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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing VOIVOD, FLAYEN
Ort Riga (Lettland), Nabaklab
Datum 18.05.2011
Autor Steffi Mller
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Es ist doch immer wieder beruhigend, dass man auch in der wohlverdienten Reisezeit nicht auf die richtige Portion Metal verzichten muss. Denn auch Lettland hat mit seinen kleinen Clubs, lokalen Metalbands und musikalischen Angeboten so einiges zu bieten.

Flayen Flayen

Wir wurden an unserem ersten Urlaubstag in Riga gleich in den gemtlichen "Nabaklab" gelockt, in dem an diesem Abend die Kanadier von Voivod und die lokalen Supporter Flayen zum Konzert luden. Und so konnten wir bereits zu Beginn unserer Reise von den Einheimischen Metal-Fans lernen, dass nicht nur Anfangszeiten auf Plakaten vllig berbewertet sind, sondern auch, dass Auftritte ohne festen Zeitplan, ohne straffe Setlisten und ohne teures Bhnenequipment genauso so funktionieren knnen. Was das Konzerterlebnis fr uns erfrischend anders und uriger erschienen lie.

Laut Tourplakat sollten die Letten von Flayen bereits um 21 Uhr auf die Bhne kommen, um ihre neusten Song ihrer aktuellen Platte zu prsentieren. Mit deutscher Pnktlichkeit erreichten wir den Nabaklab gegen halb neun und wunderten uns schon zu Beginn, dass weder das Publikum, noch die Band selber Anstalten machte, dass heute Abend berhaupt Live gespielt werden sollte. Alle Anwesenden trafen sich dann doch lieber erst einmal im dazugehrigen Hinterhof, um bei einer Zigarette und einem groen Bier, das umgerechnet ganze 90 Cent gekostet hat, auf lettisch wild durcheinander zu diskutieren, und um uns Neulinge, mit gebrochenem Englisch, ber Metal aus Deutschland auszufragen.

Erst gegen 22 Uhr machten sich Flayen auf den Weg, schlugen die Tr zum abgetrennten Bhnenraum zu und begannen mit einem ausgedehnten Soundcheck, der bis halb elf dauern sollte und ohne Pause in das Live Konzert berging. Die bis dahin doch eher ruhigen und entspannten Letten brauchten nicht lange, bis sie diese Tne begriffen und belagerten pltzlich die Bhne und starteten in diesen Abend mit heftigem Bangen und einem groem Moshpit. Voivod Voivod Flayen boten von Anfang an rauen, wilden, kraftvollen und vor allem schnellen Death Metal, der das Konzert ber nicht an Tempo verlieren sollte. Die anwesenden dankten diesem Engagement mit tosendem Applaus und bewiesen, dass das lettische Publikum keine langen Aufwrmzeiten braucht, um einen Konzertsaal in tosende Stimmung zu versetzen. Mit lustigen Bhnenoutfits, blutverschmierten T-Shirts und selbstgebastelten Stoffmasken, verliehen Flayen ihrem Auftritt einen besonderen, wenn auch fr uns etwas eigenartigen, Charakter. Doch auch wir konnten uns nicht der aufkommenden Feierlaune entziehen. So dauerte der ganze Auftritt zwar nur 45 Minuten, aber Voivod konnte sich sicher sein, dass ihr Publikum fr den noch anstehenden Abend bestens angeheizt ist.

Snake und Band hatten sich aber wohl bereits von der lettischen Leichtigkeit anstecken lassen und begannen auch ihr Konzert mit einem ausgedehnten Bier im Hinterhof. Zwischen all den lettischen Fans wurden Autogrammwnsche erfllt, Fotos gemacht und auch der ein oder andere lettische Schnaps genossen. Erst um 23:34 Uhr betraten Voivod ihre Bhne und machten im angetrunkenen Zustand gleich deutlich, dass ab jetzt der Thrash regieren sollte. Witze unter den Bandmitgliedern, Sprnge ins frhliche Publikum und musikalisches Knnen machten diesen Auftritt zum spabringenden Vergngen. Lieder wurden noch auf Zuruf gespielt und Snger Snake lie es sich auch nicht nehmen, mit dem Publikum in kurze Gesprche zu verfallen. Was das Ganze zu einer kleinen Privatparty machte. Eine ausgelassene Band und ein rockendes Publikum gnnten sich keine Pause. Und so wurde zwei Stunden getanzt, getobt, getrunken und gelacht, bis Voivod die Bhne verlieen und zum gemtlichen Abend bergingen.

Auf meine anschlieende Frage an den amerikanischen Tontechniker, ob ich nicht vielleicht noch die Setliste von Voivod bekommen knnte, wurde mir brigends geantwortet: "Fr was denn eine Setliste? Die Jungs wissen doch heute selber nicht, was sie gespielt haben!" In diesem Sinne mischten wir uns schlielich auch unter die Feiernden und begannen zu begreifen, dass die Uhren hier in Riga noch etwas anders laufen. Glcklicherweise sollten sie es nun auch zwei Wochen fr uns tun.





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