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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing A DAY TO REMEMBER, BAYSIDE, PIERCE THE VEIL, ADEPT
Ort Kln, Essigfabrik
Datum 18.02.2011
Autor David Lang
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Ein erinnerungswrdiger Tag sollte er werden, der 18. Februar 2011. Nicht nur, dass meine Holde und ich an eben jenem Datum bereits 5 gemeinsame Jahre verbracht haben, nein, auch eine Band deren Name dem Anlass gerecht werden sollte, spielte in der Essigfabrik zu Kln. Pierce The Veil Pierce The Veil Diesmal waren wir auch frh genug vor Ort, holte uns doch der dicke Onkel Dan (Danke an dieser Stelle!) bereits nachmittags ab, um diverse Interviews mit unserer Hilfe (an den Kameras) aufzuwerten. Nach geschmeidigen Interviews mit Bayside Snger Anthony sowie Joshua (Bass) und Alex (Drums) von A Day To Remember (demnchst auf www.rockinvasion.de) konnten wir uns also allein der Live-Musik widmen.

Leider konnte es irgendwem von der Orga wohl nicht schnell genug gehen und Adept, die den Opener machen durften, mussten bereits eine gute halbe Stunde vor offiziellem Beginn auf die Bretter. Das fiel uns zum Glck schon in der Pause zwischen den Interviews auf und so konnten wir die Show der Schweden wenigstens teilweise in Augenschein nehmen. Positiv fiel sofort der Snger auf, der seine Mitstreiter schn aggressiv durchs Set brllte. Zudem war er mit seiner Matte und seiner schbigen Jeans rein optisch, Tattoos der anderen Bands hin oder her, am nchsten am Metalhead. Sympathiepunktewertung abgeschlossen, die Musik war ganz ok, wird aber, und das wage ich einfach mal zu behaupten, nicht so schnell ber Vorbandstatus hinaus kommen. Metalcore mit klarem Gesang, da kann er noch so kompetent vorgetragen sein, zieht aktuell halt nicht mehr die Wurst vom Teller.

Bayside Bayside

Als Pierce The Veil zu einem bombastischen Intro die Bhne entern, whnte ich mich kurz auf einem Boyband-Konzert. Das Gekreische in den ersten Reihen sagte mir, dass hier wohl schon lnger eine Band im Underground heran wchst, mit der in Zukunft zu rechnen sein wird. Es knnte aber durchaus auch an Frontmnnlein Vic Fuentes liegen, dass in Reihe 1 bereits nach den ersten Takten Trnen flossen... es fehlte nur noch fliegende Teddies. Tja, fr BHs waren einige der Besucher jedenfalls noch zu jung / zu klein.
Das San Diego Quartett (das brigens bereits seit ber 12 Jahren besteht!) gab auf jeden Fall mchtig Gas, erfllte aber auch so ziemlich jedes Klischee, dass das Genre des Emo-/Metalcore hergibt. Knallbunte Klamotten, dazu knallbunte rmchen (und wei der Kuckuck wo die Jungs sonst noch ttowiert waren), wenig spontan wirkendes Synchro-Gemoshe und natrlich das Hochreien und Herumschleudern der xte. Das Poser-ABC hatten die Buben jedenfalls ausfhrlich studiert. Musikalisch wurde durch Zuhilfenahme eines Keyboards letztlich zwar Interessanteres geboten als bei Adept, doch so richtige Kracher wollten sich auch hier nicht heraus kristallisieren. Da ntzte auch ein kurzer Gastauftritt von ADTR-Snger Jeremy nicht viel. Vielleicht sind PTV einfach eine Band fr die nchste Generation, ich musste mich jedenfalls von meiner Herzdame belehren lassen, dass die Band "Like A G6" (von einer Band namens Far East Movement) gecovert hat... whatever.

