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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing THE CROWN, SKINLESS, THE MONOLITH DEATHCULT, PURULENT, FLESHLESS, IMPERIOUS MALEVOLENCE, DEFEATED SANITY
Ort Wermelskirchen, AJZ Bahndamm
Datum 04.04.2003
Autor Flo
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Einleitung/Vorgelaber:

An einem schnen Samstag machten sich einige Gestalten von der Mosel und vom Maifeld auf nach Wermelskirchen, um sich dort den Samstagabend mit etwas gepflegter Musikunterhaltung zu verschnern. Zum Tanz luden The Crown, Skinless und The Monolith Deathcult, die hier im AJZ Bahndamm den letzten Gig ihrer mehrwchigen Europatour spielten, aufgestockt um vier weitere Bands. Der Laden war ausverkauft und mehr als gut gefllt, was allerdings dank der sehr angenehmen Belftung (so was will ich serienmig bei Knppelkonzerten!) durchaus im Rahmen des Ertrglichen war. Wer sein Geld nicht grade am Einlass oder an der Theke verballert hat konnte auerdem noch bei Revenge, Cudgel und einigen anderen Distros seine Plattensammlung erweitern, besonders bei den Tschechen von Fleshless sogar zu richtig geil moderaten Preisen.

Defeated Sanity

Die erste Band waren die deutschen Defeated Sanity. Stilistisch gab's eben brutalen Death Metal mit David Vincent-Gesang. Zwar waren die Musiker technisch versiert, besonders der Schlagzeuger war ziemlich fit, allerdings fand ich die Band nicht wirklich prall. Das mag natrlich am unvorteilhaften Sound gelegen haben, denn das Schlagzeug (vollgetriggert versteht sich) war natrlich wieder lauter als alle anderen und so konnte man den Groteil der Gitarrenriffs nur erahnen. Aber ich glaube selbst bei besserem Sound htte ich persnlich Defeated Sanity nichts abgewinnen knnen, dafr fehlte den Songs einfach das spezielle Etwas, mit dem man sich in diesem vollkommen berlaufenen Genre irgendwie von der Masse abheben kann. Die Reaktionen vom Publikum waren aber ganz gut, also kann's so schlimm ja nicht gewesen sein.

Imperious Malevolence

Imperious Madness aus Brasilien kamen als nchstes auf die Bhne und reprsentierten ALLES, was mir persnlich an Metal auf die Nerven geht. Drei zuttowierte, mit Nieten behangene Prolls, die permanenten mit mglichst Bsem Blick eine Pose nach der andern am runterreien waren. Musikalisch war hier auch nicht viel Gebacken. Technisch natrlich wieder 1a, aber auch diese Drei knnen mit ihrem eher straighten, old-schooligen-Knppel-Death Metal bei mir nichts mehr bewegen. Geradezu charakteristisch wurde dann noch "Necrophiliac" von Slayer gecovert, allein diese Tatsache drfte denke ich der mangelnden Originalitt dieser Band mehr Ausdruck verleihen als tausend Worte. Allerdings sieht's so aus, dass ich auch hier mit meiner Meinung wieder weitestgehend alleine da stand, denn die Publikumsreaktionen waren wesentlich positiver als mein subjektiver Eindruck.

Fleshless

Endlich hab ich auch mal Fleshless gesehen, die ja als Liveband immer so abgefeiert werden. Allerdings durchaus zurecht, denn die Tschechen haben in ihrem Sound eine gewisse Eigenstndigkeit, was bei Bands dieser musikalischen Ausrichtung selten genug ist. Es sind einfach das teilweise richtig melodische Riffing, die Grooves und die irgendwie deplaziert aber auch irgendwie cool anmutenden Akustikpassagen die im Kontrast mit dem brutalen Geballer ein wirklich positives Gesamtbild abgeben und letzteres noch heftiger rberkommen lassen. Zwar fehlte etwas der Druck, was sich wohl durch den fehlenden Bassisten erklren lsst, allerdings lies sich das locker verkraften. Fleshless wurden vom Publikum auch gnadenlos gefeiert, zumal sie in Wermelskirchen ja wirklich in regelmigen Abstnden spielen, und das vllig zurecht! Als weiterer positiver Faktor kommt das sympatische Erscheinen der Band auf der Bhne hinzu, denn ein einfaches Danke an Veranstalter und Publikum ist mir tausendmal lieber als irgendwelche aufgesetzt coole Grunzansagenscheisse. Super Liveband auf jeden Fall!

