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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing EKTOMORF, KORZUS, REPLICA
Ort Mhltal bei Darmstadt, Steinbruch Theater
Datum 09.02.2011
Autor Sebastian Braun
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Ach ja, ein Konzert im altehrwrdigen Steinbruch in Mhltal bei Darmstadt. Ich bin begeistert und schwelge in frhpubertren Erinnerungen an die ersten Disco-Abende mit harter Rockmusik und viel Alkohol. Auch wenn ich schon lange nicht mehr dort gewesen bin (Ich frage mich warum eigentlich?) hat sich doch die letzten Jahre nicht viel verndert. Es gibt immer noch die eisernen Drehkreuze am Ein- und Ausgang, die einem das Gefhl geben gerade eher ins Schwimmbad zu gehen, als in die Disco. Der muffige Nebel der einem entgegen schlgt, der eher nach Alkohol und jahrzehntelanger Feierei riecht, als nach Chlor, zeigt mir jedoch, dass wir richtig sind.

Replica

Anfangs ist noch recht wenig los und so kommen wir schnell zu unserer ersten Getrnkerunde und warten auf den Beginn der Show. Als die sterreichische Band REPLICA dann beginnt ist die Flche vor der Bhne auch immer noch recht leer und die Jungs tun mir fast ein bisschen leid, denn Sie geben sich echt Mhe um die noch recht trge, nun ja ich nenne sich jetzt mal, 'Masse' zum grooven zu bewegen. Musikalisch gibt es eine Mischung aus Hard- und Metalcore mit Thrash-Einschlag. Handwerklich knnen die Jungs aus den Alpen aber durchaus berzeugen und bieten auch interessantes Liedermaterial, welches sich zum Einstimmen durchaus gut eignet. Der Snger und seine Bandkollegen schaffen es durch unermdlichen Einsatz dann auch, der sich nun langsam fllende Tanzflche die Hftsteife auszutreiben und mit ersten Nacken und Oberkrperbungen die Muskeln aufzuwrmen. Eine durchaus brauchbare Vorband, in deren Scheibe es sich vielleicht sogar mal lohnt rein zu hren.

Korzus

Nach einer nicht bertrieben langen und angemessenen Pause kommen die Jungs von KORZUS aus Brasilien auf die Bhne. Die Menge hat mittlerweile eine Gre erreicht, die den Namen auch durchaus verdient. KORZUS ist ja leider, im Gegensatz zu den Mitstreitern von Sepultura und Co, bisher der ganz groe Durchbruch verwehrt geblieben, auch wenn es die Band schon seit 1983 gibt und sie mit den Album "Discipline of Hate" im letzten Jahr wieder eine richtig gute Scheibe abgeliefert haben. Live merkt man den, teilweise nicht mehr ganz jungen, Mnnern an, dass sie auf dem Gebiet jahrelange Erfahrung mitbringen und sich keine Schnitzer erlauben. Vielmehr steckt die Freude an der Musik, die die Jungs auf der Bhne ausstrahlen, sofort die Menge an und die Temperatur im Inneren des 'Bruchs' steigt zunehmend. Besonders Bassist Dick Siebert sieht man den Spa deutlich an und er macht faxen mit der Menge. Die Brasilianer spielen einen gelungenen Mix aus alten und neuen Stcken und kommen mit knapp ber einer Stunde Spielzeit auch auf eine beachtliche Spielzeit.

Ektomorf

Nach einer weiteren Pause kommen dann als Hauptakt die (grtenteils) ungarischen Jungs von EKTOMORF auf die Bhne. Neben den lteren Metal-Veteranen scheint jetzt auch der Nachwuchs wach geworden zu sein und so verdichtet sich der Raum vor der Bhne zunehmend auch mit jngeren Semestern. Ektomorf legen eine engagierte Performance aufs Parkett und bringen den Saal endgltig zum kochen. Die Jungs spielen hauptschlich die Stcke von der neuen Scheibe "Redemption" und so wie die Menge mitgeht, scheinen die meisten die CD schon ausreichend rauf und runter gehrt zu haben. Texte und Stcke scheinen bei den Zuhrern zu sitzen und so hat man auch das Gefhl, dass EKTOMORF keine groe Mhe haben, die Menge mitzureien und begeistern zu knnen. Allerdings muss man auch fairerweise sagen, dass REPLICA und besonders KORZUS, Raum und Publikum schon auf derartige Temperatur gebracht hatten, dass EKTOMORF das Feuer nur Stck fr Stck weiter brennen lassen mssen. Das machen sie allerdings mit groartigem Gespr fr einen gelungenen Abend. Und man kann annehmen das einige Fans das Outro von dem Stck "Never Should" mit dem passenden Text "Burn the House, burn the House, burn this fucking House down" tanztechnisch in die Tat umsetzen wollen. Gekonnt schalten die Jungs hier mal einen Gang zurck und bringen mit der Johnny Cash Coverversion von "Rusty Cage", welches eigentlich von Soundgarden stammt, die Menge mal wieder in ruhigere Gefilde. Nach "Sea Of Misery" und "Who Can I Trust" ist die Temperatur wieder ein bisschen gesunken, allerdings ist der frische Sauerstoff sptestens zwei Stcke spter bei "Fuck You All" wieder im Hexenkessel verpufft und die Jungs spurten 4 Stcke spter mit "Outcast" schon Richtung Ende der Show. Als dann als letzte Zugabe das geniale "The One" vom neuem Album (eigentlich mit DANKO JONES) aus den Boxen fliegt, drften selbst die hrtesten Metaler an diesem Abend so ausreichend auf die Ohren bekommen haben, dass es keinen besseren Augenblick gibt, als diesen Abend jetzt zu beenden.

Dank der genialen Kombination von Vorband, KORZUS und EKTOMORF war dies ein sehr gelungenes Konzert und das Pfeifen in meinen Ohren, in der folgenden Nacht und den ganzen nchsten Tag ber, hat mich daran erinnert mal wieder einen duften Abend erlebt zu haben. Ach, das Leben als Metalfan kann doch einfach so schn sein.





Korzus Korzus Ektomorf Ektomorf Ektomorf Ektomorf
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