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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ILL NINO, BREED77, MINDEAD
Ort Ludwigsburg, Rockfabrik
Datum 07.04.2011
Autor Moritz Schroeder
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Dieser Abend sollte ganz im Zeichen wilder Trommelorgien und latainamerikanisch geprgtem Metal stehen. Mit Ill Ninio und Breed77 holte sich der Veranstalter die Speerspitze der Latino-Metal Szene auf die heiligen Bretter der an diesem Abend sehr gut besuchten Rockfabrik in Ludwigsburg

Obwohl wir verhltnismig gut die "Schlacht" gegen die permanent verstopfte A8 gewonnen haben, mussten die ersten 2 Bands dieses Abends ohne unseren Applaus auskommen. Die Stuttgarter Hardcore-Band aem-X (nie gehrt) und die ungarischen Rocker von Cadaveres (auch noch nie gehrt) waren fr's Aufwrmen der Halle zustndig. Das haben sie scheinbar gut hinbekommen, denn sowohl Stimmung als auch Temperatur kletterten bereits eifrig um die Wette als wir eintrafen. Auf gut deutsch: Es war verfickt hei!

Breed 77 Breed 77

Als dritte Band im Bunde machten sich die Lokalhelden Mindead daran, weiter am Heizregler zu drehen. Mit Heimspielbonus und erfrischender Mucke wurde ein knapp einstndiger Auftritt hingelegt der durch und durch als gelungen betrachtet werden kann. Die Ludwigsburger dankten es ihnen und feierten den gebotenen Metalcore und das Gepose der Band gepflegt ab. Snger Timo stellte bei dieser Gelegenheit gleich noch unter Beweis das Baggy-Jeans in Gre XXXXXXL scheinbar doch noch nicht out sind.

Nach lngerer Umbaupause war es endlich an der Zeit fr meine persnlichen Headliner. Breed77, die spanischen Englnder (!) wurden nicht nur von mir sehnlich erwartet. Da ich die fnf Herren das erste mal live erleben durfte, war ich vor allem gespannt wie all die feinen Akustik-Arrangements zwischen den harten Rock-Brettern zur Geltung kommen sollten. Hier machte sich mal wieder deutlich bemerkbar das eine gute PA-Anlage mindestens genau so wichtig ist wie die Band selbst. Glasklarer Sound und trotzdem drckende Bsse, das machte Spa. Zurck zu Breed77: Der erste Song "Forever" zeigte allen gleich wie der Metzger die Wurst macht und brachte die Menge vor der Bhne wieder auf Betriebstemperatur. Entsprechend aufgewrmt ging es direkt weiter mit dem melodischen "Revolution On My Mind" dessen Refrain auch fleiig mitgesungen wurde. Kein Wunder, brennt er sich doch nach dem ersten Hren bereits tief in die Rinde unter den Haaren. Von kleineren technischen Schwierigkeiten auf der Bhne lie sich Frontmann Paul Isola nicht weiter stren und griff kurzerhand nach dem Mikro von Gitarrist Danny Felice nachdem sein eigenes den Geist aufgab. Und weiter, weiter. Blo keine Verschnaufpause! "The Battle Of Hatin" stand nun auf der Setlist. Das atmosphrische Intro des Songs wurde gekonnt in Szene gesetzt, auch mit einer kleiner dimensionierten Lichtanlage kann man Stimmung erzeugen. Snger Paul Isola konnte hier auch erstmals seine Vielseitigkeit zeigen, glasklarer Gesang, kein Ton falsch, 100 Punkte. Nachdem nun ausschlielich Werke vom aktuellen Album gespielt wurden, zckten die Breeder mit "The World's On Fire" von der 2004er Langrille und dem darauf folgenden, relativ ruhigen "Blind" aus dem Jahre 2006 die alten Eisen. Nachdem mit "Blind" und ein bichen blabla die moshende und schwitzende Meute vor der Bhne etwas runtergbracht wurde, packten Breed77 den Hammer aus: "Zombie" von den Cranberries wurde gecovert, und mein Fresse, das war gut! Der Saal hat gekocht, die Band hatte sichtlich Spa daran, und selbst nachdem das Lied schon lngst zu Ende war, wurde im Publikum immer noch "In your heeead, in your heeeeaaaaaad..." gesungen. Herrlich. Und vor allem: Deutlich geiler als das Original. Bei "Insects" legte sich Pedro Caparros ordentlich ins Zeug um bei einem flotten Gitarrensolo zu zeigen was er kann. Er kann's, glaubt mir. Mit "La Ultima Hora" (wie passend) beendeten Breed77 ihren mitreienden Auftritt. Dieser Abend drfte ihnen eine ganze Ladung neuer Fans beschert haben.

Breed 77

Setlist: Breed77

  • FOREVER
  • REVOLUTION ON MY MIND
  • THE BATTLE OF HATIN
  • WORLD'S ON FIRE
  • BLIND
  • ZOMBIE
  • INSECTS
  • LA ULTIMA HORA

Nachdem gegen 23 Uhr die letzte Umbaupause des Abends berstanden war, wurde es Zeit fr Ill Ninio. Nach zwei Jahren Abstinenz sind die Latino-Metaller wieder aus der Versenkung auferstanden. Die Halle fllte sich nochmal mehr, die Belftungsanlage hatte den Kampf bereits aufgegeben, ein schwitzender, feierwtiger Mob machte sich breit. Und dann gings los: "My Resurrection" wurde als Opener gewhlt, eine sichere Bank. Ziemlich nervig allerdings fand ich das sich nach jedem Song wiederholende Gewsch von Snger Cristian Machado. "Ihr sie die Besten..Ludwigsburg ist ein ganz spezieller Ort..hier lebt der besondere Spirit...mit diesem Ort verbindet uns etwas ganz besonderes...bla...bla...". Furchtbar. Gegrle und Applaus gab's dafr trotzdem. Nach etwas weniger als einer Stunde mit vielen Alten und zwei neuen Songs stimmten Ill Ninio ihren Nu-metal-berhit "What Comes Arround" an. Was soll ich sagen? Es war ein Hexenkessel! Auch auf der Bhne legte man sich ordentlich ins Zeug und moshte das die Dreadlocks nur so durch die Gegend flogen. Dann wieder Umbaupause um die Zugabe mit dem obligatorischen Trommel-Inferno zu starten. Alles in allem war der Auftritt eine solide Sache, die Fans bekamen was sie wollten. Aber so richtig znden konnte der Funken bei mir nicht, zu weich, abgeklrt und berechenbar ist mir das Ganze. Dazu dann noch der fade Beigeschmack wenn am Merch-Stand Meet-and-Greet Tickets fr 25 Euro verkauft werden...

Fotos: Marco Linke

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