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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PRO-PAIN, TENSIDE, COLD SNAP
Ort Hamburg, Logo
Datum 10.05.2011
Autor Marc Schallmaier
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Es ist schon jammerschade, dass das altehrwrdige Logo demnchst seine Pforten schliet und in neuem Gewand irgendwo in Hamburg neu erffnen wird. Ich kann mich an keine Lokalitt erinnern, die umgezogen ist, ohne massiv an Charme und Authentizitt zu verlieren, beziehungsweise ber kurz oder lang der Vorhang fr immer fllt. Wenn man sich die Historie vom LOgo anschaut, kann man es teilweise gar nicht glauben, wer hier schon alles auf der Bhne stand: Slipknot, Rammstein, No Doubt oder Blink 182, um nur mal ein paar zu nennen. Am heutigen Abend feierten PRO-PAIN den 20. Geburtstag ihrer CD "Foul Taste Of Freedom", die komplett durchgespielt wurde. Natrlich kamen auch weitere Klassiker der spteren Alben zum Zuge. Mein erste Befrchtung, dass das Logo hoffnungslos bervlkert sein sollte, konnte ich schon bei Ankunft ad acta legen. Gerade einmal 100 Nasen wollten Teil der Geburtstagsfeier sein. Eigentlich schade, ein wenig mehr Besucher htte es schon sein drfen.

Cold Snap Cold Snap

Den Anfang an diesem Abend machten die Kroaten von COLD SNAP. Da ich Ihre zweite CD "Perfection" sezieren durfte, wusste ich in etwa, was mich da erwarten wrde. Die Herren machten ordentlich Rabatz auf der Bhne und nutzten den sehr kleinen Raum voll aus. Hielt sich meine Begeisterung fr die CD noch in Grenzen, so kam die Musik Live ziemlich gut rber. Snger Jan rhrte sich die Stimmbnder wund und versuchte immer wieder, dass durch extreme Lethargie glnzende Publikum zu etwas Bewegung aufzufordern. Das sollte ihm aber nicht gelingen, das norddeutsche Vorurteil, unterkhlt und abwartend zu sein, wurde voll erfllt. Schade, aktuelle Songs wie "Snap", "Friend" oder "Mea Culpa" vom ersten Album haben definitiv das Zeug dazu, die Beine in Bewegung zu setzen. So folgte lediglich hflicher Applaus am Ende des jeweiligen Songs. Nach gut dreiig war dann Feierabend, aber ich denke, dass COLD SNAP mit einer derartig guten Live Performance noch viele neue Anhnger gewinnen werden.

Nach kurzer Umbaupause folgten dann die teutonische Kapelle TENSIDE, die mir allerdings berhaupt nicht bekannt war. Anders war dies bei vier bis fnf Fans, die ordentlich vor der Bhne abrockten. Warum konnte ich am Anfang des Sets allerdings nicht verstehen. Zu monoton, zu einseitig und vorhersehbar wurden die ersten 5 Songs abgefeuert. Es besserte sich dann aber ab der Mitte hin, und so langsam fand ich auch Gefallen an dem, was TENSIDE zum Besten gaben. Der Metalcore wurde immer besser und bei den letzten Tracks konnte man einige der bisher unbeweglichen Zuhrer dabei betrachten, wie langsam die Fe wippten und der Kopf zu nicken begann. Der Sound war wie bei allen Bands des heutigen Abends absolut groartig, und selbst einen klitzekleinen Stromaussetzer von einer halben Sekunde konnte das Quartett nicht aus der Bahn werfen. Sehr routiniert und abgeklrt die Herren. Snger Daniel versuchte wie sein Vorgnger bereits vergeblich, die Massen ein wenig anzustacheln. Da war nix zu machen, und auch die Temperatur kletterte langsam aber sicher immer hher. Vielleicht auch ein Grund fr die Unlust an Bewegung beim zahlenden Publikum.

Tenside Tenside

Whrend der letzten Pause vor PRO-PAIN schaute ich mich am Merchandise Stand um, und nahm zur Kenntnis, dass die obligatorischen Leibchen fr einen korrekten Preis angeboten wurden. Und daneben stand Gary Meskil, Snger und Bassist von PRO-PAIN, um in aller Gemtlichkeit mit Fans zu quatschen oder sich fotografieren zu lassen ! Ich war dann doch etwas berrascht, eilt Mister Meskil doch der Ruf voraus, nicht wirklich der umgnglichste zu sein. Das kann also hiermit widerlegt werden, denn dieses Verhalten habe ich auch von anderen Konzerten aus anderen Stdten vernommen. Kurz danach ging es dann fr den Snger ab in Richtung Bhne, denn der Soundcheck war zu Ende und langsam gingen die Lichter aus, um den Hauptact anzukndigen. Und die Herren aus New York legten gleich mit "Foul Taste Of Freedom" los. Wie versprochen wurde die gesamte CD in Original Reihenfolge durchgeknppelt. Und direkt vom ersten Song an merkte man den 4 Halunken den Spielspa an. Es wurde ausreichend gelacht auf der Bhne und endlich kam das Hamburger Publikum aus der Hfte und begann sich zu bewegen. Als ich noch mit fotografieren am Bhnenrand beschftigt war, sah ich aus dem Augenwinkel einen entfesselten Mosher auf mich zukommen. Der von mir erwartete Aufschlag auf meinen Krper blieb allerdings aus, stattdessen hrte ich ein dumpfes Gerusch und durfte mit ansehen, wie der Kollege seinen Kopf gegen den Lautsprecher hmmerte. Okay, auch eine Form seine Zuneigung auszudrcken. Auf der Bhne ging es dann weiter mit "Death On The Dancefloor", "Murder 101" undsoweiter. Es folgte Song auf Song und nur kurze Ansprachen vom Sprachrohr Gary Meskil. Selbst die Tatsache, dass "Stench Of Piss" auf Grund eines kleinen Timing Fehlers des Schlagzeugers ein zweites Mal angespielt wurde, tat der guten Stimmung weder auf der Bhne noch beim Publikum keinen Abbruch. Nachdem die Geburtstags CD komplett durch war, folgten weiteren Highlights aus der jngeren Schaffensperiode von PRO-Pain, "In For The Kill" oder "Unamerican"zum Beispiel. Nach gut 80 Minuten inklusive einer Zugabe von zwei Songs war dann wirklich Schicht im Schacht. Die Zuschauer wurden mit einem guten Gefhl in die warme Nacht entlassen, und ich denke, dass jeder, der dabei war, ein tolles Konzert geboten bekam.

Setlist: PRO-PAIN

  • Foul Taste Of Freedom
  • Death On The Dance Floor
  • Pound For Pound
  • Every Good Boy
  • Death Goes On
  • Rawhead
  • Stench Of Piss
  • Picture This
  • Iraqnophobia
  • Johnny Black
  • Lesson Learned
  • God Only Knows
  • Unrestrained
  • 3 Minutes
  • In For The Kill
  • Neocon
  • No Way Out
  • Can You Feel It
  • Unamerican
  • All For King George

Fotos : Marc Schallmaier & Eike Wittorf





Pro-Pain Pro-Pain Pro-Pain Pro-Pain



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