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24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PRETTY MAIDS, GINGER RED
Ort Andernach, Juz
Datum 13.11.2010
Autor Matthias Decklar
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Dass sich in meinem zarten Alter noch Jugendtrume erfllen ist eher selten, aber es kommt vor. Anno 1987 trieb mich ein Album namens "Future World", von einer jungen dnischen Band, beinahe in den metallischen Wahnsinn. GINGER RED GINGER RED Seitdem hatte ich es nicht geschafft PRETTY MAIDS ein einziges Mal live zu bestaunen. Mal ging es bundeswehrtechnisch nicht, mal war ich, mal waren sie krank, mal ging es beruflich oder familir nicht. Ein einziger Albtraum! Daher war ich recht vorsichtig mit meiner Vorfreude, denn im Normalfall musste ja irgendwas passieren. Aber, es wurde Samstag und ich stand mit meinem holden Weibe pnktlich vor dem Juz Live Club, geschafft! Wir konnten es kaum glauben.

Den Anfang in Andernach machten GINGER RED, eine Band aus Bonn, die zwei Shows mit den Dnen ergattern konnte. Die Rheinlnder mhten sich eifrig Stimmung in die Bude zu bringen, ist ihr melodischer Metal auch durchaus geeignet das Haupt zu schtteln oder mit dem Fu zu stampfen. Insgesamt muss die Band noch mehr Prsenz zeigen und auf der Bhne zu einer Einheit verschmelzen. PRETTY MAIDS bewegten sich eine Stunde spter sicher nicht mehr, aber sie hatten Prsenz, Ausdruck. Das fngt damit an, dass man sich den Fans zuwendet und nicht seinen Spielkameraden und endet im Bhnenoutfit, das sich vom normalen Straenoutfit ein Stck weit unterscheiden sollte. Musikalisch haben GINGER RED alle Mglichkeiten und Songs wie "Odin's Hall" oder "Foreign Affair" haben deutlich Potential.

Setlist: GINGER RED

  • Odin's Hall
  • The Night
  • Hard As A Rock
  • Parted
  • Fool For Love
  • Foreign Affair
  • Evil

Dann stieg die Aufregung bei mindestens 150 der gut 250 Anwesenden doch merklich, was man gut daran erkennen konnte, dass nur relativ kurz der Bierstand aufgesucht wurde und es dann schnell zurck in die Halle ging, um einen guten Platz, nahe der Bhne zu finden. PRETTY MAIDS PRETTY MAIDS Ich selbst konnte kaum glauben, dass es heute wohl doch mit mir und den Dnen klappen sollte und war so aufgeregt, dass mir selbst das Bier nicht schmeckte. Um kurz nach 9 Uhr tat sich etwas hinter der rechten Box und ja, sie waren da, unglaublich. Ken Hammer und Ronnie Atkins, von Angesicht zu Angesicht. Untersttzt durch ihre neuen, jungen Kollegen Morten Sandager am Key und Allan Tschicaja an den Stcken. Da Basser Kenn Jackson nicht mehr an Bord war, entlehnte man sich kurzerhand den 4-Saiten-Akrobaten der King Diamond-Band, Hal Patino der optisch gut zur 80er Phase der Dnen passt.

Los ging es mit dem Titelsong des aktuellen, saustarken Albums, "Pandamonium". Meine Zweifel, ob Ronnies Stimme noch live tauglich sein wrde, konnte ich gleich begraben. Dieses rudige Organ schafft zwar nicht mehr die frheren Hhen, aber es ist immer noch verdammt heavy und dreckig, phantastisch. Nach kurzer Begrung gab es dann direkt Klassikeralarm in Form von "We Came To Rock". Was sich beim Opener schon andeutete, wurde jetzt Beweis. Es herrschte eine formidable Textsicherheit bei ber 50% der Besucher vor und die Dnen schienen schon jetzt tief beeindruckt vom viel stimmigen Eifel-Chor, der von nun ab jeden Song begleiten sollte. Als die ganz selten gespielten "Waiting For The Time" und "Queen Of Dreams" vom "Red, Hot & Heavy" Album gespielt wurden, war der Topf am Kochen. Mein Gott, wie knnen erwachsene Mnner und Frauen nur so aus der Reihe fallen. Bei der dazwischen geschalteten Balladenversion von "Savage Heart" habe ich auch ein Trnchen der Rhrung verdrckt, ich gebe es offen zu. Gewrdigt werden muss, dass die Band diese Songs bewusst spielt, im sicher Wissen, dass Ronnie die Hhen beim Refrain zwar nicht mehr erreicht, aber die Parts entweder die Fans singen lsst oder einfach eine Oktave tiefer geht, was jeder im Saal versteht und dafr doppelt Applaus spendet. Die Mehrzahl der Anwesenden ist mittlerweile klitschnass geschwitzt und hat dieses mit der Band gemeinsam. Ken Hammer genehmigt sich nach jedem dritten Song ein Zigarettchen und grinst sich einen ab. PRETTY MAIDS Die Jungs sind aufgrund der Resonanz bester Laune und nachdem noch ein Geburtstagsstndchen fr Keyboarder Morten gesungen wird, hat das Rheinland gewonnen.
Die Dnen haben mindestens 25 Hits im Kcher, die leider nicht alle gespielt werden knnen. So wird das berragende "Anything Worth Doing Is Worth Overdoing" Album gar nicht gewrdigt und so manch anderer Klassiker auch nicht. Aber das strt an diesem Abend keinen. Im zweiten Teil des Gigs wird weiter mit Rockern und Balladen abgerumt, wobei der Smasher "Little Drops Of Heaven" vom neuen Album ebenso abgefeiert wird, wie das berraschende "Rodeo" oder die Oberballade "Please Dont Leave Me". Die Forderung nach "City Lights" vom der ersten Maxi von PRETTY MAIDS tut Bandleader Ken Hammer locker mit dem Spruch ab, dass auer ihm und Ronnie das Lied leider kein anderer in der Band kennt. Von den Fans gefordert, aber eigentlich nicht geplant, findet "Walk Away" noch den Weg ins Set und nach dem abschlieenden "Red, Hot & Heavy" gehe ich zutiefst bewegt an der Merchstand und kaufe mir, entgegen meiner Gewohnheiten, ein Shirt, um diesen Abend nicht zu vergessen. Ach ja, im Vergleich zu den Scorpions: Bei der Stimmungsmache haben die 250 Leute in Andernach gegen die 10.000 in Mannheim auf alle Flle ganz klar gewonnen!
Fazit: Die Dnen knnen es noch und es bleibt zu hoffen, dass auch die nachwachsenden Fans der Szene auf die frhen Alben von PRETTY MAIDS aufmerksam werden, aber auch das aktuelle Werk "Pandamonium" untersttzen.

Setlist: PRETTY MAIDS

  • Pandamonium
  • We Came To Rock
  • Final Day Of Innocence
  • Waiting For The Time
  • Savage Heart
  • It Comes At Night
  • Queen Of Dreams
  • Drum Solo
  • Cielo Drive
  • Back To Back
  • Rodeo
  • Walk Away
  • Please Don't Leave Me
  • Love Games
  • Future World
  • Little Drops Of Heaven
  • Red, Hot & Heavy

Fotos: Byrt













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