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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MADBALL, BORN FROM PAIN, TRAPPED UNDER ICE, WISDOM IN CHAINS, ALL FOR NOTHING, DEVIL IN ME
Ort Stuttgart, Club Universum
Datum 30.03.2011
Autor Moritz Schroeder
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Einen ganzen Packen von derzeit angesagten Hardcore-Bands und dazu die Szene-Urgesteine Madball bescherte uns die Rebellion Tour 2011. Den Zwischenstopp im netten Universum Club in Stuttgart nahm ich zum Anlass mir mal wieder so richtig die Ohren frei pusten zu lassen.

Den Anfang machten Devil In Me, die leider so zeitig begannen das ich sie glatt verpasst habe. Htte es an der Tr nicht das bliche Gstelisten-Theater gegeben, htte ich wenigstens noch die letzten 3 Songs hren knnen. So kann ich an dieser Stelle nur die durch und durch positive Meinung des Publikums wiedergeben. Scheinbar ein guter Auftritt der Portugiesen vor nahezu null Publikum, kein Wunder um 18:30 Uhr. Snger Poli wird uns an diesem Abend nochmal begegnen, mehr dazu weiter unten im Text...

Rebellion Tour

Weiter ging es mit den sympathischen All For Nothing aus den Niederlanden die eine knappe halbe Stunde lang flotten Hardcore mit Breaks und Tempo-Wechseln vom aktuellen Album abfeuern. Nicht all zu Metal-lastig, das gefllt! Kaum zu glauben das dass wtende Gebrll aus dem Hals einer Frau kommt, Frontfrau Cindy van der Heijden gibt 100% und schafft es, die ersten Leute im Publikum zum mitmoshen zu animieren. Na also, geht doch. So langsam kommt Bewegung in die immer noch sprlich gefllte Htte. Beim spteren Gesprch mit Basser Kees festigt sich der positive Eindruck, sehr netter Typ. Am Auftritt von All For Nothing zeigte sich auch wie schwer es die ersten Bands oft haben. Wenn da trotzdem alles gegeben und nicht einfach nur das Standard-Programm runtergeleiert wird, ntigt mir das Respekt ab.

Der dritte Act an diesem Band war Wisdom In Chains. Die Amis hatten eine Hand voll Fans im Schlepptau die alle ihre Songs ordentlich abfeierten und textsicher das Mikro bernahmen. Musikalisch boten Wisdom In Chains nichts besonderes, mir ist ihr Sound zu schleppend und das ganze Gepose zu prollig. Bei anderen scheint das gut anzukommen, ich fand es einfach lahm.

Mit Trapped Under Ice wurde es zunehmend voller vor der Bhne. Vielleicht auch aus Neugierde: Snger Justice Tripp hatte einige Tage zuvor in Essen fr einen kleinen Skandal gesorgt als er einem jungen Kerl der auf die Bhne sprang ordentlich die Fresse poliert hat und ihn am Boden liegend zusammengetreten hat. Details und ein Video des Abends sowie ein Statement des Sngers gibt es im weltweiten Netz. Alles in allem holzten sich Trapped Under Ice ziemlich leidenschaftslos durchs Programm. Highlights waren die Songs "Believe" und "Street Lights", aber auch diese wurden nur lasch dargeboten. Kommentare meiner Kumpels, die dabei waren: "Die haben wir schon vieeeeeel besser gesehen."

Nun enterten endlich die Co-Headliner Born From Pain die Bhne! Der Saal war zu diesem Zeitpunkt ordentlich voll, die Temepratur stieg und mit dem ersten Ton des Intros war direkt Stimmung in der Bude. Das Born From Pain in den letzten Jahren verdammt oft gespielt haben, machte sich bezahlt. Die Schar der Fans wchst offensichtlich kontinuierlich und so wurde ab der ersten Minute jeder Song heftigst zelebriert. Der wtende Mob vor der Bhne machte sich daran den Laden auseinander zu nehmen, erste Stagedives und fieses Violent-Dancing sorgten fr ordentlich Action. Everybody is Kung-Fu fighting....Die Herren spielten sich durch ein Set aus allen Alben seit dem Debt Reclaiming The Crown. Snger Rob Franssen glnzte durch massive Action auf der Bhne und Ansagen auf Deutsch. Die letzten Zweifler im Publikum packte er dann mit einer ACAB- und Anti-Stuttgart21-Ansage noch mal ordentlich am Kragen um dann mit dem Brecher "This Is The New Hate das Universum zum berkochen zu bringen. Absolutes Highlight war das von allen sehnlichst erwartete "Rise Or Die vom Album In Love With The End. Dermaen angeheizt und durchgeschwitzt ging es nun in die Umbau- und Verschnaufpause vor der Madball-Show.

Endlich! Nach Stunden mittelmiger und guter Bands: Licht aus, Spot an. Die mchtigen Madball betreten unter ordentlich Getse die Bhne. Das ist der Moment auf den knapp 90 % der Konzertbesucher gewartet haben und weshalb sie 23 Euronen fr 'nen Stempel auf dem Handrcken hinblttern. Und es hat sich gelohnt, mit Vollgas gings direkt los. Ohne groes BlaBla wurden 3 Songs durchgezockt, dann erst die Begrung, und weiter. Tempo, Tempo. Mit "Hold It Down" vom gleichnamigen Album und daraufhin dem Titeltrack der aktuellen Scheibe "Empire".wurde der Laden durchgekocht. Was fr ein Fest. Erster Hhepunkt dann der Brecher "R.A.H.C." mit dem Mitgrhl-Refrain. Der Knabenchor vor der Bhne (aka das Publikum) gab alles, genau wie Freddy Cricien und seine (gealterten) Mannen auf der Bhne. Die Leute flogen nur so durch die Luft, Stagedives wie aus dem Bilderbuch, und mittendrin die Pogo-Hlle. Herrlich. An gute Bilder war da natrlich nicht zu denken, wer wills mir verbeln....Mit dem Klassiker "NYC" gingen Madball dann von der Bhne, aber natrlich nur um sich um eine von Devil In Me-Snger Poli untersttzte Zugabe, gespickt mit Klassikern, bitten zu lassen: "Hardcore Still Lives" war genau der richtige Song (kann man bei 6 Sekunden Spielzeit von einem Song reden?) um die Bhne fr diesen Abend endgltig zu verlassen.

Madball

Setlist: Madball

  • Invigorate
  • For My Enemies
  • We The People
  • Can't Stop Won't Stop
  • Hold It Down
  • Empire
  • Spit On Your Grave
  • R.A.H.C.
  • Infiltrate The System
  • Lockdown
  • All Or Nothing
  • Get Out
  • Look My Way
  • Heaven Hell
  • Down By Law
  • 100%
  • DMS
  • It's My Life
  • NYC
  • Zugabe:
  • Smell The Bacon
  • Set It Off
  • Hardcore Pride
  • Pride
  • Hardcore Still Lives

Dass Hardcore am Leben ist, hat sich an diesem Abend auf ein neues gezeigt. Dass Hardcore sich verndert hat auch. Nicht in jeder Hinsicht zum positiven, aber das ist ein anderes Thema. Sehr bedauernswert war, dass die Lautsprecher der PA ihren Zenit deutlich berschnitten hatten. Das kratzte und schepperte teilweise dermaen, dass es schon in den Ohren wehtat. Hier wurde eindeutig an der falschen Stelle gespart!

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