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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HELLOWEEN, STRATOVARIUS
Ort Langen, Stadthalle
Datum 01.12.2010
Autor Thorsten Schwalbach
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HELLOWEEN haben dieses Jahr mit "Unarmed - Best Of 25th Anniversary" und dem "regulren" neuen "7 Sinners" zwei wirklich starke Alben verffentlicht. Und da HELLOWEEN sowieso eine meiner absoluten Lieblingsbands sind wurde ihr Konzert in Langen mal wieder zu einer Pflichtveranstaltung, die ich sehr gerne wahrgenommen habe. An diesem Abend hat sich mal wieder besttigt, dass die alten Helden einfach die Besten sind. Pnktlich zum Wintereinbruch hatte die Band den passenden Merchandise in Form von schnen Schals und Mtzen dabei. Und ein solcher Schal spendet seit dem nicht nur angenehme Wrme sondern erinnert auch immer wieder an einen sehr begeisternden Konzertabend.

STRATOVARIUS STRATOVARIUS

Vorher galt es aber noch, STRATOVARIUS zu "ertragen". Ertragen deshalb, weil die Band, die in Langen auf der Bhne stand, leider nur sehr entfernt an die Band erinnerte, die mich Anfang dieses Jahrtausends begeistert hat. Der gute Timo Tolkki mag ja ein schwieriger Mensch sein oder sich zu einem solchen entwickelt haben (oder nur gerne als ein Solcher dargestellt werden?), aber seine musikalischen Lichtblitze fehlten hier einfach an allen Ecken und Enden. Das will ich jetzt noch nicht mal Matias Kupiainen, seinem Nachfolger an der Gitarre anlasten. Der Mann machte seine Aufgabe eigentlich ganz gut, spielte eher gefhlvoll und setzte auch einige Tolkki - Parts gut um. Trotzdem fehlte mir einfach was, aber einen Timo Tolkki ersetzt man halt nicht so einfach. Das schien dem Publikum aber ziemlich egal zu sein, denn STRATOVARIUS kamen bei ihren Fans gut an. Die Band spielte bei guten Sound und Licht rd. 60 Minuten, hatte faire Bedingungen und auch genug Platzt auf der Bhne. Doch auch hier hatte ich den Eindruck, dass die Jungs auf diesem Platz fast ein bisschen "verloren" wirkten. Und gegen Ende des Sets lie der Gesang von Timo Kotipelto leider ziemlich nach, was ich so auch noch nicht bei ihm erlebt habe. Gespielt hat die Band einen Querschnitt durch die meist schnellen Songs der Kotipelto - ra wie dem Opener "Phoenix", der Hymne "Hunting High And Low" oder dem abschlieenden "Black Diamond", die alle begeistert mitgesungen wurden. Darunter wurden Songs der letzten CD "Polaris" gemischt, wobei das langsame "Winter Skies" fr Abwechslung sorgte. Da ich diese CD nicht kenne war das fr mich der erste Kontakt zu diesen Stcken. Ein Song wie "Deep Unknown" klang mir aber insgesamt zu hektisch und hat mit dem eingngigen Metal vergangener Tage nicht mehr viel zu tun. Mit "Darkest Hours" gab es einen neuen Song aus der gerade erschienenen aktuellen EP der Band. Vielleicht hatten STRATOVARIUS in Langen einfach nur einen schlechten Tag. Aber die Band hat es absolut nicht geschafft, mich davon zu berzeugen, dass ich etwas verpasse, wenn ich mich nicht mit ihrem aktuellen Material beschftige. Fast ein wenig schade, aber nicht zu ndern. Vorher spielten noch die mir nicht bekannten TRICK OR TREAT, die aber auch schon fertig waren, als wir kurz nach 20 Uhr in der Stadthalle ankamen.

Setlist STRATOVARIUS

  • Phoenix
  • Legions
  • Darkest Hours
  • The Kiss Of Judas
  • Winter Skies
  • Speed Of Light
  • Against The Wind
  • Deep Unknown
  • Hunting High And Low
  • Black Diamond

