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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing FATES WARNING, SUN CAGED
Ort De Bosuil / Weert (NL)
Datum 12.02.2011
Autor Torsten Butz
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Fates Warning gehren zu meinen absoluten Lieblingsbands! Leider habe ich nicht all zu oft die Mglichkeit die wahren Gtter des progressiven Metals live zu erleben, denn die Musiker rund um Mastermind Jim Matheos touren in den letzten Jahren sehr selten. Auch das letzte regulre Album erschien bereits 2004. Aus diesen Grnden muss man Gelegenheiten wie diese Mini-Tour beim Schopfe ergreifen. Sun Caged Sun Caged Fr lediglich vier, sehr kurzfristig angekndigte Auftritte besuchten die Amis den alten Kontinent. Drei davon in den Niederlanden, einen in Essen. Kollege Alex und ich waren uns einig: Samstags geht es nach Weert! Vor der Show hatten wir noch das Vergngen, uns mit Jim Matheos zu unterhalten, doch mehr dazu an anderer Stelle. Der Club ist toll aufgemacht und die Mitarbeiter waren sehr freundlich, schnell kam man ins Gesprch. De Bosuil ist als lohnenswertes Ziel bereits fest auf meiner Live-Club-Landkarte markiert. Weiterhin machten wir die Bekanntschaft eines sympathischen, musikverrckten Prchens aus London. Auf die Frage, warum sie extra nach Weert reisten, wo es doch in London mit Sicherheit gengend Konzerte gebe, brachten sie es auf den Punkt: "Because it's Fates Warning!". Ja, so ist es.

Doch bevor wir Fates Warning erleben durften, betraten erst einmal SUN CAGED die Bhne. Stilistisch passte die progressive Musik der fnf gut zu FW und was sofort ins Auge fiel war der berdimensionale, gigantische Bass. Muss so was sein? Ich behaupte: nein! Die Halle die maximal vielleicht 700 Leute fassen kann war bereits angenehm gefllt. Vor der Bhne direkt war jedoch noch ausreichend Platz, man lie etwas Distanz zur Band und blieb ein wenig skeptisch. Davon lieen sich Sun Caged nicht beirren und spielten sehr ambitioniert ihre Songs, darunter zwei Songs als Appetizer auf das bald erscheinende dritte Album. Applaus kam zgerlich, wohl als Resultat, dass die Musik trotz des bewiesenen, musikalischen Knnens etwas austauschbar wirkte, vereinzelte langwierige Passagen schwierig zu verdauen sind. Trotzdem ein guter Job.

Whrend der Umbaupause kmpften wir uns nach Vorne und konnten FATES WARNING direkt vom Bhnenrand aus verfolgen. Auf Crash-Barrier wurde verzichtet, mit Stage-Diver drfte heute aber auch nicht zu rechnen sein. Jubel brach aus, als das Intro der "Disconnected"-Platte ertnte, die Musiker nahmen ihre Pltze ein. Zu den ersten Takten von "One" strmte Ray Alder auf die Bhne und ich war bereits gefangen von der Musik. Fates Warning Fates Warning Ray wirbelte hin und wirbelte her, Basser Joey Vera tat es ihm gleich, hinter dem Drumkit kreisten die Sticks von Bobby Jarzombek. Jim Matheos und Frank Aresti dagegen gewohnt zurckhaltend, ganz in der Musik versunken. Jim spielte immer wieder mit geschlossenen Augen, vllig konzentriert und entlockte der Gitarre mit beeindruckender, scheinbarer Mhelosigkeit Riff fr Riff. FW luden zu einer Reise durch ihr Schaffenswerk und spielten so manchen meiner liebsten Songs. Das wundervolle "The Eleventh Hour" von dem Album "Parallels", begeistert von einem hundert stimmigen Chor mitgesungen, was Snger Ray sichtlich gefiel, oder "Monument" vom 1994er "Inside Out". "Monument", beginnend mit einem prgnanten Basslauf, zeigte wieder die Qualitt eines Joey Vera, der ohne Frage zu den besten Bassisten des Planeten gehrt. Das Ende eines jeden Songs wurde mit tosendem Applaus quittiert. Htte das Konzert fnf Stunden gedauert, es wre wohl niemand von seinem Platz gewichen. Frank Aresti, der ruhende Pol auf der rechten Bhnenseite, war neben zahlreicher Soli auch fr die zweite Stimme zustndig. Ebenfalls bei "Monument" konnte man diese gut hren und sein Geschick am Instrument stellte er nicht nur bei einen weiteren Klassiker von "Parallels", nmlich "Point Of View" unter Beweis. Als Leckerbissen wurde auch ein Part von "The Ivory Gate Of Dreams" vorgetragen: "Quietus". Doch den wahren Hhepunkt hatte sich die Band fr die Zugabe aufgehoben: "Still Remains"! Den kompletten Song epischen Ausmaes, das heit 16 Minuten! Wahnsinn! Leider heit Zugabe auch, dass das Ende erreicht ist. Ein weiteres FW Konzert, welches mit jeder Faser des Krpers aufgesogen wurde, ist vorbei. Glckliche Gesichter berall, applaudierende Hnde, begleitet von Ausrufen der Begeisterung.

Und auch fr Kritik muss Platz sein: es gab kein Merchandise von Fates Warning!! Und wie komme ich jetzt an mein Shirt? Nun gut, ich werde es verschmerzen. So machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause, ein zufriedenes Grinsen auf den Lippen.
Zum Schluss ein Wort des Dankes an Tour-Manager Roger, welcher die Konzerte von Fates Warning ermglicht hat: Danke.

Setlist: FATES WARNING

  • Intro: Disconnected Part I
  • One (Disconnected)
  • Life In Still Waters (Parallels)
  • A Pleasant Shade Of Grey Part III
  • Pieces Of Me (Disconnected)
  • Heal Me (FWX)
  • The Eleventh Hour (Parallels)
  • Point Of View (Parallels)
  • Island In The Stream (Inside Out)
  • A Pleasant Shade Of Grey Part XI
  • Through Different Eyes (Perfect Symmetry)
  • The Ivory Gate Of Dreams - Quitus (No Exit)
  • Monument (Inside Out)
  • Still Remains (Disconnected)





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