Mit Bayside wurde es anschlieend etwas "erwachsener", knallte das Long Island 4-Piece seinen Punkrock doch ein Stck weit souverner und vor allem authentischer in die Fabrik. Entsprechend endete das Gequieke der pubertierenden Mdels recht fix; kein blutjunger Schnling am Mikro, keine Augenkrebs verursachenden Shirts und auch die Action auf der Bhne wirkte natrlicher. Allzu bertriebenes Gehopse wrde man den Jungs auch wohl nicht abkaufen, schlielich ist man ein paar Jhrchen lter als die Musiker zuvor. Der melodische Sound von Bayside konnte mich jedoch auch nicht aus den Schuhen hauen, erst als auch hier die Cover-Keule ausgepackt wurde, legte sich ein Lcheln auf meine Lippen und ich war wohl einer der Wenigen, die NOFX' "Linoleum" mitgrlten (nun konnte ich wenigstens auch ein bisschen Geschichtslehrer spielen und den Jungs neben mir weiterhelfen). Erst gegen Ende kamen die von Snger Anthony im Interview angesprochenen Metal-Einflsse von Gitarrist Jack O'Shea zum Tragen. So htte es von mir aus dann auch weitergehen knnen, aber nein, dann war auch schon wieder Schluss.

A Day to Remember A Day to Remember

Was folgen sollte, sprengte meine Erwartungen um einiges. Die restlos ausverkaufte Essigfabrik (erwhnte ich das noch nicht?!) fieberte dem Auftritt ihrer Helden entgegen und ein Teil der Anspannung entlud sich bereits in der Umbaupause zu System Of A Downs "Chop Suey", welches von hunderten Kehlen inbrnstig mitgesungen wurde. Die bescheiden gehaltene Bhnendeko bestand lediglich aus zwei berdimensionalen Boxscken links und rechts neben dem Drumriser, doch dann: Das Licht ging aus, ein majesttisches Intro, das in Michael Buffers "Let's get ready to rrrrrrumbleeeeeeeee!" mndete und die ersten Tne von "2nd Sucks" vom aktuellen Longplayer "What Seperates Me From You" und die Halle drehte durch. Ich freue mich rckblickend in diesem Moment im Fotograben gestanden zu haben, da etliche Zuschauer (darunter auch die Dame eures Lieblingsschreibers) kurzerhand umgerannt wurden. Das tat der Stimmung interessanterweise aber keinen Abbruch und so feierte Kln an diesem schweinekalten Februarabend die mchtigen A Day To Remember, dass der Schwei von der Decke tropfte. Die Band war in Topform, vor allem Snger Jeremy McKinnon traf jeden verdammten Ton, lie aber auch gengend Freiraum, um die Fans mitsingen zu lassen. Gelegenheiten hierzu gab es genug, spielte der Florida-Fnfer doch die Hits am Flieband. Die grten Reaktionen erhielten allerdings die "Homesick"-Kracher "The Downfall Of Us All" und "I'm Made Of Wax, Larry, What Are You Made Of", sowie die neue Single "All I Want". Ich persnlich habe noch auf "Better Off This Way" gesetzt, aber das ist Gemecker auf hohem Niveau. Bei sehr gutem Sound (brigens den ganzen Abend, ist man von der Essigfabrik gar nicht gewhnt) und mit mchtig Spa inne Backen feuerten A Day To Remember eine gute Stunde ihren poppigen Moshcore in die schwitzende und feiernde Menge. In dieser Form macht den fnf in diesem Genre so schnell niemand etwas vor.

A Day to Remember

Setlist: A Day To Remember

  • 2nd Sucks
  • The Danger In Starting A Fire
  • A Shot In The Dark
  • My Life For Hire
  • I'm Made Of Wax, Larry, What Are You Made Of?
  • All I Want
  • Mr. Highway's Thinking About The End
  • This Is The House That Doubt Built
  • Sticks And Bricks Play
  • You Already Know What You Are
  • Homesick
  • Why Walk On Water When We've Got Boats
  • No Cigar
  • Monument
  • Have Faith In Me
  • You Should Have Killed Me When You Had The Chance
  • If It Means A Lot To You
  • The Downfall Of Us All
  • The Plot To Bomb The Panhandle
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