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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing FEAR FACTORY, HIGH ON FIRE
Ort Hamburg. Grnspan
Datum 04.12.2010
Autor Marc Schallmaier
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Es muss jetzt einfach mal raus: diesen frhen Konzerte sind scheie! Vielleicht gibt es dass in anderen Stdten nicht, aber in Hamburg ist es seit einiger Zeit zur Mode geworden, Konzerte sehr frh anzusetzen, um im Anschluss noch eine zweite Veranstaltung durchzufhren, nur damit die Halle an einem Abend doppelt kassieren kann. Fear Factory Fear Factory Frher war bei Metal Konzerten Einlass um 20.00 Uhr, offizieller Beginn eine Stunde spter, aber tatschlich klettere die erste Band nicht vor 22.00 Uhr auf die Bhne. Heutzutage werden die Tore um halb sieben geffnet, exakt eine Stunde spter muss der Support ran, und der Hauptact kann trotz frenetischem Jubel und massiven "Zugabe" Rufen keine Nummer mehr spielen, da um 22.00 Uhr die nchsten Geldkatzen gemolken werden wollen. Auch als Fan der entsprechenden Band hat man es schwer, denn was soll man schon gro um 22.00 Uhr auf der Reeperbahn machen, noch dazu mit einigen Bierchen im Kopf??
Bei dem Konzert, ber dass hier berichtet wird, war es mal wieder soweit, denn whrend die verschwitzte Metal Gemeinde zum Ausgang strmte oder sich in der sehr langen Reihe zur Garderobe anstellte, warteten drauen schon die frisch gepuderten Rockabilly Typen mit ihren Mdels im Pettycoat vor der Tr. Fans und Bands sind die Verlierer solcher Abende, aber was zhlt das schon, wenn der schnde Mammon doppelt regnet ?

So lag es dann an HIGH ON FIRE, diesen Abend um 19.30 pnktlich zu erffnen. Snger und Gitarrist Matt Pike lie es sich nicht nehmen, sich trotz mchtiger Plauze oben ohne auf die Bretter zu stellen. Machte aber auch gar nichts, denn die Band ging ab wie die Feuerwehr und nicht wenige im Publikum waren mit dem Material des Trios aus Oakland vertraut. Der Sound war laut und meiner Meinung nach ein wenig zu Basslastig, aber auch hierber sahen die meisten Zuschauer geflissentlich hinweg. Vielerorts werden HIGH ON FIRE als Stoner Band gefhrt, was ich aber nicht so ganz unterschreiben kann.
Es gibt bei der Band auch sehr wohl schnellere Momente, wie zum Beispiel in dem Lied "Rumors Of War", was sich nicht wirklich mit dem Begriff "Stoner" vertrgt. Ich sehe die Jungs eher als rudige Verwandte von MOTRHEAD, die auch nicht davor scheuen, sich bei anderen Genres der Metal Musik zu bedienen.
Die Band gab sich redlich Mhe und brachte ihre Stcke mit der ntigen Aggressivitt rber, so dass sich der ein oder andere Zuschauer im Publikum noch intensiver mit der Band auseinandersetzen wird. Denn als Geheimtipp gehen HIGH ON FIRE irgendwie nicht mehr durch, Potenzial fr gute Songs haben die Herren allemal. Und wenn man mit einer Setlist, die gerade einmal 7 Songs umfasst, auch ein eher khles Publikum wie in Hamburg begeistern kann, sollte der weitere Aufstieg kein Problem mehr sein

Setlist: HIGH ON FIRE

  • Frost Hammer
  • Turk
  • Rumors Of War
  • Bastard Samurai
  • Fire, Flood and Plague
  • Silver Back
  • Snakes For The Devine

