Roger Miret und einer immer noch ziemlich aggressiven Darbietung der einzelnen Stcke, sind die Herren aus New York auch heute noch eine echte Benchmark in Sachen Hardcore. Man knnte jetzt auch anfangen, smtliche Bands aufzulisten, die AGNOSTIC FRONT als einen ihrer Haupteinflssen nennen. Diese Liste wrde ewig sein. Songs wie "Your Mistake", "One Voice" oder "Gotta Go" sollte jeder Hardcore Fan im Schlaf mitsummen knnen. SO glich auch dieser Auftritt eher einem Triumphzug. Ich hoffe doch sehr, dass AGNOSTIC FRONT noch lange Jahre Musik machen.

Agnostic Front Agnostic Front
PAPA ROACH

Somit lag es an den Amerikanern von PAPA ROACH das diesjhrige Festival zu einem angenehmen Abschluss zu bringen. Und um es vorweg zunehmen, dass machten die Mannen um Snger Jacoby Shaddix mit links. Auch wenn der Anteil von jungen Frauen direkt am Graben so hoch wie bei keiner anderen Band war, lieen es sich viele Fans nicht nehmen, an Aktivitten wie Crowd Surfen oder einem gepflegten Mosh Pit hinzugeben. Demzufolge teile Snger Jacoby das Publikum auch mal gleich in eine "Evil Side" und eine "Good Side" ein. Der Einstieg mit "Getting Away With Murder" war auf alle Flle schon mal gelungen, und auch im weiteren Verlauf brachten PAPA ROACH eine ausgewogene Mischung aus hrteren Songs wie "To Be Loved" als auch etwas langsameren Nummern wie "Scars". Starker, aber auch routinierter Auftritt, so was darf man nicht vergessen. Bei solchen Bands werden selten Sachen dem Zufall berlassen. Das ist auch auf keinen Fall negativ gemeint. Das was dann eher zufllig passiert, wie in etwa die Kommunikation mit den Fans, kam leicht und locker rber. Zum Abschluss gab es viele Worte des Dankes an die sehr professionelle Security, smtlichen Helfern des Festivals und natrlich auch an die Zuschauer. Als Rausschmeisser gab es dann natrlich "Last Resort", den berhit der Band. So ging nicht nur dieser Auftritt, sondern auch das gesamte Festival zu Ende. Und man konnte jede Menge glcklicher Gesichter auf dem Weg zur Abreise sehen.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass es ein durch und durch gelungenes Festival war. Sound als auch Lichtanlage waren durchweg sehr gut. Die im Schnitt 7000 Besucher an diesen drei Tagen konnten sich eine Vielzahl von Bands ansehen, wobei es ein gelungen Mischung aus Newcomern und etablierten Acts gab. Leider spielte das Wetter berhaupt nicht mit, und wahrscheinlich war nicht nur ich froh, als ich wieder zu Hause war und unter meiner eigenen Dusche stand. Das gesamte Areal war sehr grozgig angelegt, das htte auch fr bestimmt 12.000 Leute Platz gehabt. Die Auswahl an Getrnken und Speisen war ebenfalls reichlich, die Preise fr Bier und Fritten waren okay. Grtes Manko auf vielen Festivals sind die Sanitren Einrichtungen. Dies war hier nicht der Fall, sie waren zahlreich vorhanden und auch in puncto Sauberkeit konnte man nicht meckern. Sie standen zwar alle auf einem Fleck, aber das finde ich persnlich nicht weiter schlimm. In Sachen Merchandising gingen die Preise doch sehr weit auseinander. Musste man fr ein einfaches T-Shirt von LIMP BIZKIT 30 Taler auf den Tresen legen, gab es die Leibchen von anderen Bands meistens schon fr die Hlfte. Einzig und allein mehr Mlleimer auf dem Festival Gelnde wren wnschenswert gewesen. Auf ein paar Sachen mchte ich allerdings noch eingehen, auch wenn diese negativ sind. Der Toiletten Wagen auf dem Zeltplatz fr die Presse und VIP Menschen gab mehrfach den Geist auf. Er wurde zwar immer wieder hergestellt, man konnte aber auf dem Weg zum Klo nie wissen, ob die Toilette nun zu benutzen ist oder nicht. Und auf Grund der Zentralisierung der Toiletten auf dem Festival Gelnde musste man immer etwas Zeit einplanen. Weiterhin sollten einige "Kollegen" mal ihr eigenes Verhalten reflektieren. Nicht nur, dass massenhaft Mll auf dem Zeltplatz liegen gelassen wurde. Dies umfasst von alten Schuhen ber Lebensmittelreste auch ganze Grills, die einfach umgekippt und stehen gelassen wurden. Einige mokierten sich auch lautstark darber, dass sie keinen Zugang zum VIP-Zelt bekamen, wo es freies Essen und Getrnke gab. Das finde ich schon ein starkes Stck! Auch konnte manche ihre geistige Inkontinenz nicht in den Griff bekommen und hauten allerlei sexistische Sprche gegenber weiblichen Campern auf dem Zeltplatz raus. So ein Niveau finde ich schlicht und ergreifend peinlich! Wenn das Billing hnlich stark ist wie es dieses Jahr der Fall war, bin ich auf alle Flle dabei. Wer Lust auf eine angenehme Alternative im Festival Sommer 2012 hat, die noch nicht vllig bervlkert ist, der sollte sich den Termin fr das "Reload Festival" nchstes Jahr schon mal im Kalender notieren.





4Lyn Agnostic Front Hatebreed Ill Nino Ill Nino Ill Nino Limp Bizkit Limp Bizkit Papa Roach Papa Roach Papa Roach Papa Roach Papa Roach The Bones The Bones



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