Purulent

Yeah, mach mir den Elch! Und das gleich dreimal! Purulent aus Kolumbien spielen ultrabrutalen, chaotischen Death/Grind mit Staubsaugervocals und gleich drei Sngern. Krass auf jeden Fall, allerdings, sofern ich das anhand der zwei Songs, die ich gesehen habe bevor ich was Essen gegangen bin, beurteilen kann, teils etwas unstrukturiert. Allerdings im Gesamteindruck gar nicht mal schlecht, es gibt zwar bessere Bands in diesem Stil, aber trotzdem. Und wenn man den im Bahndamm hinterbliebenen Glauben schenken darf, haben Purulent wohl alles webgeblasen und sind ohne Ende abgefeiert worden. Nun gut.

The Monolith Deathcult

Die vier Hollnder waren die erste Band der eigentlich Tour, hatten allerdings hier aufgrund der vier vorhergegangenen Bands schon fast Headlinerstatus. Ob der berechtigt ist wage ich mal stark anzuzweifeln. Musikalisch gab's straighten Death Metal der Kante Vader/Nile (allerdings ohne die Ideenvielfalt und Intensitt letzterer auch nur ansatzweise zu erreichen). Allerdings schienen die Riffs (sofern man sie erahnen konnte, da die Doublebass aus dem kleinen Kstchen am Mischpult mal wieder alles in Grund und Boden gedrhnt hat) irgendwie arg simpel und schon oft gehrt. Auf die Dauer fand ich The Monolith Deathcult eher langweilig und belanglos. Wenn man dazu jetzt noch den Fakt addiert, dass ich mehrere Gerchte mitbekommen habe, dass die Kollegen wohl nicht grade mit besonders viel Intelligenz, allerdings dafr mit einer gehrigen Portion politisch rechtem Gedankengut gesegnet sein sollen hab ich gar kein schlecht Gewissen diese Auftritt fr unntig zu befinden. Auerdem ist sich so derb abfeiern lassen und den Rockstar mimen sowieso idiotisch.

Skinless

Endlich! Der eigentliche Headliner, die Band, die es sogar wert war sich einige der weniger prallen Bands davor zu geben: Skinless! Mit neuem Drummer und neuen Songs bewaffnet und richtig gut drauf. Die vier Amis ballerten ihren von ultraFETTEN Moshparts durchsetzten Death/Grind mit einer solchen Intensitt in die Menge, dass es kein Halten mehr gab und sich der Moshpit bis in die letzte Reihe durchzog! Ich hab mir das ganze von drauen angesehen, denn was da drinnen abging war echt nicht mehr normal, saukrass! Motiviert von dermaen viel Action gingen Skinless auch richtig gut ab, es gab sogar wieder eine kleine Wrestling-Einlage und irgendwo vorne ging ein riesiger Gummiphallus umher. Der Eindruck, den die Songs der auf Hater of god erschienenen 7" vermittelt haben verfestigt sich bei den gespielten Songs vom bald auf Relapse kommenden Album: schneller, brutaler, kranker, aber dennoch mit Groove. Skinless live ist einfach ein Erlebnis, auch wenn man sich aus der Keilerei vor der Bhne weitestgehend heraushlt reien die Songs ohne Ende mit und gehen richtig derb in die Fresse. Auf jeden Fall ein wrdiger Tourabschluss!

The Crown

Schade eigentlich um The Crown, denn die habe ich live eigentlich ziemlich cool in Erinnerung. Die ersten beiden Songs der Schweden, die mit ihrem eher melodischen Sound fr etwas Abwechslung sorgten, kamen auch sehr gut, allerdings hatte ich schlicht und ergreifend keinen Bock mehr und bin nach diesen beiden Songs auch schon abgehauen. Sieben Bands an einem Abend sind einfach zuviel, da geht mir persnlich wirklich der Spass verloren. Drei ist OK, vier auch, bei fnf liegt die absolute Schmerzgrenze, aber sieben ist schlicht ein einfach zuviel. Allerdings war der grossteil der Leute im Bahndamm wohl ne Ecke hrter als ich und haben nicht abgeschwcht, denn sogar bei The Crown soll's immer noch mchtig abgegangen sein.

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