Nach einer kurzen Umbaupause ging dann dass Licht aus und das Intro fr FEAR FACTORY erklang. Ich hab die Band schon seit einiger Zeit nicht mehr live gesehen und war vor allem gespannt auf die Chemie zwischen den vier Herren auf der Bhne. Denn laut meinem Wissen ist der Rechtsstreit um den Bandnamen mit den ehemaligen Mitgliedern Raymond Herrera und Christian Olde Wolbers immer noch nicht vom Tisch. Auch ob der Streit zwischen Dino Cazares und Burton C. Bell, bei dem so einiges an dreckiger Wsche ber die Medien gewaschen wurde, und die sich urpltzlich wieder lieb hatten, Spuren hinterlassen hatte, war eine interessante Frage. Fear Factory High on Fire Und wie fgt sich der Gromeister der Kesselrhrer Gene Hoglan in die Angst Fabrik ein ? Die Antwort kam dann relativ schnell und ohne viel Umschweife von den Bhne. FEAR FACTORY prsentierten sich als Einheit, die in keiner Weise Rckschlsse auf zwischenmenschliche Probleme vermuten lie. Den Einstieg mit dem Titeltrack des letzten Albums "Mechanize" sowie "Fear Campaign" von der gleichen Scheibe kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Ein glasklarer Sound und eine tolle Lichtshow untersttzen die mit ordentlich Wucht vorgetragenen Songs. Als dann auch noch "Shock" aus den Boxen ertnte, gab es zum ersten Mal kein Halten mehr im Publikum. Es bildete sich ein Moshpit und direkt am Zaun kreisten die ersten Matten. Die gute Laune spiegelte sich dann auch bei Snger Burton wieder, als er nach dem Song den Kontakt zum Publikum suchte, dieses nett begrte und den Veranstaltungsort lobte.
Mit "Smasher Devourer" und "Secuitron" gab es dann noch zwei weitere Stcke vom Album "Obsolete". Auch bei mir zappelten langsam die Fe und so gab es keine andere Wahl mehr, als sich mitten in den Moshpit zu werfen. Die nchsten beiden Lieder aus der "Digimortal" Phase waren dann "Linchpin" und "Acres Of Skin". Bei diesen beiden Songs merkte man aber sofort, dass der Enthusiasmus einiger Zuschauer sprbar nachlie, und die Band tat sich selbst und ihren Fans einen Gefallen und spielte vom noch schwcheren Album "Transgression" gar keine Songs. Dass auch "Digimortal" bei vielen FEAR FACTORY Jngern eher unter einem schlechten Stern steht, hat die Band sich selbst zuzuschreiben. Zu oft hrte man in der damaligen Zeit kurz nach der jeweiligen Verffentlichung in Interviews, dass die Band mit diesen beiden Alben nicht wirklich glcklich war.
Nach dem die beiden nchsten Stcke vom letzten Opus "Mechanize" raus geprgelt wurden, gab es den musikalischen Verweis auf den Ursprung der Band, und es folgte der Klassiker "Martyr" vom Debut "Soul Of A New Machine" aus dem Jahre 1992. So gleich schlug die Begeisterung wieder hohe Wellen und der ein oder andere Crowdsurfer mussten von den aufmerksamen Kollegen aus dem Graben von den Kpfen der ersten Reihen gefischt werden. Die Band gab sich wirklich keine Ble und spielte mit der Perfektion eines Uhrwerks. Burtons Gesang, oftmals das entscheidende Znglein an der Waage bei einem FEAR FACTORY Konzert, war sowohl in den aggressiven wie auch in den melodisen Parts einwandfrei. Die Rhythmus Fraktion um den Bassisten Byron Stroud und Schlagzeuger Gene Hoglan bereiteten einen astreinen Sound Teppich aus, der wunderbar mit Dinos Gitarrenspiel harmonierte. Mister Hoglan ist ja durchaus dadurch bekannt, dass er dem ein oder anderen Song gerne mal seine private Note verleiht. So war es zumindest damals, als er mit DEATH unterwegs war und den Zuschauern zeigte, was man aus einem simplen Beat, den Bill Andrews noch bei den Plattenaufnahme an den Drums einspielte, alles noch rausholen kann. Dies war diesmal nicht der Fall, oder zumindest mir ist es nicht aufgefallen. Eine Diskussion ber die Qualitt von Gene Hoglan muss man gar nicht erst beginnen, denn dass Programm am Schlagzeug von FEAR FACTORY ist schon etwas anspruchsvoller, und es konnte in meinen Augen keinen besseren Nachfolger von Raymond Herrera geben. Fear Factory Fear Factory Zum Abschluss gab es dann noch vier Klassiker vom Meilenstein "Demanufacture" zu hren. Hier brachen dann endgltig alle Dmme. berall im Publikum sah man glckliche Gesichter, durchgeschwitzte Gestalten die ekstatisch die Refrains mitbrllten und Kuttentrger, die dem Rezensenten dieser Zeilen ein Bier in die Hand drckten. Nochmals vielen Dank an dieser Stelle!
Leider war nach diesen Higlights dann Schicht aus den in der Einleitung erwhnten Grnden. Auch Snger Burton verwies darauf, dass man gern das ein oder andere Stck noch mehr gespielt htte, es aber auf Grund der zeitlichen Vorgabe nicht mglich war. Ein Blick auf die Setlist verriet dann auch, dass man mindestens zwei Lieder streichen musste. In diesem Fall waren es "Dog Day Sunrise" und "Big God". Ich bin mir aber relativ sicher, dass ein ordentlicher Rausschmeier im FEAR FACTORY Stil la "Resurrection", "Final Exit" oder "Pisschrist" auch noch drin gewesen wre.
Es bleibt zu sagen dass es ein tolles Konzert war, dass die Preise sowohl im Bereich Eintritt als auch fr das Merchandise in Ordnung waren und wir hoffen sollten, dass es beim nchsten Konzert von FEAR FACTORY auch gengend Zeit gibt, den ein oder anderen Song mehr zu hren.

Setlist: FEAR FACTORY

  • Mechanize
  • Fear Campaign
  • Shock
  • Smasher Devourer
  • Securitron
  • Linchpin
  • Acres Of Skin
  • Powershifter
  • Industrial Discipline
  • Martyr
  • Demanufacture
  • Self Bias Resistor
  • Zero Signal
  • Replica





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