Die Umbaupause zog sich dann sehr lange hin. Nach rd. 50 Minuten ging whrend "For Those About To Rock (We Salute You)" endlich das Licht aus und nach den erwartungsfrohen "Happy Happy Helloween" - Chren lieen HELLOWEEN endlich ihr Intro laufen. Das Intro bestand diesmal aus Teilen der "Perfect Gentleman" - Melodie aus "Who Is Mr. Madman?" und des legendren "Starlight" - Intros. HELLOWEEN HELLOWEEN Die Spannung, mit der die Band erwartet wurde, war fhlbar und entsprechend gro war der Jubel, als die Jungs im Halbdunkel auf die Bhne kamen. Der Bhnenaufbau orientierte sich am Cover des neuen Albums "7 Sinners" mit dem berdimensionalen Siebenstern, einem coolen Backdrop und links und rechts schlichten aber sehr effektiv beleuchteten Metallgittern. Das Motto "Metal" von "7 Sinners" wurde hier wirklich stilvoll und gekonnt umgesetzt. Los ging es dann mit "Are You Metal?" (womit eigentlich sonst?), bei dem die Bhne atmosphrisch berwiegend in Blautnen ausgeleuchtet wurde und HELLOWEEN hatten mit ihrer Spielfreude das begeisterte Publikum in der mittlerweile sehr gut gefllten Stadthalle von Anfang an auf ihrer Seite. Andi Deris war sehr gut bei Stimme, was whrend des ganzen Konzertes so blieb. Die ganze Band war permanent unterwegs und nutzte die Breite der Bhne. Sascha Gerstner poste was das Zeug hielt, Michael "Weikie" Weikath machte seine typischen Gesten und Faxen und Basser Markus Grosskopf bangte und rannte, als wenn es kein Morgen geben wrde. Die spielerischen Leistungen der Drei litten natrlich kein bisschen unter diesem Aktionismus.
Im folgenden "Eagle Fly Free" zeigte Andi, dass er Songs aus allen Bandphasen sehr gut umsetzt und auch die hohen Passagen seines Vorgngers gut drauf hat. Fr mich hat er sich im Lauf der Jahre immer mehr zu dem HELLOWEEN - Frontmann entwickelt, was er auch in Langen wieder eindrucksvoll besttigte. Seine Ansagen passen einfach, haben auch den ntigen Witz und schaffen Bindung zum Publikum. Die Setlist war ziemlich "Keeper - lastig", was enthusiastisch aufgenommen wurde. HELLOWEEN HELLOWEEN Unmittelbar anschlieend folgte "March Of Time" und neben den unvermeidlichen Krachern gab es mit "I'm Alive" einen Song, den ich nicht erwartet hatte, der aber wie auch die restlichen Stcke vom Publikum begeistert mitgesungen wurde. Vor "Where The Sinners Go" zeigte Sascha in einem lngeren Intro - Solo, das er wirklich ein virtuoser und sehr gefhlvoller Gitarrist ist und wurde mit verdientem Applaus belohnt. Sehr gefreut habe ich mich ber die beiden berraschungen "Steel Tormentor" einschl. Porsche - Intro, cooler Ansage und sehr starken Soli sowie dem sehr atmosphrisch umgesetzten "A Handful Of Pain". berhaupt ist es beeindruckend, wie przise Sascha und Weikie mittlerweile zusammenspielen, was sich natrlich besonders in den bejubelten zweistimmigen Parts zeigte, die es auch hier wieder in Hlle und Flle gab. Ihre Longtracks fassten HELLOWEEN diesmal in einem rd. 15 - mintigen Medley zusammen, wobei jeder Song durch seine gespielten Feinheiten sein eigenes Flair entfachen konnte. Danach gab es in "I Want Out" das typische Singspielchen, Andi setzte die Screams akzeptabel um und das Publikum gab nochmal alles.
Die Band ging kurz von der der Bhne, wurde umjubelt zurckgefordert und gab mit dem sehr stark gesungenen "Ride The Sky" nochmal richtig Gas. Vor dem abschlieenden "Dr. Stein" gingen die Jungs nochmal kurz, links und rechts wurden zwei gigantische Pumpkins aufgeblasen und einige als Dr. Stein verkleidete Fans kamen auf die Bhne. Fans und Band machten richtig Party und dann war leider endgltig Schluss, aber nicht ohne das absolut verdiente Abfeiern der Band durch das Publikum. HELLOWEEN haben mich an diesem Abend mit ihrer Spielfreude, ihrem Knnen, ihrer sympathischen Art und ihrer total ausgewogenen Setlist mal wieder (habe aufgehrt mitzuzhlen) absolut begeistert. Und es war bestimmt nicht zum letzten Mal...

Setlist HELLOWEEN:

  • For Those About To Rock (We Salute You) / Intro (Band)
  • Are You Metal?
  • Eagle Fly Free
  • March Of Time
  • Gitarren - Intro / Where The Sinners Go
  • Steel Tormentor
  • Schlagzeugsolo
  • I'm Alive
  • A Handful Of Pain
  • Medley (Keeper Of The Seven Keys / The King For A 1000 Years / Halloween)
  • I Want Out
  • Ride The Sky
  • Future World
  • Dr. Stein





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