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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MOTÖRHEAD, DORO, GRAND MAGUS
Ort Wiesbaden, Rhein-Main-Halle
Datum 08.12.2010
Autor Steffi Müller, Carsten Nienaber
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Der überraschende Wintereinbruch sorgte für Chaos auf den Straßen und führte an diesem Abend dazu, dass sich die Rhein-Main-Halle nur schleppend füllte. Der immens früh angesetzte Konzertbeginn, Einlass bereits um 18 Uhr, und die widrigen Witterungsverhältnisse trugen gleichermaßen dazu bei.

GRAND MAGUS

Besonders der gute Opener GRAND MAGUS hatte unter der geringen Zuschauerzahl zu leiden. Ärgerlich für die Schweden, da sie ihr neustes Album "Hammer Of The North" sicherlich gern vor einer größeren Menge promoted hätten. Verdient hätten sie es, da die Jungs mit einem brillanten Sound in den Abend starteten. Sie präsentierten, mit "I, The Jury" und den Titeltrack des neuen Albums, einen kleinen Querschnitt aus ihrem bisherigen Schaffen. Bei den wenigen Fans, die es bis dahin überhaupt in die Halle geschafft hatten, war das Eis jedenfalls gebrochen. Sie reagierten positiv auf Sänger JB und Band und wurden schließlich mit "Iron Will" in eine fünfzehn minütige Pause entlassen.

Pünktlich um 19:45 Uhr begannen dann Doro und ihre Musiker die Show. Die zahlenmäßig gewachsenen Zuschauer feierten mit Frau Pesch, die sich ihrer Supporter-Rolle stets bewusst war. Die blonde Frontfrau bedankte sich mehrfach bei Motörhead, für die große Ehre, die ihr durch diese Tour zu Teil geworden ist. DORO Sie griff bei ihrer Songauswahl eher in die Kiste der Klassiker, als auf neues Material zurück. Mit Hits wie "Für Immer", "We Are The Metalheads" sowie vielen alten Warlock-Reißern, unterstrich sie ihre Bemühungen, die Halle für Lemmy und Co. gut anzuheizen. So ertönten "Burning The Witches", "Hellbound" und "True as Steel". Nicht nur die Lieder erinnerten an Shows von vor 25 Jahren, sondern leider auch Doros Ansagen. In von ihr bekannter Manier, redete sie, mit einem wirren Mix aus Deutsch und Englisch, unsicher und wenig professionell auf das Publikum ein. Dieses Handicap aber schadete der Show viel weniger, als die stark übertriebene Lautstärke im Schlussteil. Mit der Angst vor bleibenden Hörschäden, flüchteten die ersten Metalheads, vor dem lauten Soundbrei, ins Foyer.

Nach einer kurzen Umbauphase, für den Hauptact des Abends, füllte sich die Halle wieder. Nach der üblichen Begrüßung "Hello, we are Motörhead, and we just play Rock'n'Roll" ging es dann buchstäblich in die Vollen. Leider auch im negativem Sinne. Motörhead drehten absolut auf, und trieben viele der Zuschauer wieder in den Vorbau. Nur die Hartgesottenen, die mit 3 Promille im Blut schreiend mitfeierten oder diejenigen, die mit Ohrstöpseln bewaffnet waren, hielten das 120 Minuten dauernde Lautstärke-Inferno wirklich aus. Abgesehen von dem irren Geräuschpegel, war aber an Motörheads Auftreten nichts nennenswert. Die Band bot nicht mehr, als solide Handwerkskunst, wirkte unmotiviert und setzte eher auf Dienst nach Vorschrift. Mit der vierzig jährigen Bühnenerfahrung und dem starken Songkatalog, konnte Lemmy jedoch auch an diesem Abend punkten. Und so waren die Reaktionen der Zuschauer gemischt, wie das Publikum selbst. MOTÖRHEAD Euphorie und enttäuschte Gesichter sah man zu gleichen Teilen bei Altrockern, Kuttenträgern, Normalos und den auffallend jungen Anwesenden. Doch die Highlights, wie "Metropolis", "Killed By Death" und "Ace Of Spades" lockten vorüber gehend alle Leute wieder in den Innenraum, zum gemeinsamen Feiern. Höhepunkt dieses Konzertes waren wohl die beiden Zugaben, bei denen auch Doro noch einmal die Bühne betrat, um mit Lemmy gemeinsam "Born To Raise Hell" zum Besten zu geben. Mit "Overkill" fand der Abend sein Ende. Die gesalzenen Merchandise-Preise hinderten viele Fans nicht daran, zum Schluss ein passendes Andenken mit nach Hause zu nehmen, solang es der Geldbeutel erlaubte. Denn ja, hinter der Zahl 40, für das einfachste T-Shirt, stand wirklich ein Euro-Zeichen! Im übrigen die selbe Geldsumme, die bereits auf der Eintrittskarte der Abendkasse stand.

Den letzten Motörhead-Klassiker gab es dann schließlich auf der Heimreise ganz umsonst, und zwar vom Wettergott persönlich: "Stone Cold Forever"!

Setlist: Motörhead

  • We Are Motörhead
  • Stay Clean
  • Get Back In Line
  • Metropolis
  • Over The Top
  • One Night Stand
  • Rock Out
  • Guitar Solo
  • The Thousand Names of God
  • I Got Mine Play
  • I Know How To Die
  • The Chase Is Better Than The Catch
  • In The Name Of Tragedy
  • Drumsolo
  • Just 'Cos You Got The Power
  • Going To Brazil
  • Killed By Death
  • Ace Of Spades
  • Born To Raise Hell
  • Overkill

Fotos: Britta Stippich

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