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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DISBELIEF, CONCEPT INSOMNIA, DEAD EYED SLEEPER, SHIT FOR BRAINS, ICHOR UND PENTARIUM
Ort Gro-Umstadt, Mehrzweckhalle Wiebelsbach
Datum 02.04.2011
Autor Sebastian Braun
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Anfang April, die ersten warmen Sonnenstrahlen laden zu einem kleinen Wochenendausflug in den Odenwald ein. Wiebelsbach liegt im tiefsten Odenwald, an der Abfahrt der Bundestrasse prangert ein fettes Sackgassen-Symbol, aber Hase und Igel sollten an diesem Abend keine Ruhe bekommen. Die Recken von DISBELIEF laden zum gepflegten Stelldichein und die fnf Vorbands lassen auf Festivalatmosphre hoffen.

Ichor Ichor

Den Anfang macht die Band PENTARIUM, die spontan den Ersatz fr eine ausgefallene Band geben. Der Snger ist theatralisch zu Beginn der Show mit Hannibal-Lecter Maske an einen Stuhl gekettet und wird von 2 Mdels im Krankenschwester Outfit losgelassen. Leider ist es in der Halle noch recht leer, was eine solche Show etwas albern wirken lsst, aber gut, seis drum. Was die Jungs dann abliefern wrde ich grob in die Ecke Melodic Death Metal sortieren. Und musikalisch klingt das auch gar nicht so schlecht. Die Synthi- und Keyboard Klnge die in einige Lieder eingebaut sind, sind zwar nicht so mein Fall, aber das ist Geschmackssache.

Bei ICHOR, der Deathcore Band aus Trier fllt sich die Halle langsam etwas mehr. Die Jungs zimmern in Punkto Hrtegrad auch ein ziemliches Brett aufs Parkett. Die Nackenmuskeln der Besucher werden somit schon mal ordentlich aufgewrmt. Das es drauen immer noch hell und recht warm ist, verlagert sich jedoch leider ein Groteil der Besucher noch vor die Halle um die letzten warmen Sonnenstrahlen einzufangen. Schade eigentlich, die Band an sich konnte musikalisch durchaus berzeugen, aber leider ist der Funke nicht so richtig bergesprungen.

Als dritte Band stand dann SHIT FOR BRAINS auf dem Programm. Zum Glck treibt die aufkommende Nacht die Besucher von drauen nun vermehrt ins Innere der Halle und die Flche vor der Bhne fllt sich an dem Abend das erste Mal soweit, dass ein bisschen Live-Atmosphre aufkommt. Da die Band aus meinem Heimatort kommt, kenn ich SHIT FOR BRAINS nun durchaus schon sehr lange und leider haben es die Mnner nach ihrer sensationellen Debt-CD 1997 bis zum Jahr 2010 nicht auf die Kette bekommen, einen zweiten Longplayer fertig zu stellen. Musikalisch gab es progressiven Death Metal gepaart mit humoristischen hessischen Einlagen zwischen den Stcken, die teilweise ein bisschen an Badesalz erinnerten. Ich bekomme ein bisschen nostalgische Gefhle, immerhin war ich bereits vor fast 15 Jahren als junger Hpfer auf einem Konzert mit SHIT FOR BRAINS und DISBELIEF.

Concept Insomnia Disbelief

Die vierte Band, DEAD EYED SLEEPER, ist eigentlich keine Unbekannte. Ursprnglich vor Jahrzehnten mal als LEGACY gegrndet, hat sich die Band nach einem Stilwechsel in DEAD EYED SLEEPER umbenannt. Zwischenzeitlich haben einige Mitglieder der Band auch sehr erfolgreich das Funeral-Doom Projekt AHAB ins Leben gerufen. Drummer Corny spielt auch noch "nebenbei" bei DISBELIEF. Da fragt man sich schon, wann die DEAD EYED SLEEPER eigentlich noch zum schlafen kommen. Aber eins ist sicher: An diesem Abend nicht, die Band spielt ziemlich anspruchsvolles Geknppel und bilden das erste Highlight des Abends. Die sogenannte Mehrzweckhalle hat nur noch einen Zweck: zum Takt die Haare zu schtteln und ordentlich Schwei in die Luft schleudern.

Leider schafft es die fnfte und letzte Vorband des Abend, CONCEPT INSOMNIA, nicht an die bereits gute Stimmung an zu knpfen. Die Band klingt ein bisschen wie die guten alten IRON MAIDEN in hrterer Gangart. Nur leider passen die Powermetaleinflsse und die hrteren Grooves nicht so recht zusammen. So kommt es dann auch, dass sich die Halle wieder leert und ein Groteil der Besucher sich bei Wrstchen und Bier auf den Hauptakt des Abends vorbereitet.

Nach dem mittlerweile schon fast 5 Stunden dauernden Konzertmarathon ist es dann soweit: DISBELIEF erstrmen die Bhne und starten mit "A Place To Hide" in eine bunte Setlist. Nachdem die ersten Tne erklungen waren, fllte sich die Halle auch entsprechend schnell und es wird erstmalig richtig kuschlig eng und die Temperatur steigt auf ein ordentliches Konzertniveau. Mit ihrem groovigem und treibendem Death Metal haben es die Odenwlder geschafft, einen ganz eigenen Sound zu schaffen der gerade Live extrem gut zur Geltung kommt. Und fr die meisten Besucher des Abends ist es sicher nicht das erste DISBELIEF Konzert. Die Klnge von "Room 309" ber "To The Sky" bis hin zu "When Silence is Broken" werden von der Menge dankend aufgenommen und in rhythmische Tanzgymnastik im Allgemeinen und unablssiges Headbangen im Besondern umgesetzt. Nach einer guten Stunde ist auch keine Achsel und Stirn mehr trocken und die Band macht eine kurze Pause und beendet das offizielle Line-Up. Die Stimmung ist entsprechend gut und die Menge gibt bei der Zugabe nochmal richtig Gas. Und wer nach dem letzten Lied des Abends, "The Last Force - Attack" noch weitere Energien zum Headbangen gehabt htte, hat irgendwas falsch gemacht.

Und so treten wir nach knapp Sieben (!) Stunden dauerhaftem Trommelfeuer auf die Ohren den Heimweg an und das leise Pfeifen auf den Ohren erinnert an einen sehr gelungenen Abend. Die Vorbands waren nicht alle der absolute Brller, aber durch die groe Anzahl von Bands kam schon fast ein bisschen das Gefhl eines Tagesfestivals in den sanften Hgeln des Odenwaldes auf. Das es sich um ein Gedenkkonzert zu ehren von Patrick M. zugunsten des Vereins Dunkelziffer e. V. handelte wurde zwar nicht so richtig ersichtlich und ich konnte auch nicht in Erfahrung bringen, was genaue der Hintergrund war, aber musikalisch wurde hier einiges geboten. In der Summe ein dufter Abend voll mit Schwermetal.





Pentarium Shit For Brains Shit For Brains Shit For Brains Dead Eyed Sleeper Dead Eyed Sleeper Dead Eyed Sleeper Concept Insomnia Concept Insomnia Disblief Disblief Disblief Disblief



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